GKV bei ALG I und II

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

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webmaster76
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GKV bei ALG I und II

Beitrag von webmaster76 »

Hallo an euch,

nehmen wir mal folgende Konstellation an. Mann M und Frau F sind verheiratet. M ist in einer PKV und F in einer GKV.
F wird nun leider arbeitslos. Wie sieht das bezüglich der GKV-Beiträge für F aus, bei:

1. ALG I
2. ALG II
SusanneBerlin
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von SusanneBerlin »

1. Die Agentur für Arbeit zahlt die Krankenkassenbeiträge.
2. Das jobcenter, d.h. die Kommune zahlt die Krankenkassenbeiträge.
Grüße, Susanne
winterspaziergang
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von winterspaziergang »

webmaster76 hat geschrieben:Hallo an euch,

nehmen wir mal folgende Konstellation an. Mann M und Frau F sind verheiratet. M ist in einer PKV und F in einer GKV.
F wird nun leider arbeitslos. Wie sieht das bezüglich der GKV-Beiträge für F aus, bei:

1. ALG I
2. ALG II
Zu 2: Kommt drauf an, was M verdient. Wenn er den Bedarf der "Bedarfsgemeinschaft" aus eigenen Mitteln decken kann und dazu gehört auch die KV, zahlt der Mann das.
Nur wenn Mann M zu wenig verdient (was bei PKV eher unwahrscheinlich ist) bekommt die Frau F ALG-II und somit auch ihre KV vom Jobcenter bezahlt.
RHW
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von RHW »

Hallo,

1) wenn die Arbeitsagentur Alg zahlt, übernimmt die Agentur auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an die bisherige Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt wurden.

2) Wenn beide Ehegatten zusammen bedürftig sind, besteht Anspruch auf Alg II. Das Jobcenter zahlt dann auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an die bisherige Krankenkasse.

3) weder Alg noch Alg II
F zahlt die Beiträge selbst. Die Höhe hängt von der Höhe ihrer Bruttoeinnahmen ab. Die Bruttoeinnahmen des Ehegtatten wird nach einer besonderen Berechnung berücksichtigt (§ 240 SGB V, insbesondere letzter Absatz). Der monatliche Beitrag liegt zwischen ca. 170 und 370 Euro (wenn die eigenen Bruttoeinnahmen von F unter ca. 2100 Euro monatlich liegen).

Gruß
RHW
webmaster76
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von webmaster76 »

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

Nehmen wir mal an, dass M gut verdient, weswegen er ja auch als AN in die PKV wechseln konnte. Wenn ich das richtig verstanden habe bezahlt dann

1. während ALG I das Jobcenter und
2. ab ALG II der M die Krankenkassenbeiträge

Jetzt noch eine Frage zu 1.: nehmen wir mal an F war von 04/2014 bis Ende 05/2016 in Elternzeit. Davor ist F ununterbrochen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen. Würde die Elternzeit etwas am Anspruch ändern? Bezüglich:

"wenn die Arbeitsagentur Alg zahlt, übernimmt die Agentur auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an die bisherige Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt wurden."
matthias.
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von matthias. »

Wenn der Mann gut verdient, wird die Frau nie ALG 2 bekommen. D.h. sie muss sich dann wenn sie kein Einkommen hat freiwillig in einer gesetzlichen Kasse versichern, sie könnte sich aber auch privat versichern.

Der Arbeitslosengeldanspruch wird durch Elternzeit nicht geschmälert. Der Anspruch wird grundsätzlich hinten an die Elternzeit dran gehängt.
winterspaziergang
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Re: GKV bei ALG I und II

Beitrag von winterspaziergang »

webmaster76 hat geschrieben:Vielen Dank schonmal für eure Antworten!

Nehmen wir mal an, dass M gut verdient, weswegen er ja auch als AN in die PKV wechseln konnte. Wenn ich das richtig verstanden habe bezahlt dann

1. während ALG I das Jobcenter und
2. ab ALG II der M die Krankenkassenbeiträge
ja, nur dass 2. "ALG-II" nicht eintreten wird. Niemand muss (und sollte) Anträge für Leistungen stellen, auf die er keinen Anspruch haben kann. Das ist bei einem guten Verdienst des Ehepartners regelmäßig der Fall. Wenn das ALG-I endet und die Frau keinen neuen Job hat, ist sie arbeitssuchend ohne beim "Jobcenter" gemeldet sein zu müssen.
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