Reise nicht gebucht, jetzt Mahnbescheid

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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JolieOrchidee
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Reise nicht gebucht, jetzt Mahnbescheid

Beitrag von JolieOrchidee » 11.05.14, 19:13

Guten Tag,

habe im Februar bei einem bekannten Urlaubsportal eine Reise buchen wollen. Bei dem online Buchungsverfahren (da wo man sich durch die ganzen Seiten klickt) bin ich soweit gekommen, dass ich bereits persönliche Daten hinterlegt habe. Es fehlte nurnoch ein Schritt und die Reise wäre gebucht. Bevor ich dies getan hab, wollte ich die Reise doch nicht mehr und bin auf Abbrechen gegangen. Danach bekam ich jedoch eine Reisebuchungsbestätigung (per Mail) welche ich zunächst nicht gesehen habe :roll: .

Nach nicht bezahlung folgten Mahnungen, auf die ich nicht reagierte. Es hieß ich soll einen bestimmten Betrag überweisen. Ich ging davon aus, dass es sich um Betrüger handelt :shock: . Nun bekam ich einen Mahnbescheid vom Amtsgericht. Meiner Meinung nach habe ich keine Reise gebucht, da ich abgebrochen habe. Habe beim Reiseanbieter angerufen, jedoch dauerhafte Warteschleife. Ich würde gerne rechtlich dagegen vorgehen, weiß jedoch nicht ob ich eine Chance habe (da ich ja eine Reisebestätigung erhalten habe). Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank im Voraus!

klausschlesinger
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Re: Reise nicht gebucht, jetzt Mahnbescheid

Beitrag von klausschlesinger » 12.05.14, 16:30

JolieOrchidee hat geschrieben:habe im Februar bei einem bekannten Urlaubsportal eine Reise buchen wollen. Bei dem online Buchungsverfahren (da wo man sich durch die ganzen Seiten klickt) bin ich soweit gekommen, dass ich bereits persönliche Daten hinterlegt habe. Es fehlte nurnoch ein Schritt und die Reise wäre gebucht. Bevor ich dies getan hab, wollte ich die Reise doch nicht mehr und bin auf Abbrechen gegangen. Danach bekam ich jedoch eine Reisebuchungsbestätigung (per Mail) welche ich zunächst nicht gesehen habe :roll: .

Nach nicht bezahlung folgten Mahnungen, auf die ich nicht reagierte. Es hieß ich soll einen bestimmten Betrag überweisen. Ich ging davon aus, dass es sich um Betrüger handelt :shock: . Nun bekam ich einen Mahnbescheid vom Amtsgericht. Meiner Meinung nach habe ich keine Reise gebucht, da ich abgebrochen habe. Habe beim Reiseanbieter angerufen, jedoch dauerhafte Warteschleife. Ich würde gerne rechtlich dagegen vorgehen, weiß jedoch nicht ob ich eine Chance habe (da ich ja eine Reisebestätigung erhalten habe). Wie ist hier die Rechtslage?
Verträge kann man heutzutage, so auch einen Reisevertrag gem. § 651a BGB, auch online, also per Mausklick, abschliessen.

Doch wie läßt sich für den Unternehmer das zustandekommen eines rechtsgültigen Vertrages beweisen? - Siehe hier: http://www.advoprax.de/neu/rechtsinform ... t-beweisen

Außerdem auch zur Beweisproblematik: http://www.vorsicht-im-netz.de/index.php?id=26

Und auch hier zur Beweisproblematik: http://archiv.jura.uni-saarland.de/proj ... php?id=310

Wenn man eine Internetseite besucht, im Bestellformular seine Daten eingibt, kann man entweder auf den Bestell- oder Bestätigen-Button zum Schluß der Buchung klicken und dadurch rechtsverbindlich den Vertrag abschliessen oder aber manchmal diesen Absendevorgang durch Betätigen der Return-Taste auslösen. Dadurch werden dann die Daten abgesandt. Im letzteren Fall (Betätigen der Return-Taste um in die nächste Zeile zu glangen ohne eine Vertragsabschluß-Absicht) würde es am Erklärungsbewußtsein mangeln, die für den Abschluß eines Vertrages notwendig wäre. Hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rungsbewusstsein

Der gerichtlichen Mahnung kann man innerhalb von 14 Tage durch Ankreuzen des entsprechenden Feldes widersprechen. Macht man dies nicht, kann der Antragsteller einen Vollstreckungsbescheid erwirken. Widerspricht man fristgerecht, so müßte der Antragsteller seine Forderung gerichtlich einklagen.

Spätestens jetzt (!!!) sollte der Reisevertrag gegenüber dem Reiseveranstalter widerrufen werden. Näheres hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Trierer_Weinversteigerung
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

JolieOrchidee
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Re: Reise nicht gebucht, jetzt Mahnbescheid

Beitrag von JolieOrchidee » 12.05.14, 18:21

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Die Links sind mir eine sehr große Hilfe!

Ich habe heute den Widerspruch abgesendet. Ich werde berichten, wie es weiter geht!

Viele Grüße
JolieOrchidee

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