Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

DaveKing
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 25.07.07, 01:26

Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von DaveKing »

Person ist 22 Jahre und Schwerbehindert (Grad 70). Kann wegen eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit nur Halbtags arbeiten.

Ist dem so, dass man durch Schwerbehinderung eine sogenannte Grundsicherung beantragen kann? Theorie: Schwerbehinderter geht Halbtags arbeiten und erhält Zusatzleistungen.

Oder muss ein Schwerbehinderter sich mit weniger Geld zufrieden geben, nur weil er körperlich nicht länger arbeiten und damit auch nicht mehr verdienen kann?
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20073
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von FM »

Wenn er halbtags arbeitet, ist er offensichtlich nicht erwerbsunfähig. Sollte das Einkommen für den Lebensunterhalt nicht ausreichen, kann er ergänzend Arbeitslosengeld II bekommen.

Weniger als ein Vollzeiteinkommen ist das natürlich schon. Ob die Differenz (zu was genau eigentlich?) anderweitig ausgeglichen wird, hängt insbesondere von der Ursache ab. Wenn z.B. ein Arbeitsunfall die Schwerbehinderung verursachte, gibt es eine Rente von der Unfallversicherung, wenn ein Dritter schuld war ist dieser schadensersatzpflichtig.
DaveKing
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 25.07.07, 01:26

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von DaveKing »

Das nennt sich doch dann "beschränkt erwerbstätig" oder?

Differenz zu einem Lohn den man bei Vollzeitarbeit erlangen würde. Also ein finanziell ein schlechteres Leben führen nur weil man körperlich nicht länger (Vollzeit) arbeiten kann?

Die Schwerbehinderung in diesem Fall ist angeboren. Das Krankheitsbild ist eine schnelle Erschöpfung weil einfache Dinge mehr als normal anstrengen.
Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8594
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Chavah »

Also, mal fikiv folgenden Fall: Herr Ackermann von der deutschen Bank ist behindert. Er kann nur 50 % arbeiten. ERhält statt 7 Millionen im Jahr nur 3,5 Millionen. Weil er behindert ist, soll jetzt wer auch immer sein Gehalt um 3,5 Mille aufstocken?

Wieso macht sich eigentlich immer mehr die Meinung breit, dass es Lebensschicksal nicht gibt? Dass immer irgend jemand (im Zweifel der Staat) eben für dieses persönliche Schicksal eintreten muss? Nur nicht man selbst?

Chavah
kirchturm
FDR-Moderator
Beiträge: 4793
Registriert: 02.02.07, 18:46
Wohnort: NRW

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von kirchturm »

Punkt
Hohle Gefäße geben mehr Klang als gefüllte. Ein Schwätzer ist meist ein leerer Kopf. ([url=http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Platen]August von Platen[/url])
DaveKing
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 25.07.07, 01:26

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von DaveKing »

Aha wer schwerbehindert ist hat also einfach Pech gehabt und muss deshalb mit viel weniger klarkommen? Der Wille Vollzeit zu arbeiten wäre in diesem Fall vorhanden, aber körperlich ist es nicht möglich.
Mit den meisten Halbtagsjobs komm man nichtmal auf 1000€. Und das ist fast der Mindestbetrag der nötig ist. Wohnung, Auto (Kleinwagen um überhaupt mobil zu sein), Medikamente, Behandlungskosten. Das reicht doch vorne und hinten nicht.
Ein Schwerbehinderter darf also am Ende des Monats nichts mehr übrig haben, weil er halt Pech gehabt hat?
Und das Beispiel mit dem doppelten Gehalt ist wohl ziemlich übertrieben.

Jedenfalls habe ich das nur so gehört, dass ein Schwerbehinderter einen Halbtagsjob macht und dazu noch 300€ vom Staat bekommt. Er nannte das Grundsicherung / Schwerbehindertenrente. Nur kann kein Amt mit dem Begriff was anfangen. Und Rente gibt es ja normalerweise nur wenn man schon gearbeitet hat.
flokon
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3653
Registriert: 05.01.07, 06:32
Wohnort: Wetter/Ruhr

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von flokon »

DaveKing hat geschrieben: Jedenfalls habe ich das nur so gehört, dass ein Schwerbehinderter einen Halbtagsjob macht und dazu noch 300€ vom Staat bekommt. Er nannte das Grundsicherung / Schwerbehindertenrente. Nur kann kein Amt mit dem Begriff was anfangen. Und Rente gibt es ja normalerweise nur wenn man schon gearbeitet hat.
Ist die betreffende person in genau der gleichen Situation wie Du?
Alleinstehend, gleiche Miethöhe, ähnliche krankheit/Behinderung.

