Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf haben

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norbertk
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Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf haben

Beitrag von norbertk » 08.02.16, 19:38

Hallo,

leider bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtige Forum erwischt habe. Also ggf. verschieben.

So, nun zu meiner Frage:

Wie müssen es Großeltern anstellen, wenn sie ihren kleinen Enkeln Geld schenken, aber gleichzeitig verhindern möchten, dass die Eltern der Kinder an das Geld heran können. Über das Geld sollen die Enkel erst verfügen können, wenn sie volljährig sind.

Solange zu warten, ist aufgrund des Alter/Gesundheitszustandes der Großelten nicht möglich.

Ich hoffe, die Frage ist soweit verständlich.

MfG

PurpleRain
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von PurpleRain » 08.02.16, 19:40

norbertk hat geschrieben:Solange zu warten, ist aufgrund des Alter/Gesundheitszustandes der Großelten nicht möglich.
Dann wäre wohl ein Vermächtnis mit Auflage ein gangbarer Weg.
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norbertk
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von norbertk » 08.02.16, 21:01

Und "Vermächtnis mit Auflage" bedeutet was genau?

Klimaanlage

Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von Klimaanlage » 08.02.16, 22:57

Die Großeltern können den Kindern das Geld vererben mit der Auflage, dass diese erst ab Erreichen der Volljährigkeit Zugriff auf das Geld haben.

Geschickt ist es, einen Verwalter für das Geld einzusetzen. (so es sich summentechnisch lohnt)

Wichtig ist: Die leiblichen Kinder der Großeltern können gegenüber den Erben (also den Enkeln) einen Pflichterbteil geltend machen, so das Erbe der Enkelkinder über die Hälfte der Gesamterbmasse ausmacht. Sprich: Dann müssen die Enkel ihre Eltern (und mögliche Tanten und Onkel) auszahlen.

Ich habe mich grade familientechnisch mit genau dieser Materie beschäftigt und kann nur dazu raten mit einem Notar Rücksprache zu halten und diesen ein Testament aufsetzen zu lassen. Der Notar wird dann auch beratend tätig werden und den Großeltern erklären, wie sie ihren letzen Willen am Besten durchgesetzt bekommen.

windalf
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von windalf » 09.02.16, 11:26

Ich habe mich grade familientechnisch mit genau dieser Materie beschäftigt und kann nur dazu raten mit einem Notar Rücksprache zu halten und diesen ein Testament aufsetzen zu lassen. Der Notar wird dann auch beratend tätig werden und den Großeltern erklären, wie sie ihren letzen Willen am Besten durchgesetzt bekommen.
Wobei eins klar sein sollte. Wählt man eine Konstellation bei der die Eltern irgendwie Zugriff auf das Geld bekommen können aber eigentlich verpflichtet sind es im Zweifel ab dem 18ten den Kindern zur Verfügung zu stellen, hilft es nicht, wenn es grundsätzlich diesen Anspruch von Kindesseite gibt aber der nicht durchsetzbar ist, weil kein Geld mehr da ist oder aber das Kind seine Eltern nicht verklagen möchte. In so einem Fall wäre der letzte Wille eben einfach untergraben auch wenn er es eigentlich nicht sein sollte

Will man sicherer gehen, muss man explizit dafür sorgen, dass die Eltern nicht an das Geld herankommen können. Das wird es nicht zum Sparpreis geben...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

freemont
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von freemont » 09.02.16, 11:36

norbertk hat geschrieben:...

Wie müssen es Großeltern anstellen, wenn sie ihren kleinen Enkeln Geld schenken, aber gleichzeitig verhindern möchten, dass die Eltern der Kinder an das Geld heran können. Über das Geld sollen die Enkel erst verfügen können, wenn sie volljährig sind.
...

Weshalb besprechen Sie das denn nicht mit Ihrer Bank.

Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich, es gibt Anlagen zugunsten Dritter, klassisch das wenig sinnvolle Sparbuch zugunsten der Enkel. Es gibt aber mündelsichere Anlagen, die lukrativer sind. Die Bedingungen, Zugriff est ab 18 etc. sind gestaltbar.

Viele Jahre vorher "Geld schenken" macht sowieso wenig Sinn, die Inflation könnte viel vom Wert vernichten.

