Berufsgenossenschaft

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heinhzelmännchen
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Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 20.01.19, 17:10

Hallo, A ist verstorben, Krematorium informiert B als Betreuerin und Tochter, und legt nahe, eine Biopsie der Lunge wegen
Todesursache Asbestose zu genehmigen, weil dann Berufsgenossenschaft evtl. die Kosten anteilig für die Beerdigung übernehmen muß.

Gutachten steht noch aus.

Jetzt bekommt B als Tochter ein Schreiben des Konzerns, daß einmalig ein Betrag für Beerdigungskosten in Höhe von 256,00 Euro
angeboten wird, also einmalige Unterstützung.
B hat jetzt Sorge, dass bei Annahme des Betrages alle Ansprüche einer Abfindung erloschen sind, weil Betonung einmalig.
?????
Wir reden hier von ca. 5000 Euro Unterschied bei Asbestose.
Wer weiss Rat, danke an Alle

SusanneBerlin
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von SusanneBerlin » 20.01.19, 17:21

Hallo,

B könnte den Brief mit dem Angebot einfach zur Seite legen und erstmal klären, ob ein Anspruch wegen der Asbestose besteht. Oder steht eine Frist in dem Brief, bis wann man die 256€ annehmen muss?
Grüße, Susanne

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 20.01.19, 17:37

SusanneBerlin hat geschrieben:Hallo,

B könnte den Brief mit dem Angebot einfach zur Seite legen und erstmal klären, ob ein Anspruch wegen der Asbestose besteht. Oder steht eine Frist in dem Brief, bis wann man die 256€ annehmen muss?
Danke, das ist schon mal eine gute Antwort. Es steht keine Frist in dem Brief, leider steht Ergebnis der Obduktion noch aus.
Ich werde erst mal abwarten, kann aber dauern.

Habe daher heute eine Mail an die zuständige Professorin geschickt, die die Biopsie vorgenommen hat, und den SAchverhalt auch mitgeteilt.
Hoffe, das sie antwortet.
Danke nochmal

FM
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von FM » 20.01.19, 18:36

heinhzelmännchen hat geschrieben: Jetzt bekommt B als Tochter ein Schreiben des Konzerns, daß einmalig ein Betrag für Beerdigungskosten in Höhe von 256,00 Euro
angeboten wird, also einmalige Unterstützung.
B hat jetzt Sorge, dass bei Annahme des Betrages alle Ansprüche einer Abfindung erloschen sind, weil Betonung einmalig.
Mit "Konzern" ist wohl der Arbeitgeber gemeint. Der bezahlt im Todesfall in aller Regel keine Abfindung, evtl. aber - insbesondere wenn tarifvertraglich geregelt - ein Sterbegeld. Da wäre die vertragliche Regelung zu prüfen.

Ansprüche gegen die Berufsgenossenschaft (Sozialversicherungsträger) sind etwas ganz anderes, siehe hier:
https://dejure.org/gesetze/SGB_VII/64.html

Astrid69
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von Astrid69 » 20.01.19, 19:43

Aufgrund des Sachverhaltes gehe ich davon aus, dass zu Lebzeiten des A noch keine Berufskrankheit (BK) anerkannt war oder ein Antrag auf Anerkennung bereits lief.

Dann ist es hart für die Angehörigen, in kurzer Zeit zu überlegen: Hatte der Verstorbene sehr wahrscheinlich beruflich Kontakt mit Asbest und ist eine Obduktion vertretbar.
Wenn eins davon ausscheidet, dann braucht es keiner weiteren Überlegung. Obduktion um jeden Preis muss auch nicht sein.
Die Angelegenheit kann sowohl von den Ärzten als auch von den Hinterbliebenen am Besten noch vor der Einäscherung bei der Berufsgenossenschaft als Verdacht einer BK angezeigt werden. Denn bei hinreichendem Verdacht übernimmt auch die BG die Kosten der Obduktion.
Wichtig wäre auf jeden Fall, dass Gewebeproben vor der Einäscherung entnommen würden, weil ohne die die BK vielleicht nicht anerkannt würde.
Leider wird die Anerkennung als BK nicht so schnell vonstatten gehen, so dass man mit dem Sterbegeld nicht unmittelbar rechnen kann.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

FM
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von FM » 20.01.19, 19:57

heinhzelmännchen hat geschrieben:
SusanneBerlin hat geschrieben:Hallo,

B könnte den Brief mit dem Angebot einfach zur Seite legen und erstmal klären, ob ein Anspruch wegen der Asbestose besteht. Oder steht eine Frist in dem Brief, bis wann man die 256€ annehmen muss?
Danke, das ist schon mal eine gute Antwort. Es steht keine Frist in dem Brief, leider steht Ergebnis der Obduktion noch aus.
Es scheint sich wohl um ein (Vergleichs-)Vertragsangebot zu handeln. Wenn keine Frist genannt ist, gilt es dennoch nicht ewig, sondern "kann nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf." (§ 147 BGB)

Man geht da meist von ca. 1 bis 2 Wochen aus.

