Krankengeld

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Mani751
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Krankengeld

Beitrag von Mani751 »

Hallo,

ich hab da mal ne Frage.

Seit 15 Monaten bekomme ich Krankengeld, wann erfahre ich oder mein Arbeitgeber, dass das Krankengeld ausläuft? Bzw. sollte ich nicht wieder gesund werden bevor das Krankengeld ausläuft, wann kommt der Brief wegen der Aussteuerung zu mir und dem Arbeitgeber?

Danke im Voraus.

winterspaziergang
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Re: Krankengeld

Beitrag von winterspaziergang »

Mani751 hat geschrieben:
01.08.20, 06:53
Hallo,

ich hab da mal ne Frage.

Seit 15 Monaten bekomme ich Krankengeld, wann erfahre ich oder mein Arbeitgeber, dass das Krankengeld ausläuft?
:arrow: Grundsätzlich gilt, dass das Krankengeld wegen derselben Erkrankung 78 Wochen lang innerhalb von drei Jahren (§ 48 SGB V) gezahlt wird. Man muss nicht am Stück krankgeschrieben sein. Die Zeiträume werden zusammengezählt.

Entscheidend ist, dass die Arbeitsunfähigkeit auf demselben, medizinisch nicht ausgeheilten Leiden beruht. Ist man bereits krankgeschrieben und es tritt eine weitere Erkrankung hinzu, wird die Leistungsdauer von 78 Wochen nicht verlängert (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V).
Mani751 hat geschrieben:
01.08.20, 06:53
Bzw. sollte ich nicht wieder gesund werden bevor das Krankengeld ausläuft, wann kommt der Brief wegen der Aussteuerung zu mir und dem Arbeitgeber?

Danke im Voraus.
Schätze beide. Weitere konkrete Auskünfte dürfte man bei einer KK mittels einfachem Anruf erhalten.

FM
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Re: Krankengeld

Beitrag von FM »

Man beachte, dass bei den 78 Wochen (18 Monate) die 6 Wochen Entgeltfortzahlung mit zählen, somit bleiben hier nur noch etwa 1,5 Monate.

Eine Mitteilung an den Arbeitgeber dürfte hier eigentlich gar nicht erfolgen, denn der braucht diese Angabe nicht. Wann genau die Krankenkasse ihren Versicherten informiert, ist nicht verbindlich festgelegt.

Czauderna
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Re: Krankengeld

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
wie schon geschrieben, besteht der Krankengeldanspruch grundsätzlich für 78 Wochen innerhalb eines Drei-Jahreszeitraums. Dabei ist aber zu beachten, dass zur Berechnung sog. Blockfristen gebildet werden, d.h. - um mal ein Beispiel zu gestalten, wenn Herr Mustermann am 01.02.2019 wegen Erkrankung "A" arbeitsunfähig geworden ist, dann wurde damals erstmal geschaut, ob er in den vergangenen drei Jahren, also vom 01.02.2016 - 31.01.2019 auch schon mal wegen der Erkrankung "A" und bei bestehendem Krankengeldanspruch arbeitsunfähig war. Wenn das nicht der Fall war, dann läuft die maßgebende Blockfrist tatsächlich vom 01.02.2019 - 31.01.2022. Herr Mustermann ist durchgehend arbeitsunfähig. Der Krankengeldanspruch endet nach 546 Tagen (78 Wochen), das wäre der 31.07.2020 (wird nicht ganz genau stimmen - ich habe jetzt auf die genau Berechnung der 546 Tage verzichtet, sondern nur die 78 Wochen genommen).
Wie erfährt nun Herr Mustermann von diesem Leistungsende - Ich kenne es aus meiner Praxis noch so, dass wir am 480. Leistungstag, das wäre hier etwa um den 01.06.2020 herum gewesen, die genaue Berechnung des Leistungsendes vorgenommen hätten und dies dem Versicherten schriftlich mitgeteilt haben. In dieser Mitteilung haben wir dann auch dringend empfohlen, sich unter Vorlage dieses Bescheides beim Arbeitsamt zu melden, damit kein finanzieller Schaden ab dem 01.08.2020 entstehen kann. Der Arbeitgeber wurde von uns nicht gesondert informiert, das oblag Herrn Mustermann selbst.
Gruss
Czauderna

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