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recht.de • Thema anzeigen - Fewo wg. Fährausfall/höhere Gewalt nicht erreichbar
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BeitragVerfasst: 12.03.18, 14:15 
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Hallo, grüß Euch, bin neu hier :lol:
und wüßte gern, wie die Rechtslage in folgendem Fall ist:
Fewo auf einer Nordseeinsel für 3 Tage gebucht, aber dann Fährausfall u.a. am Anreisetag. Da bis dahin unklar war, ob am Folgetag eine Fähre fährt und ein Aufenthalt für dann 2 (oder ggf. nur 1 Tag) nicht lohnt, zumal die Fährkosten recht hoch sind, stornierten wir wg. höherer Gewalt. Die Zahlung musste nach den Bedingungen des Vermieters (der mehrere Fewos dort hat) mit 100 EUR sofort bei Buchung (ca. 8 Wo zuvor), Rest ca. 14 Tage vor Mietbeginn erfolgen. Er beruft sich nun auf höhere Gewalt, für die er nichts könne (wir aber auch nicht :roll: ); man hätte auch 2 Tage kommen oder den (doppelt so teuren) Flieger nehmen können (wobei fraglich ist, ob in den kleinen Maschinen noch Plätze frei gewesen wären, aber diese Kosten ständen dann in überhaupt keinem Verhältnis zum Aufenthalt). Noch nicht einmal die Ersparnis für Heizung, Strom usw. (10%) will er sich anrechnen lassen. Die höhere Gewalt nimmt er also einseitig nur für sich in Anspruch, obwohl bei höherer Gewalt b e i d e Parteien von ihren vertraglichen Verpflichtungen befreit werden. M.E. kann zumindest für den 1. Tag (Fährausfall) die FEWO-Miete und für die anderen beiden Tage die 10% ersparten Aufwendungen als Erstattung verlangt werden, oder sehe ich das falsch? :?:

Im übrigen ist folgender Passus zum Rücktritt in seinen AGB interessant: Rücktritt bis 45. Tag vor Reiseantritt 10%, bis 30. 25%, bis 22. 50%, danach 100%. Ist es dem Vermieter möglich, die nicht in Anspruch genommene Unterkunft anderweitig zu vergeben, so bleibt die Verpflichtung des Gastes zur Zahlung einer Aufwandsentschädigung i.H. von 100 EUR (!) an den Vermieter bestehen....

Bin gespannt, wie das hier beurteilt wird und freue mich auf Antwort.
VG
g.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 14:49 
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Wieso sollte der Vermieter dafür bluten, wenn der Mieter sich im Annahmeverzug befindet? Wieso soll der Vermieter das Anreiserisiko tragen?
globetrottel13 hat geschrieben:
Noch nicht einmal die Ersparnis für Heizung, Strom usw. (10%) will er sich anrechnen lassen.
Achso die Heizung wird jetzt ausgeschaltet und wäre auch erst eingeschaltet worden, wenn man sich auf der Fähre befindet?
globetrottel13 hat geschrieben:
Die höhere Gewalt nimmt er also einseitig nur für sich in Anspruch, obwohl bei höherer Gewalt b e i d e Parteien von ihren vertraglichen Verpflichtungen befreit werden.
Mal abgesehen davon, dass es sich hier nicht um höhere Gewalt handelt (oder war der Fährausfall von Gott gegeben?)Wieso werden beide Seiten von ihren vertraglichen Verpflichtungen entbunden?

_________________
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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 15:10 
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Die einzige Chance sehe ich über eine Reisekostenrücktrittsversicherung. Falls "Globetrottel" keine hat: Hat er Kreditkarte X oder Kreditkarte Y? Die decken solche Fälle auch mit ab.


Zuletzt geändert von ktown am 12.03.18, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: 12.03.18, 15:18 
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Rolf22 hat geschrieben:
Die einzige Chance sehe ich über eine Reisekostenrücktrittsversicherung.


Ich glaube nicht, dass es eine Reisekostenrücktrittsversicherung gibt, die sowas abdeckt...


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 15:38 
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Themenstarter
Hm -
pardon, Fährausfall wg. Eisgang und Niedrigwasser - das ist doch höhere Gewalt (und ja, von Gott gegeben)...
Und die Ersparnisse, eben das, was nicht verbraucht wurde. I.d.R. werden die Heizkörper erst nach Eintreffen vom Gast angestellt.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 16:19 
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Hallo!

Nichts desto trotz liegt das Anreiserisiko nicht beim Vermieter. Man könnt hier bestenfall auf höhere Gewalt plädieren wenn der Zugang zur Insel komplett gesperrt wäre - das ist er offensichtlich aber nicht. Auch die Entscheidung das eine Anreise einen Tag später sich "nicht lohnt" liegt wohl kaum in der Verantwortung des VM ....

