Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Krankenhaus

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8339
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von winterspaziergang »

Rolfe hat geschrieben: Über Ersparnisse verfügt die Dame nicht.
Angehörige gibt es nicht
e
:?:
Rolfe hat geschrieben:Es besteht der Verdacht, dass sich die Klinik ihrer Verantwortung aus dem Entlassungs-
management entziehen will, indem nur für 28 Tage Kurzzeitpflege organisiert wird.
Wie die Angehörigen danach damit klarkommen, ist denen offenbar egal.
Ein Krankenhaus ist keine Alternative zum Pflegeheim oder zur unbestimmten Überbrückung gedacht.
Rolfe
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 351
Registriert: 22.11.04, 20:29

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von Rolfe »

Es gibt keine Angehörigen
Das Problem haben hier die Vorsorgebevollmächtigten,
die nicht mit der Dame verwandt sind.
Natürlich ist das Krankenhaus keine Dauerlösung -
mehr als kümmern können sich die Bevollmächtigten
aber eben auch nicht
Gruss Rolfe
SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von SusanneBerlin »

Es besteht der Verdacht, dass sich die Klinik ihrer Verantwortung aus dem Entlassungs-
management entziehen will, indem nur für 28 Tage Kurzzeitpflege organisiert wird.
Kann die Patientin nicht dauerhaft in diesem Heim bleiben, das zur Kurzzeitpflege vorgesehen ist? Hat man sich da erkundigt?
Grüße, Susanne
Rolfe
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 351
Registriert: 22.11.04, 20:29

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von Rolfe »

Haben wir.
Ist aber leider nicht möglich.
Gruss Rolfe
SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von SusanneBerlin »

Pflegebedürftige haben nach §7a SGB 11 einen Anspruch auf Beratung durch einen von der Pflegekasse zu benennenden Pflegeberater.
Grüße, Susanne
khmlev
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6288
Registriert: 02.05.09, 19:01
Wohnort: Leverkusen

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von khmlev »

Der Pflegeberater übernimmt aber auch nicht die Suche nach einem Heimplatz. Der Pflegeberater berät aber darüber welche Sozialleistungen Wo beantragt werden können.

Nur tätig werden, müssen die Bevollmächtigten schon selbst. Kann es sein, dass die Vorsprache bei 30 Einrichtungen, letztendlich an den Kosten scheiterte? Denn hier scheint wirklich Beratung notwendig zu sein.
Gruß
khmlev
- out of order -
RHW
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 229
Registriert: 24.05.10, 00:16

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von RHW »

Hallo Rolfe,

hier sind im 1. und 2 Link die aktuellen Vorgaben zum Entlassmanagement durchs Krankenhaus beschrieben:
https://gkv-spitzenverband.de/krankenve ... gement.jsp
Ggf. gibt es für das jeweilige Bundesland noch genauere Regelungen (§11).

Die Suche nach einem Pflegeheim kann zeitintensiv sein, ob für das Krankenhaus, die Pflegekasse, den Pflegebedürftigen, dessen Angehörigen oder den Vertreter (gesetzlicher Betreuer oder Bevollmächtigter). Bei den beruflich Tätigen ist/wäre es bezahlte Arbeitszeit, die von anderen bezahlt wird. Bei den Privatpersonen ist es keine Arbeitszeit. Aber alle (Privatpersonen, Krankenhäuser und staatliche Stellen) müssen bei Pflegeheimen "betteln", es gibt kein Weisungsrecht bei der Belegung von Pflegeheimplätzen.

Für die Organisation der Pflege gibt es seit 2017 für maximal 10 Tage das Pflegeüberleitungsgeld:
https://www.pflege.de/pflegekasse-pfleg ... zungsgeld/

Vielleicht hilft das.

Gruß
RHW
H.Lelele
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 217
Registriert: 13.09.11, 18:21

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von H.Lelele »

Guten Tag,

ich sehe hier eher ein Problem, daß so oder ähnlich häufiger auftritt:

Aus Mitmenschlichkeit übernehmen Freunde/Bekannte Alleinstehender im Rahmen einer Vorsorgevollmacht Tätigkeiten, die Ihnen irgendwann über den Kopf wachsen.

Das ist menschlich verständlich und nachvollziehbar. Ich würde hier eher dazu raten, beim AG die Betreuung durch einen Berufsbetreuer anzuregen.

