Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

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Sabina8
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von Sabina8 »

ktown hat geschrieben:
08.04.20, 20:22
Frage an den TE: Wie stellt man sich solch einen Ersatzflug vor bei einer weltweiten Einreissperre? Geltendes Recht hin und geltende Urteil her. Wie soll die Airline dies bewerkstelligen? Selbst mit Zug oder PKW ist an den deutschen Grenzen schluss.
In unserem fiktiven Fall erfolgt die Stornierung eines Rückfluges, der in einigen Tagen stattfinden hätte sollen. Zu diesem Zeitpunkt wäre das Flugverbot in Kraft. Aber bis dahin gab es noch einige Tage, an denen offiziell geflogen werden durfte und dies auch geschah.

ktown
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von ktown »

Der pot. Fluggast fragt sich also, wieso die Airline, zum Zeitpunkt als es feststand, dass es zum ursprünglichen Rückflugtermin es keinen Flug geben wird, ihm kein Platz in den noch vorhanden Flügen angeboten wurde?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Sabina8
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von Sabina8 »

Ja, denn in dem Fall flog sogar die Airline selbst noch am Tag, als sie annulierte, am Tag danach, zwei Tage danach, drei Tage danach und vier Tage danach. Der geplante, aber annulierte Flug wäre in unserem Fall fünf oder sechs Tage danach.

winterspaziergang
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von winterspaziergang »

Sabina8 hat geschrieben:
08.04.20, 21:42
Ja, denn in dem Fall flog sogar die Airline selbst noch am Tag, als sie annulierte, am Tag danach, zwei Tage danach, drei Tage danach und vier Tage danach. Der geplante, aber annulierte Flug wäre in unserem Fall fünf oder sechs Tage danach.
und der Flug am Tag der Annullierung bzw. die Flüge in den Folgetagen waren bereits ausgebucht? wie hat der fiktive Fluggast davon erfahren?

Sabina8
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von Sabina8 »

Mal in Zahlen, alles fiktiv:

am 24. Mai 2018 annuliert die EU-Airline "Fantasy-Air den Rückflug, der am 30. Mai hätte stattfinden sollen, aber wegen Flugverbots nicht stattfinden kann.

An diesem 24. Mai gehen noch offiziell verschiedene Flieger, auch welche von "Fantasy-Air". Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 25. Mai gehen auch noch offiziell verschiedene Flieger, auch welche von "Fantasy-Air". Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 26. Mai gehen auch noch offiziell verschiedene Flieger, auch welche von "Fantasy-Air". Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die von Fantasy-Air ausgebucht waren, er findet aber bei einer Konkurrenz-Airline einen Flug für diesen Tag und bucht. Und fliegt. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 27. Mai gehen auch noch offiziell verschiedene Flieger, auch welche von "Fantasy-Air". Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 28. Mai gehen auch noch offiziell verschiedene Flieger, auch welche von "Fantasy-Air". Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 29.Mai ist Flugverbot.

Am 30. Mai ist Flugverbot.

Fantasy-Air hat gar keinen Ersatzflug angeboten, niemals. Zumindest den der Konkurrenz-Airline am 26. Mai hätte sie anbieten können. Am 28. Mai teilt er der Fantasy-Air mit, dass er einen anderen Flug gefunden hat und die Kosten dafür möchte.

Jetzt klar?

Evariste
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von Evariste »

Hat denn der Passagier ausdrücklich um einen alternativen Rückflug zu einem früheren Zeitpunkt gebeten? Davon dürfte es abhängen...

winterspaziergang
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Re: Schadensersatzpflicht bei hörerer Gewalt?

Beitrag von winterspaziergang »

Sabina8 hat geschrieben:
08.04.20, 22:51
Mal in Zahlen, alles fiktiv:


An diesem 24. Mai ....Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 25. Mai ...Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.

Am 26. Mai ... Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die von Fantasy-Air ausgebucht waren,
unser fiktiver Passagier wartet also auf ein Angebot der Airline und fragt nicht selbst nach?

er findet aber bei einer Konkurrenz-Airline einen Flug für diesen Tag und bucht. Und fliegt. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.
unser fiktiver Passagier bucht bei einer anderen Airline, während er noch immer wartet, dass die Airline Fantasy-Air ihm einen Ersatzflug anbietet?
Am 27. Mai ...Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.
s.o.
Am 28. Mai ....Unser fiktive Passagier weiß nicht, ob die ausgebucht waren. Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an.
s.o.
Fantasy-Air hat gar keinen Ersatzflug angeboten, niemals.
und wie oft hat der fiktive Passagier danach gefragt?
Zumindest den der Konkurrenz-Airline am 26. Mai hätte sie anbieten können. Am 28. Mai teilt er der Fantasy-Air mit, dass er einen anderen Flug gefunden hat und die Kosten dafür möchte.

Jetzt klar?
nö, trotz oder gerade wegen der ständigen Wiederholung des Satzes "Fantasy-Air bietet für diesen Tag keinen Rückflug als Ersatz an."

Denn die fiktive Geschichte wird einfach mal ins Jahr 2018 verschoben, obwohl es offenbar um eine fiktive Geschichte im realen Geschehen der Pandemie zu gehen scheint. Dass hier andere rechtliche Regelungen gelten könnten, wurde ja auf Seite 1 schon genannt.

Und es bleibt sehr unklar, welche Bemühungen der fiktive Passagier aktiv getätigt hat, einen früheren Flug zu buchen oder warum er nicht weiß, ob er einen hätte buchen können bzw. ob der frühere Flug ausgebucht war. Beschrieben wird nur, dass die Airline keinen Ersatzflug anbietet.

Ist die rechtliche Frage demnach, ob die Airline verpflichtet ist, denn einfach zuwartenden Kunden einen Ersatzflug anzubieten und nun die Kosten eines Ersatzfluges bei einer anderen Airline tragen muss?

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