Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitrag

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

Antworten
Piet01
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 11.01.16, 09:17

Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitrag

Beitrag von Piet01 »

Seit ungefähr 2 Jahren fordert meine gesetzliche Krankenversicherung keine Beiträge (ca. 75 Euro) mehr von mir (Student). Obwohl ich hin und wieder die Leistung der Krankenkasse in Anspruch nehme (z.B. Zahnarzt, allgemein Arzt), bezahle ich keine monatlichen Krankenkassenbeiträge.
Jetzt ist meine Sorge, das sich die Krankenkasse eines Tages bei mir melden könnte und die Beiträge für die letzten zwei Jahre zurückfordert. Da ich ungern die Beiträge zurückzahlen möchte, stellt sich mir die Frage: Hat die Krankenkasse das Recht, die Beiträge der letzten 2 Jahre zurückzufordern(obwohl sie mich, in den letzten 2 Jahren, weder telefonisch noch schriftlich kontaktiert hat)?
Könnte ich dieses Risiko durch einen Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung entgehen?

schneckenkorn
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 536
Registriert: 07.12.11, 07:58

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von schneckenkorn »

Ein Vertrag wurde geschlossen.

Die Beiträge sind bekannt.

Leistungen wurden in Anspruch genommen.

Was hindert am Zahlen.

Der Wechsel könnte natürlich genau der Moment sein wo die fehlenden Zahlungen auffallen. Die Krankenkasse wird ja die "Akte" zu machen wollen um den Vertrag abzuwickeln.

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6123
Registriert: 02.05.09, 19:01
Wohnort: Leverkusen

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von khmlev »

Es sollte Kontakt zur Krankenkasse aufgenommen werden. Unter Umständen sind Schreiben der GKV verloren gegangen, in denen darauf hingewiesen wurde, dass die GKV für Studenten ausläuft, weil das 14. Fachsemesters abgeschlossen oder das Semester zu Ende gegangen ist, in dem das 30. Lebensjahr vollendet wurde.
Gruß
khmlev
- out of order -

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7452
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von winterspaziergang »

Piet01 hat geschrieben: Obwohl ich hin und wieder die Leistung der Krankenkasse in Anspruch nehme (z.B. Zahnarzt, allgemein Arzt), bezahle ich keine monatlichen Krankenkassenbeiträge.
Da ich ungern die Beiträge zurückzahlen möchte, stellt sich mir die Frage: Hat die Krankenkasse das Recht, die Beiträge der letzten 2 Jahre zurückzufordern(obwohl sie mich, in den letzten 2 Jahren, weder telefonisch noch schriftlich kontaktiert hat)?
Könnte ich dieses Risiko durch einen Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung entgehen?
Nach § 25 Absatz 1 Satz 1 SGB IV verjähren Ansprüche auf Beiträge regelmäßig in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden sind, aber nur dann, wenn die Beiträge z.B. nicht in einem Bescheid festgesetzt worden sind.

Die Beiträge würden u.U. nicht zurück- sondern nachgezahlt (Nachforderung).
Es dürfte doch einen Grund geben, weshalb die Beiträge plötzlich nicht mehr eingezogen wurden - das sollte man abklären, auch wenn man Leistungen in Anspruch nimmt und ungern den Minimalbetrag von 75 Euro zahlen möchte. Die Leistung besteht übrigens auch darin, dass man bei Bedarf diese Leistungen beanspruchen kann, sie also vorgehalten wird, aber das nur nebenbei.

Evariste
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2899
Registriert: 31.12.15, 17:20

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von Evariste »

schneckenkorn hat geschrieben: Ein Vertrag wurde geschlossen.
Nö. :)

Studenten sind aufgrund gesetzlicher Vorschriften automatisch versichert.

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6123
Registriert: 02.05.09, 19:01
Wohnort: Leverkusen

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von khmlev »

Evariste hat geschrieben:
schneckenkorn hat geschrieben: Ein Vertrag wurde geschlossen.
Nö. :)

Studenten sind aufgrund gesetzlicher Vorschriften automatisch versichert.
Nö.
Eine automatische Versicherung in der GKV-Versicherung für Studenten erfolgt nicht. Sofern der Student aus der Familienversicherung ausscheidet und er nichts unternimmt, wird er durch die Krankenkasse zunächst als freiwilliges Mitglied weitergeführt und hat die deutlich höheren Beiträge eines freiwilligen GKV-Mitgliedes zu leisten ggf. nachzuleisten.
Gruß
khmlev
- out of order -

Piet01
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 11.01.16, 09:17

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von Piet01 »

