Zusmmenziehen trotz Hartz4

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angelofhope39
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Zusmmenziehen trotz Hartz4

Beitrag von angelofhope39 »

Hallo zusammen,
ich habe einen 400 Eurojob und beziehe zuzüglich Alg.2. Nun möchte ich mit meinem Freund zusammenziehen.Er ist am arbeiten , kann uns aber nicht beide trotz meines Jobs durchziehen.
Was also passiert mit meinem Alg.2 wenn wir zusammenziehen würden???
Ausserdem bin ich nach der Scheidung nicht mehr KV versichert. Wie läuft das dann??? Heiraten wollen wir beide definitiv nicht. Und mehr arbeiten kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht . .

maconaut
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Re: Zusmmenziehen trotz Hartz4

Beitrag von maconaut »

angelofhope39 hat geschrieben: Ausserdem bin ich nach der Scheidung nicht mehr KV versichert.
Auch ALG2-Empfänger sind KV-pflichtig, insofern kann man da nicht mehr unversichert sein.

Achja - ansonsten bildet man in einem Haushalt eine Bedarfsgemeinschaft, d.h. alle Einkommen (der 400-Euro-Job und das Gehalt des Partners) werden in einen Topf geworfen ebenso wie der Leistungsbedarf der Gemeinschaft. Und dann wird geschaut, ob die Eigenleistung (=Einkommen) niedriger ist als der Leistungsbedarf und danach wird entschieden ob es zusätzliche Leistungen gibt - wie z.B. ALG2, Wohngeld etc.

angelofhope39
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Beitrag von angelofhope39 »

Und wie ist das wenn der Partner erklärt das er nicht bereit ist den unterhalt zu zahlen. Kann man ihn zwingen???

maconaut
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Beitrag von maconaut »

Verstehe ich das richtig? A und B sind ein Paar und wollen zusammenziehen. A sagt aber "Durchfüttern tue ich dich nicht!" und B erwägt dann auf Unterhalt zu klagen? Das Vorhaben (also das Zusammenziehen) ist imho von vornherein gescheitert. So kann man nicht zusammen leben...

Aber von vorne - nein, zum Unterhalt gezwungen werden kann der Partner nicht, es bleibt in dem Fall nur der Auszug.

angelofhope39
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Beitrag von angelofhope39 »

Er kann mich nicht mit durchfütten, da er selber ja nicht viel hat. . .

maconaut
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Beitrag von maconaut »

angelofhope39 hat geschrieben:Er kann mich nicht mit durchfütten, da er selber ja nicht viel hat. . .
wie ist das wenn der Partner erklärt das er nicht bereit ist den unterhalt zu zahlen. Kann man ihn zwingen???
Aha - wie will man den Partner der nichts hat zum Unterhalt zwingen? Einem nackten Mann in die Tasche greifen?

Die Antwort ist also klar denke ich...

pcwilli
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Beitrag von pcwilli »

angelofhope39 hat geschrieben:Er kann mich nicht mit durchfütten, da er selber ja nicht viel hat. . .
Wenn er dies der betreffenden Arge glaubhaft belegt, wird Ihnen wohl Hartz4 zustehen. Dies wird man Ihnen da schon sagen ob gezahlt wird oder nicht.
Zerstreutheit ist ein Zeichen von Klugheit und Güte. Dumme und boshafte Menschen sind immer geistesgegenwärtig. (Zitat von Charles Joseph Fürst von Ligne)

crazyminx
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Wohnen auf Probe

Beitrag von crazyminx »

Hallo,

ich weiß der Beitrag ist shcon sehr alt, aber vielleicht hilfts ja doch noch.

Im SGB2, §7 Abs. 3 heißt es, dass man eine Bedarfsgemeinschaft ist, wenn bei Unverheirateten der wechselseitige Wille da ist, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen.
Dies ist laut Abs 3a so, wenn:
(3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner
1. länger als ein Jahr zusammenleben,
2. mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
3. Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
4. befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.


Man ist dann keine Bedarfs,- sondern eine Haushaltsgemeinschaft.
Dafür gibts die Anlage VE (die durch die Sachbearbeiterin meines Freundes sogar ohne irgendwas gleich rausgegeben wurde), die man mit abgeben muss.

Dann wird kein Einkommen des Partners angerechnet, sondern halt die Kosten wie Miete etc. neu berechnet, da der Partner sich daran ja nunmal beteiligt.

Es gibt auch ein Gerichtsurteil über "Wohnen auf Probe", aber das hab ich grad nicht gefunden.

maconaut
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Beitrag von maconaut »

Im Grunde ist es ganz einfach. Der Bedarf (Lebenshaltungskosten) und die Leistung (Einkommen) der Bedarfsgemeinschaft werden ermittelt und wenn der Bedarf höher ist als die Leistung, könnte ein Anspruch auf ergänzende Sozialleistungen bestehen. Wenn nicht, dann nicht.

Wenn die Einkommen beider für den gemeinsamen Haushalt nicht ausreichen (nach den gesetzlichen Maßgaben), dann gibt es eben staatliche Leistung dazu. Reichen sie aus, dann muss man ohne Zusatz auskommen - wenn es einem der Partner zu teuer wird, bleibt wohl außer der Trennung nichts übrig.

Entweder will man zueinander und dann steht man auch füreinander ein - oder man lässt es.

crazyminx
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Beitrag von crazyminx »

Prinzipiell hast du recht ... aber ich habe auch mit meinem Ex-Mann getrennte Konten gehabt (und der hat gearbeitet)...

Nur weil ich mit meinem Partner zusammenziehe will und kann ich nicht gezwungen sein (jedenfalls nicht sofort) für ihn und seine Kinder, die ebenfalls bei uns leben, aufzukommen.
Wir sind zusammengezogen, um zu sehen ob es als Familie klappt!!

Und natürlich hoffen wir um alles in der Welt dass es klappt- und noch mehr, dass er endlich die Arbeit antreten kann wegen der er zu mir gezogen ist ... und wenn alles klappt stehen wir füreinander ein....

Aber der Gesetzgeber gibt einem das recht das zu testen ... und ich denke das ist okay so.
Nur weil man zusammenzieht heißt es ja nicht automatisch, dass einer für den anderen alles übernehmen muss....
Wie gesagt - bei zwei Arbeitnehmern ist das auch nicht der Fall.

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