Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversicherun

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ente68
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Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversicherun

Beitrag von ente68 » 13.02.19, 10:56

Hallo Zusammen,

ich bin 07/2016 nach 27jähriger ununterbrochener Tätigkeit unverschuldet entlassen worden und habe mich arbeitslos gemeldet (Max. Anspruchsdauer ALG1 für 12 Monate).
Auf Grund eigener Bemühungen habe ich 2 Wochen später eine neue Tätigkeit angefangen und für den kurzen Zeitraum der Arbeitslosigkeit ALG1 bezogen.

Während der Probezeit beim neuen Arbeitgeber bin ich schwer erkrankt, war arbeitsunfähig und würde gekündigt.
Durch die Erkrankung (unbefristet GDB50) war ich insgesamt 16 Monate krankgeschrieben und habe Krankengeld bezogen.
Mir wurde eine Umschulung durch die Deutsche Rentenversicherung bewilligt und es gab einen nahtlosen Übergang vom Krankengeld ins Übergangsgeld.

Nun komme ich zu meiner eigentlichen Frage:
Wie geht es weiter, wenn ich im schlimmsten Fall nach der 24-monatigen Umschulung keine Tätigkeit finde?
In dem Fall müsste ich mich ja erneut arbeitslos melden.

Was würde denn dann als Berechnungsgrundlage für das ALG1 herangezogen werden?
Lebt in diesem Fall (obwohl es ca. 3,5 Jahre her ist) der damalige Anspruch in gleicher Höhe wieder auf oder muss eine Neuberechnung erfolgen?
Falls Neuberechnung - auf welcher Grundlage - Krankengeld? Übergangsgeld?

Das Krankengeld und Übergangsgeld wurde auf Grund der 6 Monate Dauer aus dem Arbeitsverhältnis mit der Kündigung während der Probezeit berechnet.
Das damalige ALG1 aus dem langjährigen Arbeitsverhältnis (da war das Gehalt niedriger).

Und als letzte Frage - wie lange wäre die Anspruchsdauer für ALG1?
Die verbleibenden 11,5 Monate oder ein längerer Zeitraum da ich inzwischen das 50. Lebensjahr vollendet habe?

Ich gehe mal davon aus, dass ich nach der Umschulung eine Tätigkeit im neuen Beruf finde.
Es kann aber nicht schaden, sich vorab frühzeitig zu informieren was im schlimmsten Fall - wenn es nicht funktioniert - auf einen zukommt.

LG

Astrid69
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von Astrid69 » 13.02.19, 22:17

Grundsätzlich beträgt die Rahmenfrist 2 Jahre, innerhalb derer man mindestens 12 Monate aus Versicherungspflichtverhältnissen zusammenkriegen muss. Die Rahmenfrist verlängert sich um die Zeit des Übergangsgeldes bei berufl. Reha. Dann wären wir hier bei 4 Jahren.
Krankengeld gehört mit zu den Versicherungspflichtverhältnissen.
Bei der grob geschilderten Zeitschiene müsste ein neuer Arbeitslosengeldanspruch entstanden sein, der sich aus den Grundlagen des Krankengeldes berechnet.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

Astrid69
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von Astrid69 » 13.02.19, 22:32

Die Anspruchsdauer lässt sich anhand mangelnder Daten nicht genau ausrechnen. Kann man auch selber
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

Man rechne alle Monate , die mit Arbeitsentgelt oder Krankengeld belegt sind, zusammen, beginnend mit dem 2. Arbeitsverhältnis nach kurzer Arbeitslosigkeit.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

ente68
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von ente68 » 14.02.19, 07:54

Astrid69 hat geschrieben:Die Anspruchsdauer lässt sich anhand mangelnder Daten nicht genau ausrechnen. Kann man auch selber
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

Man rechne alle Monate , die mit Arbeitsentgelt oder Krankengeld belegt sind, zusammen, beginnend mit dem 2. Arbeitsverhältnis nach kurzer Arbeitslosigkeit.

Hallo Astrid69,

danke für die Rückmeldung.
Anbei mal die genauen Daten:
- ununterbrochen (über 20 Jahre) beschäftigt bis 31.07.2016
- AU und Krankengeldbezug vom 26.07.16 bis 19.09.16
- ALG1 vom 20.09.16 bis 03.10.16
- 04.10.16 bis 23.03.17 neues Arbeitsverhältnis
- 24.03.17 bis 10.04.17 Krankengeldbezug
- 11.04.17 bis heute Übergangsgeld wegen Umschulung
- Ende der Umschulung ca. 10.04.19
- anschließend im Negativfall Antrag auf ALG1

Zitat:
„Bei der grob geschilderten Zeitschiene müsste ein neuer Arbeitslosengeldanspruch entstanden sein, der sich aus den Grundlagen des Krankengeldes berechnet.“

Würde das bedeuten, dass sich das ALG1 auf Grundlage des knapp 6-monatigen Arbeitsverhältnis berechnet und nicht nach dem vorherigen langjährigen AV zu dem bereits eine Berechnung und Auszahlung für 2 Wochen erfolgte?
Oder wird das Krankengeld sozusagen als „Bruttogehalt“ für die Berechnung genommen?

