Kosten der Unterkunft - Gasetagenheizung

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Moderator: FDR-Team

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jan.seither@gmx.de
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Kosten der Unterkunft - Gasetagenheizung

Beitrag von jan.seither@gmx.de »

Hallo Forum,

ich kämpfe mich gerade durch die AV Wohnen /Berlin und finde keine Grenzwerte für die Heizkosten durch eine Gasetagenheizung.

Im vorliegenden Fall lebt die Mieterin in einem Altbau mit 4 Meter hohen Decken in einer Parterre-Wohnung.
Küche und Schlafzimmer liegen gen Süden und werden nicht geheizt.
Das Wohnzimmer liegt gen Norden und hat eine große Fensterfront.

Die Heizkosten (incl. Warmwasserbereitung) betragen 89 €, das Jobcenter erkennt 71 € an.

Hat jemand Tipps, wie das Jobcenter rechnet?

Danke!
Jan

Struppinger
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Re: Kosten der Unterkunft - Gasetagenheizung

Beitrag von Struppinger »

Der Grenzwert ergibt sich aus Nr. 5.2 Abs. 3 AV-Wohnen iVm Anl. 2.
Im beschriebenen Fall wären dies aktuell 79 € mtl; die berücksichtigten (nur) 71 € deuten darauf hin, dass nach Nr. 2 der Anlage ein Abzug iHv 8 € wg. "dezentraler Warmwasserversorgung" vorgenommen wurde (was m.E. unzutreffend wäre, wenn das WW über die Therme und somit den Gasverbrauch "miterzeugt" wird).
Wird denn ein "Mehrbedarf" gemäß § 21 Absatz 7 SGB II (letzter Satz der Anlage 2) berücksichtigt? Wären aktuell 9,29 €.

jan.seither@gmx.de
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Re: Kosten der Unterkunft - Gasetagenheizung

Beitrag von jan.seither@gmx.de »

Dankeschön, das hilft mir erstmal weiter! :D

Der Warmwasserzuschlag muss wohl separat beantragt werden?
(Ohne Rechtsanwälte oder Sozialarbeiter ist Otto Normalverbraucher echt aufgeschmissen....)

Andererseits: Muss das Jobcenter nicht die Kosten der Heizung komplett übernehmen?

Nur als Beispiel: Der Mieter hat eine feste Warmmiete, die angemessen ist, muss aber jedes Jahr Heizkosten nachzahlen, die das Jobcenter übernimmt.

Das ist doch irgendwie ungerecht, oder seh ich das falsch?

Gruß
Jan

Struppinger
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Re: Kosten der Unterkunft - Gasetagenheizung

Beitrag von Struppinger »

Naja, die Frage war ursprünglich ausdrücklich auf die bloße Ermittlung des "Grenzwertes" gemünzt... :wink:
In der Tat sind grundsätzlich - auch - Heizkosten zunächst in der tatsächlichen Höhe anzusetzen (Ausnahme wäre insbesondere eine Wohnungsneuanmietung im "laufenden" Leistungsbezug ohne vorherige "Zusicherung" des Leistungsträgers (§ 22 Abs. 1 S. 2, 3 SGB II).
Bei unangemessenen hohen (Heiz-)kosten wäre zunächst ein Kostensenkungsverfahren zu betreiben, es bedarf also einer entsprechenden (Kenntnis von der Unangemessenheit und) Aufforderung. Hierbei wäre auch zu berücksichtigen, dass u.U. (zu) geringe Heizkostenvorauszahlungen gefordert und gezahlt werden, was dann zu hohen Nachzahlungsbeträgen führt. Letztlich ist daher auf die jeweiligen Gesamtjahreskosten abzustellen.
Der "Warmwasserzuschlag" wäre "von Amts wegen" zu berücksichtigen; wenn schon ein "Abschlag" vom Grenzwert wegen dezentraler Warmwasserversorgung vorgenommen wird, müssten "denklogisch" die Kosten der dezentralen Warmwasserversorgung dann anderweitig übernommen werden. Nicht umsonst sind die Beträge für die "Warmwasserversorgung" bzw. deren Absetzung (hier 9,29 Euro bzw. 8 Euro) auch ziemlich ähnlich.

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