Schweigepflicht für Hörakustiker?

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Rheinshagen
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Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Rheinshagen » 08.10.18, 15:49

Angenommen A braucht beidseitig Hörgeräte. Nach Heilmittelverordnung durch den HNO- Arzt macht der Hörakustiker (HA) Messungen und A erhält dann von diesem, 2 Hörgeräte unterschiedlichen Typs, zum Testen. A entscheidet sich für Gerätetyp 2 weil, dieser geringere Störnebengeräusche und für ihn nach subjektiver Empfindung optimaler ist, als Gerätetyp 1. Die GKV bewilligt jedoch lediglich den Preis für Geräte des Typ 1. Der Gerätetyp 2 liegt jedoch mit den Kosten über dem Typ 1. A geht gegen den Bescheid der GKV in den Widerspruch und begründet diesen. Daraufhin ruft die KV beim HA und erhält von diesem die Auskunft, das der Gerätetyp 1 völlig ausreichend für A sei. Diese Aussage steht im Widerspruch zu den Gesprächsinhalten zwischen A und dem HA. Möglicherweise will der HA die bewilligten Geräte des Typ 1 schnellstmöglich an A liefern und somit einen längeren Lieferauftrag, durch die längere Verfahrensweise von A beim Sozialgericht vermeiden. Hilfsweise trägt A die von HA bereitgestellten Universalgeräte leihweise, die mit einer Monatsmiete berechnet werden.
Hätte der HA der KV überhaupt Auskunft über den Hörzustand von A - Auskunft geben dürfen? Oder hätte dieses erst durch Ladung des HA - als Zeuge in einem möglichen Verfahren vor dem Soz.-Gericht erfolgen können? Hat der HA gegen eine gesetzlich gebotene Schweigepflicht verstoßen? Was ist A zu empfehlen?

Old Piper
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Old Piper » 08.10.18, 16:31

Hallo Rheinshagen,

grundsätzlich gilt: Wer die Musik bezahlt, darf sich auch die Playlist anschauen.
Inwieweit der HA der Kasse ggü. Auskunft geben darf hängt davon ab, ob er mit der Kasse direkt abrechnet oder mit A und was A ggf. beim HA unterschrieben hat. Im Zweifel fordert die Kasse die zur Leistungserbringung erforderlichen Informationen bei A an und der muss sie dann halt vom HA besorgen. Und selbstverständlich darf die Kasse Informationen darüber einholen, was sie A bezahlen soll (Anpassberichte o.ä.)
MfG
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karli
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von karli » 08.10.18, 19:35

Rheinshagen hat geschrieben:
Hätte der HA der KV überhaupt Auskunft über den Hörzustand von A - Auskunft geben dürfen?
Eine Schweigepflicht gibt's hier vermutlich nicht.
Allerdings könnte man erwägen, ob hier nicht vielleicht ein Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen vorliegt.
Nach europäischem Recht und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind personenbezogene Daten all jene Informationen, die sich auf eine natürliche Person beziehen oder zumindest beziehbar sind und so Rückschlüsse auf deren Persönlichkeit erlauben.
Quelle
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FM
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von FM » 08.10.18, 20:30

Die gesetzliche Erlaubnis für die Datenweitergabe könnte sein:
https://dejure.org/gesetze/SGB_V/294.html
oder auch § 298 ebd.

Allerdings erscheint mir fraglich, ob ein Handwerker mitteilen kann, was völlig ausreichend wäre. Das ist doch eher eine ärztlich zu erstellende Beurteilung. Die reinen Meßergebnisse dürften schon mitgeteilt werden dürfen, aber welche Schlußfolgerung der Handwerker daraus zieht, ist eigentlich nicht relevant. Es geht da auch weniger um Daten über den Patienten als mehr über die Meinung des Hörakustikers.

Sehr wahrscheinlich interessiert den Versicherten die Frage des Datenschutzes deutlich weniger als die des Leistungsanspruches. Das ist dann aber eine andere.