Je nachdem wie Nahe ihr Euch steht, frag ihn doch mal was er genau für zusatzleistungen bekommt, nach welchem §.
Chavah
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8594
Registriert: 06.02.05, 10:23

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Chavah »

Rente bekommt man, wenn man eingezahlt hat, mindestens 5 Jahre. Grundsicherung bekommt man, wenn der Verdienst nicht langt, man aber andererseits nicht in der Lage ist, mehr als 3 Stunden pro Tag zu arbeiten und der eigene Verdienst nicht ausreicht für die Bestreitung des Lebensunterhaltes. Ansonsten ist man auf Antrag Aufstocker bei der ARGE oder aber man bekommt Wohngeld.

Chavah
Gerd aus Berlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6395
Registriert: 10.01.05, 04:39
Wohnort: Berlin

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Einen Rechtsanspruch auf ein Tarifgehalt für eine fiktive 40-Stunden-Woche gibt es nicht!

Schon gar nicht, wenn man nur 20 Stunden arbeitet - da geht es Behinderten nicht schlechter als studentischen Hilfskräften und Teilzeit-Müttern: Wozu also das Jammern?

Umgekehrt ist es: Es gibt keine Höchst-Sicherung (á la Tarif), sondern eine Grundsicherung. Die kriegen alle Behinderten und alle Alleinerziehenden ohne Job und alle Langzeitarbeitslosen ohne Job: Da gibt es keinen Unterschied zwischen arm dran und Arm ab :lol: .

Und von da aus gibt es Vorteile für Teilzeitler wie Behinderte und Teilzeit-Mütter usw.: Nämlich bis zu 310,- mehr im Monat als für alle anderen, die gar nicht arbeiten können, weil sie keinen Job finden können:

Und bei erwerbsunfähigen Menschen, u.a. Behinderten, die Grusi nach dem SGB XII kriegen, gibt es auch mehr, wenn sie daneben noch teilzeit arbeiten können: http://www.hamburg.de/infoline-archiv-2 ... b-xii.html

Also ist man schon privilegiert, wenn man überhaupt arbeiten kann. Man jammert also auf relativ hohem Niveau.

Falls das Mehr-Geld aber immer noch nicht für ein Auto reicht, sollte man kucken:
A) Andere Arme haben auch kein Auto.
B) Behinderte haben extra Privilegien beim Erwerb und Versteuern eines Autos - sogar beim behindertengerechten Umbau ....____------>>>>

Darüber sollte man sich mal erkundigen beim Jammern auf hohem Niveau!

"Medikamente, Behandlungskosten": Das Dilemma (jenseits der Zuzahlung) haben alle Kranken, nicht nur Behinderte. Hat also bei dem Thema höchstens agitatorische Bedeutung :D .

Gruß aus Berlin, Gerd
Recht beratungsresistant
ist und bleibt der Querulant.

"I’m a poet, and I know it,
hope I don’t blow it." Bob Dylan
Zollkodex-Ritter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 672
Registriert: 03.06.07, 22:11

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Zollkodex-Ritter »

Gerd aus Berlin hat geschrieben:
Falls das Mehr-Geld aber immer noch nicht für ein Auto reicht, sollte man kucken:
...
B) Behinderte haben extra Privilegien beim Erwerb und Versteuern eines Autos - sogar beim behindertengerechten Umbau ....____------>>>>
So viel kann ich gar nicht essen, wie ich gerade kotzen möchte...

Privilegien beim Erwerb eines Autos, wenn man nur mit Auto mobil sein kann? Privilegien, wenn man es für tausende Euros behindertengerecht Umbauen lassen muss?

Das sind Nachteilsausgleiche.

Und keinesfalls Jammern auf hohem Niveau.
DaveKing
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 25.07.07, 01:26

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von DaveKing »

Um die Aussage nochmal in Erinnerung zu rufen, es wird kein normales Einkommen angestrebt. Lediglich ein kleines Polster.

Und ich denke nicht, dass es Jammern ist. Viel mehr nur die Suche nach dem was einem in der Situation zusteht.
Warum immer knapp bei Kasse sein, wenn man Unterstützung erhalten kann?
Und das Auto muss sein, weil eine andere Art der Mobilität in diesem Fall nicht möglich ist. Und es ist jetzt auch kein unnötig teures Auto, sondern ein einfaches Fortbewegungsmittel.
Thema Behandlungskosten haben eben nicht alle Kranken. Bei vielen ist ja eine Besserung nach der Therapie zu erwarten. Was aber bei Behandlungen die den Zustand nur beibehalten, aber nicht bessern können nicht der Fall ist.