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 21.01.19, 15:59

Astrid69 hat geschrieben:Aufgrund des Sachverhaltes gehe ich davon aus, dass zu Lebzeiten des A noch keine Berufskrankheit (BK) anerkannt war oder ein Antrag auf Anerkennung bereits lief.

Dann ist es hart für die Angehörigen, in kurzer Zeit zu überlegen: Hatte der Verstorbene sehr wahrscheinlich beruflich Kontakt mit Asbest und ist eine Obduktion vertretbar.
Wenn eins davon ausscheidet, dann braucht es keiner weiteren Überlegung. Obduktion um jeden Preis muss auch nicht sein.
Die Angelegenheit kann sowohl von den Ärzten als auch von den Hinterbliebenen am Besten noch vor der Einäscherung bei der Berufsgenossenschaft als Verdacht einer BK angezeigt werden. Denn bei hinreichendem Verdacht übernimmt auch die BG die Kosten der Obduktion.
Wichtig wäre auf jeden Fall, dass Gewebeproben vor der Einäscherung entnommen würden, weil ohne die die BK vielleicht nicht anerkannt würde.
Leider wird die Anerkennung als BK nicht so schnell vonstatten gehen, so dass man mit dem Sterbegeld nicht unmittelbar rechnen kann.
Danke für die ausführliche Antwort. Verstorbene hat 24 Jahre auf der >Kap Asbest gearbeitet. Vorschlag zur Obduktion kam von der Professorin des Krematoriums,
unbedingt zuzustimmen .E

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 21.01.19, 16:04

heinhzelmännchen hat geschrieben:
Astrid69 hat geschrieben:Aufgrund des Sachverhaltes gehe ich davon aus, dass zu Lebzeiten des A noch keine Berufskrankheit (BK) anerkannt war oder ein Antrag auf Anerkennung bereits lief.

Dann ist es hart für die Angehörigen, in kurzer Zeit zu überlegen: Hatte der Verstorbene sehr wahrscheinlich beruflich Kontakt mit Asbest und ist eine Obduktion vertretbar.
Wenn eins davon ausscheidet, dann braucht es keiner weiteren Überlegung. Obduktion um jeden Preis muss auch nicht sein.
Die Angelegenheit kann sowohl von den Ärzten als auch von den Hinterbliebenen am Besten noch vor der Einäscherung bei der Berufsgenossenschaft als Verdacht einer BK angezeigt werden. Denn bei hinreichendem Verdacht übernimmt auch die BG die Kosten der Obduktion.
Wichtig wäre auf jeden Fall, dass Gewebeproben vor der Einäscherung entnommen würden, weil ohne die die BK vielleicht nicht anerkannt würde.
Leider wird die Anerkennung als BK nicht so schnell vonstatten gehen, so dass man mit dem Sterbegeld nicht unmittelbar rechnen kann.
Danke für die ausführliche Antwort. Verstorbene hat 24 Jahre auf der >Kap Asbest gearbeitet. Vorschlag zur Obduktion kam von der Professorin des Krematoriums,
unbedingt zuzustimmen .E
Frage ist doch: Wenn Konzern die 256 Euro Zahlt, ist dann die Berufsgenossenschaft aus dem Schneider, oder ist deren Zahlung bei Asbestose gesondert zu betrachten.
Verstorbene hat Reihenuntersuchungen in der Firma mitgemacht, zur Asbestosenrente fehlte damals 1 %!!!!!! Lag also schon vor.

Stefanie145
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von Stefanie145 » 21.01.19, 17:09

Ohne die genauen Einzelheiten zu kennen, wird man dies hier im Forum aber nicht klären können. Es ist für mich nicht mal klar, von wo die 256 € kommen sollen und wie die Beteiligten alle zueinander stehen.

Die Frage ist, ob die 256 € als Vergleichszahlung für die Anerkennung der Berufserkrankung sein soll oder ob es sich um eine andere Leistung handelt.

Bei meinem Arbeitgeber wird zum Beispiel jedem Arbeitnehmer monatlich vom Netto ein Euro abgezogen und dafür gibt es eine betriebliche Sterbekasse. Wenn der Arbeitnehmer stirbt, erhalten die Angehörigen ein Sterbegeld, der Arbeitnehmer erhält dann ein Sterbegeld, wenn nahe Angehörigen von ihm (Eltern, Kinder, Partner) sterben.

