Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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uvan
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Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Beitrag von uvan » 05.10.14, 15:13

Hotel ist in Deutschland.
Es wird von verschiedenen Anbietern vermarktet.
Die Beschreibungen sind alle fast gleich:
WLAN im Neubau, LAN im Altbau - Kabel gegen Pfand an der Rezeption
Bei Halboension: Reichhaltige Frühstücksbuffet mit frischen Säften und einem Glas Sekt. Abendessen an vier Tagen kalt warmes (Themen-) Buffet, Mo Mi Fr Sa, an den anderen Tagen 4 Gänge Wahlmenu inkl. reichhaltigem Salatbuffet.

Bei der Ankunft stellt dae Gast fest, dass er einzige Zugang zum Internet ein Computer aus der Steinzeit ist, der in einer Ecke der Lobby steht und von Kindern belagert wird.
Das Abendessen wird offensichtlich nach der Wahl des Personals serviert, von einem Salatbuffet ist nichts zu sehen.
Das Frühstück erinnert an das "Mallorca Frühstück" eines deutschen Reiseanbierters der 70er Jahre = erweitertes kontinentales Frühstück, zum selber holen.

Erklärung des Hotels, wir haben unser Angebot geändert.

Was kann der Gast machen?

Ronny1958
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Re: Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Beitrag von Ronny1958 » 05.10.14, 15:52

Was hat er bei wem verbindlich gebucht?
Was sagt der Veranstalter?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

uvan
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Re: Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Beitrag von uvan » 05.10.14, 17:43

Ronny1958 hat geschrieben:Was hat er bei wem verbindlich gebucht?
Gebucht wurde bei XXX.
Einig sind sich alle, ich glaube 7 Anbieter über die Leistungsbeschreibung, mit anderen Worten zwar, aber im Prinzip. Abweichungen gibt es nur im Preis und der Zimmerbeschreibung und -größe.
Was sagt der Veranstalter?
Zur Zeit läuft nur der Anrufbeantworter.
Auch die anderen Gäste sind stinkig.
Offensichtlich haben die Anbieter das Hotel zu billig verkauft.
Argumentation dass kein Internet Zugang vorhanden ist: Sie wollen doch Urlaub machen, oder?

uvan
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Re: Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Beitrag von uvan » 08.10.14, 14:20

Ronny1958 hat geschrieben:Was sagt der Veranstalter?
Öhm, ja, da muss es wohl ein Missgeschick gegeben haben. Die Daten und Angaben werden uns von einem externen Anbieter, dessen Namen auch im Angebot, ganz unten mit © steht.
Man sollte das Ganze protokollieren, sich bestätigen lassen, (nur von wem? Hotelleitung?) und dann an den Veranstalter einsenden.
Eine Argumentationsschiene: Bei dem Angebot, müsste der Buchende aber ins Grübeln kommen, weil ähnliche Angebote ca. 200 Euro teurer seien.

klausschlesinger
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Re: Erhebliche Abweichung von der Hotelbeschreibung

Beitrag von klausschlesinger » 17.10.14, 01:52

Offenbar verweigert hier der Reiseveranstalter die nachträgliche Minderung des Reiseprteises, welche der Reisende geltend macht.

Das Fehlverhalten seiner Erfüllungsgehilfen, hier: des Hoteliers, hat der Reiseveranstaleer sich zurechnen zu lassen (§278 BGB).

Es ist zu überlegen, ob man es hier auf einen Rechtsstreit ankommen läßt. Eine wichtige Frage, wenn man eine Reisepreiseminderung gem. § 651d BGB geltend machen möchte ist, ob man bei Feststellen des Mangels eine Abhilfeverlangen an den Reiseveranstaler (nicht: an den Hotelier) gemacht hat. Hierzu lautet § 651d abs. 2 BGB: 'Die Minderung tritt nicht ein, soweit es der Reisende schuldhaft unterlässt, den Mangel anzuzeigen.' Und § 651c Abs. 2 Satz 1 BGB besagt: 'Ist die Reise nicht von dieser Beschaffenheit, so kann der Reisende Abhilfe verlangen.' Diese Vorschriften haben den Hintergrund, daß der Reiseveranstalter überhaupt erstmal in die Lage versetzt werden soll, den Mangel abzustellen, indem er bspw. auf seine Erfüllungsgehilfen einwirkt.
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

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