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recht.de • Thema anzeigen - Krankenversicherung als Minderjähriger
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BeitragVerfasst: 11.01.16, 15:47 
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Hallo, ich schreibe hier wegen eines sehr großen Problems meinerseits. Seit mehreren Jahren leide ich unter schweren psychischen Krankheiten und war diesbezüglich auch schon zwei Monate in einer Klinik. Zwischenzeitlich gab es Zahlungsprobleme was mich gewundert hat denn diese Aufenthalte werden von Krankenkassen übernommen. Jedoch stellte sich heraus dass psychische Probleme in unserer Familienversicherung nicht inbegriffen sind (wir sind privat versichert) und deswegen mein Vater die Kosten übernehmen musste. Nach dem Aufenthalt kam des Weiteren raus dass meine Familie allgemein unterversichert ist und mein Vater alles kontrolliert und entscheidet.
Nach einigen Monaten trat eine enorme Verschlechterung meines Zustandes ein und obwohl ich anfangs nicht dazu bereit war, empfehlen sowohl meine Therapeutin als auch mein Hausarzt sowie Helfer des Jugendamts dringend einen erneuten Aufenthalt, da ich kaum zur Schule gehen kann, geschweige denn schlafen normal essen usw. und ich zusätzlich Wahnvorstellungen wie Halluzinationen oder Stimmen hören bekomme. Also stellt sich die Frage wie bezahlen? Mein Vater ist strikt gegen einen solchen Aufenthalt und ich bin in der Sicht nicht krankenversichert- also kann es nicht bezahlt werden. Da es jedoch wirklcih dringend ist suche ich verzweifelt nach einer Lösung. Jugendamt? Oder gibt es die Möglichkeit mich als Minderjährige selbst zu versichern? Wie ist hier die Rechtslage?
Vielen Dank!!


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BeitragVerfasst: 11.01.16, 17:15 
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Zitat:
Nach dem Aufenthalt kam des Weiteren raus dass meine Familie allgemein unterversichert

Ist das so? Da in Deutschland eine krankenversicherungspflicht herrscht kann das eigentlich nicht sein.

Zitat:
Oder gibt es die Möglichkeit mich als Minderjährige selbst zu versichern? Wie ist hier die Rechtslage?

Naja selbst wenn es eine private Krankenversicherung gibt die das versichert wird die zur Prämienbildung ja noch Vorerkrankungen fragen. Entweder lehnen die das Paket gleich ab oder aber es wird unendlich teuer...

Imho die einzige Lösung um an den Versicherungsschutz der GKV zu kommen ist sozialversicherungspflichtiges Einkommen in ausreichender Höhe zu erzielen.

Man könnte sich noch die Frage stellen, ob der Vater überhaupt entscheiden kann, ob eine solche Theraphie nicht wargenommen wird. Ggf. kann/darf er das gar nicht verweigern und muss das eben bezahlen. In wieweit das dem Familienfrieden dient ist eine andere Frage...

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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 14:43 
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windalf hat geschrieben:
Zitat:
Nach dem Aufenthalt kam des Weiteren raus dass meine Familie allgemein unterversichert

Ist das so? Da in Deutschland eine krankenversicherungspflicht herrscht kann das eigentlich nicht sein.


ist schon eine Weile her, aber als Info: Doch, das kann sein. Die Familie ist ja versichert, aber als privat Versicherte haben sie nur die Leistungen, die ihr Tarif enthält und das ist nicht zwingend die Regelleistung GKV, nach der die hier erforderliche Leistung ohne weiteres bezahlt würde. Eine "Familienversicherung" gibt es bei der PKV übrigens nicht, da wird für jedes Mitglied einzeln bezahlt.

Zitat:
Imho die einzige Lösung um an den Versicherungsschutz der GKV zu kommen ist sozialversicherungspflichtiges Einkommen in ausreichender Höhe zu erzielen.


richtig- oder den Tarif der PKV ändern, was finanziell nicht machbar sein dürfte. Fraglich ist allerdings, ob die PKV derart kategorisch alle psychischen Störungen ausschließen darf. Es handelt sich hier offenbar nicht um rein "psychische Probleme", sondern um ein schweres psychiatrisches Krankheitsbild mit Halluzinationen usw., das klingt etwas merkwürdig, dass selbst das nicht bezahlt wird.


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 19:45 
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Zitat:
ist schon eine Weile her, aber als Info: Doch, das kann sein. Die Familie ist ja versichert, aber als privat Versicherte haben sie nur die Leistungen, die ihr Tarif enthält und das ist nicht zwingend die Regelleistung GKV,

Es ging um die Frage/Behauptung unterversichert. Das ist seit der Versicherungspflicht nicht mehr möglich. Andernfalls könnte ich ja einen Tarif für nen EURO abschließen der nahezu Null Leistungen enhält um der Versicherungspflicht zu entgehen. Das ist aber nicht möglich. Auch an den "Mindestversicherungsumfang" werden Anforderungen gestellt die eine Unterversicherung verhindern.

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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 20:08 
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Hier

http://www.raeluebbert.de/pdf/Die_Koste ... 100029.pdf

gibt es einen Aufsatz aus dem Jahre 2007 zu dem Thema "PKV und stationäre Psychiatrie".