Ist jetzt halt die Frage welche Stelle dafür Zuständig ist. Ein Stelle verweist auf eine andere wo wieder keiner von diesem Thema jemals gehört hat, usw.
Gerd aus Berlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6395
Registriert: 10.01.05, 04:39
Wohnort: Berlin

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Zollkodex-Ritter hat geschrieben:So viel kann ich gar nicht essen, wie ich gerade kotzen möchte...

1.) Privilegien beim Erwerb eines Autos, wenn man nur mit Auto mobil sein kann? Privilegien, wenn man es für tausende Euros behindertengerecht Umbauen lassen muss?

2.) Das sind Nachteilsausgleiche.

3.) Und keinesfalls Jammern auf hohem Niveau.
Kotzen Sie ruhig weiter. Eigentlich ist dies Forum aber eher auf Argumente abonniert.

3.) Das hohe Niveau bezog sich auf Behinderte, die soviel Geld verdienen bei nur Halbzeit-Arbeit, dass sie noch nicht einmal mehr ALG II bekommen. Diese haben sogar mehr als 310,- im Monat mehr als Behinderte (und Nicht-Behinderte) ohne Job!

Das ist fast die ganze Regelleistung (359,- bei Singles), also knapp 100 % über dem Nötigsten! Wenn nicht bei 100 % über dem Normalen, wann beginnt dann für Sie "hohes Niveau"?

2.) Zwecks "Nachteilsausgleichs" kann der Staat auch ein "Steuerprivileg" spendieren, wie z. B. den Steuernachlass nach § 3a KraftStG. Dazu schreibt der Behinderten-Experte:
  • Unproblematisch ist die Beförderung von Reisegepäck für die Mitreisenden sowie die gelegentliche Mitnahme von Sportgeräten (Surfbrett, Sportboot oder Segelflugzeug). Auch ein Wohnwagenanhänger für Urlaubszwecke gefährdet nicht das Steuerprivileg.
1.) Privileg 1.a)"Die meisten Fahrzeughersteller gewähren jedoch einen Rabatt, wenn man einen Schwerbehindertenausweis vorlegt."

1.b) "Darüber hinaus bezuschussen staatliche Stellen wie die Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise die Landesversicherungsanstalten den Neuwagenkauf." (ebenda)

1.c) "Zu dem Fahrzeugpreis fallen noch Kosten für die Umrüstung beziehungsweise die behinderungsbedingte Zusatzausstattung an, die jedoch in vollem Umfang übernommen werden kann." (ebd.)

1.d) "Von der Kfz-Steuer kann man sich befreien lassen." (ebd.; s. o.)

Gute Besserung aus Berlin, Gerd
Recht beratungsresistant
ist und bleibt der Querulant.

"I’m a poet, and I know it,
hope I don’t blow it." Bob Dylan
Gerd aus Berlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6395
Registriert: 10.01.05, 04:39
Wohnort: Berlin

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Gerd aus Berlin »

DaveKing hat geschrieben:Ist jetzt halt die Frage welche Stelle dafür Zuständig ist. Ein Stelle verweist auf eine andere wo wieder keiner von diesem Thema jemals gehört hat, usw.
Krankenkasse und Pflegekasse und Agentur für Arbeit sind zuständig - wenn die oben genannten Helferlein wie Berufsgenossenschaft, Unfallversicherung und gegenerische Haftpflicht(versicherung) wegfallen.

Und dann gibt es noch das ALG II, das sieht einen Mehrbedarf vor - durch den man eben erst Bedarf an ALG II bekommen könnte:
  • (4) Erwerbsfähige behinderte Hilfebedürftige, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 des Neunten Buches sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 des Zwölften Buches erbracht werden, erhalten einen Mehrbedarf von 35 vom Hundert der nach § 20 maßgebenden Regelleistung. Satz 1 kann auch nach Beendigung der dort genannten Maßnahmen während einer angemessenen Übergangszeit, vor allem einer Einarbeitungszeit, angewendet werden.
    http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__21.html
Dazu kommen seit Februar noch "laufende unabweisbare Sonderbedarfe" laut Bundesverfassungsgericht, s. bei der Agentur für Arbeit.

