Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transfers

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LenaTom
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Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transfers

Beitrag von LenaTom » 07.11.14, 21:27

Hallo,
ich hoffe, ich kann hier einen Tipp bekommen, wie ich mich verhalten sollte bzw. wie die allgemeine Rechtslage ist.
Ich habe im Frühjahr über einen großen Reiseveranstalter eine Pauschaleise für 4 Personen nach Ischia gebucht.
Auf der Buchungshomepage stand:
"Bei Buchung einer Pauschalreise ist im Preis die Fährüberfahrt von Neapel nach Ischia und zurück mit der Fähre inbegriffen."
Auf der nach Buchung zugesanden Buchungsbestätigung stand aber nichts von der Fährüberfahrt. :-(
Deshalb schilderte ich den Sachverhalt per Email dem Veranstalter. Diese wurde dem zuständigen "Sachbearbeiter" weitergeleitet und der schrieb mir dann per Email. Ich erhielt folgende Antwort:
"... danke für die Informationen!
Sie haben einen Fehler auf unserer Seite aufgedeckt - vielen Dank dafür. Wir werden unsere Informationsmaterialine unverzüglich auf den neuesten Stand bringen, denn wir bieten seit einiger Zeit auch Reisen ohne Transfer an, um unseren Kunden die freie Entscheidung zu lassen, ob sie eine Passagierfähre, ein Schnellbot oder - wie von Ihnen offensichtlich preferiert - eine Autofähre
wählen möchten.
In Ihrem Fall wäre rein juristisch die Reisebestätigung maßgebend - hier ist expliziet vermerkt, daß ein Transfer in Ihrer Buchung nicht inkludiert ist.
Da Sie aber quasi meine Arbeit gemacht haben - wofür ich mich nochmals ausdrücklich bedanken möchte - liegt der Fall hier ganz anders!
Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, stelle ich Ihnen gern den gewünschten Transfer auf Anforderung ohne Berechnung zur Verfügung.
Bitte teilen Sie mir auf diese Mailadresse nochmals Ihren Wunsch (Autofähre?) mit den Flugdaten un der Anzahl der Personen mit. Ich werde Ihnen die Überfahrt nach Ischia ab/an Hafen Neapel ohne Berechnung organisieren. ..."

Ich nahm das Angebot dankend an. Ich erhielt per Email ein Voucher für den Transfer, gab dies am Hafen ab und erhielt dort die Tickets.

Jetzt 2 Monate nach Ende der Reise (!) kommt die Anfrage des italienischen Freundes, ob er mir die Rechnung für den Transfer mit der Autofähre per Email zuschicken kann und ich per SEPA-Überweisung bezahlen könnte.

Ich fiel aus allen Wolken, da ich davon ausging, dass die Sache kostenlos zur Verfügung gestellt worden wäre und zitierte das Angebot
"... stelle ich Ihnen gern den gewünschten Transfer auf Anforderung ohne Berechnung zur Verfügung."
Dies schrieb ich auch dem italienischen Freund des Sachbearbeiters.
Am nächsten Tag erhielt ich eine Mail des Sachbearbeiters, in der er mir auf eine beleidigende Weise erklärte, dass ich selbstverständlich die Kosten des Transfers zu tragen hätte. Er hätte nie zugesagt, dass ich den Transfer kostenlos erhalten würde.

Nachdem ich sein damaliges Schreiben nochmals durchgelesen habe, kann ich schon auch nachvollziehen, dass er evtl. nur eine
kostenlose Organisation der Tickets für die Fähre gemeint hatte, ich hatte es aber anders verstanden ( der Satz "... stelle ich Ihnen gern den gewünschten Transfer auf Anforderung ohne Berechnung zur Verfügung." legt dies ja nahe) und es wurde auch nie etwas von Kosten geäußert und ich hatte auch keinen Betrag genannt bekommen (Der Betrag wird sich so bei ca. 180.-€ handeln, wenn ich das auf der Homepage des Fährunternehmens richtig rauslese).

