Aussage gegen Aussage

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creepa7
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Aussage gegen Aussage

Beitrag von creepa7 » 20.03.14, 12:53

Hallo
Person 1 behauptet Person 2 auf einem Stadtfest Drogen verkauft zu haben, jedoch ist sich Person 2 sicher niemals auf diesem Fest gewesen zu sein. Da der Tatzeitpunkt jedoch 6 Monate zurück liegt kann man kaum noch genau wissen wo man zu dem Genannten Zeitraum war (Das fest ging 3 Tage, es wird kein genauer Tag genannt). Folglich gibt es auch keine Zeugen die ein Alibi geben könnten.

DArf ein Richter nach Glaubhaftigkeit entscheiden, wenn Aussage gegen Aussage steht ?

und meine 2. Frage:
Wenn bei Zeugen Person X steht, darunter als 2. zeuge noch eine KHK'in, was heißt das? hat sie die vernehmung durchgeführt (von täter 2 der in meinem fall als zeuge aufgerufen wird) ?

Wie ist die Rechtslage?
mfg

nordlicht02
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von nordlicht02 » 20.03.14, 13:34

creepa7 hat geschrieben: DArf ein Richter nach Glaubhaftigkeit entscheiden, wenn Aussage gegen Aussage steht ?
Das darf er nicht nur, ihm bleibt in so einem Fall gar nichts anderes übrig als die Glaubwürdigkeit der Zeugen mit einzubeziehen.
creepa7 hat geschrieben:..als 2. zeuge noch eine KHK'in, was heißt das? .
Kriminalhauptkommissarin.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Redfox

Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Redfox » 20.03.14, 13:39

nordlicht02 hat geschrieben:
creepa7 hat geschrieben: DArf ein Richter nach Glaubhaftigkeit entscheiden, wenn Aussage gegen Aussage steht ?
Das darf er nicht nur, ihm bleibt in so einem Fall gar nichts anderes übrig als die Glaubwürdigkeit der Zeugen mit einzubeziehen.
Nur zur Klarstellung: Ein Zeuge ist glaubwürdig, eine Aussage ist glaubhaft (oder auch nicht).

Gammaflyer
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Gammaflyer » 20.03.14, 13:42

Mehr als an die Anwesenheit auf einem Fest würde ich mich doch an den behaupteten Drogenkauf erinnern, so er denn stattgefunden hat.
Oder ist das bei Person 2 so alltäglich, dass das in der Erinnerung gleichsam untergeht wie Volksfestbesuche?

creepa7
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von creepa7 » 20.03.14, 13:54

Gammaflyer hat geschrieben:Mehr als an die Anwesenheit auf einem Fest würde ich mich doch an den behaupteten Drogenkauf erinnern, so er denn stattgefunden hat.
Oder ist das bei Person 2 so alltäglich, dass das in der Erinnerung gleichsam untergeht wie Volksfestbesuche?
Das ergibt sich doch wohl von selbst, wenn ich nicht dort anwesend war kann ich doch auch nichts kaufen...
und wenn sie hier schon antworten dann bitte auch sachlich und genau lesen...
"gleichsam untergeht wie volksfestbesucht", nirgendwo steht dass es untergegangen ist, im gegenteil, ich habe ausdrücklich geschrieben dass ich nicht anwesend war! also bitte unterlassen sie solche sprüche

@nordlicht02 okey aber heißt es nicht im zweifel für den angeklagten und solange man mir nichts nachweisen kann, kann ich auch keine strafe bekommen ? wäre ja unfair, sonst könnte ein pfarrer einen ex häftling anzeigen, aussage gegen aussage, und der häftling wird zu unrecht verknackt ohne beweise oder sonstiges

Redfox

Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Redfox » 20.03.14, 14:28

creepa7 hat geschrieben:okey aber heißt es nicht im zweifel für den angeklagten und solange man mir nichts nachweisen kann, kann ich auch keine strafe bekommen ?
Wenn das Gericht zu dem Ergebnis kommt, dass der Zeuge glaubwürdig und die Aussage glaubhaft ist, bestehen dann eben ggf. keine Zweifel des Gerichts mehr, sondern zur Überzeugung des Gerichts steht dann fest, dass der Angeklagte Drogen gekauft hat.

