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recht.de • Thema anzeigen - Wird die Polizei in umgekehrter Psychologie geschult?
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BeitragVerfasst: 21.08.17, 00:53 
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Ein fiktiver oder gar nicht so fiktiver Fall:

A hat einen unverschuldeten Verkehrsunfall, danach ist sein Auto links hinten eingedrückt und es gibt an den Rändern der tiefen Eindellung auch scharfe Lackkanten. Ansonsten ist das Fahrzeug ok.
Die Versicherung des Unfallgegners macht die üblichen Spielchen und zögert die Regulierung des Schadens trotz eindeutiger Schuldfrage hinaus.

A fragt sich irgendwann, ob er mit seinem Fahrzeug überhaupt noch fahren dürfte oder stattdessen das Fahrzeug eben stehen lassen sollte, bis die Regulierungszusage zur Reparatur durch die gegnerische Versicherung erfolgt ist, denn irgendwie könnte das Fahrzeug wegen der scharfen Lackkanten ja auch ungeeignet für den Straßenverkehr sein, Verletzungsgefahr usw.
Dann jedoch stünde A ja auch noch ein Nutzungsausfall zu, bis die Versicherung die Reparatur zusagt.

Wer könnte die Straßentauglichkeit eines beschädigten Fahrzeuges am Besten beurteilen? Genau: Die Polizei.
A fährt zu einer Polizeistation und bittet die Polizeibeamten um eine Einschätzung.
Nur widerwillig kommen zwei Beamte überhaupt aus der heimeligen Polizeistation heraus und begutachten wenig begeistert das Fahrzeug von A.
Darauf hin ist die Einschätzung beider Beamten eindeutig: Das ist alles absolut ok so und Strafzettel oder Hinweis der Polizei bzgl. einer Straßenuntauglichkeit des Fahrzeuges in irgendeiner Weise gibt's nicht, auch wenn A das gerne so hätte.

Einige Tage später wird A von einer Polizeistreife im Zuge einer Verkehrskontrolle angehalten.
Die Polizeibeamten bemängeln die scharfen Lackkanten an der Delle. Sie stellen die Straßentauglichkeit des Fahrzeuges in Frage. Hauptargumentation: Verletzungsrisiko für Fußgänger und Fahrradfahrer und drohen A mit einem Strafzettel.

Frage hierzu:
Wird die Polizei in "umgekehrter Psychologie" eigentlich speziell geschult oder wie kommt es, dass es für den Bürger oft so gedreht wird, dass er etwas nicht bekommt, wenn er es von der Polizei möchte und etwas dann von der Polizei bekommt, wenn er es (vermeintlich) nicht möchte?


Zuletzt geändert von truther am 21.08.17, 01:06, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.08.17, 00:57 
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Das Beschriebene ist nicht Kernaufgabe der Polizei. Dafür gibt es Kfz-Sachverständige.
Entsprechend können verschiedene Beamte im Einzelfall auch zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen.
Mit "umgedrehter Psychologie" hat das nichts zu tun.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 01:14 
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Habe den Thread geschwind noch umbenannt, von "umgedrehter Psychologie" zu "umgekehrter Psychologie", da das wohl die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung für das Phänomen ist, dass man die vermeintliche Gegenposition zu seinem Willen einnimmt und dann tatsächlich seinen Willen erhält und vice versa.

Also wie im Fall beschrieben:
Hätte auch nichts gegen einen Strafzettel -> Auf keinen Fall bekommen Sie einen!
Geben Sie mir bloß keinen Strafzettel! -> Freundchen, Du bekommst einen Strafzettel.

Einfach mal in der nächsten Polizeikontrolle ausprobieren und eigene empirische Werte sammeln?

Bzgl. der "Kernaufgabe" der Polizei und dass das eigentlich nur ein KFZ-Sachverständiger beurteilen könnte:
Verstehe ich nicht so recht. Die Herren auf Motorrädern von (so meine ich deren Spezialität) "Verkehrsüberwachung" halten soweit ich weiß ständig (vermeintlich) straßenuntaugliche (oder getunte) Fahrzeuge an und stellen "Mängelkarten" aus, da sie die Auffassung vertreten, irgendwas sei nicht "straßentauglich".