Hätte ich gewusst, dass die Kosten für die Fähre noch zum Reisepreis hinzu kommen, hätte ich die Reise gleich nach Erhalt der
Buchungsbestätigung storniert, da auf der Buchungshomepage diese ja als im Reisepreis inbegriffen beschrieben wurden.

Was kann ich nun tun? Muss ich die Rechnung für die Fähre, wenn sie dann mal per Email kommt, wirklich bezahlen?
Nach meinem Rechtsempfinden muss ich dies nicht tun!
Über Tipps wäre ich echt dankbar, denn ich fühle mich gerade etwas reingelegt ....

Kormoran
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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von Kormoran » 10.11.14, 08:28

Nach dem Dargestellten sehe ich keine Grundlage, auf Grund derer der Reiseveranstalter die Bezahlung der Fährfahrt einfordern könnte. Allerdings habe ich noch nicht verstanden, was es mit irgendeinem "italienischen Freund", der Ihnen Rechnungen schickt oder weiterleitet, auf sich hat.

LenaTom
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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von LenaTom » 10.11.14, 11:36

Danke für die Antwort!
Der italienische Freund ist wohl im Tourismusbereich in der Gegend Neapel/Ischia tätig, wie mir der Sachbearbeiter am Telefon erzählte. Zum Verständnis was es mit dem italienischen Freund auf sich hat, hier mal etwas ausführlicher unsere Komunikation.

Ich befand mich bei der Buchung der Reise gerade in Asien, deshalb lief der Kontakt weitestgehend per Email. Ich fragte per Email nach, ob die gemailten Daten (Zeitpunkt des Transfers, Anzahl der Personen,Fahrzeug) angekommen seien.
Ich erhielt folgende Antwort:

"Hallo Herr XXX,
alles angekommen und vorreserviert.
Bitte kontaktieren Sie mich bitte noch einmal nach Ihrer Rückkehr persönlich, damit ich Sie direkt mit der ausführenden Agentur in Verbindung bringen kann!
Übrigens hat meines Wissen nach noch nie ein Kunde von <der großen Reisegesellschaft> eine Fährpassage mit Auto gebucht.
Sie sind der erste und einzige Kunde und wissen diesen Service, ohne jegliche sachliche Grundlage sicherlich richtig einzuordnen.
Viele Grüße aus der Heimat"

Nach meiner Rückkehr aus Asien versuchte ich den Sachbearbeiter anzurufen, erreichte ihn aber nicht und schrieb deshalb wieder eine Email mit der Bitte um Kontaktaufnahme.
Ich erhielt folgende Antwort:

"ich bin leider erkrankt, so dass ich Ihre 2 telefonischen Kontaktversuche bisher nicht bearbeiten konnte!
Bitte wenden Sie sich direkt an meinen Partner in Italien, Lucio XXX, unter lucio.xxx@tin.it!
Teilen Sie ihm die Details, wie Flugdetails, Wagentyp, Personenzahl und gewünschter Start- und Zielhafen direkt mit.
Wählen Sie die Zeiten, zu denen Sie die Passagen antreten möchten!
Es wäre gut, wenn Sie mich stets "cc" auf dem Stand der Dinge halten würden!
Sollten Sie mit dieser sicheren Verfahrensweise Probleme haben, melden Sie sich direkt bei mir!
Grüße von <Name des Sachbearbeiters>"

Also nahm ich Kontakt zu seinem Partner in Italien auf, schilderte ihm, dass der Sachbearbeiter mir eine Fähre organisieren wollte, leider erkrankt sei und mich bat, mich direkt mit ihm in Verbindung zu setzen. Ich mailte ihm Flugdaten, Anzahl der Personen, Angaben zum Fahrzeug usw. und schickte alle emails auch per "cc" an den Sachbearbeiter und erhielt vom o.g. italienischen Partner folgende Antwort:

"Dear XXX,
thank you for your e-mail. I hope you can understand English.
Your services are confirmed. I suggest you the following ferry: on 04.09 Naples Calata di Massa / Ischia Porto at 19:00 and on 11.09 Ischia Porto / Pozzuoli at 7:45. The full timetable is on line on the following web site: xxxxxxxxxxx.it.
I will send you the voucher 2 weeks before the arrival.
Best regards"

Ich erhielt dann auch 3 Monate später pünktlich das Voucher ...
Von einem zu zahlenden Preis war nie die Rede!
Deshalb lehnte ich auch die kürzliche Anfrage des italienischen Partners, wohin er die Rechnung schicken sollte, mit dem Hinweis ab, dass mir der Sachbearbeiter den Transfer kostenlos angeboten hatte.
Wenn mir der itaienische Partner nun eine Rechnung schicken sollte, kann ich diese dann ablehnen?
Wie sieht die Rechtslage aus? Bin ich mit dem italienischen Partner eine Verpflichtung eingegangen obwohl eigentlich alles vom Sachbearbeiter der großen Reisegesellschaft aus lief?

klausschlesinger
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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von klausschlesinger » 25.11.14, 00:22

LenaTom hat geschrieben: Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, stelle ich Ihnen gern den gewünschten Transfer auf Anforderung ohne Berechnung zur Verfügung.
Der Veranstalter hat hier eindeutig ausgesagt, daß er dem Kunden den Transfer (!) ohne Berechnung zur Verfügung stellt.

Der Veranstalter hat hier nicht ausgesagt, daß er 'nur' die reine Vermittlungsleistung des für den Kunden ansonst konstenpflichtigen Transfers kostenfrei zur Verfügung stellt.

Insofern entsteht für den Kunden keine Pflicht, den Transfer zu bezahlen.

Der Partner des Reiseveranstalters in Italien ist Erfüllungsgehilfe des Reiseveranstalters für die Buchung des Transfers für den Reisenden.

§ 278 BGB - Verantwortlichkeit des Schuldners für Dritte
Der Schuldner hat ein Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, deren er sich zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit bedient, in gleichem Umfang zu vertreten wie eigenes Verschulden. Die Vorschrift des § 276 Abs. 3 findet keine Anwendung.

Wenn der italienische Partner des Reiseveranstalters dem Kunden nun eine Rechnung schickt, so braucht der Kunde diese nicht zu bezahlen, denn er hat ja Anspruch auf einen kostenlosen Transfer, wie bereits oben dargestellt. Auf diesen Umstand sollte man den italienischen Partner hinweisen. Ggf. sollte man ihn darauf hinweisen, die Transfer-Rechnung direkt an den Reiseveranstalter zu übersenden.
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von LenaTom » 25.11.14, 00:50

Danke für die Antwort!
Das beruhigt mich und entspricht auch meinem Rechtsempfinden!
Dann warte ich mal ab, ob eine Rechnung kommt. ;-)

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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von JuraPunk » 25.11.14, 10:25

Ganz so einfach sollte man es sich dann doch nicht machen: Was hat man denn dem "Freund" in Italien hinsichtlich der Fähre gemailt? Sie haben nach Ihrer Schilderung dem Partner geschrieben, dass der Sachbearbeiter, der die Fähre organisieren wollte, erkrankt ist und Sie sich daher direkt mit ihm in Verbindung setzen. Haben Sie da auf die Vereinbarung mit dem Sachbearbeiter hingewiesen (Transfer kostenlos, da vom Reiseveranstalter bezahlt)?

Nach den bisherigen Informationen ist daher noch nicht einmal geklärt, wer denn nun den Vertrag für den Transfer abgeschlossen hat. Grundsätzlich gilt (wohl auch nach dem italienischen Recht), dass derjenige, der Vertragspartner ist, auch zu zahlen hat. Möglicherweise haben Sie dann zwar einen Erstattungsanspruch gegenüber dem Reiseveranstalter aufgrund der Vereinbarung, jedoch ändert das nichts an Ihrer zunächst grundsätzlich bestehenden Zahlungspflicht gegenüber dem Fährunternehmen.