Ob der Angeklagte tatsächlich Drogen gekauft hat, ergibt sich daraus nicht.
wäre ja unfair, sonst könnte ein pfarrer einen ex häftling anzeigen, aussage gegen aussage, und der häftling wird zu unrecht verknackt ohne beweise oder sonstiges
Die Aussage des Pfarrers ist ein Beweis.

webelch
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von webelch » 20.03.14, 16:06

creepa7 hat geschrieben:ich habe ausdrücklich geschrieben dass ich nicht anwesend war!
nö. im sachverhalt wird geschildert
creepa7 hat geschrieben:...jedoch ist sich Person 2 sicher niemals auf diesem Fest gewesen zu sein. Da der Tatzeitpunkt jedoch 6 Monate zurück liegt kann man kaum noch genau wissen wo man zu dem Genannten Zeitraum war
und das liest sich zumindest etwas anders.

es ging auch eher darum, dass person 2 zwar ausschliessen kann oder es zumindest für sehr wahrscheinlich hält nicht auf dem fest gewesen zu sein. aber nicht schon vorab das näherliegende von sich weist. nämlich, dass sich person 2 100% sicher ist keine drogen gekauft zu haben.

Redfox

Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Redfox » 20.03.14, 16:10

webelch hat geschrieben:[und das liest sich zumindest etwas anders.
Nö, das liest sich, dass die Person sonstwo war oder überall sonst, aber nicht auf diesem speziellen Stadtfest. Da ist sich die Person sicher.

fodeure
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von fodeure » 20.03.14, 19:02

creepa7 hat geschrieben:Das ergibt sich doch wohl von selbst, wenn ich nicht dort anwesend war kann ich doch auch nichts kaufen...
Und wenn du nie Drogen kaufst, spielt es keine Rolle, ob du dort warst.

Tom Ate
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Tom Ate » 20.03.14, 21:35

Lieber TE,

Googl mal "Mythos Aussage gegen Aussage". Da gibt es einen schönen Text, der das aufklärt.

creepa7
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von creepa7 » 20.03.14, 23:13

fodeure hat geschrieben:
creepa7 hat geschrieben:Das ergibt sich doch wohl von selbst, wenn ich nicht dort anwesend war kann ich doch auch nichts kaufen...
Und wenn du nie Drogen kaufst, spielt es keine Rolle, ob du dort warst.
es geht doch hier um eine rechtsfrage und nicht um mein privatleben oder? fakt ist ich war am besagten zeitpunkt nicht anwesend und habe bei besagter person auch nie etwas gekauft

Karsten
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Karsten » 21.03.14, 05:25

Und diese Rechtsfrage ist von Redfox beantwortet worden:
Im Prozess geht es darum, dass der Richter zu einer Überzeugung kommt, die ein Urteil rechtfertigt. Das tut er, indem er unter anderem Beweise beurteilt. Der mit Abstand wichtigste Beweis im Strafverfahren ist die Zeugenaussage. Gibt es sich widersprechende Zeugenaussagen, hat der Richter zu entscheiden, welcher er am ehesten glaubt.

Redfox

Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Redfox » 21.03.14, 09:47

Karsten hat geschrieben:Gibt es sich widersprechende Zeugenaussagen, hat der Richter zu entscheiden, welcher er am ehesten glaubt.
Nicht zwingend. Dann kann er auch einfach entscheiden, dass, da sich die Zeugen widersprechen, es nicht zur Überzeugung des Gerichtes feststeht, dass der Angeklagte die Straftat begangen hat.

Im Ziviprozess kann er entscheiden, dass der Beweispflichtige den Beweis nicht geführt hat, wenn sich die Zeugen widersprechen.
Der mit Abstand wichtigste Beweis im Strafverfahren ist die Zeugenaussage.
Mir ist eine Hierarchie der Beweise nicht bekannt.

Der Zeugenbeweis wird allerdings vielfach als der unzuverlässigste Beweis angesehen.

Roni
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Roni » 21.03.14, 10:23

ma eine andere Frage :
kennen die Beiden sich, also Dealer und angeblicher Käufer ?

Roni
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Roni » 21.03.14, 10:25

Tom Ate hat geschrieben:Lieber TE,

Googl mal "Mythos Aussage gegen Aussage". Da gibt es einen schönen Text, der das aufklärt.
wen interessiert das ?

das ist nunmal eine Redewendung und je3der weiß was gemeint ist

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