durch wen kranken versichert?

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Rhawik
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durch wen kranken versichert?

Beitrag von Rhawik » 10.02.09, 10:36

hallo .
jaaa,ich schon wieder :D !!!
Also folgendes:durch wen ist man krankenversichert,wenn man kein hartz 4 alg 2 oder sonst irgentetwas bezieht?Meine Stieftochter hat im letzten halben Jahr eine Schule besucht,um ihr Fachabi zu absolvieren.sie bezog für diese Zeit Bafög und Kindergeld.nun musste sie nach diesem halben Jahr abbrechen und hat keinen Anspruch auf staatliche hilfe.Frage,durch wen wird sie weiter krankenversichert?????Sie ist 23 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund zusammen,der berufstätig ist.Hoffe diese Info reicht für eine Antwort.
gruß rh

SoFa74
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Beitrag von SoFa74 » 10.02.09, 11:37

Hallo Rhawik!

In so einem Fall muss man seine Krankenversicherung selbst durch Zahlung freiwilliger Beiträge sicherstellen. Eine Familienversicherung kommt nicht in Frage, da sie die Altersgrenze überschritten hat. Anderweitig zahlt auch niemand Beiträge, ergo muss sie sich selbst drum kümmern. Kann sie die frw. Beiträge nicht aufbringen, gäbe es noch die Möglichkeit, sich als sogenannte "Nichtversicherte" versichern zu lassen, aber selbst das kostet Beiträge (wenn auch geringere als eine Freiwillige Mitgliedschaft).

HTH,


SoFa74

Kobayashi Maru
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Beitrag von Kobayashi Maru » 10.02.09, 11:45

Welche KKLeistungen kann so ein Nichtversicherter in Anspruch nehmen? Ist ein Nichtversicherter bei der GKV nichtversichert oder wie funktioniert das?
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

Rhawik
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Beitrag von Rhawik » 10.02.09, 12:50

oki ,dann weiss ich jetzt bescheid.danke dir sofa :wink:
gruß rh

Biber
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Beitrag von Biber » 10.02.09, 13:00

SoFa74 hat geschrieben:Eine Familienversicherung kommt nicht in Frage, da sie die Altersgrenze überschritten hat.
Quelle?
[size=75]Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.[/size]
[size=75]Sapere Aude![/size] [size=50](Kant)[/size]

chatterhand
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Beitrag von chatterhand » 10.02.09, 13:11

Hallo Rhawik,

ein Gespräch mit der Kasse, bei der sie zuletzt versichert war, dürfte Klarheit bringen.
Um das hier zu diskutieren, fehlen wohl noch ein paar Infos...
Und: schließe mich Biber an. Es könnte durchaus sein, daß hier doch (noch) ein Anspruch auf Familienversicherung nach § 10 SGB V besteht.
chatterhand
Alle Angaben ohne Gew(a)ehr

SoFa74
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Beitrag von SoFa74 » 10.02.09, 13:16

Biber hat geschrieben:Quelle?
§ 10 Abs. 2 Nr. 2 SGB V:

(2) Kinder sind versichert
[...]
2. bis zur Vollendung des dreiundzwanzigsten Lebensjahres, wenn sie nicht erwerbstätig sind, [...]


Demzufolge dürfte Familienversicherung hier ausscheiden.

Gruss,


SoFa74

Rhawik
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Beitrag von Rhawik » 10.02.09, 15:14

Hallo nochmal zusammen.
Also,erst einmal besten dank für die schnellen Antworten.
Aber sie hat das 23 lebensjahr ,ja noch nicht abgeschlossen,erst mit 24 oder zählen die das anders????gruß rh

windalf
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Beitrag von windalf » 10.02.09, 15:26

Nein das 23. Lebensjahr beginnt unmittelbar mit dem 22. Geburtstag und endet mit dem 23. Geburtstag.