Eine genaue Einschätzung der Sach- und Rechtslage anhand Ihrer Originalunterlagen und unter umfassender Kenntnis des Sachverhaltes erhalten Sie im Übrigen bei einem Anwalt Ihrer Wahl. Anders als hier im Forum haftet der dann auch für seine Tipps. ;)

JuraPunk

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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von LenaTom » 26.11.14, 09:26

Danke für den Hinweis!
Ich ging immer davon aus, dass der italienische "Freund" (bei dem es sich um ein italienisches Reisebüro in Sorrent handelt, wie ich eben über google festgestellt habe) über die Vereinbarung des Gratistransfers vom Sachbearbeiter informiert war. Für mich führte er immer nur das aus, was der Sachbearbeiter zuvor mit ihm besprochen hatte. Ich gab nur die gewünschten Daten/Informationen bzgl. Personenzahl, Fahrtzeiten usw. weiter.
Es wurde meiner Meinung nach nie ein Vertrag mit dem italienischen "Freund" abgeschlossen. Von Kosten für den Transfer war nie die Rede bis 2 Monate nach der Reise die Anfrage wegen der Rechnung per email kam. Ich hatte keinen Vertrag mit dem "Freund" abgeschlossen (nie AGBs zustimmen müssen oder eine Widerrufsbelehrung o.ä. erhalten ...).
Hier wortgetreu meine Mail an den "Freund":

"Lieber Herr YYY,
Ich habe Ihre Emailadresse von Herrn XXX von der großen Reisegesellschaft.
Herr XXX versprach mir, eine Fähre von Neapel nach Ischia zu
organisieren. Da er im Moment leider erkrankt ist bat er, mich direkt an
Sie zu wenden.
Hier meine Daten:
Ich hätte gerne eine Autofähre.
Wir sind 4 Erwachsene Personen und 1 Fiat Panda.
Die voraussichtlichen Flugzeiten:
04.09.2014 U21123 Basel (BSL) - Neapel (NAP) 10:20 - 12:00
11.09.2014 U21124 Neapel (NAP) - Basel (BSL) 12:35 - 14:20
Wir kommen also um 12:00 Uhr am Flughafen in Neapel an. Danach holen wir
uns einen Mietwagen und wollen erst einmal Pompeij besuchen.
Wir hätten also gerne erst eine Fähre nach Ischia am Abend.
Wenn es geht so ca. ab 19:00 Uhr von Neapel ab.
Bei der Rückfahrt sollten wir ja wahrscheinlich schon ca. 2 Stunden vor
Flugbeginn, also spätestens 10:00 Uhr in Neapel ankommen.
Nochmals zusammengefasst:
4 Personen
1 Auto Fiat Panda
Fähre Neapel - Ischia am 04.09.2014 ca. ab 19:00 Uhr
Fähre Ischia - Neapel am 11.09.2014 Ankunft in Neapel ca. 10.00 Uhr
Könnten Sie mir da etwas organisieren?
Mit freundlichen Grüßen"

Ich erwähnte die Gratis-Vereinbarung nicht. Das stimmt! Für mich war der "Freund" nicht ein Vertragspartner, sondern nur der, der vor Ort das ganze organisiert. Nach meiner obigen Email kam ja dann auch prompt die Buchungsbestätigung - ohne Angaben eines Preises. Da hätte ich wohlsicherheitshalber auf die Gratis-Vereinbarung hinweisen sollen. Aber der Gedanke kam mir gar nicht.
Wie gesagt: Hätte ich gewusst, dass die Kosten für die Fähre noch zum Reisepreis hinzu kommen, hätte ich die Reise gleich nach Erhalt der Buchungsbestätigung storniert, da auf der Buchungshomepage diese ja als im Reisepreis inbegriffen beschrieben wurden und mir der Gesamtpreis der Reise sonst zu teuer gewesen wäre.
Das Fährunternehmen muss das Geld sicher bekommen haben, denn sonst hätte ich im Fährbüro nach Vorlage des Vouchers doch nicht die Tickets für die Fähre ausgehändigt bekommen.