Die selbe Erfahrung mussten übrigens etliche Flugreisende während er letzten Stürme machen: Alleine die Tatsache das der Bahnverkehr eingestellt wurde - und der Reisende somit nicht mehr wie geplant mit selbiger zum Flughafen fahren konnte - bedeutet noch kein Rücktrittsrecht vom Flug wegen höherer Gewalt. Das Anreiserisiko liegt beim Reisenden alleine.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 16:22 
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Hilfreich ist dieser Link von der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/erdbeben-hurrikan-feuer-co-wenn-hoehere-gewalt-die-urlaubsfreude-truebt-10380
Das hört sich zunächst gut für den Kunden an, aber dann kommt am Schluß: "Individualreisende haben oft schlechtere Karten
Im Gegensatz zu Pauschalreisenden haben Individualreisende kein Kündigungsrecht wegen höherer Gewalt. Wer nur einen Flug gebucht hat, trägt das Katastrophenrisiko allein und ist auf Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen. Nur wenn der Flug ersatzlos gestrichen wird, gibt es den Flugpreis zurück. Kosten für die Umbuchung auf eine andere Maschine müssen Individualreisende selbst tragen. Bei der separat gebuchten Unterkunft sieht es ähnlich aus: Solange die zugänglich und ohne Gesundheitsgefahr bewohnbar ist, kommen Urlauber in der Regel nur mit Stornogebühren aus dem Mietvertrag heraus."

Reiserücktrittskostenversicherung hätte auch nichts gebracht. Das war mir neu.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 16:38 
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globetrottel13 hat geschrieben:
Und die Ersparnisse, eben das, was nicht verbraucht wurde. I.d.R. werden die Heizkörper erst nach Eintreffen vom Gast angestellt.

I.d.R. beschweren sich der Gast, wenn er am Abend nach der Anreise eine völlig ausgekühlte Ferienwohnung vorfindet, die erst Stunden nach dem Eintreffen allmählich warm wird.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 16:52 
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@Rolf22: Lesen sie ihre Links auch?

Aus ihrem Link:
Zitat:
Was ist höhere Gewalt?
Juristen verstehen darunter ein von außen kommendes, unabwendbares und nicht voraussehbares Ereignis, das die Reise erheblich erschwert, gefährdet oder vereitelt.

Daher ist eine fehlende Fährverbindung definitiv keine höhere Gewalt. Im Winter ist es nicht unüblich, dass Eisgang vorliegt. Die Thematik Niedrigwasser zeigt eher auf, dass der Gast sich vorab nicht ausreichend informiert hat. Ebbe und Flut sind ein nicht unübliches Ereignis das planbar ist und auch nur max. 6 Stunden dauert. Wenn man natürlich meint, die letzte Fähre nehmen zu wollen und gleichzeitig Eisgang ist, dann kann man nur sagen: Pech gehabt.

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BeitragVerfasst: 12.03.18, 18:28 
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@ktown: Ich habe den Link gelesen und an folgendes Szenario gedacht https://www.zdf.de/nachrichten/heute/niedrigwasser-und-eisgang-keine-schiffe-zur-insel-juist-100.html

Für mich ist das höhere Gewalt.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 18:28 
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globetrottel13 hat geschrieben:
... Die Zahlung musste nach den Bedingungen des Vermieters (der mehrere Fewos dort hat) mit 100 EUR sofort bei Buchung (ca. 8 Wo zuvor), Rest ca. 14 Tage vor Mietbeginn erfolgen. Er beruft sich nun auf höhere Gewalt, für die er nichts könne (wir aber auch nicht :roll: );
...



Hallo,

ist denn die "höhere Gewalt" im Kleingedruckten geregelt? Es gibt AGB, da wird auf § 651j BGB verwiesen, Kündigung wegen höherer Gewalt.

Bei nur-Vermietern ist das zwar nicht unbedingt richtig, wenn es aber auftaucht, müsste sich der Vermieter daran halten.


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 18:41 
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globetrottel13 hat geschrieben:
Hm -
pardon, Fährausfall wg. Eisgang und Niedrigwasser - das ist doch höhere Gewalt (und ja, von Gott gegeben)...
Und die Ersparnisse, eben das, was nicht verbraucht wurde. I.d.R. werden die Heizkörper erst nach Eintreffen vom Gast angestellt.

Das ist hier regelmäßig etwas störend. Es wird eine Frage gestellt und weil die Antwort nicht gefällt, diskutiert. Hier wird aber niemand den Vermieter zu irgendwas bewegen können und die AGB der Ferienwohnungen sind in der Hinsicht recht eindeutig.

Zitat:
Fewo auf einer Nordseeinsel für 3 Tage gebucht, aber dann Fährausfall u.a. am Anreisetag.

komplett? oder nur die letzte Fähre, die man nehmen wollte?

