Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorhanden

Recht der Gefahrenabwehr

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Tedashi
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Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorhanden

Beitrag von Tedashi » 27.07.18, 05:00

Hallo,

ich habe eine furchtbare Nacht hinter mir, entschuldigt daher bitte, wenn das hier etwas wirr klingt.

Mitten in der Nacht piepste unsere Überwachungskamera. Es sah aus, als ob jemand einen Besenstiel vor der Kamera herum wedelte, um zu sehen, ob diese angeht, aber derjenige nicht im Bild war.

Wenn ich z. B. direkt darunter stehe, sieht man mich auch nicht. Daher ging ich von einem Einbrecher aus, der schauen wollte, ob die Kamera angeht (sieht man am Licht) und sich selbst absichtlich versteckt hielt. Klingt komisch, aber genau so sah es aus! Ich war völlig erschrocken.

Ich lauschte erst mal aus dem Fenster und hörte Fußstapfen und eine Stimme. Daraufhin rief ich die 110.

Die Polizei kam zu mir und entdeckte keinen Einbrecher. Im Nachhinein entdeckten sie ein vermutliches Tier auf der Kamera, das diese Bilder erzeugt hat.

Muss ich den Einsatz zahlen? Ich habe schon Magenschmerzen vor Sorge um die Kosten und konnte bisher kein Auge zudrücken.

Es tut mir natürlich unglaublich leid, die Beamten unnötig gerufen zu haben, aber ich habe das nicht leichtfertig und wirklich nach bestem Gewissen getan. Für mich war es ja nicht grundlos.

Ich hatte große Angst, vor allem in Verbindung mit den Geräuschen, die ich hier bei mir noch nie gehört habe. Normalerweise ist alles still und gewisse Geräusche kennt man. 2 andere im Haus haben es auch gehört. Sonst hätte ich vielleicht nicht angerufen.

ExDevil67
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Re: Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorha

Beitrag von ExDevil67 » 27.07.18, 06:46

Gefühlt würde ich sagen, keine Panik. Nur weil sich nachträglich rausstellt das es keinen objektiven Grund für den Einsatz gab, dürfte der nicht kostenpflichtig werden.
Das wäre auch im übrigen fatal wenn man sich aus Angst vor möglichen Folgekosten nicht mehr trauen würde Polizei oder Feuerwehr zu rufen.

Zumal der Umstand das die Polizei bei eintreffen keinen Einbrecher angetroffen hat ja nicht zwingend bedeutet das da in jedem Fall keiner war. Üblicherweise legen solche Personenkreise wenig wert darauf gesehen zu werden, werden also sich eher für einen leisen Rückzug entscheiden. Da kann das schon reichen das der Nachbar "an der falschen Stelle" halten muss um die Hinterlassenschaften seines Hundes einzusammeln.

freemont
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Re: Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorha

Beitrag von freemont » 27.07.18, 08:52

Tedashi hat geschrieben:...
Mitten in der Nacht piepste unsere Überwachungskamera. Es sah aus, als ob jemand einen Besenstiel vor der Kamera herum wedelte, um zu sehen, ob diese angeht, aber derjenige nicht im Bild war.
...
Ich lauschte erst mal aus dem Fenster und hörte Fußstapfen und eine Stimme. Daraufhin rief ich die 110.

Die Polizei kam zu mir und entdeckte keinen Einbrecher. Im Nachhinein entdeckten sie ein vermutliches Tier auf der Kamera, das diese Bilder erzeugt hat.
...
Wieso denn "fälschlicherweise" gerufen?
Wieso denn ein "vermutliches Tier"? Was ist denn mit den Schritten und der Stimme?

Es kann doch sein, dass das tatsächlich das unmittelbare Ansetzen zu einem Einbruch war. Dann ist das doch optimal gelaufen, die Sicherung hat funktioniert, bevor Schaden entstanden ist. Oft löst der Alarm ja erst aus, wenn das Schloss, Fenster, Tür, schon zerstört ist.

Einen Falsch- oder Fehlalarm kann ich da nicht erkennen. Deswegen auch nicht ansatzweise einen Rechts-Grund dem Anzeigeerstatter die Kosten per Gebührenbescheid aufzuerlegen.

Das würde voraussetzen, dass der Anzeigende polizeirechtlich "Störer" ist. Defekte Alarmanlage, bewusst falsche Anzeige o.ä., das liegt Alles nicht vor.

Haben die Polizisten vor Ort denn so etwas angedeutet? Das würde mich sehr wundern. Wohnungseinbruch ist neuerdings ein Verbrechen, das gibt jetzt mindestens 1 Jahr Freiheitsstrafe. Der Verdacht muss deshalb sehr ernst genommen werden.

Ja sogar wenn der Verdacht und die Anzeige sich nachträglich (!) tatsächlich als unbegründet herausstellt, führt das nicht zur Störerhaftung. Eine "Anscheinsgefahr", das Polizeirecht kennt diesen Begriff, rechtfertigt sowohl die Anzeige, als auch den Polizeieinsatz. Auf Kosten des Steuerzahlers.

Tastenspitz
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Re: Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorha

Beitrag von Tastenspitz » 27.07.18, 09:54

Da dürfte voraussichtlich nichts kommen.
Und wenn, dann ist es auch keine riesen Summe. Ich habe für einen solchen Einsatz mal ~100 Euro bezahlt.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorha

Beitrag von Zafilutsche » 27.07.18, 09:59

Ich persönlich würde mir wegen der Alarmierung der Polizei keine Gedanken machen.
Wenn es ein versuchter Einbruch war, dann wäre dieser erst einmal abgewehrt.
Die jetzt erkannte Schwäche (Kameraposition, Nicht drehbar?/Toter Winkel/fehlende 2. CAM...) könnte nun beseitigt werden.

Tom Ate
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Re: Polizei fälschlicherweise gerufen, kein Einbrecher vorha

Beitrag von Tom Ate » 28.07.18, 13:17

Das macht die Polizei gerne!




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