Aussage gegen Aussage

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Gammaflyer
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Gammaflyer » 21.03.14, 11:15

Eben nicht.
Viele Laien vermuten dahinter den Automatismus, dass bei einer entlastenden Aussage der Freispruch zwingend sei.

"Aber das ist doch dann Aussage gegen Aussage, also muss ..."

Dies etwas differenzierter zu betrachen und sich mal einzulesen, ist ein guter Rat.

Tom Ate
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Tom Ate » 21.03.14, 11:22

Roni hat geschrieben:
Tom Ate hat geschrieben:Lieber TE,

Googl mal "Mythos Aussage gegen Aussage". Da gibt es einen schönen Text, der das aufklärt.
wen interessiert das ?

das ist nunmal eine Redewendung und je3der weiß was gemeint ist
Möglich dass es den TE interessiert, da dieser die Frage bezüglich "Aussage gegen Aussage" aufbrachte?

Roni
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Roni » 21.03.14, 11:27

Tom Ate hat geschrieben:
Roni hat geschrieben:
Tom Ate hat geschrieben:Lieber TE,

Googl mal "Mythos Aussage gegen Aussage". Da gibt es einen schönen Text, der das aufklärt.
wen interessiert das ?

das ist nunmal eine Redewendung und je3der weiß was gemeint ist
Möglich dass es den TE interessiert, da dieser die Frage bezüglich "Aussage gegen Aussage" aufbrachte?
nein, den interessiert was ganz anderes-

Tom Ate
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Tom Ate » 21.03.14, 11:40

Schön dass du für ihn sprichst. Ich ddenke, dass seine Frage und das Thema mehrere Antworten verlangt. Eine ist die, die ich gab.

Karsten
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Karsten » 21.03.14, 13:27

Der mit Abstand wichtigste Beweis im Strafverfahren ist die Zeugenaussage.
Mir ist eine Hierarchie der Beweise nicht bekannt.
Der Zeugenbeweis wird allerdings vielfach als der unzuverlässigste Beweis angesehen.
Weder das Eine noch das Andere ist mein Thema. Mit 'Wichtigkeit' meine ich hier, dass diese Sorte Beweis, zumindest im Strafrecht, die wohl häufigste ist, nicht, dass sie mehr 'zählt', als andere.

creepa7
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von creepa7 » 21.03.14, 23:37

Roni hat geschrieben:ma eine andere Frage :
kennen die Beiden sich, also Dealer und angeblicher Käufer ?
ja ich kenne ihn weil wir früher in der selben stadt gewohnt haben und auch viel unternommen haben, habe aber seit 4-5 jahren sehr wenig kontakt zu ihm

rabenthaus
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von rabenthaus » 22.03.14, 19:53

Hallo

die Frage Aussage gegen Aussage stellt sich doch hier gar nicht. Es gibt eine Aussage des Zeugenund die Einlassung des Angeklegten. Egal was man auch immer zur "Aussage gegen Aussage" Situation schreiben will, es hat hier nichts verloren. Eine Einlassung des Angeklagten nennt man auch "Schutzbehauptung".

Wenn Sie nicht mehr klären können wo Sie tatsächlich waren haben Sie ein echtes Problem.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

Tom Ate
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Tom Ate » 23.03.14, 11:27

Einlassungen des Angeklagten sind nicht automatisch eine Schutzbehauptung. Eigentlich handelt es sich, wie die Aussage vom Zeugen, um eine Aussage. Nun wenn die Aussage vom Zeugen und die Einlassungen vom Angeklagten gegensätzlich sind ist das doch wohl die Situation "Aussage gegen Aussage".

Roni
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Roni » 23.03.14, 12:23

es wird wohl am Richter liegen wem er mehr glaubt, im Zweifel für ........

Tom Ate
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von Tom Ate » 23.03.14, 16:15

Richtig, es wird wohl am Richter liegen.... schließen wir nun den Kreis? Googel der TE nach "Aussage gegen Aussage der Mythos" findet er einen Text / Aufsatz, der das gut erklärt.

J.A.
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Re: Aussage gegen Aussage

Beitrag von J.A. » 24.03.14, 23:35

Die Frage, die man evtl. mal in den Raum stellen sollte ist, warum der Dealer den TE fälschlich belasten sollte und damit auch sich selbst.

Einzig naheliegender Grund wäre der § 31 BtmG, weil er noch Größeres "am brennen" hat. Wobei sich aber weiterhin die Frage stellt, warum er niemanden belastet, dem er tatsächlich was verkauft hat, sondern -fälschlich- den TE.

Der § 164 StGB wurde vor einiger Zeit mal "klein aber fein" um den Abs. 3 ergänzt:
§ 164 Falsche Verdächtigung
(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.
(3) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer die falsche Verdächtigung begeht, um eine Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe nach § 46b dieses Gesetzes oder § 31 des Betäubungsmittelgesetzes zu erlangen. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.
Wenn es also tatsächlich um §31 BtmG gehen sollte, spielt der Dealer (wenn die Aussage falsch ist) nicht wie sonst mit einer Geldstrafe sondern schon mit Minimum 6 Monaten Freiheitsstrafe.
Aus "Stilblüten der Justiz":
"Die Reifeverzögerung des heranwachsenden Angeklagten ist dermaßen ausgeprägt, dass er in seiner Entwicklung einem Jugendrichter gleichzustellen ist"

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