Die Versorgung der alten Dame scheint mir nun in einem Masse erforderlich zu sein/werden, die den Rahmen einer ehrenamtlichen Betreuung nichtverwandter Menschen sprengt.

Berufsbetreuer sind meist gut vernetzt und haben die nötigen Kontakte, um eine notfallmäßige Pflegebetreuung zu organisieren.
Das Krankenhaus ist jedenfalls der völlig falsche Ansprechpartner, diese Institution ist für Unterbringung in einem Pflegeheim schlicht nicht zuständig.

Im Übrigen kann auf dem Antrag beim Amtsgericht auch "Eilbedürftigkeit" angekreuzt/ergänzt werden. Dann wird i.d.R. in einem solchen Fall schnell ein Berufsbetreuer eingeschaltet.
Rolfe
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 351
Registriert: 22.11.04, 20:29

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von Rolfe »

Nach wochenlangem Suchen hat es sich nun wohl ausgezahlt:
Ein Pflegeheim hat ab morgen einen Dauerpflegeplatz für die alte Dame.
Vielen Dank für alle Bemühungen.
Gruss Rolfe
winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8339
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von winterspaziergang »

Rolfe hat geschrieben:Nach wochenlangem Suchen hat es sich nun wohl ausgezahlt:
Ein Pflegeheim hat ab morgen einen Dauerpflegeplatz für die alte Dame.
Vielen Dank für alle Bemühungen.
Gruss Rolfe
Das war ja eigentlich nicht die rechtliche Frage.
Der glückliche Ausgang, 2 Tage nach dem Eingangsbeitrag, ändert nichts daran, dass diese Annahme
Rolfe hat geschrieben:Es besteht der Verdacht, dass sich die Klinik ihrer Verantwortung aus dem Entlassungs-
management entziehen will, indem nur für 28 Tage Kurzzeitpflege organisiert wird.
falsch ist.

Denn:
H.Lelele hat geschrieben:Das Krankenhaus ist jedenfalls der völlig falsche Ansprechpartner, diese Institution ist für Unterbringung in einem Pflegeheim schlicht nicht zuständig.
derrick
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 990
Registriert: 31.01.05, 12:24

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von derrick »

Hallo,

Grundsätzliches hierzu:

Die soziale Betreuung und Beratung der Versicherten im Krankenhaus sowie der nahtlose Übergang von der Krankenhausbehandlung zu Rehabilitation oder Pflege gehören zu den Aufgaben des Krankenhaussozialdienstes; siehe hierzu:
http://www.bundesanzeiger-verlag.de/bet ... zialdienst

mfg
Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6515
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von Zafilutsche »

Erfahrungsgemäß (zumindest in NRW!) kann die Dame in einer Einrichtung innerhalb der Landesgrenzen von NRW untergebracht werden. Das Krankenhaus und der Krankenhaussozialdienst werden gegenüber dem Betreuer (egal ob gesetzlich bestellter oder ehrenamtlich) entsprechend Druck machen.
derrick
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 990
Registriert: 31.01.05, 12:24

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von derrick »

Zafilutsche hat geschrieben:Erfahrungsgemäß (zumindest in NRW!) kann die Dame in einer Einrichtung innerhalb der Landesgrenzen von NRW untergebracht werden. Das Krankenhaus und der Krankenhaussozialdienst werden gegenüber dem Betreuer (egal ob gesetzlich bestellter oder ehrenamtlich) entsprechend Druck machen.
Wie Druck machen? Für was?

mfg
Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6515
Registriert: 24.07.07, 10:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Entlassungsmanagement - welche Pflichten hat das Kranken

Beitrag von Zafilutsche »

derrick hat geschrieben: Wie Druck machen?
Ganz einfach: Wenn die privatorganisierte Betreuung nicht sputet, regt der
Krankenhaussozialdienst einen gesetzlich bestellten Betreuer an.
Wegen dem Krankenhausaufenthalt wird die Dringlichkeit auf eine höchste Priorität gesetzt
derrick hat geschrieben:Für was?
Für eine schnelle Kostenverschiebung von Krankenhaus/Krankenkasse zur Pflegekasse/Sozialhilfe.
(was m.E. immer unabwendbar ist - zumindest der Tod nicht eher eintritt :oops: )
Antworten