Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu leben?

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Moderator: FDR-Team

MDS
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Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu leben?

Beitrag von MDS »

Sehr geehrte Damen und Herren.

Meine Frage wäre:
Kann ich in meiner Ausnahmesituation irgendwie die Krankenkasse
verlassen und ohne Krankenversicherung leben? Oder müsste ich Deutschland
schon jetzt verlassen? Wie sieht hier die Rechtslage aus?

Ich würde mich als Aussteiger bezeichnen, der unter 30 und glücklich mit
seiner minimalistischen, experimentellen Lebensweise ist.
Ich war etliche Jahre (seit der Zivildienstzeit) nicht bei irgendeinem Arzt,
habe kein Einkommen und beziehe aus freien Stücken kein Arbeitslosengeld oder dergleichen.
Ich möchte aus eigenen, persönlichen ethischen Gründen ohne
Krankenversicherung leben.
Ich bin bei einer gesetzlichen Krankenkasse, muss jeden Monat fast 200
Euro zahlen, die ich nicht habe und auch dafür nicht ausgeben möchte.
Wenn würde ich diesen Beitrag lieber irgendwo spenden an einen anderen
Verein oder dergleichen.Aber Fakt ist, dass dieser Beitrag in den letzten
Jahren für mich wirklich eine Bürde gewesen ist.
Ich habe von mehreren (Rechts)seiten gehört, dass es nicht strafbar ist ohne
Krankenversicherung zu leben.Siehe einige Selbstständige, Obdachlose,
Migranten usw.
Ich habe bei meiner GKV gekündigt.Dort sagte man mir aber, dass die Rechtslage anders sei,
es also strafbar wäre.Sie möchten, dass ich nun innerhalb 2 Wochen unterschreibe,
dass ich die Kündigung zurücknehme oder innerhalb der Kündigungsfrist eine
andere Krankenkasse als Ersatz nenne.
Sie wollen oder sagen "können" mich rechtlich nicht gehen lassen.

Was wäre wenn ich z.B. die Kündigung nicht zurücknehme und auch keinen Ersatz
nenne?

Gibt es irgendeinen Weg, wenn auch kompliziert oder etwas
Ähnliches dies zu klären?
Ein Gesetz auf das ich mich berufen könnte: persönliche Entscheidung,
Freiheit, Glaube, Ethik o.Ä.
Ich bin nicht der Regelfall, jemand, der ohne Einkommen, Arbeitslosengeld lebt.
Gibt es in so einem Moment nicht auch eine
Ausnahmeregel, die ich nennen könnte.

Bitte helfen Sie mir.

Ich bedanken mich von ganzem Herzen für ihre Zeit und Mühe dies zu
bearbeiten.

Mit aufrichtigen Grüßen
MDS
Zuletzt geändert von MDS am 21.07.16, 12:25, insgesamt 3-mal geändert.
gzs
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von gzs »

Zur Rechtslage kann ich nichts sagen, Ihren Lebensstil kann ich durchaus verstehen, aaaber ... was passiert eigentlich, wenn Sie sich verletzen? Irgendein dummer Unfall, Sie liegen blutend auf der Straße. Was sollen Ihre Mitmenschen dann machen? Sie dort sterben lassen? Sicher nicht, also ab ins Krankenhaus. Und dann? Zahlt die Allgemeinheit die Kosten? Einfach so? Oder wer?

Den Plan auszusteigen in allen Ehren, aber er lässt sich nicht realisieren ohne möglicherweise doch irgendwann der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen. So ganz ohne Gesellschaft gehts halt doch nicht.
webelch
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von webelch »

Hier

https://de.wikipedia.org/wiki/Krankenve ... eutschland

finden Sie erste umfangreiche Informationen zur Versicherungspflicht in Deutschland.

Die von Ihnen gewünschte Abmeldung ist so nicht möglich und führt in Folge schlicht zu Beitragsschulden.
FM
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von FM »

Es ist nicht "strafbar" aber die Kündigung ist eben einfach unwirksam, wenn kein anderer Versicherungsschutz nachgewiesen wird. Die Beitragsschulden häufen sich also weiterhin an und können grundsätzlich per Zwangsvollstreckung eingetrieben werden. Ob das dann erfolgreich ist, wäre eine andere Frage.
Ich möchte aus eigenen, persönlichen ethischen Gründen ohne
Krankenversicherung leben.
Diese Ethik kann man in etwa so übersetzen: wieso sollte man da Beiträge bezahlen, wenn man morgen oder übermorgen sich das Bein bricht oder Krebs bekommt darf die Behandlung ohnehin nicht verweigert werden, bezahlt dann eben das Sozialamt.
RHW
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von RHW »

Hallo,

nach § 5 Absatz 1 Nr. 13 SGB V ist man seit 2007 bzw. 2009 weiterhin versicherungspflichtig bei der bisherigen Krankenkasse. Die Kündigung ist nur wirksam, wenn man eine neue Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Was kann man tun?

