Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrnehme

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Mia-Manu
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Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrnehme

Beitrag von Mia-Manu »

Einladung zum Jobcenter konnte ich nicht wahrnehmen, weil mein 92-jähriger schwer herzkranker Vater in dringenden Angelegenheiten (ich bin Generalbevollmächtigte f. seine Angelegenheiten) meine Hilfe und Unterstützung benötigte. Das habe ich dem JC schriftlich mitgeteilt und alternativ 2 Ausgleichstermine angeboten. Mein Vater wohnt ca. 130 km von meinem Wohnort entfernt. Da viel zu erledigen war und "nebenher" noch beängstigende Herzrhythmusstörungen zu händeln waren, konnte ich am besagten Tage nicht pendeln. Auf mein Schreiben bekam ich während meiner Abwesenheit einen durchaus freundlichen Hinweis auf die Eingliederungsvereinbarung mit dem entsprechenden Rechtshinweis - auf meine darauf erstellte (erklärende) Antwort erhielt ich bislang keine.
Wie ist die Rechtslage? Kann das JC tatsächlich sanktionieren bzw erwarten, einem schwerkranken Vater die Hilfe zu verweigern nur um den Termin wahrzunehmen?
In der Vergangenheit habe ich alle Termine wahrgenommen und habe mir auch sonst nichts zu schulden kommen lassen.
Allerdings habe ich aus gesundheitlichen Gründen eine LZA - Karriere und starte derzeit aus eigener Kraft und mit Unterstützung meines Vaters (nach bestandener Prüfung) in die Selbständigkeit auf dem Gesundheitssektor.

Baden1957
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von Baden1957 »

Mia-Manu hat geschrieben:Einladung zum Jobcenter konnte ich nicht wahrnehmen, weil mein 92-jähriger schwer herzkranker Vater in dringenden Angelegenheiten (ich bin Generalbevollmächtigte f. seine Angelegenheiten) meine Hilfe und Unterstützung benötigte. Das habe ich dem JC schriftlich mitgeteilt und alternativ 2 Ausgleichstermine angeboten. Mein Vater wohnt ca. 130 km von meinem Wohnort entfernt. Da viel zu erledigen war und "nebenher" noch beängstigende Herzrhythmusstörungen zu händeln waren, konnte ich am besagten Tage nicht pendeln. Auf mein Schreiben bekam ich während meiner Abwesenheit einen durchaus freundlichen Hinweis auf die Eingliederungsvereinbarung mit dem entsprechenden Rechtshinweis - auf meine darauf erstellte (erklärende) Antwort erhielt ich bislang keine.
Wie ist die Rechtslage? Kann das JC tatsächlich sanktionieren bzw erwarten, einem schwerkranken Vater die Hilfe zu verweigern nur um den Termin wahrzunehmen?

Gegenfrage: kann man es verantworten, einem 92jährigen schwer Herzkranken zuzumuten, dass dieser warten muss, bis sein Sohn die 130 km Entfernung zurück gelegt hat, um sich dann um den Vater zu kümmern? Wäre da der Hausarzt, Notarzt, Rettungswagen oder Krankenhaus nicht sicherer für den Vater gewesen?

Allerdings habe ich aus gesundheitlichen Gründen eine LZA - Karriere und starte derzeit aus eigener Kraft und mit Unterstützung meines Vaters (nach bestandener Prüfung) in die Selbständigkeit auf dem Gesundheitssektor.
Wer wills glauben? Der 92jährige herzkranke Vater soll jetzt auch noch die Unterstützung für die Selbstständigkeit sein? :oops:
Ich bezweifele dass die Mitarbeiter des JC und der eine oder andere Sozialrichter dies auch so sehen würde.
Hinweise erfolgen ausschließlich aufgrund eines vorgetragenen Sachverhaltes und nicht aufgrund von Vermutungen; je detaillierter der Sachverhalt ist, desto zutreffender können die Hinweise sein.

bdirk75
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von bdirk75 »

Baden1957 hat geschrieben:Gegenfrage: kann man es verantworten, einem 92jährigen schwer Herzkranken zuzumuten, dass dieser warten muss, bis sein Sohn die 130 km Entfernung zurück gelegt hat, um sich dann um den Vater zu kümmern? Wäre da der Hausarzt, Notarzt, Rettungswagen oder Krankenhaus nicht sicherer für den Vater gewesen?
Es ging laut SV um Hilfe und Unterstützung, nicht um ärztliche Leistungen!
Wer wills glauben?
Das dürfte nicht Gegenstand der Diskussion sein.
Der 92jährige herzkranke Vater soll jetzt auch noch die Unterstützung für die Selbstständigkeit sein?
Finanziell vielleicht? :cry:
Ich bezweifele dass die Mitarbeiter des JC und der eine oder andere Sozialrichter dies auch so sehen würde.
Das ist nicht diskussionswürdig! Tatsache ist, der Fragesteller hat ohne Zustimmung einen Termin nicht wahrgenommen.

matthias.
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von matthias. »

Vielleicht erstmal warten was tatsächlich passiert.

