Hotel auf deutsche Insel XY verlangt 80% Stornokosten

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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Biene2020
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Hotel auf deutsche Insel XY verlangt 80% Stornokosten

Beitrag von Biene2020 »

Hallo,

ein Paar hat 2019 für April 2020 ein Hotel über eine Vermittlerseite auf XY gebucht.
Diese konnte wegen des 1. Lockdown nicht stattfinden und das Paar entschied sich für eine Umbuchung auf den 5.11.-8.11.2020.
Nun kann auch diese Reise wegen des inländischen Reiseverbots nicht stattfinden. Das Paar kontaktierte das Hotel und bat um kostenfreien Storno. Das Hotel lehnt ab und verlangt 80% Stornokosten mit der Begründung, es handle sich um Mietrecht und nicht um Reiserecht.
Auch die Kommunikation mit dem Vermittler blieb erfolglos.
Wie ist die Rechtslage?
Vielen Dank!!!
Zuletzt geändert von ktown am 01.11.20, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Der Name der Insel ist für den Sachverhalt nicht relevant

Tastenspitz
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Re: Hotel auf deutsche Insel XY verlangt 80% Stornokosten

Beitrag von Tastenspitz »

Afaik gibt es kein Reiseverbot sondern die Hotels dürfen im November keine Touristen beherbergen. Also kann das Hotel seinen Vertrag nicht erfüllen und ein Storno seitens des Gastes ist nicht erforderlich. Was passiert wenn man sagt " Okay. Dann kommen wir doch " :)
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

klausschlesinger
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Re: Hotel auf deutsche Insel XY verlangt 80% Stornokosten

Beitrag von klausschlesinger »

Tastenspitz hat geschrieben:
31.10.20, 14:57
Afaik gibt es kein Reiseverbot sondern die Hotels dürfen im November keine Touristen beherbergen.
Genau so sieht es aus. In den Corona-Verordnungen der Bundesländer ist nämlich das Beherbergungsverbot für Touristen geregelt. dies heißt also, der Hotelier oder der Ferienimmobilienvermieter dürfen dem Touristen gar kein Zimmer zur Verfügung stellen, ansonsten machen sie sich strafbar oder handeln ordnungswidrig. Man spricht hier auch von einer rechtlichen Unmöglichkeit.

Der Hotelier kann nicht leisten. Wer nicht leisten kann, hat auch keinen Anspruch auf Gegenleistung. Dies folgt aus §§ 275 in Verbindung mit § 326 BGB.

Fazit: Der Hotelier muß dem Hotelgast die Anzahlung vollständig zurück zahlen und hat keinen Anspruch auf eine Stornozahlung. Der Hotelgast muß sich auf Gutscheine oder Ersatztermine nicht einlassen (es sei denn, er macht es freiwillig).
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

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