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Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 06.03.15, 20:51
von immerso
Hallo,

für die Höhe des Krankengeldanspruchs gilt, dass "regelmäßige Überstunden der letzten drei Monate" (vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit) berücksichtigt werden.

Angenommen, die AU trat im Dezember 2014 ein. Seit September, d.h. seit genau drei Monaten, leistete der teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer auf regelmäßiger Basis Mehrarbeit. Das so auf dem Stundenkonto angefallene Zeitguthaben sollte gelegentlich ausbezahlt werden (aus steuerlichen Gründen teils im alten, teils im neuen Jahr). Dies geschah vor Eintritt der AU einmal mit dem Oktobergehalt (das Konto ist daher noch stark im Plus).

Die Krankenkasse berücksichtigt aber lediglich das Novembergehalt und die Sonderzahlungen des letzten Jahres. Sollte Widerspruch gegen einen solchen Bescheid eingelegt werden?

Viele Grüße

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 06.03.15, 22:16
von hambre
für die Höhe des Krankengeldanspruchs gilt, dass "regelmäßige Überstunden der letzten drei Monate" (vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit) berücksichtigt werden.
Das ist richtig.

Die Auszahlung von Zeitguthaben gilt aber nicht als Überstundenzahlung.

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 07.03.15, 15:06
von immerso
Bitte um Präzisierung: Woran scheitert das genau?

Bei einer Gleitzeitregelung sind Überstunden immer mit der Auszahlung von Zeitguthaben verbunden. Dass die reine Auszahlung von bereits zuvor angesammelter Mehrarbeit nicht zwingend berücksichtigt wird, verstehe ich. In o.g. Fall handelt es sich ja aber um regelmäßige Überstunden - bzw. je nach Definition eben um Mehrarbeit. Es dürfte hier aber nicht auf die Unterscheidung ankommen: Überstunden über die Vollzeitarbeitszeit oder Mehrarbeit über die regelmäßige Teilzeit hinaus.

Wann wäre es also Überstundenzahlung? Tatsächlich angefallen sind sie ja. Eigentlich müssten sogar mehr Überstunden berücksichtigt werden als ausbezahlt wurden.

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 07.03.15, 16:10
von Stefanie145
Hallo,

ein Widerspruch würde in meinen Augen nichts bringen.

Da die Überstunden als Einmalzahlung ausgezahlt werden, werden die ausgezahlten Überstunden auch nur als Einmalzahlung beim Krankengeld berücksichtigt. Da die Überstunden als Einmalzahlung verbeitragt werden, werden diese beim Krankengeld auch als Einmalzahlung angesehen.

Je nach Einzelfall kann das Krankengeld bei der Betrachtung als Einmalzahlung auch höher ausfallen als bei einer regelmäßigen Auszahlung von Überstunden.

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 07.03.15, 17:18
von immerso
Anmerkung: Die Überstundenauszahlung wurde überhaupt nicht berücksichtigt, auch nicht in den Einmalzahlungen! In diese ging nur die Jahressonderzahlung ein (Urlaubs- und Weihnachtsgeld).
Der Bescheid ist also in jedem Fall fehlerhaft. Edit: Die Frage ist auch, ob die noch nicht ausbezahlten Überstunden ebenfalls berücksichtigt werden müssten?

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 07.03.15, 20:51
von webelch
Gab es denn in den letzten drei Monaten eine Auszahlung der Überstunden?

Wenn ich mir

http://www.haufe.de/personal/personal-o ... 37242.html

anschaue, dürfte ein entsprechender Widerspruch durchaus erfolgreich sein können.

Re: Krankengeld: Berücksichtigung von Überstunden

Verfasst: 17.03.15, 15:32
von immerso
Ja, es gab wie gesagt einmal im Oktober eine Auszahlung der Überstunden.
Laut Personal-Sachbearbeiterin wurden die Überstunden nicht an die KK gemeldet, da diese nicht regelmäßig ausgezahlt wurden (eben nur einmal von den letzten drei Monaten) und sie nicht wissen konnte, dass sie tatsächlich regelmäßig angefallen waren (sie ist nur für die Auszahlung zuständig, für den Rest dagegen die Dienststelle). Die Überstunden wären übrigens auch nach Beginn der Krankmeldung regelmäßig angefallen, mindestens für weitere drei Monate.
Ich werde über den Ausgang informieren.