EDIT: Der Begriff "Sachverständiger" ist übrigens - korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liegen sollte - soweit ich weiß in Deutschland kein geschützter Begriff, so dass sich jeder, der sich dafür geeignet hält, demnach so nennen könnte.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 07:00 
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truther hat geschrieben:
ständig (vermeintlich) straßenuntaugliche (oder getunte) Fahrzeuge an und stellen "Mängelkarten" aus


Das ist richtig, damit stellt aber nicht die Polizei fest, dass ein Mangel besteht, sondern nur, dass der Verdacht eines Mangels besteht. Deswegen muss der Halter ja auch danach zu einer Fachwerkstatt bzw. zum TÜV, um etwaige Mängel feststellen und beheben zu lassen. Siehe auch § 17 StVZO

truther hat geschrieben:
Der Begriff "Sachverständiger" ist übrigens - korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liegen sollte


Zumindest der Begriff "öffentlich bestellter Sachverständiger" ist gesetzlich Geregelt (§ 36 GewO), inkl. des Verfahrens, wie man zu so etwas wird. Damit sind auch Kfz-Sachverständige abgedeckt.

_________________
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 07:04 
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truther hat geschrieben:
Wer könnte die Straßentauglichkeit eines beschädigten Fahrzeuges am Besten beurteilen? Genau: Die Polizei.

1. Fehler.

truther hat geschrieben:
A fährt zu einer Polizeistation und bittet die Polizeibeamten um eine Einschätzung.

2. Fehler.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 07:40 
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Wohnort: Daheim
Railwaystation... :?
truther hat geschrieben:
Einfach mal in der nächsten Polizeikontrolle ausprobieren und eigene empirische Werte sammeln?

Wie oft werden sie eigentlich kontrolliert? :shock:
Ich das letzte Mal in Spanien vor ~2 Jahren. Davor in D irgendwann Ende der 90´er....
Ich habe ja den Verdacht, hier gilt "Nomen es omen":
Zitat:
truther

_________________
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 07:51 
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truther hat geschrieben:
Bzgl. der "Kernaufgabe" der Polizei und dass das eigentlich nur ein KFZ-Sachverständiger beurteilen könnte:
Verstehe ich nicht so recht. Die Herren auf Motorrädern von (so meine ich deren Spezialität) "Verkehrsüberwachung" halten soweit ich weiß ständig (vermeintlich) straßenuntaugliche (oder getunte) Fahrzeuge an und stellen "Mängelkarten" aus, da sie die Auffassung vertreten, irgendwas sei nicht "straßentauglich."
Natürlich gibt es Spezialisten, die sich auf dem Gebiet sehr gut auskennen. Dennoch ist es wie gesagt falsch, einfach so "die Polizei" auf Wache XY in Anspruch nehmen zu wollen, um eine verlässliche Begutachtung zum Thema Verkehrssicherheit zu bekommen.
Auf den TÜV und seine Zuständigkeit wurde ja bereits hingewiesen.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 09:56 
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@Tastenspitz: Kann das noch toppen: Habe da einen Bekannten, der wurde in seinem ganzen Leben kein einziges Mal kontrolliert.
Der fährt nämlich morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause, sonst hockt er quasi ausschließlich in seiner Wohnung, weil da ist es sicher :)
Kein Wunder, dass so jemand nie kontrolliert wird :)
Insofern ist Ihr "Wohnort: Daheim" in Verbindung damit, dass sie scheinbar praktisch nie in eine Verkehrskontrolle kommen (sind Sie z.B. nie in der Nähe von Weinfesten oder generell am WE abends unterwegs?) wohl auch "Nomen est Omen"? ;)


Dass die Herren von der Verkehrsüberwachung solche Dinge selbst gar nicht entscheiden könnten ist ja Unsinn, denn diese hätten sogar die Möglichkeit ein Fzg an Ort und Stelle "stillzulegen", die Weiterfahrt damit zu untersagen, usw. wenn etwas von der Sicherheitsrelevanz her ganz im Argen liegen würde, obwohl sie selbst dann ja wohl weder TÜV-Prüfer noch KFZ-Sachverständige sind.
Wie war das mit der Pflicht zur "Gefahrenabwehr"?
Außerdem halte ich die Darstellung "Polizei stellt mit Mängelkarte nur einen Verdacht fest" bereits für falsch.
Die Polizei stellt damit bereits einen konkreten festgestellten Mangel fest, den der Fzg-Besitzer nicht von TÜV&Co "festzustellen" hätte, sondern explizit zu BEHEBEN.
Schließlich muss man mit der abgestempelten Mängelkarte ja dann auch wieder zur Polizei, die das dann gegencheckt.

Wenn die Polizei jedenfalls einen reinen "Verdacht" per Mängelkarte aussprechen könnte, dann hätte die Polizeibeamten dies ja bei der freundlichen Nachfrage an der Polizeistation auch tun können.

