Reisekrankenvericherung USA

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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Christiane356
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Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Christiane356 »

Hallo,
eine Freundin verbrachte vor einem Jahr (vor Corona) in den USA ihren Urlaub. Vor der Reise schloss sie eine Reisekrankenversicherung bei einer eigentlich sehr guten Versicherung ab. Im Urlaub erkrankte sie und kam in ein Krankenhaus. Die Krankenversicherung deckte dieses auch laut Vertrag ab.
Ein halbes Jahr nach der Heimreise meldete sich das Krankenhaus bei ihr und meinte ihre KV reagiert nicht.
Daraufhin schrieb meine Freundin ihre KV an, und diese informierte sie darüber, dass sie eine Abrechnungsfirma dafür beauftragt habe und meine Freundin sich an diese Abrechnungsfirma wenden möge.
Das fand meine Freundin ziemlich frech, aber sie tat es.
Diese Firma verlangte dann von meiner Freundin Auskunft über die Behandlungen.
Meine Freundin schickte dann ihre Entlassungspapiere an die Abrechnungsfirma und von da an war dann Ruhe....
Jetzt nach einem Jahr wurde meine Freundin von einer Inkassofirma aus der Schweiz angeschrieben (die dafür vom US-amerik. Krankenhaus bevollmächtigt wurde). Sie wurde darüber informiert, dass die KV immernoch die Rechnungen nicht bezahlt hat, und die von denen beauftragte Abrechnungsfirma auf Anfragen nie reagiert habe...
Die Schweizer Inkassofirma verlangt nun von meiner Freundin, die Rechnung von über 30 000 US Dollar zu bezahlen...
Meine Freundin möchte nun wissen, was man jetzt tun sollte, ohne gleich Anwaltskosten am Hals zu haben. Bei der Summe bestimmt auch nicht wenig.
Für Hilfe sind wir sehr sehr dankbar!
Vielen Dank!
Zuletzt geändert von Christiane356 am 08.03.21, 11:57, insgesamt 1-mal geändert.
ktown
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von ktown »

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.

Wenn sie eine individuelle Beratung wünschen, dann hilft ihnen diese Seite.
Tastenspitz
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Tastenspitz »

Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 11:32 welchen Schritt man nun zuerst tuen sollte......
Ab zum Anwalt - keine Frage.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
Christiane356
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Christiane356 »

Und das ist das Einzige, was sie noch tun kann? Und warum ist es das Einzige??
Tastenspitz
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Tastenspitz »

Nun.
man kann natürlich auch bezahlen. Sicher.
Wenn man aber als absoluter Laie(?) gegen eine Versicherung Ansprüche durchsetzen will, fällt mir im Moment nur der Anwalt ein.
Einzig wenn die Versicherung hier Mitglied ist
https://www.versicherungsombudsmann.de/ ... itglieder/
könnte es auch außergerichtlich klappen.
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Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
ktown
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von ktown »

Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 11:58 Und das ist das Einzige, was sie noch tun kann? Und warum ist es das Einzige??
Weil keiner hier die Fakten in Gänze kennt und kennen wird.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
Christiane356
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Christiane356 »

Tastenspitz hat geschrieben: 08.03.21, 12:08 Nun.
man kann natürlich auch bezahlen. Sicher.
Wenn man aber als absoluter Laie(?) gegen eine Versicherung Ansprüche durchsetzen will, fällt mir im Moment nur der Anwalt ein.
Einzig wenn die Versicherung hier Mitglied ist
https://www.versicherungsombudsmann.de/ ... itglieder/
könnte es auch außergerichtlich klappen.
Die Versicherungf ist in der Liste.
Wie funktioniert das dann?
lottchen
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von lottchen »

Man könnte mal den Namen der Krankenversicherung und die Wörter "Erstattung / Ärger / Streß / Kostenübernahme" und "Auslandskrankenversicherung" oder ähnliches in eine Suchmaschine seiner Wahl eingeben und schauen, was diese so ausspuckt. Ob es möglicherweise viele Betroffene gibt, die auf ihren Kosten trotz Versicherung sitzen geblieben sind oder ob es in anderen Fällen Lösungen gab.
Und man könnte sich mal ans Telefon hängen und intensiv seiner Krankenversicherung hinterhertelefonieren, Ansprechpartner suchen und fragen, wo das Problem liegt und wie man die Kuh vom Eis bekommt. Bei 30.000 Dollar und wenn man keinen Anwalt beauftragen möchte sollte man selber schon ein wenig Aufwand betreiben.