Und hier ein neuerer Beitrag aus einem KV-Forum. Die Problematik ist wohl immer noch aktuell, zumindest bei älteren Verträgen:
Zitat:
Meine Tochter (18 Jahre) war 3 Monate in Behandlung in einer privaten psychiatrischen Klinik, die auf Kinder und Jugendliche spezialisiert ist.
In meinem PKV-Vertrag steht, dass für stationäre Psychotherapie nur 30 Tage im Jahr erstattet werden. Von Beginn an ignorierte die Versicherung die ärztliche Stellungnahme des behandelnden Arztes, der eine psychiatrische Behandlung für notwendig erachtete und genehmigte 30 Tage „Psychotherapie“. Als die 30 Tage vergangen waren, wurden alle Verlängerungsanträge der Klinik abgelehnt mit der Begründung, es würde sich ja hauptsächlich um eine psychotherapeutische Behandlung handeln. Dies wurde noch gestützt durch „Gutachten“, die die Versicherung einholte.
Die Abgrenzung ist schwierig:natürlich wird neben der Psychiatrie (z.B. Medikation) immer auch Psychotherapie zur Behandlung eingesetzt!
Nach ca. 3 Monaten Behandlungsdauer stehe ich jetzt mit ca. 50 000 Euro Rechnungen da!

Man kann natürlich immer klagen und hat vielleicht sogar Aussicht auf Erfolg, aber zunächst einmal muss man das Geld vorstrecken.


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 20:33 
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Beiträge: 5605
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Daydreamergirl hat geschrieben:
Nach dem Aufenthalt kam des Weiteren raus dass meine Familie allgemein unterversichert ist
Das kann leider immer noch passieren. Die Einführung der gesetzlichen Pflichtversicherung hat bestehende Versicherungsverträge nicht geändert. Soweit der Versicherungsnehmer in der Privatversicherung "gefangen" ist, könnte die Versicherung der Kinder die finanziellen Möglichkeiten auch überschreiten.
Daydreamergirl hat geschrieben:
und mein Vater alles kontrolliert und entscheidet.
Wer sollte es sonst sein, wenn er für die Folgen der Entscheidungen persönlich haftbar ist?
Daydreamergirl hat geschrieben:
Mein Vater ist strikt gegen einen solchen Aufenthalt
Ich vermute mal, er ist sich bewusst, dass das Eingehen von Verpflichtungen, die man nicht zu begleichen kann, eine Straftat ist.
Daydreamergirl hat geschrieben:
und ich bin in der Sicht nicht krankenversichert- also kann es nicht bezahlt werden. Da es jedoch wirklcih dringend ist suche ich verzweifelt nach einer Lösung. Jugendamt?
Richtig, Stellen Sie einfach einen Antrag auf Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII - Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen.
Falls das Jugendamt sich irgendwie "wegdrückt" stellen sie den Antrag schriftlich, handschriftlich gilt da auch, dann muss Ihnen das Jugendamt einen schriftlichen begründeten Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung geben.

Eine Inobhutnahme ist nicht ehrenrühriges für die Elten, es ist genau für solche Situationen vorgesehen, in denen die Sorgeberechtigten eine Gefährdung des Kindeswohls mit eigenen Mitteln nicht mehr abwehren können.

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"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 20:46 
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windalf hat geschrieben:
Es ging um die Frage/Behauptung unterversichert. Das ist seit der Versicherungspflicht nicht mehr möglich. Andernfalls könnte ich ja einen Tarif für nen EURO abschließen der nahezu Null Leistungen enhält um der Versicherungspflicht zu entgehen. Das ist aber nicht möglich. Auch an den "Mindestversicherungsumfang" werden Anforderungen gestellt die eine Unterversicherung verhindern.


Das ist gesetzlich festgelegt:

Zitat:
Aus § 193 VVG
Jede Person mit Wohnsitz im Inland ist verpflichtet, .... eine Krankheitskostenversicherung, die mindestens eine Kostenerstattung für ambulante und stationäre Heilbehandlung umfasst ... (Eigenbet. max 5.000) .... abzuschließen und aufrechtzuerhalten


Also nur ambulante und stationäre Behandlung; Arzneimittel, Hilfsmittel, Heilmittel, Vorsorgeleistungen und viele andere Leistungen müssen nicht versichert sein. Das kann man im Vergleich zur GKV schon als "Unterversicherung" bezeichnen.

Warum im Ausgangsfall die stationäre Behandlung abgelehnt wird, bleibt aber unklar. Grundsätzlich versichert muss sie schon sein, aber evtl. erkennt die PKV die Notwendigkeit nicht an, oder die Eigenbeteiligung ist noch nicht erreicht.


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BeitragVerfasst: 09.02.16, 22:09 
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FM hat geschrieben:
Das ist gesetzlich festgelegt:
Zitat:
Aus § 193 VVG - Jede Person mit Wohnsitz im Inland ist verpflichtet ...
Was können Sie an
PurpleRain hat geschrieben:
Die Einführung der gesetzlichen Pflichtversicherung hat bestehende Versicherungsverträge nicht geändert.
nicht verstehen?

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