Was die Anspruchsdauer vom ALG1 angeht:
Arbeitsverhältnis vom 03.10.16 bis 23.03.17 und Krankengeldbezug vom 24.03.17 bis 10.04.18 ergibt zusammen knapp über 18 Monate Versicherungspflichtverhältnis.

Das ergäbe laut der Tabelle einen Anspruch von nur 8 Monaten ALG1?

Wie krank ist denn diese Welt?
Ich war ein einziges Mal für 2 Wochen Arbeitslos und habe über 30 Jahre eingezahlt und bekomme noch nicht einmal die eigentlich verbleibenden 11,5 Monate von der ursprünglichen Genehmigungsdauer.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von SusanneBerlin » 14.02.19, 08:32

Wie krank ist denn diese Welt?
Ich war ein einziges Mal für 2 Wochen Arbeitslos und habe über 30 Jahre eingezahlt und bekomme noch nicht einmal die eigentlich verbleibenden 11,5 Monate von der ursprünglichen Genehmigungsdauer.
Sie haben bei Ihrem Lamentieren ausgeblendet, dass Sie bereits seit 2,5 Jahren Krankengeld und Übergangsgeld beziehen, was beides höher ist als ALG. Von daher, ist das Sozialsystem in Deutschland doch gar nicht so schlecht.
Grüße, Susanne

ente68
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von ente68 » 14.02.19, 08:45

SusanneBerlin hat geschrieben:
Wie krank ist denn diese Welt?
Ich war ein einziges Mal für 2 Wochen Arbeitslos und habe über 30 Jahre eingezahlt und bekomme noch nicht einmal die eigentlich verbleibenden 11,5 Monate von der ursprünglichen Genehmigungsdauer.
Sie haben bei Ihrem Lamentieren ausgeblendet, dass Sie bereits seit 2,5 Jahren Krankengeld und Übergangsgeld beziehen, was beides höher ist als ALG. Von daher, ist das Sozialsystem in Deutschland doch gar nicht so schlecht.
Liebe Susanne,
die Definition Lamentieren finde ich sehr interessant.
Falls ich mich beklagt habe oder über das Sozialsystem gejammert habe, dann bitte ich dies natürlich zu entschuldigen.
Wer unverschuldet seinen Job verliert, schwer erkrankt und sich dann nach 30 Jahren ohne Ansprüche an das Sozialsystem wendet, dann eine für mich persönlich empfundene Ungerechtigkeit (ob die Zahlung höher ist oder nicht) kritisiert, gleich als Kritiker des Sozialsystems hinzustellen, halte ich für unpassend.
Aber es ist ok - ich habe schon fast damit gerechnet.
Trotzdem Danke für die Beteiligung an der Beantwortung meiner Frage.

windalf
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von windalf » 14.02.19, 08:52

Wer unverschuldet seinen Job verliert, schwer erkrankt und sich dann nach 30 Jahren ohne Ansprüche an das Sozialsystem wendet
Sowie Bedürftigkeit gegeben ist bestehen doch Ansprüche an das Sozialsystem...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

ente68
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von ente68 » 14.02.19, 09:04

windalf hat geschrieben:
Wer unverschuldet seinen Job verliert, schwer erkrankt und sich dann nach 30 Jahren ohne Ansprüche an das Sozialsystem wendet
Sowie Bedürftigkeit gegeben ist bestehen doch Ansprüche an das Sozialsystem...
Das ist korrekt, ich sehe trotzdem minimale Unterschiede ob ich Ansprüche an das Sozialsystem nach 30 Jahren Arbeit habe oder ob ich 30 Jahre vom Sozialsystem lebe.
Darauf habe ich das lamentieren bezogen.
Aber ich denke mal, dass wir da vermutlich nicht auf einen Nenner kommen.
Die Anspruchsdauer ist ja nun geklärt - Danke dafür - offen ist aber noch meine Frage zur Berechnung und ich wäre glücklich, wenn mir jemand diese Frage beantworten könnte, ohne dass ich wieder als Kritiker des Sozialsystems verurteilt werde.

