Beginn Muttertschutz?

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

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SusanneBerlin
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von SusanneBerlin » 16.02.19, 22:31

ratte1 hat geschrieben:Die AOKs sind nach Bundesländern aufgestellt und alle rechtlich unabhängig voneinander. Daher ist es ein Wechsel zu einer anderen Krankenlasse, die nur mit einer Kündigungsfrist von 2 vollen Monaten zum Monatsletzten erfolgen kann.
Und wenn man in ein anderes Bundesland umzieht und die örtliche AOK nicht kündigt? Endet die Mitgliedschaft mit dem Wegzug automatisch weil die "alte" AOK nicht mehr zuständig ist oder wie läuft das ab?

Oder MUSS der Versicherte kündigen wenn er in ein anderes Bundesland zieht? Was passiert wenn er es einfach nicht macht? OK der neue Arbeitgeber im neuen Bundesland wird einen bei der "richtigen" örtlichen AOK anmelden und damit ist die Mitgliedschaft in der "alten" AOK hinfällig?

Wenn man in einem anderen BL wohnt wie man arbeitet, welche AOK ist dann zuständig?

Man merkt an den Fragen, dass ich noch nie in einer AOK war.
Grüße, Susanne

Stefanie145
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von Stefanie145 » 17.02.19, 09:05

Hallo,

nach einem Umzug in einem anderen Bundesland ist man weiterhin bei seiner bisherigen Krankenkasse (auch bei den AOKen) versichert. Es kann dann halt nur sein, dass man keine Geschäftsstelle mehr vor Ort hat und deshalb die Krankenkasse wechseln möchte, zwingend ist dies jedoch nicht. Bei Arbeitnehmern kann dann zum Beispiel auch der Arbeitgeber aus Bayern bei einer AOK aus dem Norden anmelden. Inwiefern die AOKen geöffnet sind und auch Neumitglieder aus anderen Bundesländern (Regionen) aufnehmen, weiß ich nicht. Es gibt ja zum Beispiel auch BKKen, die nur für bestimmte Regionen (oder Firmen) geöffnet sind. Wenn diese Mitglieder dann umziehen (oder den Arbeitgeber wechseln) können die Mitglieder dort weiterhin versichert bleiben und sind nicht gezwungen die Krankenkasse zu wechseln.

Die Mitgliedschaft der Dame besteht bei der bisherigen Krankenkasse weiter, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass diese zur Zeit ungeklärt ist, da die Krankenkasse zunächst wissen muss, wie es jetzt weiter geht. Teilt man der alten Krankenkasse mit, dass man nahtlos ALG II beantragt und hierfür eine Mitgliedsbescheinigung benötigt, wird man diese auch bekommen. Damit der Krankenkassenwechsel funktioniert, muss der zur Meldung verpflichteten Stelle (im Fall des ALG II Bezuges das Jobcenter) innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedsbescheinigung vorgelegt werden.

Sollte kein Arbeitslosengeld II bewilligt werden (oder nicht nahtlos bewilligt werden und eine Lücke von länger als einem Monat bestehen) muss sich die Dame bei der bisherigen Krankenkasse freiwillig versichern bzw. wird (wenn sie nicht reagiert)dort im Rahmen der obligatorischen Anschlussversicherung beitragspflichtig versichert. Die Beiträge sind dann von der Dame selber zu zahlen. In diesem Fall muss die Dame bei der bisherigen Krankenkasse innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse vorlegen.

Sollte es zwischen Aufhebungsvertrag und ALG II Bezug eine Lücke von kleiner als einen Monat kommen, hat die Dame ein neues Wahlrecht und kann sofort zu der neu gewählten Krankenkasse wechseln. Sollte sie nach einer kurzen Lücke wieder zu der alten Krankenkasse gehen, beginnt die Bindewirkung von 18 Monaten erneut und ein Krankenkassenwechsel zum 01.04.2019 kann nicht erfolgen.

Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse wird die Dame wohl nicht erhalten. Auf Grund des Aufhebungsvertrages hat die Dame keinen Verdienstausfall, der durch das Mutterschaftsgeld kompensiert werden muss. Zudem gibt es weder bei ALG II noch bei einer freiwilligen Versicherung als Erwerbsloser die Möglichkeit einen Anspruch auf Krankengeld bei der gesetzlichen Krankenkasse mit zu versichern.

