Pflichten einer BG

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

Antworten
TOM_M
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 301
Registriert: 21.05.07, 11:29

Pflichten einer BG

Beitrag von TOM_M » 03.01.19, 16:37

Hallo,

die Berufsgenossenschaft stehen für Arbeitsunfälle und Arbeitswegeunfälle als erster Ansprechpartner für den
Verunfallten parat und kümmern sich um die Versorgung des Gleichen. Zumindest geht man als "Normalbürger"
davon aus.

Hierzu mal eine Frage zum zustehenden Leistungsumfang!

Wir gehen mal davon aus, dass ein Verunfallter längere Zeit krank (oder eben Arbeitsunfähig) ist.
Somit bekommt der Verunfallte kein Krankengeld von seiner Krankenkasse sondern zahlt die Krankenkasse
das Verletztengeld aus, das sie sich wiederrum von der BG zurück holt. Das Verletztengeld wird, wie das
Krankengeld auch, bis zu 78 Wochen ausbezahlt. Ich denke, dass ich bis hierhin alles richtig verstanden habe.

Was geschieht nun mit einem Verunfallten, der nach 78 Wochen immer noch nicht "arbeitsfähig" ist und weiterhin
seinem Job nicht nachgehen kann - gibt es hierfür ein Procedere???

Danke für Eure Hinweise
TOM
"Ich bin mir nicht sicher - dies sagt mir nur mein Gefühl!"

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Pflichten einer BG

Beitrag von SusanneBerlin » 03.01.19, 17:07

Hallo,

wenn die Voraussetzungen vorliegen, gibt es eine Unfallrente von der BG.

Für eine dauerhafte Voll- oder Teilrente muss die Erwerbsfähigkeit dauerhaft verloren oder gemindert sein.

Siehe § 56 ff SGB VII

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__56.html
Grüße, Susanne

Astrid69
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1045
Registriert: 09.12.04, 07:57
Wohnort: Einzelzimmer

Re: Pflichten einer BG

Beitrag von Astrid69 » 03.01.19, 18:17

Mit der Verletztenrente soweit richtig. Allerdings wird sie fast immer nicht für Lebensunterhalt ausreichen und ist nicht vergleichbar mit der Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherung.
Sie wird festgestellt, wenn die rentenberechtigende MdE (i.R. mindestens 20%) über die 26. Woche nach Unfalltag noch besteht UND das Verletztengeld endet.
Das Verletztengeld kann durchaus auch über 78 Wochen gezahlt werden.

Ebenso wird bei Verletzungen, die es wahrscheinlich machen, dass man seinen alten Job nicht mehr dauerhaft ausüben kann, frühzeitig nach beruflichen Alternativen gesucht zusammen mit dem Verletzten. Ggf. wird eine Weiterbildung, Umschulung oder leidensgerechte Tätigkeit gesucht. Bei solchen Massnahmen wird Übergangsgeld gezahlt.

Kommt Derartiges nicht in Frage (warum auch immer), bleiben Sozialleistungen der anderen Sozialversicherungsträger wie ALG, Alg2, Erwerbsminderungsrente.

Ein allgemeingültiges Procedere gibt es einfach nicht, weil jeder "Fall" anders ist.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

Antworten