Als Patient ist man selber Vertragspartner des KKH gewesen und man schuldet denen eben die Kosten. Da geht kein Weg dran vorbei. Wenn das Inkassounternehmen einen verklagt wird man ziemlich sicher verurteilt werden. Man kann nur sehen, dass man selber dann gegen seine Versicherung vorgeht und die in Regreß nimmt. Und da wird man um einen Anwalt nicht drumrumkommen, wenn man selber nichts erreicht.

Auf den Versicherungsombudsmann wurde ja schon hingewiesen. Ich weiß allerdings nicht ob der überhaupt was tun kann wenn ja offenbar nicht mal eine Ablehnung der Kostenübernahme vorliegt.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
ExDevil67
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von ExDevil67 »

lottchen hat geschrieben: 08.03.21, 12:22 Man kann nur sehen, dass man selber dann gegen seine Versicherung vorgeht und die in Regreß nimmt. Und da wird man um einen Anwalt nicht drumrumkommen, wenn man selber nichts erreicht.
Zumal, wenn schon das Krankenhaus es nicht geschafft hat die Versicherung zu einer Zahlung zu motivieren, wie soll/will man das selber schaffen. Also wird wohl nur der Weg über das Gericht bleiben. Und bei der Summe die im Raum steht ist man direkt am Landgericht, und dort geht ohne Anwalt nix.
Christiane356
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Christiane356 »

lottchen hat geschrieben: 08.03.21, 12:22 Man könnte mal den Namen der Krankenversicherung und die Wörter "Erstattung / Ärger / Streß / Kostenübernahme" und "Auslandskrankenversicherung" oder ähnliches in eine Suchmaschine seiner Wahl eingeben und schauen, was diese so ausspuckt. Ob es möglicherweise viele Betroffene gibt, die auf ihren Kosten trotz Versicherung sitzen geblieben sind oder ob es in anderen Fällen Lösungen gab.
Und man könnte sich mal ans Telefon hängen und intensiv seiner Krankenversicherung hinterhertelefonieren, Ansprechpartner suchen und fragen, wo das Problem liegt und wie man die Kuh vom Eis bekommt. Bei 30.000 Dollar und wenn man keinen Anwalt beauftragen möchte sollte man selber schon ein wenig Aufwand betreiben.

Als Patient ist man selber Vertragspartner des KKH gewesen und man schuldet denen eben die Kosten. Da geht kein Weg dran vorbei. Wenn das Inkassounternehmen einen verklagt wird man ziemlich sicher verurteilt werden. Man kann nur sehen, dass man selber dann gegen seine Versicherung vorgeht und die in Regreß nimmt. Und da wird man um einen Anwalt nicht drumrumkommen, wenn man selber nichts erreicht.

Auf den Versicherungsombudsmann wurde ja schon hingewiesen. Ich weiß allerdings nicht ob der überhaupt was tun kann wenn ja offenbar nicht mal eine Ablehnung der Kostenübernahme vorliegt.
Danke für die Antwort.
Gegoogelt wurde schon und nichts gefunden. Das sah sie als positiv an und telefoniert wurde viel und hin und hergeschrieben, im vorigen Jahr.
Die KV meinte, dass alles geregelt wird und als meine Freundin bat, dass ihr schriftlich bitte zugesagt wird, dass sie nicht weiter behelligt wird und die Abrechnungsfirma nun alles mit dem Krankenhaus klärt, haben sie das leider nicht schriftlich bestätigt.
Aber siew dachte, das gheht alles seinen Weg.
Das man jetzt sie haftbar dafür machen kann, das hätte sie nie gedacht. Denn im Vertrag stand, dass die Kosten genau dafür übernommen werden.
Warum sollte man sich im Urlaub denn sonst versichern lassen? Gibt es da denn keinen Verbraucherschutz gegen so etwas?
Meine Freundin hat das Gefühl, dass dieVersicherung wohl nicht die Notwendigkeit der Behandlung anerkennen möchte.
Das ist doch krass: Z.B. man bricht sich im Urlaub das Bein und hinterher versucht die Versicherung zu behaupten, dass das Bein nicht gebrochen war und sie dafür nicht bezahlen muss oder wie? Das so etwas möglich sein kann... völlig unverständlich für mich...
ktown
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von ktown »

Auch wenn es jetzt wenig hilft.
Wurde in den USA mit der Versicherung gesprochen und wurde die Kostenübernahme dort schon schriftlich bestätigt?