TG
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von TG » 17.02.19, 10:41

Danke schön, Stephanie 145. Diese Information hätte ich mir von der KK gewünscht. Die Mutter war Anfang Jan.(als sie noch schwanger war) bei der örtl. AOK und hat gesagt, sie möchte gerne örtl. versichert sein, da es einfacher ist, die KK als Ansprechpartner vor Ort zu haben. Somit wurde die alte (mit Hilfe der neuen) gekündigt, und die neue beginnt am 01.04.2019. Die unglücklichen Umstände der vorzeitigen Geburt und Folgen haben alles durcheinander gebracht.
Ich werde jetzt nochmal an die "alte" KK schreiben und dringlichst um Mitgliedbescheinigung bitten. Wenn es keinen Kostenträger gibt, muß´die Muter notfalls selber zahlen.

Es war so gedacht, dass das Kind bei der Mutter versichert sein sollte. Hmmm, wenn noch nicht klar ist, wer zahlt, wäre es wohl besser, das Kind beim Vater familienversichern zu lassen? Gibt es da auch Fristen zu beachten?
Gruß TG

Stefanie145
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von Stefanie145 » 17.02.19, 10:51

Wieso die bisherige Krankenkasse anschreiben? Anrufen geht viel schneller. Bei meiner Krankenkasse werden telefonisch angeforderte Mitgliedsbescheinigungen direkt ausgestellt und versandt.

Das Kind kann bei der Mutter oder beim Vater versichert werden. Antragsfristen gibt es für den Antrag für die Familienversicherung nicht. Da das Kleine ja im Krankenhaus ist, wird das Krankenhaus jedoch vermutlich auch zeitnah die zuständige Krankenkasse wissen wollen, damit der Antrag für die Kostenübernahme der Krankenhauskosten gestellt werden kann.

TG
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von TG » 17.02.19, 11:41

Stefanie145 hat geschrieben:Wieso die bisherige Krankenkasse anschreiben? Anrufen geht viel schneller. Bei meiner Krankenkasse werden telefonisch angeforderte Mitgliedsbescheinigungen direkt ausgestellt und versandt.
Das sagt sich so einfach...Real ist, die KK braucht eine schriftliche Vollmacht für mich. Die Mutter ist überfordert mit all dieser Bürokratie und versteht sowieso nicht, warum was so ist, wie es ist.
Gruß TG

winterspaziergang
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von winterspaziergang » 17.02.19, 11:52

TG hat geschrieben:
Stefanie145 hat geschrieben:Wieso die bisherige Krankenkasse anschreiben? Anrufen geht viel schneller. Bei meiner Krankenkasse werden telefonisch angeforderte Mitgliedsbescheinigungen direkt ausgestellt und versandt.
Das sagt sich so einfach...Real ist, die KK braucht eine schriftliche Vollmacht für mich.
Dennoch gehen schriftliche Anfragen u.U. einen viel zu langen Weg. Anruf und Fax der Vollmacht oder Hinterlegung der Vollmacht wäre eine Möglichkeit.
Die Mutter ist überfordert mit all dieser Bürokratie und versteht sowieso nicht, warum was so ist, wie es ist.
neben ihr am Hörer sitzen, nachdem man ihr gesagt hat, was sie sagen soll, wäre Möglichkeit Nr. 2
Mag ja sein, dass sie aufgrund ihrer Jugend und der Umstände kein Verständnis hat.
Aber dass das hier irgendwie wesentlich anders oder schwieriger läuft als im Heimatland (außer, dass es dort weder Mutterschafts- Elterngeld oder gar ALG-II gibt und die Krankenversicherung nur das nötigste abdeckt) kann man sich jetzt allgemein nicht so recht vorstellen.

TG
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von TG » 22.02.19, 16:55

Update!
Der Aufhebungsvertrag wurde erfolgreich angefochten. Das Arbeitsverhältnis besteht weiter :D . Es lohnt sich, zu kämpfen.
Gruß TG

winterspaziergang
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Re: Beginn Muttertschutz?

Beitrag von winterspaziergang » 22.02.19, 21:48

TG hat geschrieben:Update!
Der Aufhebungsvertrag wurde erfolgreich angefochten. Das Arbeitsverhältnis besteht weiter :D . Es lohnt sich, zu kämpfen.
Glückwunsch.
Allerdings sei der Hinweis erlaubt, dass für die bestehenden Arbeitnehmerrechte andere "gekämpft" haben. Hier musste man sich lediglich darauf berufen.

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