Mir scheint, auch in diesem Thread herrscht nun das Phänomen der "umgekehrten Psychologie" ;)

Man muss dafür also scheinbar gar nicht geschult sein, sondern es genügt, das Gegenüber einfach immer vom aktuellen Gegenteil überzeugen zu wollen :)


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:03 
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Sie schreiben ja selbst, dass es Fälle gibt, in denen von "der Sicherheitsrelevanz her [etwas] ganz im Argen liegen" kann. Wenn das ein Beamter bemerkt, kann er natürlich handeln und letztlich auch einem Fahrzeug die Weiterfahrt untersagen.

Es kann aber Fälle geben, in denen das nicht eindeutig ist und dann muss eben der Sachverständige ran.
Und in solchen Fällen kann ein Polizeibeamter zu einem anderen Schluss gelangen als ein anderer.

Deswegen ist die Polizei entgegen Ihrer Annahme nunmal nicht die Richtige "Instanz" für eine Beurteilung dieser Frage.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:35 
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truther hat geschrieben:
Man muss dafür also scheinbar gar nicht geschult sein, sondern es genügt, das Gegenüber einfach immer vom aktuellen Gegenteil überzeugen zu wollen :)

"Scheinbar"? Also tatsächlich doch? Da haben Sie zumindest Recht.

Zu Ihrem "Problem": Es ist schon ein deutlich erkennbarer Unterschied, ob am Rand einer Beule abgesplitterter Lack absteht oder ob jemand mit komplett ausgefallener Fahrzeugbeleuchtung fährt und deshalb abends am Ort der Kontrolle von einem Polizisten die Weiterfahrt untersagt bekommt. Ich hoffe, der besagte Unterschied leuchtet trotz meines gewählten Beispiels ein.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:51 
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Außer natürlich (um bei Ihrem Beispiel zu bleiben) die Lichtanlage des Fzg wäre defekt und man würde selbst nachts vom geparkten Auto zu der Poizeikontrolle in unmittelbarer Nähe gehen und darum bitten, die Weiterfahrt nun untersagt zu bekommen ;)

Also quasi gerade mal wieder Gegenteil-Tag herrscht :)

Bestreiten Sie das jetzt nicht einfach so, ohne es selbst mal ausprobiert zu haben ;)


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:52 
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Ja, klappt bestimmt.
Viel Erfolg.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:56 
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Jep.
Vermutlich kriegen sie auch noch einen Gratis Drogenschnelltest obendrauf.

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BeitragVerfasst: 21.08.17, 10:58 
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truther hat geschrieben:
Frage hierzu:
Wird die Polizei in "umgekehrter Psychologie" eigentlich speziell geschult oder wie kommt es, dass es für den Bürger oft so gedreht wird, dass er etwas nicht bekommt, wenn er es von der Polizei möchte und etwas dann von der Polizei bekommt, wenn er es (vermeintlich) nicht möchte?
Die Polizei wird darin geschult, ihren gesetzlichen Aufgabe nachzukommen. Das kollidiert manchmal mit dem,was der Bürger möchte bzw. nicht möchte. Dann hat aber die gesetzliche Aufgabe Priorität. Wie häufig so eine Interessenskollission stattfindet hängt manchmal auch vom Bürger ab; bei dem einen ist es häufiger, bei dem anderen eher seltener.

Im übrigen ist die Frage schon Quatsch: was sollte die Polizei davon haben, immer genau das zu tun bzw. durchzusetzen, was der Bürger nicht will? Da scheint eher jemand auf dem Standpunkt zu sein, dass die Polizei ein gewöhnliches Dienstleistungsunternehmen ist, dass jeden Wunsch der Kunden erfüllt. Das ist aber nicht der Fall.

Das ist im übrigen alles gerichtlich überprüfbar; wenn Du also der Ansicht sein solltest, die Polizei hätte dein Kfz begutachten müssen, dann kannst Du versuchen, dir das von einem Gericht bestätigen zu lassen.


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BeitragVerfasst: 21.08.17, 13:20 
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Beiträge: 13871
truther hat geschrieben:
Der fährt nämlich morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause, sonst hockt er quasi ausschließlich in seiner Wohnung, weil da ist es sicher
Kein Wunder, dass so jemand nie kontrolliert wird
Insofern ist Ihr "Wohnort: Daheim" in Verbindung damit, dass sie scheinbar praktisch nie in eine Verkehrskontrolle kommen (sind Sie z.B. nie in der Nähe von Weinfesten oder generell am WE abends unterwegs?) wohl auch "Nomen est Omen"?

Also ich bin allein beruflich tagtäglich unterwegs, vormittags, nachmittags und auch abends. Meine letzte Polizeikontrolle war in den frühen 1990er Jahren. Und nu?

_________________
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)


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