- Heiraten und kostenlose Familienversicherung über den Ehegatten (wenn dieser Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist)

- Auswandern

Soldaten und Gefangene sind übrigens nicht zu einer Krankenversicherung verpflichtet.

Gruß
RHW
MDS
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von MDS »

@gzs
Ich respektiere und verstehe Ihre Denkweise, habe selbst aber eine andere.
In unserer Gesellschaft erwartet man immer stets das Schlimmste, aber wer erwartet den besten Fall? Einfach nur so in den Raum gestellt.
Ich habe mich aber natürlich erkundigt und es gibt auch offizielle Vereine, die einen Menschen auch ohne KV behandeln.
Bezüglich dem "auf der Tasche liegen":
Ich zahle jahrelang in die Kasse ein, ohne irgendeine Leistung zu beanspruchen,
wurde auch nicht informiert, dass ich teilweise am Jahresbeginn Geld zurückbekomme könnte.

@webelch
Danke für den Link, aber ich frage hier nach, weil ich nicht weiß, ob Wikipedia bei jedem Thema eine seriöse Quelle ist.

@FM
Vielen Dank für die Auskunft, aber wie ist es dann möglich, dass es so viele Unversicherte gibt?
Wie kommt man aus der KV in den Fällen raus, wenn eben die Kündigung unwirksam ist.

Bezüglich der Ethik: Ich war mir klar, dass solche Antworten kommen können.Daher habe ich lange gezögert dies in einem Forum zu posten.Schade.
Ich habe wie oben beschrieben, jahrelang eingezahlt und dafür nichts in Anspruch genommen.

@RHW
Auch vielen Dank für den Post.
Zuletzt geändert von MDS am 21.07.16, 12:19, insgesamt 1-mal geändert.
FelixSt
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von FelixSt »

Wir sind kein Rechtschreibforum
RHW hat geschrieben:Gefangene sind übrigens nicht zu einer Krankenversicherung verpflichtet.
Das ist ja praktisch, denn dieses Forum ist voll mit Anregungen dafür, wie man möglichst effektiv in den Gefangenenstatus überwechseln kann. Freie Kost und Logis sowie keine Versicherungspflicht. Der Himmel auf Erden! :D
MDS hat geschrieben: Bezüglich der Ethik: Ich war mir klar, dass solche Antworten kommen können.Daher habe ich lange gezögert dies in einem Forum zu posten.Schade.
Sie sollten dringend Ihr Toleranz-Anspruchsdenken auf den Prüfstand stellen. Wenn Ihnen diese Gesellschaft so zuwider ist, sollten Sie auf eine einsame Insel ziehen, aber nicht in Internetforen auf Verständnis für Ihre Denkweise hoffen.
Zuletzt geändert von ktown am 24.07.16, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag auf das wesentliche gekürzt
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.
ExDevil67
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von ExDevil67 »

MDS hat geschrieben: @FM
Vielen Dank für die Auskunft, aber wie ist es dann möglich, dass es so viele Unversicherte gibt?
Wie kommt man aus der KV in den Fällen raus, wenn eben die Kündigung unwirksam ist.
Heute kommt keiner mehr aus der KV raus, und formal komplett unversichert ist heute afaik auch keiner mehr. Es laufen halt nur Beitragsschulden bei einer Krankenkasse auf.
Früher war es aber möglich das einem die eigene private KV den Vertrag wegen Beitragsschulden kündigen konnte, und schon stand man ohne Krankenversicherung da.
MDS
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Re: Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von MDS »

FelixSt hat geschrieben: Sie sollten dringend Ihr Toleranz-Anspruchsdenken auf den Prüfstand stellen. Wenn Ihnen diese Gesellschaft so zuwider ist, sollten Sie auf eine einsame Insel ziehen, aber nicht in Internetforen auf Verständnis für Ihre Denkweise hoffen.
Das habe ich doch in keinem Wort erwähnt.Ich habe mir nur meine Gedanken gemacht.
Sie haben da vielleicht etwas missverstanden.Ich möchte niemandem zu nahe treten.
Ich wollte nur fragen, wie die Rechtslage aussieht.
Zuletzt geändert von MDS am 21.07.16, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.
webelch
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von webelch »