Etienne777
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Etienne777 » 08.10.18, 22:12

Es ist gerade die Aufgabe des Hörakustikers, beim Patienten durch entsprechende Hörtests festzustellen, welches Maß an Hörbehinderung vorliegt und dafür ggf. ein entsprechendes Hörgerät auszuwählen und zu konfigurieren. Daraus ergibt sich, daß der Hörakustiker sehr wohl genau die Ansprechperson für die Krankenkasse ist, die zu beurteilen imstande ist, welches Gerät medizinisch notwendig ist. Das kann kein Mitarbeiter der Krankenkasse beurteilen, also muß man beim Hörakustiker anfragen und wird das in Fällen in denen mehr als die Regelversorgung angesonnen wird, auch tun. Das ist nicht zu beanstanden. Die Krankenkasse bekommt schließlich auch jede AU-Bescheinigung inklusive Diagnoseschlüssel, so ist das System.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

winterspaziergang
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von winterspaziergang » 08.10.18, 22:27

Rheinshagen hat geschrieben:Angenommen A braucht beidseitig Hörgeräte. Nach Heilmittelverordnung durch den HNO- Arzt macht der Hörakustiker (HA) Messungen und A erhält dann von diesem, 2 Hörgeräte unterschiedlichen Typs, zum Testen. A entscheidet sich für Gerätetyp 2 weil, dieser geringere Störnebengeräusche und für ihn nach subjektiver Empfindung optimaler ist, als Gerätetyp 1. Die GKV bewilligt jedoch lediglich den Preis für Geräte des Typ 1. Der Gerätetyp 2 liegt jedoch mit den Kosten über dem Typ 1. A geht gegen den Bescheid der GKV in den Widerspruch und begründet diesen.
mit welcher Begründung? die o.g.?
Daraufhin ruft die KV beim HA und erhält von diesem die Auskunft, das der Gerätetyp 1 völlig ausreichend für A sei.
Diese Aussage hat der fiktive Kunde vom Akustiker oder von der KK? was genau hat der Akustiker gesagt?
Hätte der HA der KV überhaupt Auskunft über den Hörzustand von A - Auskunft geben dürfen?
hat er das? nach oben genanntem, hat er lediglich bekundet, dass auch Gerät 1 seinen Zweck erfüllt- was ja stimmt. Der Kunde/Versicherte empfindet Gerät 2 ja nur subjektiv als optimaler.
Oder hätte dieses erst durch Ladung des HA - als Zeuge in einem möglichen Verfahren vor dem Soz.-Gericht erfolgen können?
der HA hat die Auskunft gegeben, dass für die vorliegende Verordnung beide Geräte gleich gut sind, damit 1 "ausreichend ist".
Vor dem Gericht kann er nicht als Zeuge- für was?- sondern als Gutachter befragt werden.
KK und HA sind keine Fremden, sondern stehen über die Verordnung bereits in Verbindung. Der HA hat keine über die Umsetzung der Verordnung hinaus gehenden Auskünfte und auch nicht an Unberechtigte erteilt.

Charon-
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Charon- » 09.10.18, 07:41

FM hat geschrieben:ob ein Handwerker mitteilen kann, was völlig ausreichend wäre
Ich glaube, diese Aussage käme nicht, wenn es um eine Autoreparatur oder einen Kücheneinbau ginge, warum also bei Hörgeräten?
FM hat geschrieben:Das ist doch eher eine ärztlich zu erstellende Beurteilung
Warum? Es ist Aufgabe des Technikers, die genaue Einschränkung festzustellen und die handwerklichen Vornahmen durchuführen, um die Einschränkung zu kompensieren, da hat der Arzt nichts mit zu tun. Das ist ähnlich wie mit orthopädischen Schuhen oder der Fertigung von Beißschienen, in jedem Fall ist der Handwerker der Ansprechpartner und auch derjenige, der noch am besten beurteilen kann, was notwendig ist und was nicht.

Rechtlich gesehen darf die KV den Handwerker als Sachverständigen befragen (§ 21 Abs. 1 Nr. 2 SGB X). Ein besonderes Schutzrecht, was es dem Betroffenen verbietet, Auskunft zu geben, sehe ich nicht, im Gegenteil ich würde eher eine Pflicht des Handwerkers zur Mitwirkung sehen (§ 21 Abs. 3 SGB X)
Um der allgemeinen Sprachverwirrung des Siezens entgegenzuwirken, biete ich jedem Nutzer das dänische Umgangsduzen an.

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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Evariste » 09.10.18, 08:27

Charon- hat geschrieben: Das ist ähnlich wie mit orthopädischen Schuhen oder der Fertigung von Beißschienen, in jedem Fall ist der Handwerker der Ansprechpartner und auch derjenige, der noch am besten beurteilen kann, was notwendig ist und was nicht.
Mit orthopädischen Schuhen habe ich keine Erfahrung, aber bei der Beißschiene ist definitiv der Zahnarzt der Ansprechpartner.