Danke für den Tipp mit dem Anwalt. Da ja noch keine Rechnung gekommen ist, hatte ich gedacht, dass es noch zu früh sei, mich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen und wollte hier im Forum zunächst Meinungen zur Rechtslage einholen.
Sobald eine Rechnung kommt, werde ich mich mit einem Anwalt in Verbindung setzen und hoffe,dass meine Rechtschutzversicherung die Kosten übernimmt. ;-)

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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von klausschlesinger » 26.11.14, 10:08

LenaTom hat geschrieben: Ich habe Ihre Emailadresse von Herrn XXX von der großen Reisegesellschaft.
Herr XXX versprach mir, eine Fähre von Neapel nach Ischia zu
organisieren. Da er im Moment leider erkrankt ist bat er, mich direkt an
Sie zu wenden.
Hier meine Daten:
Ich hätte gerne eine Autofähre.
Wir sind 4 Erwachsene Personen und 1 Fiat Panda....

Ich erwähnte die Gratis-Vereinbarung nicht. Das stimmt!
Dann war der Einwand
JuraPunk hat geschrieben:Ganz so einfach sollte man es sich dann doch nicht machen: Was hat man denn dem "Freund" in Italien hinsichtlich der Fähre gemailt?
durchaus berechtigt.

In diesem Falle müßte man erstmal die Autofähre in Italien selbst beim 'italienischen Freund' oder dem Fährunternehmen bezahlen und sich dann (mit oder anwaltliche Hilfe) das zugesagte Geld für den Transfer vom Reiseveranstalter zurückholen.
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

LenaTom
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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von LenaTom » 26.11.14, 10:27

Gilt meine Email dann schon als Vertrag?
Auch wenn bis 2 Monate nach der Reise von keinen Kosten gesprochen wurde, keinerlei AGBs oder Widerspruchsrechte oder ähnliches mitgeteilt wurden?
Oder kam automatisch ein Vertrag zustande sobald ich das zugesandte Voucher beim Fährunternehmen eingelöst hatte?

JuraPunk
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Re: Nachträgliche Berechnung des kostenlos zugesagten Transf

Beitrag von JuraPunk » 26.11.14, 11:25

Ihre Email selbst gilt wohl noch nicht als Vertrag, gleichwohl ist ein solcher hier zustande gekommen. Dass die Fähre kostenpflichtig ist, war Ihnen grundsätzlich bekannt. Betrachten Sie den Sachverhalt zum besseren Verständnis doch mal aus Sicht der Italiener:

1. Email aus Deutschland: Ich habe Ihre Kontaktdaten von einem deutschen Reiseveranstalter erhalten. Die können sich um mein Anliegen gerade nicht kümmern, darum wende ich mich direkt an Sie. Ich möchte bitte am ... mit x Personen mit meinem Auto um ... Uhr die Fähre von A nach B benutzen. Die Rückreise soll am ... um ... Uhr stattfinden. Können Sie mir da was organisieren?

2. Versendung der Fahrkarte an den anfragenden Kunden

3. Kunde fährt mit den Fähren mit den übersandten Fahrkarten

(4. Rechnung an den Kunden)

5. Kunde beruft sich darauf, dass der deutsche Reiseveranstalter die Kosten übernehmen wollte

6. WTF? Davon haben wir ja gar nichts gewusst?!?

Letztlich haben Sie die Fähre in Anspruch genommen. Das ist grundsätzlich kostenpflichtig. Aufgrund des geschilderten Sachverhaltes sind Sie Vertragspartner der Italiener geworden und haben daher auch die Rechnung zu bezahlen. Sie haben nach der Rechnungsbegleichung möglicherweise einen Erstattungsanspruch gegenüber dem deutschen Reiseunternehmen.

JuraPunk

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