Und dann gibt es noch die Ausnahmeformel im SGB XII, das muss man beim Sozialamt beantragen, das kann es auch extra geben, also ohne sonstige Sozialhilfe:
  • § 73 Hilfe in sonstigen Lebenslagen
    Leistungen können auch in sonstigen Lebenslagen erbracht werden, wenn sie den Einsatz öffentlicher Mittel rechtfertigen. Geldleistungen können als Beihilfe oder als Darlehen erbracht werden.
DaveKing hat geschrieben:Thema Behandlungskosten haben eben nicht alle Kranken. Bei vielen ist ja eine Besserung nach der Therapie zu erwarten. Was aber bei Behandlungen die den Zustand nur beibehalten, aber nicht bessern können nicht der Fall ist.
Chroniker zahlen auch jahrelang, deshalb zahlen sie auch nur 1 % ihres Einkommens zu (Noch'n Privileg, würde Heinz Erhard scherzen, aber ich genieße es ja auch :D ).

Und dann gibt es noch die rezeptfreien Medikamente, die vielen Leuten Ärger bereiten, die sie dennoch in Massen benötigen und zu wenig Geld haben. Kennick ooch! Da gibt es eine Liste, nach der dennoch die Kasse zahlt. Und beim Rest muss man halt umsteigen auf rezeptpflichtige Sachen - oder aber oben kucken und ALG II beantragen laut BVerfG.

Gruß aus Berlin, Gerd
Recht beratungsresistant
ist und bleibt der Querulant.

"I’m a poet, and I know it,
hope I don’t blow it." Bob Dylan
Zollkodex-Ritter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 672
Registriert: 03.06.07, 22:11

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von Zollkodex-Ritter »

Nach allgemeiner Definition ist ein Privileg ein Vorrecht, dass einzelnen Personen oder Personengruppen gewährt wird. Privilegien stellen diese Personen besser gegenüber anderen. Ist eine Person, die eine Gehbehinderung hat, deren Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist (das bedeutet, dass diese Person aus körperlichen Gründen nicht dazu in der Lage ist, 2 km in einer halben Stunde nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder Gefahren gehen kann), und sie deshalb einen Rechtsanspruch auf eine 50%ige KFZ-Steuerermäßigung hat, gegenüber einer gesunden Person priviligiert? Wohl kaum.

Das deutsche Schwerbehindertenrecht ist nicht auf die Gewährung von Privilegien ausgelegt, sondern gewährt Nachteilsausgleiche. Deshalb differenziert es anhand den versorungsmedizinischen Grundsätzen die Abweichungen gegenüber dem Regelzustand individuell und aufgrund des festgesetzten Grad der Behinderung werden Nachteilsausgleiche gewährt.

Deshalb spricht der Gesetzgeber nicht von Privilegien, sondern von Nachteilsausgleichen. Wenn ein "Behinderten-Experte" auf einer privaten Internetseite von Privilegien spricht, dann spricht das nicht für sein Expertentum.

Kein Behinderter will gegenüber dem Gesunden privilegiert sein, er will nur seine behinderungsbedingten Nachteile ausgeglichen haben, um normal am Leben teilnehmen zu können.

Zu den Privilegien beim Neuwagenkauf:
http://www.bbab.de/pdf/autokauf.pdf
Diese Rabatte gegenüber dem Listenpreis kann jeder selbst problemlos heraushandeln und diese privatrechtlich gewährten Rabatte sind auf bestimmte Modelle beschränkt. Das nimmt praktisch so gut wie niemand, der betroffen ist, wahr, da sich höhere Rabatte oder besser ausgestattete Fahrzeuge wie Sondermodelle für das selbe Geld anschaffen lassen.

Zu der staatlichen Unterstützung beim Neuwagenkauf:
Die Zuschüsse sind in der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung geregelt. Die dort genannten Bedingungen sind hoch spezifisch und müssen erst mal erfüllt werden, was in der Praxis selten der Fall ist. http://www.integrationsaemter.de/files/ ... _12_06.pdf
Daraus zu schließen, dies sei ein Privileg, dass Schwerbehinderte automatisch haben, ist falsch.

Und zu guter letzt:
Nicht jeder Schwerbehinderte gilt als chronisch Krank im Sinne der 1%-Regelung.

Wäre dieses Forum auf Argumente abonniert, könnte mann mehr als die Hälfte der Beiträge in diesem Thema ersatzlos streichen.
RHW
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 229
Registriert: 24.05.10, 00:16

Re: Schwerbehinderung - Zusatzleistungen?

Beitrag von RHW »

Hallo,
Unterstützung gibt es in bestimmten Situationen auch von den Integrationsämtern:
z.B. behindergerechte Änderungen des Arbeitsplatzes, des Kfz oder der Wohnung.
Es gibt aber keine laufenden monatlichen Zahlungen (Ausnahme: Blinde bzw. Gehörlose erhalten monatliche Zahlungen vom überörtlichen Sozialhilfeträger, ggf. Abweichungen je nach Bundesland).
Gruß
RHW
Antworten