Wer gerade geboren wird befindet sich doch auch in seinem ersten Lebensjahr und nicht im nullten...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Stefanie145
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Beitrag von Stefanie145 » 10.02.09, 19:56

Kobayashi Maru hat geschrieben:Welche KKLeistungen kann so ein Nichtversicherter in Anspruch nehmen? Ist ein Nichtversicherter bei der GKV nichtversichert oder wie funktioniert das?
Personen, welche nach § 5 Absatz 1 Nummer 13 SGB V in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, werden dem Personenkreis der "Nichtversicherten" zugeordnet. Hierbei handelt es sich lediglich um die interne Bezeichnung.
Solange die Beiträge gezahlt werden, haben die "Nichtversicherten" den normalen Leistungsanspruch wie alle anderen Versicherten auch.

Die Beiträge der Nichtversicherten haben in der Regel die selbe Berechnungsweise wie die Beiträge für eine frw. Versicherung und sind in der gleichen Höhe.

Janis B.
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Beitrag von Janis B. » 11.04.09, 21:29

Also das verstehe ich nun gar nicht. Wieso gibt es den Staus des "Nichtversicherten", wenn man für diesen Status die gleiche Berechnungsgrundlage und auch die gleiche Höhe der Beiträge hat, wie ein "Versicherter"?

Wo ist genau der Unterschied? Ein Nichtversicherter, ist ein Nichtversicherter doch wohl deshalb, weil er keine Beiträge zahlen kann und sich nicht anderweitig mitversichern (Familie, Ehepartner) kann, oder sehe ich das falsch?

Hier gibt es doch die völlige Augenwischerei gesetzlich. Man muß krankenversichert sein. Aber was ist mit jemandem, der z.B. keinen festangestellten Job findet und z.B. nur einen Nebenjob hat, der die 400.- Euro Grenze nicht überschreitet - der z.B. von schwankenden Einnahmen lebt, die sich zwischen 250 und 350 Euro befinden und der dadurch grad eben überleben kann, weil er ein superbilliges Zimmer hat und das aber mit seiner Ex unter einem Dach in verschiedenen Zimmern - also getrennt, aber weiß Gott kein Geld, um sich von diesen Einnahmen auch krankenzuversichern und der auch von der Arge im Stich gelassen wurde, ebend aus dem Grund, dass er noch mit seiner Ex unter einem Dach lebt - zumindest ist da eine lange Zeitspanne, wo er noch auf die Hauptverhandlung mit der Arge warten muß, weil er Widerspruch eingelegt hatte gegen die Ablehnung der Unterstützung und selbst eine eA nichts gebracht hatte. Und er hat Angst umzuziehen, weil er nicht weiß, ob es dann bei der nächsten Arge wieder ganz lange dauert (die haben ja 6 Monate Zeit, soviel ich weiß), bis der Antrag entschieden ist und er dann Schwierigkeiten bekommt eine Miete für die neue Wohnung zu bezahlen und die womöglich gleich wieder los ist und dann auch noch obdachlos wird.

Was soll er tun und besonders, weil dieser Zustand schon knapp über ein Jahr so besteht? Und die Krankenkasse schreibt ihm nun, dass er die Beiträge zahlen soll - es sind schon ca. 2000 Euro. Wo soll er die nun hernehmen? Die Krankenkasse will nun nicht mehr warten auf die Hauptverhandlung mit der Arge und das kann dann nochmal 6 oder mehr Monate so gehen, weil niemand weiß, wann die Hauptverhandlung ist.

Solche Menschen in so einer Situation sind doch völlig verloren. Es gibt ja niemanden mehr in diesem Staat, der dann noch zuständig wäre. Oder doch?

Hier stimmt doch was nicht.

Dummerchen
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Beitrag von Dummerchen » 11.04.09, 22:39

Janis B. hat geschrieben: Solche Menschen in so einer Situation sind doch völlig verloren. Es gibt ja niemanden mehr in diesem Staat, der dann noch zuständig wäre. Oder doch?
Derjenige koennte sich m.W. an das zustaendige Amt wenden und ALGII beantragen. Dann wird der Bedarf innerhalb der Bedarfsgemeinschaft berechnet, aber so weit ich weiss wird dadurch eine Krankenversicherung begruendet, auch wenn unter dem Strich keine Leistung bezogen wird.