MDS hat geschrieben:Danke für den Link, aber ich frage hier nach, weil ich nicht weiß, ob Wikipedia bei jedem Thema eine seriöse Quelle ist.
Zum Thema Krankenversicherungspflicht finden sich auch abseits der Wikipedia oder auch hier im Forum ausreichend Informationen.
MDS hat geschrieben:Ich zahle jahrelang in die Kasse ein, ohne irgendeine Leistung zu beanspruchen...
Das Ihnen unbekannte Konzept nennt sich Solidargemeinschaft.
RHW
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Re: Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von RHW »

Hallo MDS,

grds. ist jeder in Deutschland zu einer Absicherung im Krankheitsfall verpflichtet. Ausnahmen sind z.B. Touristen aus dem Ausland.

Wie kommt es zu "Unversicherten"? z.B.

- direkt vor 2007 bzw. 2009 bestand legal keine Krankenversicherung und diese Personen haben sich bisher noch nicht bei ihrer letzten Krankenkasse gemeldet

- Personen haben ihre Beiträge nicht gezahlt und erhalten dann nur Leistungen bei Notfall- oder Schmerzbehandlung (die Krankenkasse hat aber weiterhin Anspruch auf die vollen Beiträge)

- Personen sind aus dem Ausland (zurück)gekommen und haben sich ungesetzlich nicht bei der Krankenversicherung gemeldet. Wenn es auffällt, werden die Beiträge rückwirkend nachgefordert.

Die meisten Versicherungsarten sind so berechnet, das die eisten Versicherten keine bzw. fast keine Leistungen in Anspruch nehmen:
Kranken-, Arbeitslosen-, Hausrat-, Kfz-Haftpflichtversicherung .... Teure Fälle sind meist so teuer, dass ein Versicherten in seinem ganzen Beitragsleben diese Beiträge dafür nicht aufbringen kann. Also braucht es andere Versicherte, die keine Versicherungsfälle haben, um das auszugleichen. So funktionieren Versicherungen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es verschiedene Ausgleichsregeln:
Alleinstehende zahlen auch für Familien mit, Jüngere für Ältere, Gesunde für Kranke, Gutverdienende für Geringverdiener ....

Es gib oft Phasen im Leben, in denen man diese Ausgleichsregelungen ungerecht findet - es gibt aber (später) auch oft Phasen, wo man diese Regeln sehr sozial und gut findet.

Gruß
RHW
MDS
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Re: Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von MDS »

@ExDevil67
Danke für die erneute Auskunft.

@RHW
Vielen Dank für Infos und die netten Worte. :)

@webelch
Ich weiß, aber ich habe oft widersprüchliche Aussagen gefunden.
Ich kenne das Konzept der Solidargemeinschaft, ich habe nur auf das
"auf der Tasche liegen"-Argument geantwortet.

Ich habe sehr schnell viele hilfreiche Informationen erhalten und dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen.
Wenn es zu diesem Thema rechtlich nichts mehr zu sagen gibt, wäre ich von meiner Seite einverstanden das Thema zu beenden/schließen.


Mit lieben Grüßen
MDS
Zuletzt geändert von MDS am 21.07.16, 14:38, insgesamt 2-mal geändert.
winterspaziergang
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Re: Außnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von winterspaziergang »

MDS hat geschrieben: Ich habe mich aber natürlich erkundigt und es gibt auch offizielle Vereine, die einen Menschen auch ohne KV behandeln.
Bezüglich dem "auf der Tasche liegen":
nicht, dass ich denke, dass man Sie erreichen kann, aber auf ein paar Denkfehler möchte ich dennoch verweisen:

1. Denkfehler
Aus dem Umstand, dass jemand im Bedarfsfall bereit wäre, seine Leistungen kostenlos anzubieten oder über einen Verein zu zahlen, entnehmen Sie, dass Sie niemand auf der Tasche liegen würden. Tun Sie aber. Sie beanspruchen zu dem Zeitpunkt Leistungen, die nur deswegen vorgehalten werden können, für den Fall, dass Sie sie benötigen, weil jemand anders zahlt.
Das ist der Klassiker von "jemand auf der Tasche liegen"
Ich zahle jahrelang in die Kasse ein, ohne irgendeine Leistung zu beanspruchen,
wurde auch nicht informiert, dass ich teilweise am Jahresbeginn Geld zurückbekomme könnte.
2. Denkfehler.
Sie beanspruchen diese Leistungen bereits jetzt oder seit Geburt, denn sie wird vorgehalten, für den Fall, dass Sie sie benötigen. Etwa, wenn Sie morgen wachwerden und Ihr Blinddarm akut entzündet ist. Ärzte, Pfleger und Krankenhäuser wachsen nicht in der Landschaft, sondern müssen ausgebildet/gebaut und finanziert/unterhalten werden. Eine größere OP kann überdies mehr Geld kosten, als Sie mit ihren 200 Euro in 10 Jahren zusammengespart haben- und das ist nur die OP, nicht die folgende Behandlung.
Bezüglich der Ethik: Ich war mir klar, dass solche Antworten kommen können.Daher habe ich lange gezögert dies in einem Forum zu posten.Schade.
weiter oben schreiben Sie noch, dass Sie andere Meinungen respektieren. Dazu gehört, dass man eine unliebsame Antwort auf den eigenen Post nicht als Anlass zu subtilen Anschuldigungen nimmt.
Ich habe wie oben beschrieben, jahrelang eingezahlt und dafür nichts in Anspruch genommen.
Und es wurde beschrieben, dass es ein Denkfehler ist, da bereits die Möglichkeit zu jedem Zeitpunkt des Tages medizinisch versorgt zu werden und jede notwendige OP zu erhalten, bereits eine Leistung ist, die man beansprucht

P.S. vom Solidarprinzip, das bedeutet, dass Sie für 200 Euro die gleiche Behandlung bekommen, wie Ihr Bettnachbar, der 500 im Monat zahlt und dass man ohne Einkommen, keine Einkommenssteuern zahlt, demnach auch nichts zur Infrastruktur beiträgt, die man bei Bedarf so selbstverständlich nutzt, mal abgesehen
MDS
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Re: Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von MDS »

@winterspaziergang
winterspaziergang hat geschrieben:weiter oben schreiben Sie noch, dass Sie andere Meinungen respektieren. Dazu gehört, dass man eine unliebsame Antwort auf den eigenen Post nicht als Anlass zu subtilen Anschuldigungen nimmt.
Schauen Sie sich an, worauf ich geantwortet habe.Ich habe nur meine Enttäuschung über das Missverständnis geäußert, dass in meinen Text andere Dinge hineininterpretiert wurden.
Im Internet ist die Kommunikation ohne Mimik und Gestik manchmal gar nicht so einfach. :?

Das "auf der Tasche liegen" hat sich auf das Untere bezogen.

Wenn Sie es als Denkfehler auslegen, akzeptiere und respektiere ich es.Sie haben sich die Mühe gemacht mir zu antworten.Das schätze ich.Danke auch für Ihre nachträgliche Antwort.
Sie schreiben von bestimmten Beispielen, aber was wäre wenn jemand, der 20 Jahre nur eingezahlt hat, umkommen würde.Dann war es einfach ein stiller Zahler, der nur gegeben hat.
Ich verstehe das System und kann Ihre Argumente natürlich nachvollziehen.Vielleicht können Sie auch mich in meiner sehr eigenartigen Lage etwas verstehen?
Ich weiß, dass manche Aussagen teilweise provokant wirken können, weil es allgemein eben kein einfaches Thema ist.
Aber die Frage stellt sich nicht mehr: Wie Sie lesen, muss ich doch scheinbar sowieso weiter zahlen. :wink:

Ich persönlich (kann nur für mich sprechen) finde es nicht verwerflich, wenn man jahrelang in die Kasse eingezahlt hat (geben) und in der Not von einem freiwilligen Verein Hilfe in Anspruch nehmen würde. (nehmen)
Außerdem könnte man den freiwilligen Helfern auch hinterher als Dankeschön Hilfe anbieten, sei es bei dem Verein in irgendeiner Form.Eine Hand wäscht die andere sozusagen. (ganz ohne Geld)
winterspaziergang
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Re: Ausnahmesituation:Möglich ohne Krankenversicherung zu le

Beitrag von winterspaziergang »

MDS hat geschrieben: Wenn Sie es als Denkfehler auslegen, akzeptiere und respektiere ich es.Sie haben sich die Mühe gemacht mir zu antworten.Das schätze ich.Danke auch für Ihre nachträgliche Antwort.
Sie schreiben von bestimmten Beispielen, aber was wäre wenn jemand, der 20 Jahre nur eingezahlt hat, umkommen würde.Dann war es einfach ein stiller Zahler, der nur gegeben hat.
Ein Denkfehler ist nichts schlimmes und nichts verwerfliches, machen wir alle mal. Zu Ihrem erneuten, gleichen Argument: es ist egal, ob derjenige, der 20 Jahre eingezahlt hat, umkommt oder krank wird und das System nutzt. Zum einen könnten Sie mit 200 Euro nicht versichert sein und für den geringen Betrag nach dem aktuellen Stand der Medizin behandelt werden, wenn alle Menschen/Versicherte 90 Jahre alt werden und jährlich ausgiebig zum Arzt gehen würden.