Hier ist es allerdings so, dass der "Handwerker" eine ausführliche Höranalyse durchführt, was der Arzt nicht tut. Die Ergebnisse sind dann natürlich schon relevant.

Was allerdings komisch ist, dass da nur angerufen wurde, gibt es nichts Schriftliches? Und warum bekommt der Patient die Ergebnisse nicht?

Aufgrund eigener negativer Erfahrungen frage ich mich, ob das nicht einfach eine Abwimmeltaktik der Krankenkasse ist, "wir haben bei Ihrem HA angerufen und der hat gesagt, Gerät 1 wäre ausreichend, wollen Sie Ihren Widerspruch nicht zurückziehen?".

Hat A noch einmal mit dem HA geredet?

winterspaziergang
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von winterspaziergang » 09.10.18, 12:44

Evariste hat geschrieben:
Charon- hat geschrieben: Das ist ähnlich wie mit orthopädischen Schuhen oder der Fertigung von Beißschienen, in jedem Fall ist der Handwerker der Ansprechpartner und auch derjenige, der noch am besten beurteilen kann, was notwendig ist und was nicht.
Mit orthopädischen Schuhen habe ich keine Erfahrung, aber bei der Beißschiene ist definitiv der Zahnarzt der Ansprechpartner.
Der Zahntechniker dürfte hier genauso wichtig sein

FM
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von FM » 09.10.18, 20:05

Charon- hat geschrieben:
FM hat geschrieben:ob ein Handwerker mitteilen kann, was völlig ausreichend wäre
Ich glaube, diese Aussage käme nicht, wenn es um eine Autoreparatur oder einen Kücheneinbau ginge, warum also bei Hörgeräten?
Weil medizinische Hilfsmittel ärztlich verordnet sein müssen, damit die Krankenkasse sie bezahlt. Im Zweifel muss der HNO-Arzt dann eben genauer angeben, welches.

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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von winterspaziergang » 09.10.18, 22:18

FM hat geschrieben:
Charon- hat geschrieben:
FM hat geschrieben:ob ein Handwerker mitteilen kann, was völlig ausreichend wäre
Ich glaube, diese Aussage käme nicht, wenn es um eine Autoreparatur oder einen Kücheneinbau ginge, warum also bei Hörgeräten?
Weil medizinische Hilfsmittel ärztlich verordnet sein müssen, damit die Krankenkasse sie bezahlt. Im Zweifel muss der HNO-Arzt dann eben genauer angeben, welches.
:arrow:
Rheinshagen hat geschrieben:Nach Heilmittelverordnung durch den HNO- Arzt macht der Hörakustiker (HA) Messungen und A erhält dann von diesem, 2 Hörgeräte unterschiedlichen Typs, zum Testen. A entscheidet sich für Gerätetyp 2 weil, dieser geringere Störnebengeräusche und für ihn nach subjektiver Empfindung optimaler ist, als Gerätetyp 1
:arrow:
Lehrplan Akustiker:
...Die Lehrinhalte erstrecken sich über die Anatomie, Pathologie des Ohres, Akustik, Elektrotechnik, Hörgeräteanpassung bis hin zur Otoplastik.

Daher ist das hier
FM hat geschrieben:Allerdings erscheint mir fraglich, ob ein Handwerker mitteilen kann, was völlig ausreichend wäre. Das ist doch eher eine ärztlich zu erstellende Beurteilung. Die reinen Messergebnisse dürften schon mitgeteilt werden dürfen, aber welche Schlussfolgerung der Handwerker daraus zieht, ist eigentlich nicht relevant. Es geht da auch weniger um Daten über den Patienten als mehr über die Meinung des Hörakustikers.
eben nicht fraglich. Der HA kann durchaus feststellen, dass beide Geräte ihren Zweck erfüllen. Er stellt sie her, passt sie an.
Der Versicherte fühlt sich mit Version 2 besser- dass beide den Zweck erfüllen, hat er nicht bestritten.

Rheinshagen
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Rheinshagen » 09.10.18, 23:14

Der HA kann durchaus feststellen, dass beide Geräte ihren Zweck erfüllen. Er stellt sie her, passt sie an.
Der Versicherte fühlt sich mit Version 2 besser- dass beide den Zweck erfüllen, hat er nicht bestritten.


