Pauschalreise mit Linienflug

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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MarkusToe
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Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von MarkusToe » 17.07.14, 07:05

Städtereise - pauschal - ohne Anreise Flughafen in DE, aber mit Transfer im Ziel, Hotel usw

Veranstalter wirbt ausdrücklich mit einem Linienflug, hat der Reisende nach Anzahlung (gefordert 40%) Anspruch auf Übermittlung der Buchungscodes der Fluggesellschaft?

oder ist die Info: wir schicken Ihnen das 10 Tage vor Abflug zu in Ordnung?

report
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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von report » 21.07.14, 14:24

Was bedeutet denn
ohne Anreise Flughafen in DE
?
Liegt der Abflughafen nicht in Deutschland ? Wenn ja, wo denn ? Oder ist die Pauschalreise ohne Anreise ?

Gruss,
report
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Tastenspitz
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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von Tastenspitz » 21.07.14, 14:43

Man darf vermuten, dass die Reise an einem Flughafen in Deutschland beginnt ( also ohne "Zug zum Flug" oder sowas).
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

report
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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von report » 21.07.14, 15:03

Ah, danke - bin ein wenig nach Forenabstinenz eingerostet :oops:
In diesem Falle muss der Veranstalter gem. $651a ff BGB dem Kunden einen sog. Reisepreissicherungsschein aushändgen. Nur dann ist er berechtigt, eine Anzahlung zu kassieren.

Kann der VA das nicht, sollte man auch erst dann etwas zahlen, wenn alle Reiseunterlagen vorliegen. Hier kann man nachsehen, ob der Veranstalter versichert ist.

Gruss,
report
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klausschlesinger
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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von klausschlesinger » 03.08.14, 04:53

'Anbieter von Pauschalreisen dürfen von ihren Kunden nicht 40 Prozent des Reisepreises als Anzahlung verlangen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Dresden entschieden. Nach Auffassung des Gerichts benachteiligt diese hohe Anzahlung Kunden unangemessen. Ebenso beanstandeten die Richter, dass der Restbetrag bereits 45 Tage vor Reiseantritt fällig sein sollte (8 U 1900/11).

Das Gericht erklärte mit seinem Spruch die entsprechenden Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Pauschalreiseanbieters für nichtig. Die Richter befanden, es bestehe kein nachvollziehbarer Grund, warum der Kunde solch eine hohe Anzahlung aufbringen und damit quasi in Vorleistung treten müsse. Dies gelte ebenso für den frühzeitig fällig werdenden Restpreis.

Dadurch werde das gesetzlich verankerte Prinzip des "Zug um Zug" von Leistung und Gegenleistung ohne Not außer Kraft gesetzt. Anzahlungen um die 20 Prozent sah das OLG dagegen als vertretbar an.' Quelle: welt.de

Anspruch auf Übermittlung des Flugcodes hat der Reisende nicht, da es sich bei dem Linienflug im Sachverhalt um den Bestandteil eine Pauschalreise handelt und die Reiseuntelagen erst nach Einzahlung des Gesamtpreises (ca. 14 Tage vor Reiseantritt) zu übersenden sind.
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von MarkusToe » 05.08.14, 15:14

sehe ich das richtig: wenn die 40% schon bezahlt wurden, können 20 zurückgefordert werden?

klausschlesinger
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Re: Pauschalreise mit Linienflug

Beitrag von klausschlesinger » 06.08.14, 12:02

MarkusToe hat geschrieben:sehe ich das richtig: wenn die 40% schon bezahlt wurden, können 20 zurückgefordert werden?
Rechtlich: ja! - 'Die vorbehaltlose Bezahlung einer Rechnung rechtfertigt für sich genommen weder die Annahme eines deklaratorischen noch eines “tatsächlichen” Anerkenntnisses der beglichenen Forderung.' Quelle: http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwa ... tnis/2603/

Zu bedenken gebe ich:
-Letztendlich muß ab ca. 14 Tage vor Reiseantritt der Gesamtpreis der Reise beim Veranstalter sowieso vollständig bezahlt werden.
-Für den dazwischenliegenden Zeitraum ist der Reisende durch eine gesetzlich vorgeschrieben Insolvenzversicherung des Reiseveranstalters abgesichert (vgl. § 651k BGB).
-Gerade in diesen Tagen wird man durch die vorübergehende Rückgabe von ca. 20 % des Reisepreises auf diesen Betrag aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus keine hohe Verzinsung erwarten dürfen.
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