Über ungelegte Eier zu diskutieren bringt doch meistens nichts.
Tatsache ist, der Fragesteller hat ohne Zustimmung einen Termin nicht wahrgenommen.
Tatsache ist auch er hatte einen grund. Jetzt muss man abwarten ist der Grund dem JC ausreichend. Falls nicht wäre der Grund der Widerspruchsstelle ausreichend. Falls nicht wäre der Grund dem Sozialgericht ausreichend.

Dem will ich nicht vorgreifen 8)

Elyss
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von Elyss »

Wobei man sich ja vielleicht schon mal darauf vorbereiten könnte, dass das JC Nachweise dafür verlangt und man auch wird darlegen müssen, dass die Unterstützung genau an diesem Tag notwendig war....
Grüßle

Elyss

SusanneBerlin
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von SusanneBerlin »

Elyss hat geschrieben:Wobei man sich ja vielleicht schon mal darauf vorbereiten könnte, dass das JC Nachweise dafür verlangt und man auch wird darlegen müssen, dass die Unterstützung genau an diesem Tag notwendig war....
Es wird auch darauf ankommen, ob der Unterstützungsbedarf beim Vater überraschend eingetreten ist oder vorhersehbar war. Die Gesundheitsverschlechterung des Vaters mag plötzlich aufgetreten sein, aber die TE stellt sie als Nebensache dar, hauptsächlich sei "viel zu erledigen gewesen".
Mia-Manu hat geschrieben:Da viel zu erledigen war und "nebenher" noch beängstigende Herzrhythmusstörungen zu händeln waren, konnte ich am besagten Tage nicht pendeln.

Wenn man als Arbeitsloser dermaßen "viel auswärts zu erledigen" hat, dass man Termine beim Jobcenter nicht wahrnehmen kann, bietet es sich an, Ortsabwesenheit zu beantragen.
Die Mitteilung an das Jobcenter, man habe am vorgegebenen Termin keine Zeit und das Anbieten von besser zur persönlichen Planung passender Ausweichtermine, dürfte nicht ausreichen um eine Sanktion abzuwenden.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von matthias. »

Er schrieb es war dringend.
Wenn der Vater morgens anruft "mir geht es nicht gut," wird wahrscheinlich jeder Mensch auf der Welt sofort hinfahren, egal ob er einen Termin beim JC hat oder nicht.

Von daher kann man vorher auch keine Ortsabwesenheit beantragen.

Mueck
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Wohnort: nahe der Pyramide ;-)

Re: Einladung Jobcenter auf Grund familiärer Not nicht wahrn

Beitrag von Mueck »

Eigentlich hat ja der Gesetzgeber vor Jahren die gesetzliche Grundlage zur Ortsabwesenheit dahingehend geändert, dass sie aus wichtigem Grund (mit nicht abschließender Liste dieser Gründe, ich würde mal vermuten, dass man das Kümmern um nahe Angehörige auch dazu zählen würde) ohne zeitliche Grenze und nur noch "grundlos" urlaubshalber max. 3 Wochen möglich ist. Würde dieses Gesetz gelten, wäre es denkbar mit der Ortsabwesenheit zu arbeiten, von den rein praktischen Problemen mal abgesehen, die sich bei kurzfristigem Bedarf ergäben ...

Dummerweise hat sich der Gesetzgeber bei der Inkraftsetzung des § an die Arbeitsagentur (oder war's das Ministerium?) gebunden, dass diese erst eine neue passende Verordnung erlassen solle und bis dahin die alte EAO aus dem ALG-I-Bereich (wo sie in dieser Art sinnvoller sein mag) weiter gelten solle. Nur kommt man da offenbar seit Jahren nicht zu Potte, sodass die Rechtslage mit max. 3 Wo. Urlaub gnadenhalber weiter gilt ...
Daran sei bei der Gelegenheit mal wieder erinnert ...

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