Erstmal vielen Dank für Ihre Antworten. Der Grund dafür, dass der GKV-Beitrag plötzlich nicht mehr eingezogen wurden lag in einer vorübergehenden Änderung meines Arbeitsverhältnisses.
Vor 2 Jahren war ich für mehrere Monate als Praktikant tätig (nicht universitäres Praktikum). In dieser Zeit entfiel der (vertraglich abgeschlossene) Beitrag von ca. 75 Euro, da der GKV-Beitrag direkt von meinem Bruttogehalt abgezogen wurde. Aus meiner damaligen Gehaltsabrechnung ist ersichtlich, dass alle versicherungspflichtigen Beiträge gezahlt wurden.Die Umstellung erfolgt automatisch durch die Personalabteilung.
Seit dem Praktikumsende und der Fortsetzung meines Studiums hat die GKV keine Beiträge mehr gefordert (bzw. bestand kein Kontakt zur GKV).
Mir stellt sich nun die Frage, ob nach dem Praktikumsende automatisch der ursprüngliche Vertrag (75 Euro) wieder in Kraft getreten ist? Sollte dies nicht der Fall sein – und sollte ich Sie richtig verstehen – kann die GKV keine Nachforderung stellen, da kein gültiger Vertrag vorliegt?

matthias.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 23926
Registriert: 07.06.05, 21:10

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von matthias. »

Piet01 hat geschrieben:Sollte dies nicht der Fall sein – und sollte ich Sie richtig verstehen – kann die GKV keine Nachforderung stellen, da kein gültiger Vertrag vorliegt?
1. Hast du doch Leistungen in Anspruch genommen. also besteht auch ein Vertrag, wie kannst du sonst ohne Vertrag daraus Leistungen in Anspruch nehmen?

2. Jeder Mensch in D muss eine Krankenversicherung haben und bezahlen (falls er nicht irgenwie beitragsfrei versichert ist oder jemand anderes die Beiträge für ihn übernimmt).

Also zu glauben man käme da kostenlos weg, das kannst du vergessen.

khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6123
Registriert: 02.05.09, 19:01
Wohnort: Leverkusen

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von khmlev »

Eine automatische Rückkehr in die GKV für Studenten wirde es vermutlich nicht geben, so dass mit einer Beitragsforderung der GKV nach dem Tarif für "freiwillig Versicherte in der GKV" zu rechnen ist. Der Student sollte schnell Kontakt mit seiner GKV aufnehmen und seinen Versichertenstatus abklären.
Gruß
khmlev
- out of order -

Evariste
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2899
Registriert: 31.12.15, 17:20

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von Evariste »

khmlev hat geschrieben:
Evariste hat geschrieben: Studenten sind aufgrund gesetzlicher Vorschriften automatisch versichert.
Nö.
Siehe §5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V.
Eine automatische Versicherung in der GKV-Versicherung für Studenten erfolgt nicht.
Sofern der Student aus der Familienversicherung ausscheidet und er nichts unternimmt, wird er durch die Krankenkasse zunächst als freiwilliges Mitglied weitergeführt und hat die deutlich höheren Beiträge eines freiwilligen GKV-Mitgliedes zu leisten ggf. nachzuleisten.
Das mag sein (woher soll die GKV wissen, ob jemand Student ist), ändert aber nichts an der Pflichtversicherung als Student.

Aber selbst wenn der Student über 30 ist und deswegen §5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V nicht mehr in Frage kommt, ist es trotzdem kein Vertrag.

Verträge werden freiwillig geschlossen. Hier gibt es (auch in der sog. "freiwilligen" Versicherung) keine Freiwilligkeit. (Tatsächlich ist Ihre "freiwillige Mitgliedschaft" auch eine Pflichtversicherung, nämlich nach §5 Abs. 1 Nr.13 SGB V, wobei die Beiträge üblicherweise denen eines freiwilligen Mitglieds entsprechen.)

FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 17958
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von FM »

Vermutlich hat der Arbeitgeber die Abmeldung versäumt.

Die Versicherung richtet sich nach den tatsächlichen Verhältnissen, soweit ersichtlich gilt also seitdem trotzdem die KVdS. Es ist ja auch kein Schaden entstanden für den Versicherten, er muss nur das nachbezahlen, was er ohnehin hätte zahlen müssen.

RHW
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 229
Registriert: 24.05.10, 00:16

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von RHW »

Hallo,

im Deutschen besteht zwischen Nachforderung und Rückforderung ein großer Unterschied. Hier kann es nur um eine Beitragsnachforderung gehen. Für die (vermeintliche) Nicht-Beitragszahlung kann es verschiedene Gründe geben:

- kostenlose Familienversicherung über einen Elternteil oder den Ehegatten

- Abbuchung der Beiträge vom Konto einer anderen Person (z.B. Eltern)

- Arbeitgeber hat das Ende des Praktikums bisher nicht der Krankenkase gemeldet

- Fehler der Krankenkasse

Im Rahmen der Verjährung kann die Krankenkasse die Beiträge noch für 4 volle Kalenderjahre nachfordern - auch bei einer beendeten Mitgliedschaft.

