Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtigt?

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Bratapfel
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Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtigt?

Beitrag von Bratapfel » 20.04.18, 09:49

Wann hat man Anspruch auf Wohngeld und wann auf Grundsicherung?

Was bekommt ein 60-jähriger Rentner (Rente wegen Erwerbsminderung), dessen Rente (680 Euro) zum Lebensunterhalt nicht ausreicht? Hier würden etwa 170 Euro/Monat fehlen, ausgehend vom aktuellen Regelbedarf bei Hatz 4.

Wohngeld oder Grundsicherung?

compi57
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Re: Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtig

Beitrag von compi57 » 20.04.18, 10:55

... wenn das mögliche Wohngeld höher als der mögliche Grundsicherungsbedarf ist, Wohngeld, ansonsten Grundsicherung... (so es im Fallbeispiel eine unbefristete Erwerbsminderungsrente ist, ansonsten Sozialhilfe)

matthias.
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Re: Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtig

Beitrag von matthias. » 20.04.18, 10:59

Man kann sich aussuchen was man beantragt. Also nimmt man was sinnvoller ist.

Das muss nicht unbedingt das sein was 10 € mehr ist, weil bei Wohngeld muss man halt viel weniger "die Hosen runter lassen". Es gibt meines Wissens auch keine Vermögensanrechnung, es geht rein um das Einkommen.

MfG
Matthias

compi57
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Re: Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtig

Beitrag von compi57 » 23.04.18, 09:37

... das mit dem Aussuchen ist nicht ganz so einfach: Die Grundsicherungsstelle wird im Regelfall nach dem Nachrangprinzip arbeiten, das heißt, dass der Hilfesuchende alle Leistungen ausschöpft, damit die Zahlung von Grundsicherung nicht notwendig wird, darunter dann auch das Wohngeld.

Die Ausführungen dazu, was man bei Wohngeld nicht angeben muss, sind natürlich ein Grund, warum man lieber Wohngeld nehmen kann, wobei in diesen Einkommensklassen natürlich monatlich 10 Euro weniger im Geldbeutel einen ordentlichen Unterschied ausmacht.

Gruß
C.

Charon-
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Re: Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtig

Beitrag von Charon- » 23.04.18, 17:20

compi57 hat geschrieben:Zahlung von Grundsicherung nicht notwendig wird, darunter dann auch das Wohngeld.
Stimmt, aber es ist die Regelung des § 12a SGB II zu beachten, danach ist der Verweis auf Wohngeld nur möglich, wenn dadurch alle Mitglieder der BG dauerhaft, also mehr als drei Monate, nicht mehr hilfebedürftig sein werden.
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

DefPimp
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Re: Wer ist Wohngeldberechtigt, wer Grundsicherungsberechtig

Beitrag von DefPimp » 02.05.18, 12:38

matthias. hat geschrieben:Man kann sich aussuchen was man beantragt. Also nimmt man was sinnvoller ist.
Blödsinn.
compi57 hat geschrieben: wenn das mögliche Wohngeld höher als der mögliche Grundsicherungsbedarf ist, Wohngeld, ansonsten Grundsicherung... (so es im Fallbeispiel eine unbefristete Erwerbsminderungsrente ist, ansonsten Sozialhilfe)
Das hier ist beinahe richtig, bis auf die Begrifflichkeiten. Bei teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung muss der Anspruch auf EU-Rente geprüft werden. Das Verfahren dauert ewig.
Und beim Vergleich wird nur der tatsächliche Zahlbetrag des ALGII berücksichtigt, nicht der Gesamtanspruch.
Wie viele Mitarbeiter arbeiten durchschnittlich in einem Jobcenter? Etwa die Hälfte.

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