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von khmlev » 09.02.16, 13:29

freemont hat geschrieben:[Viele Jahre vorher "Geld schenken" macht sowieso wenig Sinn, die Inflation könnte viel vom Wert vernichten.
... und die Entwicklung der Enkelkinder könnte eine Richtung nehmen, welche nicht im Sinn der Großeltern ist. Eine Widerruf oder gar eine Rückforderung der Schenkung ist nur in engen Grenzen möglich.
Gruß
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von winterspaziergang » 09.02.16, 13:34

khmlev hat geschrieben: ... und die Entwicklung der Enkelkinder könnte eine Richtung nehmen, welche nicht im Sinn der Großeltern ist. Eine Widerruf oder gar eine Rückforderung der Schenkung ist nur in engen Grenzen möglich.
Dürfte im konkreten Fall wohl nicht das Thema sein, denn
Über das Geld sollen die Enkel erst verfügen können, wenn sie volljährig sind.

Solange zu warten, ist aufgrund des Alter/Gesundheitszustandes der Großelten nicht möglich.

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von norbertk » 09.02.16, 13:48

Vielen Dank zunächst einmal für die vielen Antworten.

Könntet ihr noch genauer darauf eingehen, wie der Zugriff der Eltern verhindert werden kann/muss. Die Eltern als "Vormund" können ja so ziemlich über alles für die Kinder entscheiden.

MfG

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von khmlev » 09.02.16, 14:08

norbertk hat geschrieben:Vielen Dank zunächst einmal für die vielen Antworten.

Könntet ihr noch genauer darauf eingehen, wie der Zugriff der Eltern verhindert werden kann/muss. Die Eltern als "Vormund" können ja so ziemlich über alles für die Kinder entscheiden.

MfG
Wurde doch direkt im 2. Beitrag beantwortet.
Gruß
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von FM » 09.02.16, 15:20

Eine Schenkung bedarf auch der Annahme. Dies muss durch die Eltern erfolgen. Ebenso können nicht Dritte auf den Namen des Kindes Verträge mit Banken usw. abschließen.

Eine Schenkung mit Zugriffssperre klappt nur, wenn diie Eltern einverstanden sind.

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von freemont » 09.02.16, 16:23

FM hat geschrieben:... Ebenso können nicht Dritte auf den Namen des Kindes Verträge mit Banken usw. abschließen.
...

"Auf den Namen" muss es ja nicht sein. Der Vertrag zugunsten Dritter nach §§ 328 ff. BGB erfordert keine Mitwirkung des Begünstigten.

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von PurpleRain » 09.02.16, 16:43

FM hat geschrieben:Eine Schenkung bedarf auch der Annahme.
Könnten Sie diese Meinung auch begründen?
Die Annahmebedürftigkeit einer einseitigen Willenserklärung ist ja nicht gerade selbstverständlich.
Nach § 516 Abs. 2 BGB darf der Schenker zwar eine Erklärung zur Annahme fordern, dass eine solche Erklärung Voraussetzung für die Rechtswirksamkeit der Schenkung wäre, ist den Bestimmungen nicht zu entnehmen.
Vielmehr wird sogar bestimmt, dass bei Ausbleiben einer solchen angeforderten Erklärung die Schenkung als als rechtswirksam erachtet wird.
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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von FM » 09.02.16, 16:57

PurpleRain hat geschrieben:
FM hat geschrieben:Eine Schenkung bedarf auch der Annahme.
Könnten Sie diese Meinung auch begründen?
Die Annahmebedürftigkeit einer einseitigen Willenserklärung ist ja nicht gerade selbstverständlich.
Eine Schenkung ist ein zweiseitiger Vertrag.

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Re: Schenkung an Enkinder, ohne das Eltern Zugriff darauf ha

Beitrag von freemont » 09.02.16, 17:02

FM hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:
FM hat geschrieben:Eine Schenkung bedarf auch der Annahme.
Könnten Sie diese Meinung auch begründen?
Die Annahmebedürftigkeit einer einseitigen Willenserklärung ist ja nicht gerade selbstverständlich.
Eine Schenkung ist ein zweiseitiger Vertrag.


Ganz klar, das hat er wohl nicht verstanden. Die Schenkung ist von Gesetzes wegen ein Vertrag, Angebot, Annahme erforderlich. Wird PR aber wie üblich nicht zu vermitteln sein.

Allerdings muss nur das Schenkungsversprechen notariell beurkundet werden, wenn der Vertrag vor Vollzug wirksam sein soll, nicht die Annahme bzw. der Vertrag. Daher wahrscheinlich die Verwirrung.

So steht es in § 518 I:
(1) Zur Gültigkeit eines Vertrags, durch den eine Leistung schenkweise versprochen wird, ist die notarielle Beurkundung des Versprechens erforderlich.

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