Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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shinsu
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Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von shinsu » 15.12.14, 17:41

Hallo,
Person A hat am Samstag irrtümlicherweise eine Buchung für 2 Personen in einem Internetreiseportal vorgenommen. Sie konnte im letzten Schritt "verbindlich buchen" und ein "unverbindliches Angebot erstellen lassen"

Diese Person hat versehentlich auf "verbindlich buchen" geklickt. Person A hat prompt eine E-Mail mit der Überschrift "Rechnung Ihrer gebuchten Reise" bekommen, dies merkte er zuerst nicht und fasste es als unverbindliches Angebot auf. Einen Tag darauf ist ihm dieser Irrtum aufgefallen und hat sofort eine E-Mail geschrieben, dass er diesen Buchungsauftrag widerrufen möchte. Heute hat er angerufen, aber die Firma stellt sich quer. Er soll entweder 15 % Stornogebühr zahlen oder die Reise antreten. In der Buchung ist die 2. Person (Person B) minderjährig (unter 16 Jahre alt). Diese müsste mitreisen. Hat das Relevanz? Wie ist insbesondere auf Grund dieser Tatsache diese Rechtslage?

Mit freundlichen Grüßen
Mit Sicherheit nicht Person A oder Person b!

webelch
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Re: Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von webelch » 15.12.14, 19:54

Reisebuchungen über das Internet können nicht als Fernabsatzverträge widerrufen werden.

-> https://www.das.de/de/rechtsportal/rech ... chung.aspx

Die vertraglich vereinbarten Stornogebühren sind daher aus meiner Sicht zu zahlen. Das Alter der mitreisenden Person keine Rolle.

shinsu
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Re: Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von shinsu » 15.12.14, 20:05

Muss Person A wirklich 15 % Stornogebühren wegen eines Fehlers zahlen? Nehmen wir an, Person A ist in der Ausbildung und hat dadurch sowieso wenig Geld und kann es gar nicht zahlen.. Oder anders gesagt: Gibt es irgend eine Möglichkeit für Person A, ohne oder mit geringeren Stornokosten aus diesem Vertrag zu kommen? Wie sieht dazu die Rechtslage aus?

webelch
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Re: Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von webelch » 15.12.14, 20:15

Aus meiner Sicht bleibt hier nur die Zahlung der vertraglich vereinbarten Stornogebühren.

Hier

-> http://www.eu-verbraucher.de/uploads/me ... rtalen.pdf

auch noch einige Hinweise dazu.

Die gesetzliche Regelung dazu findet sich mittlerweile im §312 Absatz 2 Nummer 9 BGB.

-> http://www.kanzlei-grudzinski.de/tag/wi ... ausnahmen/

winterspaziergang
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Re: Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von winterspaziergang » 15.12.14, 20:32

shinsu hat geschrieben:Muss Person A wirklich 15 % Stornogebühren wegen eines Fehlers zahlen? Nehmen wir an, Person A ist in der Ausbildung und hat dadurch sowieso wenig Geld und kann es gar nicht zahlen..
Die persönliche Lebenslage des Buchenden muss den Veranstalter nicht interessieren. Wenn A nicht zahlen kann, hat er ein Problem.
Oder anders gesagt: Gibt es irgend eine Möglichkeit für Person A, ohne oder mit geringeren Stornokosten aus diesem Vertrag zu kommen?
nein

klausschlesinger
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Re: Reise auf Grund eines Irrtums widerrufen

Beitrag von klausschlesinger » 16.12.14, 22:42

shinsu hat geschrieben: Person A hat am Samstag irrtümlicherweise eine Buchung für 2 Personen in einem Internetreiseportal vorgenommen. Sie konnte im letzten Schritt "verbindlich buchen" und ein "unverbindliches Angebot erstellen lassen"

Diese Person hat versehentlich auf "verbindlich buchen" geklickt.
In der realen Welt ist es so, daß man einen Vertrag unterschreiben kann oder nicht. In der virtuellen Welt schließt man Verträge durch entsprechendes 'Anklicken'. In der Regel hat man danach dann alle Reche und Pflichten aus diesem Vertrag.

@shinsu
Was soll denn hier Grundlage für den angeblichen Irrtum oder das angebliche Versehen sein?
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

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