Allerdings erwartet das Amt im Gegenzug, dass man sich um Arbeit bemueht.

FM
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Beitrag von FM » 12.04.09, 13:14

Dummerchen hat geschrieben: Derjenige koennte sich m.W. an das zustaendige Amt wenden und ALGII beantragen. Dann wird der Bedarf innerhalb der Bedarfsgemeinschaft berechnet, aber so weit ich weiss wird dadurch eine Krankenversicherung begruendet, auch wenn unter dem Strich keine Leistung bezogen wird.
Nicht ganz richtig. Eine Versicherung nach dieser Variante besteht nur, wenn Lesitungen bezogen werden, also mindestens 1 Cent.

Es kann noch den Fall geben, daß jemand erst mal rechnerisch keinen Anspruch hat, nach Zahlung der KV/PV-Beiträge aber doch. In diesem Fall erhält er einen Zuschuß zu den Beiträgen bis zu der Höhe, daß Hilfebedürftigkeit vermieden wird.

Dann gibt es aber auch Fälle, wo das alles nicht zutrifft.
, weil er ein superbilliges Zimmer hat und das aber mit seiner Ex unter einem Dach in verschiedenen Zimmern - also getrennt, aber weiß Gott kein Geld, um sich von diesen Einnahmen auch krankenzuversichern und der auch von der Arge im Stich gelassen wurde, ebend aus dem Grund, dass er noch mit seiner Ex unter einem Dach lebt - zumindest ist da eine lange Zeitspanne
Damit ist wohl die Trennungsphase vor einer Scheidung gemeint und innerhalb der Ehewohnung. Da besteht zwar im Sinne des SGB II keine Bedarfsgemeinschaft mehr, aber immer noch Familienversicherung in der GKV, d.h. das Problem stellt sich gar nicht. Außerdem hat er Unterhaltsanspruch gegen seine Frau. Erfüllt diese ihn nicht, kann er AlG II erhalten, die Behörde nimmt Regress bei der Frau.

Schwieriger wäre es bei einem nicht verheiratetem Paar, da hier weder Unterhaltsanspruch noch Familienversicherung besteht, sondern nur eine Unterhaltsvermutung. Wenn der Bedürftige Partner seine KV/PV-Beiträge nicht bezahlt und dadurch schnell hohe Schulden auflaufen (da mit 60 % verzinst), wäre das ein Indiz dafür, daß doch keine Einstandsgemeinschaft vorliegt, denn sonst würde der verdienende Partner das vermutlich bezahlen.

kirchturm
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Beitrag von kirchturm » 12.04.09, 13:49

FM hat geschrieben: Wenn der Bedürftige Partner seine KV/PV-Beiträge nicht bezahlt und dadurch schnell hohe Schulden auflaufen (da mit 60 % verzinst), wäre das ein Indiz dafür, daß doch keine Einstandsgemeinschaft vorliegt, denn sonst würde der verdienende Partner das vermutlich bezahlen.
Da widerspreche ich energisch. Wenn die bloße Nichtzahlung irgendwelcher Zahlungsverpflichtungen einen Sozialleistungsanspruch begründen könnte, wäre dem Missbrauch Tür und Tor sperrangelweit geöffnet.
Hohle Gefäße geben mehr Klang als gefüllte. Ein Schwätzer ist meist ein leerer Kopf. ([url=http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Platen]August von Platen[/url])

windalf
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Beitrag von windalf » 12.04.09, 16:05

Wenn die bloße Nichtzahlung irgendwelcher Zahlungsverpflichtungen
Was für eine Verpflichtung? Die Verpflichtung zu zahlen trifft den Bedürftigen nicht den Partner. Wenn der nicht zahlen kann aber gesetzlich verpflichtet ist zu zahlen ist der ohne Zweifel bedürftig...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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