Meines Erachtens ist es dringend anzuraten sich zumindest eine Erstberatung bei einem Anwalt zu gönnen. Die Wege über einen Ombudsmann oder irgendwelcher Verbraucherorganisationen dauern zu lange und verursachen in dieser Situation (Schreiben eines Inkassobüros liegt vor) sicherlich schnell mehr Kosten.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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lottchen
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von lottchen »

Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 12:38 Gegoogelt wurde schon und nichts gefunden.
Dann scheint die Versicherung schon mal nicht berühmt-berüchtigt für das prinzipielle Abwehren von Schadensersatzansprüchen zu sein. Würde ich auch erst mal positiv sehen. Da ist dann nur die Frage, was am Fall der Freundin so speziell ist, dass das hier im Raum steht.
Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 12:38 Das man jetzt sie haftbar dafür machen kann, das hätte sie nie gedacht.
Nein? SIE hat doch den Behandlungsvertrag unterschrieben nehme ich an. Dann haftet SIE auch. Ist doch eigentlich völlig normal.
Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 12:38 Gibt es da denn keinen Verbraucherschutz gegen so etwas?
Der einem kostenlos zu seinem Recht verhilft? Nein, nicht das ich wüsste. Dafür sind Gerichte und Anwälte da und die kosten Geld.
Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 12:38 Meine Freundin hat das Gefühl, dass dieVersicherung wohl nicht die Notwendigkeit der Behandlung anerkennen möchte.
Das Gefühl nützt ihr nichts. Das bräuchte sie schwarz auf weiß um weiterzukommen. Bis jetzt weiß sie doch gar nicht, was überhaupt das Problem ist.
Christiane356 hat geschrieben: 08.03.21, 12:38 Das ist doch krass: Z.B. man bricht sich im Urlaub das Bein und hinterher versucht die Versicherung zu behaupten, dass das Bein nicht gebrochen war und sie dafür nicht bezahlen muss oder wie?
Die Versicherung wird vermutlich eher behaupten, dass es eine Vorerkrankung gab, z.B. die Glasknochenkrankheit, wodurch das Bein gebrochen ist. Und bei verschwiegenen Vorerkrankungen zahlt keine Versicherung.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
hawethie
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von hawethie »

Die Versicherung wird vermutlich eher behaupten, dass es eine Vorerkrankung gab, z.B. die Glasknochenkrankheit
dann wird die Versicherung das auch irgendwie beweisen können.

Aber mal zum Procedere: ich kenne das bisher nur so, dass ich für Arztleistungen in Vorkasse treten musste und mir das Geld anschließend von der Versicherung wiedergeholt habe. Dass die Vs direkt zahlt... ungewöhnlich.
Ich würde jetzt auch über die Ombudsperson gehen und notfalls der Versicherung mit Klage drohen. Auf keinen Fall an ein Abrechnungszentrum oder so verweisen lassen - der Vertrag besteht mit der Versicherung.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Celestro
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Celestro »

warum die Leute immer zu Briefen greifen, statt einfach mal zum Telefon und die Sache zu klären .... werde ich wohl nie verstehen. :roll:
Christiane356
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Re: Reisekrankenvericherung USA

Beitrag von Christiane356 »

Celestro hat geschrieben: 08.03.21, 16:38 warum die Leute immer zu Briefen greifen, statt einfach mal zum Telefon und die Sache zu klären .... werde ich wohl nie verstehen. :roll:
Weil du hast nichts schriftlich in der Hand und in dem Fall hat sie sogar im letzten Jahr viel telefoniert.
Dein Wort steht am Ende gegen das der Anderen... du kannst nichts beweisen, was du nicht schriftlich hast....
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