Einen Vertrauensschutz gäbe es nur, wenn ein Brief der Krankenkasse mit der Bestätigung von Beitragsfreiheit vorliegen würde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Krankenkasse fehlende Beiträge spätestens innerhalb von 4 Jahren auffallen werden (auch Krankenkassen werden geprüft!).

Gruß
RHW

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7452
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von winterspaziergang »

Piet01 hat geschrieben: Seit dem Praktikumsende und der Fortsetzung meines Studiums hat die GKV keine Beiträge mehr gefordert (bzw. bestand kein Kontakt zur GKV).
Gilt denn noch die alte Versichertenkarte oder hat der Student schon die GeK?
Mir stellt sich nun die Frage, ob nach dem Praktikumsende automatisch der ursprüngliche Vertrag (75 Euro) wieder in Kraft getreten ist?
Bedarf es hierzu keiner Nachweise? Benötigt der Student bislang keinen Nachweis seiner Versicherung zur für die Uni?

Daher anzunehmen
RHW hat geschrieben:Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Krankenkasse fehlende Beiträge spätestens innerhalb von 4 Jahren auffallen werden (auch Krankenkassen werden geprüft!).

questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8260
Registriert: 14.02.05, 19:12
Wohnort: Mein Körbchen.

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von questionable content »

Piet01 hat geschrieben:Erstmal vielen Dank für Ihre Antworten. Der Grund dafür, dass der GKV-Beitrag plötzlich nicht mehr eingezogen wurden lag in einer vorübergehenden Änderung meines Arbeitsverhältnisses.
Vor 2 Jahren war ich für mehrere Monate als Praktikant tätig (nicht universitäres Praktikum). In dieser Zeit entfiel der (vertraglich abgeschlossene) Beitrag von ca. 75 Euro, da der GKV-Beitrag direkt von meinem Bruttogehalt abgezogen wurde. Aus meiner damaligen Gehaltsabrechnung ist ersichtlich, dass alle versicherungspflichtigen Beiträge gezahlt wurden.Die Umstellung erfolgt automatisch durch die Personalabteilung.
Seit dem Praktikumsende und der Fortsetzung meines Studiums hat die GKV keine Beiträge mehr gefordert (bzw. bestand kein Kontakt zur GKV).
Mir stellt sich nun die Frage, ob nach dem Praktikumsende automatisch der ursprüngliche Vertrag (75 Euro) wieder in Kraft getreten ist? Sollte dies nicht der Fall sein – und sollte ich Sie richtig verstehen – kann die GKV keine Nachforderung stellen, da kein gültiger Vertrag vorliegt?

Sie haben den Gedanken mal zu Ende gedacht?

Wenn Sie selbst mit "Ich bin davon ausgegangen, es gab gar keinen Vertrag!" argumentieren wöllten, wäre jeder einzelne Arztbesuch, jedes Zücken der Kassenkarte ein Fall für die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs.

Ganz abgesehen davon: Erfolgt die Versicherung nicht per Vertrag, dann erfolgt sie kraft Gesetzes. Es gibt keine Versicherungsfreiheit.

Die Verjährungsfrist sind 4 Jahre, also geht noch sehr viel Wasser den Bach herunter, bis die KK nicht mehr gebündelt nachfordern kann.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

Stefanie145
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3732
Registriert: 18.02.05, 17:01

Re: Gesetzliche Krankenkasse fordert kein monatlichen Beitra

Beitrag von Stefanie145 »

Hallo,

ich könnte mir auch vorstellen (da ich solche Fälle einfach aus der Praxis kenne), dass die Post nach dem Beschäftigungsende nicht zugestellt werden konnte und auch über das Einwohnermeldeamt keine neue Anschrift ausfindig gemacht werden konnte. Die notwendigen Schreiben zur weiteren Versicherung wurden dann höchstwahrscheinlich öffentlich zugestellt (durch Aushang).
Wenn auch die Beitragsforderung regelmäßig öffentlich zugestellt wird, ist dann auch keine Verjährung nach 4 Jahren.

Wann hat den das Beschäftigungsverhältnis geendet, vor oder nach dem 01.08.2013? Da es zum 01.08.2013 eine Gesetzesänderung gab, welche auch auf diesen Fall Auswirkungen hätte, wäre dies wichtig zu wissen.

Antworten