10 Minuten bräuchte die Polizei bis zu meiner Tante

Recht der Gefahrenabwehr

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Newcommer
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10 Minuten bräuchte die Polizei bis zu meiner Tante

Beitrag von Newcommer »

Hallo alle zusammen ich hätte da mal eine fiktive Vorstellung die ich gerne mit euch teilen würde.

Die Geschichte:

Stellen wir uns mal vor, ich hätte eine Tante, die 60 Jahre ist und über 30 Jahre in einer Namenhaften Bank als Angestellte arbeitete. Bis auf ein Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens ist die Dame noch nie rechtlich in Erscheinung getreten.

Doch vor drei Jahren starb Ihr Mann, und seitdem lebt sei alleine in einem grossem Haus, denn beide Söhne leben auch schon seit 5 Jahren in anderen Städten.

Meine Tante möchte sich schützen, und einen Waffenschein beantragen da Sie glaubt, dass der Staat in Ihrer Situation nicht ausreichend Schutz Gewährleisten kann.

Ihre Sorge ist nicht ganz unberechtigt, da Sie auserhalb der Stadt in einem Haus am Wald lebt, und die Staatsgewalt bei erfolgreichem Anruf noch min 10 Minuten bräuchte um dort anzukommen.
Weiterhin waren in der Vergangenheit in dieser Gegend viele Einbrüche weshalb Sie schon einbruchshemmende Maßnahmen eingleitet hat und ihr Haus bestmöglich sicherte.
2 Einbruchsversuche waren auch bei Ihr unternommen worden, jedoch aufgrund von einer Tonne Gerümpel vor der nach innen aufgehenden Heizungskellertür gescheitert.

Bei zwei Rentnern im Gleichen Ort in (NRW) wurde vor einem Jahr eingebrochen, und die Frau hat es nicht überlebt der Einbrecher hat Sie totgeschlagen, mit einer Bechstange.

Kurz und Schmerzlos kann meine Tante einen Waffenschein bekommen oder nicht ?
P.s.
( Wir reden hier nicht von Schreckschuss oder Gas, sondern von 9 mm und echt.)

Liebe grüße unbekannter weise von meiner Tante
:D
Zuletzt geändert von Newcommer am 28.10.09, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.

Gammaflyer
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Beitrag von Gammaflyer »

Ich denke nicht, dass das klappt.
Damit man einen Schein bekommt, muss man wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib und Leben gefährdet sein.
Dies lässt sich hier nicht erkennen.
Zuletzt geändert von Gammaflyer am 29.10.09, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.

Ronny1958
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Beitrag von Ronny1958 »

Hallo,

ich bezweifele ebenfalls, dass die Voraussetzungen des § 19 WaffG
§ 19 Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition, Führen von
Schusswaffen durch gefährdete Personen

(1) Ein Bedürfnis zum Erwerb und Besitz einer Schusswaffe und der dafür bestimmten
Munition wird bei einer Person anerkannt, die glaubhaft macht,

1. wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet zu sein und

2. dass der Erwerb der Schusswaffe und der Munition geeignet und erforderlich ist, diese Gefährdung zu mindern.


(2) Ein Bedürfnis zum Führen einer Schusswaffe wird anerkannt, wenn glaubhaft gemacht ist, dass die Voraussetzungen nach Absatz 1 auch außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums vorliegen.
vorliegen.

Das Einbruchsrisiko ist heute ein allgemeines und die Tante unterscheidet sich da nur unwesentlich von einem Großteil der Bevölkerung.

Besser wird es sein, die materiele Absicherung des Gebäudes auf den tecnisch neuesten Stand zu bringen.

Darüberhinaus:

Wenn die Tante so brav ist wie sie dargestellt wurde (wovon ich ausgehe) dann bezweifele ich, dass sie sich effektiv mittels einer Schußwaffe verteidigen kann.



Grüße
Ronny ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Wächter
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Beitrag von Wächter »

1.
JA.

Sie könnte ggfls. einen Waffenschein / Waffenbesitzkarte bekommen, die es ihr erlaubt eine Waffe zu Hause zu haben.


Es könnte jedoch auch sein, dass sie das nicht bekommt.

Der zuständige Sachbearbeiter wäre der, der am besten helfen könnte.


2.
Es könnte jedoch sein, dass die Polizei weniger als 10 Minuten benötigt, dafür haben sie das Blaulicht.

Chavah
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Beitrag von Chavah »

wie wärs denn einfach mit ner Alarmanlage. Denn eine Waffe richtig einzusetzen erfordert intensives Training. Ob sich die alte Lady die erforderlichen Kenntnisse noch aneignen kann, wage ich eher zu bezweifeln (höflich ausgedrückt). Ausserdem, will sie die Knarre immer neben sich liegen haben? Also, vergesst es. Auch im Interesse der Lady. Pfefferspray gibt es ohne Waffenschein!