Zitat:
Da bis dahin unklar war, ob am Folgetag eine Fähre fährt und ein Aufenthalt für dann 2 (oder ggf. nur 1 Tag) nicht lohnt, zumal die Fährkosten recht hoch sind, stornierten wir wg. höherer Gewalt.

Man hätte wegen höherer Gewalt die Tickets für die Fähre stornieren können. Der Betreiber der FEWO hat damit nichts zu tun, zumal es die Entscheidung der Gäste war, nicht auf den nächsten Tag zu warten und zu entscheiden, dass die Unterkunft für 3 Tage ok, für 2 Tage zu teuer ist.

Zitat:
Die Zahlung musste nach den Bedingungen des Vermieters (der mehrere Fewos dort hat) mit 100 EUR sofort bei Buchung (ca. 8 Wo zuvor), Rest ca. 14 Tage vor Mietbeginn erfolgen. Er beruft sich nun auf höhere Gewalt, für die er nichts könne (wir aber auch nicht :roll: ); man hätte auch 2 Tage kommen oder den (doppelt so teuren) Flieger nehmen können (wobei fraglich ist, ob in den kleinen Maschinen noch Plätze frei gewesen wären, aber diese Kosten ständen dann in überhaupt keinem Verhältnis zum Aufenthalt).

Fraglich, ob am nächsten Tag eine Fähre fährt, fraglich ob es einen Platz im Flugzeug gab. Fällt was auf: Möglichkeiten gab es, sie wurden vorab verworfen.
Und: Es sind zwei gesonderte Verträge. Der mit der Fähre, der mit dem Betreiber der FEWO.

Zitat:
Noch nicht einmal die Ersparnis für Heizung, Strom usw. (10%) will er sich anrechnen lassen. Die höhere Gewalt nimmt er also einseitig nur für sich in Anspruch, obwohl bei höherer Gewalt b e i d e Parteien von ihren vertraglichen Verpflichtungen befreit werden.

das steht so im Vertrag?

Zitat:
M.E. kann zumindest für den 1. Tag (Fährausfall) die FEWO-Miete und für die anderen beiden Tage die 10% ersparten Aufwendungen als Erstattung verlangt werden, oder sehe ich das falsch? :?:

der 1. Tag wäre denkbar, wenn es so im Vertrag steht und wenn gar keine Fähre fuhr. Die 10% sind vom Mieter festgelegt. Wie kommt er darauf, dass der VM gespart hat?
Wenn der Gast mit den 3 Tagen nicht gebucht hätte, hätte vielleicht ein anderer Gast mit Anreise 2 Tage zuvor gebucht und der VM hätte 5 Tage Belegung gehabt.
Worin soll demnach die Ersparnis bestehen?


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BeitragVerfasst: 12.03.18, 18:44 
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Rolf22 hat geschrieben:
@ktown: Ich habe den Link gelesen und an folgendes Szenario gedacht https://www.zdf.de/nachrichten/heute/niedrigwasser-und-eisgang-keine-schiffe-zur-insel-juist-100.html

Für mich ist das höhere Gewalt.
und dabei das
Zitat:
Nur per Flugzeug kommen derzeit Touristen auf die Insel.
aus Kostengründen außeracht gelassen.

Achja. Die Flugverbindungen wurden auf das 5-fache des üblichen erhöht um die Touristen zu befördern (also anstatt 6 Flüge, waren es derer 30). Soviel zu ob überhaupt Platz gewesen wäre. Preisunterschied pro Person ca. 45.-EUR

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BeitragVerfasst: 13.03.18, 13:34 
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An winterspaziergang:
an dem Tag (und denen davor) fielen alle Fähren komplett aus.
An ktown:
es ging nicht um Niedrigwasser durch Ebbe! Natrürlich haben die Fähren ihre Fahrzeiten angepasst an die Tidenzeiten. Soviel zur Info. Es ging hier um die extreme Witterung: der Ostwind trieb das Wasser aus der Bucht weg vom Festland...
Und die Unterkunft war uns keineswegs zu teuer, sondern die Kombination der Aufenthaltsreduzierung auf 2 Tage bei voller Zahlung und doppelt so hohe Transportkosten bei Flug.

Aber danke - ist Schnee von gestern und war lehrreich :cry: - rundum.


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BeitragVerfasst: 17.03.18, 23:31 
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Themenstarter
an ktown
winterspaziergang
und danke, rolf22.
Einer, der es verstanden hat...
die Fähren sind übrigens z.zt. wieder ausgefallen - egal ob Juist oder Wangerooge oder Norderney... nix Niedrigwasser durch Ebbe... sondern widrige Umstände durch Ostwind ...eben höhere Gewalt.... ACH HERRJE!!! Welch schlaue Leute ... :oops:


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