Handelt es sich bei der Zahlung der 256 € ebenfalls um eine solche Sterbekasse, bestehen in meinen Augen sämtliche weitere Forderuengen weiterhin. Dies lässt sich an Hand ihrer Angaben aus der Ferne jedoch nicht nachvollziehbar. Fragen Sie doch bei dem Konzern einfach nach.

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 21.01.19, 17:22

Stefanie145 hat geschrieben:Ohne die genauen Einzelheiten zu kennen, wird man dies hier im Forum aber nicht klären können. Es ist für mich nicht mal klar, von wo die 256 € kommen sollen und wie die Beteiligten alle zueinander stehen.

Die Frage ist, ob die 256 € als Vergleichszahlung für die Anerkennung der Berufserkrankung sein soll oder ob es sich um eine andere Leistung handelt.

Bei meinem Arbeitgeber wird zum Beispiel jedem Arbeitnehmer monatlich vom Netto ein Euro abgezogen und dafür gibt es eine betriebliche Sterbekasse. Wenn der Arbeitnehmer stirbt, erhalten die Angehörigen ein Sterbegeld, der Arbeitnehmer erhält dann ein Sterbegeld, wenn nahe Angehörigen von ihm (Eltern, Kinder, Partner) sterben.

Handelt es sich bei der Zahlung der 256 € ebenfalls um eine solche Sterbekasse, bestehen in meinen Augen sämtliche weitere Forderuengen weiterhin. Dies lässt sich an Hand ihrer Angaben aus der Ferne jedoch nicht nachvollziehbar. Fragen Sie doch bei dem Konzern einfach nach.
Dankeschön, habe Sorge, wenn ich beim Konzern anrufe, dass die mit der Berufsgenossenschaft schon zusammen gearbeitet habe und sich diese einmalige Zahlung zur
Abgeltung aller Ansprüche ausgedacht haben, um Mehrbeträge / Zahlungen zu sparen. Anerkennung der BK oder einfach nur Sterbegeld. Das ist die Frage.
Oder denk ich einfach zuviel um die Ecke.

Astrid69
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von Astrid69 » 21.01.19, 19:21

Der Arbeitgeber kann nicht rechtswirksam durch eine wie auch immer geartete "Vergleichszahlung" die Ansprüche gegen die BG ausschliessen, wenn das die Sorge ist.

Man sollte sich noch mal damit befassen, was das für eine Zahlung sein soll. Da muss doch was dazu in dem Schreiben stehen.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 23.01.19, 16:14

Astrid69 hat geschrieben:Der Arbeitgeber kann nicht rechtswirksam durch eine wie auch immer geartete "Vergleichszahlung" die Ansprüche gegen die BG ausschliessen, wenn das die Sorge ist.

Man sollte sich noch mal damit befassen, was das für eine Zahlung sein soll. Da muss doch was dazu in dem Schreiben stehen.
Danke für die Nachricht, habe erst heute davon Kenntnis.

Also in dem Schreiben steht .... wir nehmen Bezug auf die uns von der Compagnie de Saint Gobain, Pensionskasse, übermittelte Nachricht vom Tode der Pensionärin
und teilen Ihnen mit, das wir eine einmalige Unterstützung zu den Beerdigungskoten in Höhe von 256 Euro gewähren gem. unserem Leistungsplan.
. Die Berufsgenossenschaft ist die BG ETEM

Liebe Grüße

Astrid69
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von Astrid69 » 23.01.19, 19:53

Gut. Damit ist ja zumindest geklärt, dass diese Zahlung keinen Einfluss auf die BG-geschichte hat und nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

Zafilutsche
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von Zafilutsche » 24.01.19, 15:23

Gestern Abend lief auf dem ZDF eine Reportage, die über einen längeren Zeitraum das Thema Berufsgenossenschaft analysiert haben.
Das Thema lautete:"Krank und keiner zahlt- Der Streit mit den Berufsgenossenschaften"
Ich selbst bin durch zwei Instanzen gelaufen, ohne Erfolg. Ein weiterer Fortgang wurde durch das Landessozialgericht versperrt.
Jedenfalls sind Prozesse gegen Berufsgenossenschaften immer langwierig und nervenaufreibend.

heinhzelmännchen
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Re: Berufsgenossenschaft

Beitrag von heinhzelmännchen » 24.01.19, 17:31

Astrid69 hat geschrieben:Gut. Damit ist ja zumindest geklärt, dass diese Zahlung keinen Einfluss auf die BG-geschichte hat und nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist.
Vielen -Dank für die Antwort. Ich habe den Antrag auf Erstattung jetzt abgeschickt und bin guter Dinge. Und lass das Andere seinen Gang gehen.
Vielen Dank, alles Gute
Heinzelmännchen

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