Chavah

Zeus3
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Beitrag von Zeus3 »

Eine Schußwaffe würde ihr gar nichts nützen wenn sie schläft.

Im Tiefschlaf bekommt man es nicht mit, wenn einer plötzlich vor einem steht, liegt dann noch eine Schußwaffe im Nachttisch ist das höchstens eine zusätzliche Gefahr.

Liegt die Waffe im verschlossenen Waffenschrank, dann nützt sie erst recht nichts.

Wie wäre es mit einem Hund?

Schon ein kleiner Terrier mach mächtig Radau wenn er etwas verdächtiges bemerkt.

Ein Rottweiler hingegen ist kein Kläffer, die bleiben ruhig, würden sich aber einen Einbrecher mit Sicherheit mit Erfolg vornehmen.

Auch Schäferhund, Boxer, Riesenschnauzer sind sehr gute Wachhunde.

Außerdem ist ein Hund was sehr schönes und er zwingt einen bei jeder Witterung rauszugehen und mit ihm zu laufen, was der Gesundheit von beiden sehr gut tut.

Alleine wäre die Tante dann auch nicht mehr, Hunde sind sehr gute Gesellschafter.[/i]

darkles
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Re: 10 Minuten bräuchte die Polizei bis zu meiner Tante

Beitrag von darkles »

Newcommer hat geschrieben:

und die Staatsgewalt bei erfolgreichem Anruf noch min 10 Minuten bräuchte um dort anzukommen.
da hat sie es ja noch gut´, hier wo ich wohne braucht polizei und sonstiges gut 15- 20 min ( mit blaulicht)

mano
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Beitrag von mano »

Moin,

sehe ich genau wie@Ronny1958.

@Wächter - aufgrund der Sachbeschreibung gibt es auch keine WBK.

Gruß

mano
Beamte arbeiten nicht - sie machen irgendwas, jedenfalls arbeiten tun sie nicht.

Eierhahn

Beitrag von Eierhahn »

Ich sehe es wie die Vorschreiber. Keine Chance eine Schußwaffe zu bekommen nur weil die Polizei länger braucht um am Haus der Tante zu sein.
Ich empfehle ne gute Alarmanlage bzw. die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes mit Alarmzentrale oder/ und nen Hund oder/ und bauliche Veränderungen zum Sichern des Gebäudes...

Newcommer
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Beitrag von Newcommer »

Danke euch für die Tips, vorallem die Idee mit dem Hund ist sehr gut.

Ansonsten die Beamten bräuchten auch mit Blauem Licht, die gleiche Zeit es geht hier nicht um viel Verkehr und Rote Ampeln.
Bin selber mit dem Mopet ner 125 die doch sehr Kurvenreiche Strecke, sagen wir mal etwas schneller gefahren, keine Chance da vor 10 Min zu sein.

Na gut dann scheint die Idee mit der 9 mm hinfällig.

Wobei mir grade einfällt das Tantchen ja von Ihrem Mann zwei Gewehre geerbt hat.
Also eine Erbschafts- WBK Dafür läge vor.
Leider sind die etwas hoch dosiert wenn ich mal so frei sein kann es so auszudrücken.
( 9,3 * 74 R und 300 Weath. Mag )
Das kann Tantchen nun wircklich nicht handhaben. Aber ändert das vieleicht die Bedenken der Behörden?

Gammaflyer
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Beitrag von Gammaflyer »

Ich tippe weiterhin nein.

Jagoman
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Schützenverein?

Beitrag von Jagoman »

Wie wär es wenn die Tante Mitglied in einem Schützenverein wird??? Ich denke dass die gute Frau nach den vorgeschriebenen Wartezeiten so schon recht gute Chancen zu Mindest auf eine WBK hat!

Nur so ein Gedanke.

Mfg

Jago

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Schützenverein?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Jagoman hat geschrieben:Wie wär es wenn die Tante Mitglied in einem Schützenverein wird??? ...
Statt eines Waffenschein könnte ja vor jeder Haustür ein Polizist abgestellt werden. :ironie:

Jagoman
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Schon möglich

Beitrag von Jagoman »

Die Idee ist nicht schlecht......... das wären dann zumindest 50.000 neue Stellen bei der Pol NRW 8)

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Schon möglich

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Jagoman hat geschrieben:Die Idee ist nicht schlecht......... das wären dann zumindest 50.000 neue Stellen bei der Pol NRW 8)
Nö, dies wären noch mehr Stellen. NRW hat bestimmt mehr als 50.000 Häuser und bei einem 24Stunden-Wachdienst müßte die Zahl der Häuser mit 4 multipliziert werden. :P :lol:

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