Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

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michdich
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von michdich »

lerchenzunge hat geschrieben: 12.04.21, 22:49
J.A. hat geschrieben: 12.04.21, 16:42
.... Hier geht es offenbar um ein "schwereres Kaliber", eine Angriffswaffe (Quarzhandschuh) auf eine öffentliche Versammlung mitzubringen, ist schon nicht ganz ohne, und ich finde es richtig, dass so jemand nicht gleich zwei Jahre später in den Polizeidienst kommt.

... Bei Verstössen gegen das Waffengesetz allerdings sehe ich auch keinen Raum für Entscheidungen...
michdich
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von michdich »

Sind das Mitführen von Quarzhandschuhen bereits als Angriffswaffe "schweres Kaliber" auszulegen? Sie wurden nachweislich nicht eingesetzt. Wie wäre es zu bewerten wenn man sie lediglich als "Verteidigungswaffe" mitgeführt hätte?
lerchenzunge
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von lerchenzunge »

michdich hat geschrieben: 16.04.21, 20:18 Sind das Mitführen von Quarzhandschuhen bereits als Angriffswaffe "schweres Kaliber" auszulegen? Sie wurden nachweislich nicht eingesetzt. Wie wäre es zu bewerten wenn man sie lediglich als "Verteidigungswaffe" mitgeführt hätte?
1) es geht gemäß angeführter Paragraphen offenbar nicht nur um das "einfache" Mitführen, sondern um das Mitbringen zu einer Veranstaltung / Versammlung. Dafür gelten aber schärfere Regeln!
Es darf beispielsweise selbstverständlich ein Holzfäller seine Axt oder Kettensäge von und zu seiner Arbeitsstelle transportieren. Aber nicht beispielsweise im Fussballstadion oder auf der Demo mit Axt oder Kettensäge auftauchen!
Die Frage ist insoweit falsch gestellt!

2) Was ist mit "nicht eingesetzt" gemeint? Soll das heissen, die Handschuhe wurde tief im Rucksack vergraben befördert? (Was dann die Frage aufwerfen würde, warum der Rucksack von der Polizei durchsucht wurde...) Oder soll das "nur" heissen, dass damit keine Körperverletzung begangen wurde?

3) Gab es denn einen Grund, eine "Verteidigungswaffe" auf diese Versammlung mitzubringen? Gab es eine reelle Gefahr, der nicht aus dem Wege gegangen werden konnte? Ein 17jähriger dürfte wohl kaum dort als Personenschützer o.ä. gearbeitet haben...

Abseits davon ist jetzt sowieso der falsche Zeitpunkt, sowas vorzubringen. Das hätte man (oder hat man) alles bei der Verhandlung des Vorfalls vorbringen können und wurde, soweit vorgetragen, dort berücksichtigt.
michdich
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von michdich »

Ja, war eine dumme rhetorische Frage.
Der Fehler war, dass der Jugendliche die Sachlage unterschätzt hat, und ohne Anwalt vor den Kadi trat.
lerchenzunge
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von lerchenzunge »

Kann man so sehen. Ich würde eher sagen, der Fehler war, dass der Jugendliche Quarzhandschuhe auf einer Versammlung mitgeführt hat. Oder noch grundsätzlicher, dass er Quarzhandschuhe besaß, ohne offenbar sich bewusst zu sein, welche Regeln dafür gelten bzw. ohne die Regeln zu beachten.
J.A.
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Re: Löschung im BZR nach Jugendvollstreckungssache

Beitrag von J.A. »

und ohne Anwalt vor den Kadi trat.
Mit Anwalt wäre da zieml. sicher auch nichts Besseres rausgekommen. Und selbst wenn hätte es in Bezug auf den Registereintrag nichts gebracht, denn in Jugendsachen landen selbst Einstellungen (also §§ 45, 47 JGG) im Erziehungsregister.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"
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