Der Zweck von Hörgeräten ist es, dem Hörgeschädigten nahezu die bestmöglichste Hörleistung, die dem ursprünglichen Hörvermögen, welches vor der Hörschädigung vorhanden war, annähernd wieder zu ermöglichen. Wenn wie hier beschrieben, in der Version 2 - z.b. stärkere Nebengeräusche, Mängel im Verständnis bei Gruppenunterhaltungen etc. ausgeblendet werden, die in Version 1 stärker vorhanden waren, dann ist zwar der Zweck einer Verständigungsmöglichkeit erfüllt, jedoch ist die Möglichkeit der subjektiven empfundenen besseren Verständigung ausschlaggebend.
Zwischen Verständigungsmöglichkeiten bei div. Hörgeräten gibt es eine Vielzahl von Unterschieden, so dass in der Praxis von einem Hörgeschädigten viele Hörgeräte getestet werden können, bis diese das für sie optimalste Gerät gefunden haben. Der von den KK festgelegte Festpreis, spielt hierbei keine Rolle, was leider einige Hörakustiker dem Geschädigten verschweigen. Luxusgeräte sind hiervon natürlich ausgeschlossen.

winterspaziergang
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von winterspaziergang » 10.10.18, 07:11

Rheinshagen hat geschrieben: Der HA kann durchaus feststellen, dass beide Geräte ihren Zweck erfüllen. Er stellt sie her, passt sie an.
Der Versicherte fühlt sich mit Version 2 besser- dass beide den Zweck erfüllen, hat er nicht bestritten.


Der Zweck von Hörgeräten ist es, dem Hörgeschädigten nahezu die bestmöglichste Hörleistung, die dem ursprünglichen Hörvermögen, welches vor der Hörschädigung vorhanden war, annähernd wieder zu ermöglichen. Wenn wie hier beschrieben, in der Version 2 - z.b. stärkere Nebengeräusche, Mängel im Verständnis bei Gruppenunterhaltungen etc. ausgeblendet werden, die in Version 1 stärker vorhanden waren, dann ist zwar der Zweck einer Verständigungsmöglichkeit erfüllt, jedoch ist die Möglichkeit der subjektiven empfundenen besseren Verständigung ausschlaggebend.
widerspricht ja nicht der Aussage, dass beide Geräte ihren Zweck erfüllen, was der HA offenbar der KK mitgeteilt hat
Der von den KK festgelegte Festpreis, spielt hierbei keine Rolle, was leider einige Hörakustiker dem Geschädigten verschweigen.
:?:

davon ab, war die Frage ja nicht, welche Hörgeräte optimal sind, sondern, ob der HA der KK eine Mitteilung machen durfte
Die Nebendiskussion um den HA ging darum, ob der "Handwerker" so eine Aussage überhaupt machen kann. Und da er mehr macht, als nur das Gerät herzustellen, kann er so eine Aussage treffen.

Old Piper
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Old Piper » 10.10.18, 08:28

Rheinshagen hat geschrieben: Der von den KK festgelegte Festpreis, spielt hierbei keine Rolle, ...
Was meinen Sie mit "spielt keine Rolle"?
Tatsächlich hat das BSG irgendwann mal entschieden (muss so 2010 bis 2012 gewesen sein), dass die Festbetragsregelung der Kassen nicht in Ordnung ist, aber die Kassen folgen dieser Entscheidung (über den dort entschiedenen Einzelfall hinaus) nicht. Nach wie vor zahlen die Kassen daher für Hörgeräte in aller Regel nur den Festbetrag.
MfG
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Re: Schweigepflicht für Hörakustiker?

Beitrag von Charon- » 10.10.18, 10:43

FM hat geschrieben:Weil medizinische Hilfsmittel ärztlich verordnet sein müssen, damit die Krankenkasse sie bezahlt.
Das ist ungefähr so, als wenn man erklären würde, eine Haftpflichtversicherung, die einen Schaden an einem Kfz erst nach Freigabe durch einen Gutachter regulieren will, dürfe sich nicht an die Werkstatt wenden, sondern müsste alle Fragen über den Gutachter klären. Das eine hat aber mit dem anderen nichts zu tun.
FM hat geschrieben:Im Zweifel muss der HNO-Arzt dann eben genauer angeben, welches.
Der HNO Arzt stellt nur die bestehende Einschränkung fest und verordnet das Hilfsmittel. Die Auswahl des richtigen Hilfsmittels obliegt dem Techniker, was soll der Arzt denn dazu noch weiter sagen?
Old Piper hat geschrieben:Tatsächlich hat das BSG irgendwann mal entschieden (muss so 2010 bis 2012 gewesen sein), dass die Festbetragsregelung der Kassen nicht in Ordnung ist
Meinst du dieses?

B 1 KR 22/11
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