Zum anderen nochmals. Das VORHALTEN, die EXISTENZ eines Arztes, der Sie notfalls mitten in der Nacht operiert und Ihr Leben rettet, kostet bereits Geld. Das muss von irgendwo her kommen. Sie zahlen für eine Versorgung, so wie Sie auch für Ihr Internet und Ihr Telefon zahlen, dafür dass der Anbieter Ihnen die Infrastruktur vorhält. Ob Sie es nutzen (müssen) ist nicht das Thema.
Ich verstehe das System und kann Ihre Argumente natürlich nachvollziehen.Vielleicht können Sie auch mich in meiner sehr eigenartigen Lage etwas verstehen?
klar und nicht bös gemeint: Ich würde mein Geld auch lieber nur für das ausgeben, was mir gerade wichtig erscheint, begreife aber, dass das nunmal nicht mit der Realität vereinbar ist.
Ich weiß, dass manche Aussagen teilweise provokant wirken können, weil es allgemein eben kein einfaches Thema ist.
Aber die Frage stellt sich nicht mehr: Wie Sie lesen, muss ich doch scheinbar sowieso weiter zahlen. :wink:
richtig- ich wollte Ihnen auch nur den Denkanstoß geben, dass Sie bereits jetzt für etwas zahlen, was Sie auch nutzen. Nämlich die Möglichkeit nach dem aktuellen Stand der Medizin und unabhängig von Ihrem Geldbeutel sofort behandelt zu werden. Das steht Menschen in Ländern ohne (diese Form der) Krankenversicherung nicht zur Verfügung.

Wenn man in einem lebensbedrohlichen Zustand mal 4 Kliniken abfahren müsste, ehe man eine gefunden hat, die einen -eher schlecht- behandelt, wüsste man das hiesige System wohl mehr zu schätzen.
Ich persönlich (kann nur für mich sprechen) finde es nicht verwerflich, wenn man jahrelang in die Kasse eingezahlt hat (geben) und in der Not von einem freiwilligen Verein Hilfe in Anspruch nehmen würde. (nehmen)
Außerdem könnte man den freiwilligen Helfern auch hinterher als Dankeschön Hilfe anbieten, sei es bei dem Verein in irgendeiner Form.Eine Hand wäscht die andere sozusagen. (ganz ohne Geld)
Klar, warum nicht. Dann müssen Sie dorthin ziehen, wo man das anbietet oder auch anbieten muss.
Nervig ist nur, wenn man nicht versteht, dass man sich diesen Luxus nur leisten kann, wenn andere zahlen. Auch der freiwillige Helfer, der Arzt oder Pfleger ist, wird erstmal ausgebildet. Wer keine Steuern zahlt und keine KV, profitiert von einem System, das andere finanzieren.
Das muss man schlicht begreifen, dass man - so man sich dafür entscheidet, wenn man es kann- auf Kosten anderer lebt.

P.S. noch eine Sache zum System der "freiwilligen Helfer". Nehmen wir an, Sie wohnen in München und da gibt es das. Ihre "Helfer" unterhalten eine ganze Klinik, mit allen Fachbereichen und Technologien. Das an sich dürfte zwar schon mangels Finanzierung schwierig werden, aber nehmen wir es dennoch an.
Nun sind Sie zwar "ausgestiegen", haben aber doch noch ein paar Freunde oder machen mal Urlaub und fahren an die Nordsee. Dort bekommen Sie eine akute Erkrankung, vielleicht der bereits genannte Blinddarm. Sofortige OP oder lebensbedrohlicher Zustand bis Tod, wenn Sie nicht operiert werden. Vor Ort gibt es eine Klinik, aber Ihre Helfer sind in München. Außerdem wollen Sie ja nichts nutzen, was mit dem System finanziert wurde, demnach müssten die Helfer, wenn sie anreisen, im Wagen oder Zelt operieren. Ob die zeitig ankommen, kann man auch nicht sagen.
Und nun?
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