„Zitat:
„Bei der grob geschilderten Zeitschiene müsste ein neuer Arbeitslosengeldanspruch entstanden sein, der sich aus den Grundlagen des Krankengeldes berechnet.“

Würde das bedeuten, dass sich das ALG1 auf Grundlage des knapp 6-monatigen Arbeitsverhältnis berechnet und nicht nach dem vorherigen langjährigen AV zu dem bereits eine Berechnung und Auszahlung für 2 Wochen erfolgte?
Oder wird das Krankengeld sozusagen als „Bruttogehalt“ für die Berechnung genommen?“

windalf
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von windalf » 14.02.19, 09:07

Das ist korrekt, ich sehe trotzdem minimale Unterschiede ob ich Ansprüche an das Sozialsystem nach 30 Jahren Arbeit habe oder ob ich 30 Jahre vom Sozialsystem lebe.
Ich würde mal stark vermuten dem Unterschied trägt das Sozialsystem zum Beispiel mit dem Schlagwort "Erwerbsminderungsrente" Rechnung.
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von ente68 » 14.02.19, 09:16

windalf hat geschrieben:
Das ist korrekt, ich sehe trotzdem minimale Unterschiede ob ich Ansprüche an das Sozialsystem nach 30 Jahren Arbeit habe oder ob ich 30 Jahre vom Sozialsystem lebe.
Ich würde mal stark vermuten dem Unterschied trägt das Sozialsystem zum Beispiel mit dem Schlagwort "Erwerbsminderungsrente" Rechnung.
Da ich dank des Gesundheitssystems voraussichtlich ja wieder erwerbstätig sein werde und meine ursprüngliche Frage sich auf eine (im negativsten Fall) Arbeitslosigkeit nach der Umschulung bezogen hat, sind wir jetzt mit der Erwerbsminderungsrente weit entfernt von meinem eigentlich Wunsch nach Hilfe und Unterstützung in diesem Forum.

windalf
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von windalf » 14.02.19, 09:26

sind wir jetzt mit der Erwerbsminderungsrente weit entfernt von meinem eigentlich Wunsch nach Hilfe und Unterstützung in diesem Forum.
Das Forum unterstüzt nicht. Wir diskutieren hier eigentlich nur fiktive Fälle...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von SusanneBerlin » 14.02.19, 09:39

Das ist korrekt, ich sehe trotzdem minimale Unterschiede ob ich Ansprüche an das Sozialsystem nach 30 Jahren Arbeit habe oder ob ich 30 Jahre vom Sozialsystem lebe.
Jemand der 30 Jahre vom Sozialsystem lebt, der lebt ca. 29 Jahre lang auf Hartz4 Niveau. Damit würde ich nicht tauschen wollen, Sie etwa?
Wer unverschuldet seinen Job verliert, schwer erkrankt und sich dann nach 30 Jahren ohne Ansprüche an das Sozialsystem wendet, dann eine für mich persönlich empfundene Ungerechtigkeit (ob die Zahlung höher ist oder nicht) kritisiert, gleich als Kritiker des Sozialsystems hinzustellen, halte ich für unpassend.
Als Kritker am System empfinde ich Sie nicht, ich habe nur den Eindruck, Sie sind der Meinung, wegen der "unverschuldeten" Arbeitslosigkeit sollte Ihnen ein Sonderstatus zustehen. Dabei verkennen Sie, dass die unverschuldete Arbeitslosigkeit der Normalfall ist.
Eine arbeitgeberseitige Kündigung ist in 99,9% unverschuldet durch den Arbeitnehmer, genau für diese Fälle wurde die Arbeitslosenversicherung geschaffen.

Beim Arbeitslosengeld ist es wie bei anderen Versicherungsleistungen auch: die Versicherung zahlt, wenn der Versorgungsfall eintritt. Ob man vorher nur 2 Jahre eingezahlt hat oder 30 Jahre lang, spielt keine Rolle, man bekommt nicht genausolange Leistung ausgezahlt wieman eingezahlt hat. Sondern man ist eine begrenzte Zeit lang abgesichert um sich wieder aufzurappeln und sich aus eigener Kraft zu unterhalten. Die Arbeitslosenversicherung ist keine Rente.
Grüße, Susanne

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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von windalf » 14.02.19, 09:45

Jemand der 30 Jahre vom Sozialsystem lebt, der lebt ca. 29 Jahre lang auf Hartz4 Niveau. Damit würde ich nicht tauschen wollen, Sie etwa?
Um die Frage beantworten zu können müsste man wissen wieviel mehr es denn nun gebracht hat Arbeiten zu gehen und ob dieses mehr für einen persönlich mehr Wert ist als der hohe Zeitgewinn durch nicht arbeiten gehen. Ob das besser oder schlechter ist, ist immer situationsabhängig und lässt sich pauschal nicht beantworten
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von ente68 » 14.02.19, 11:25

windalf hat geschrieben:
Jemand der 30 Jahre vom Sozialsystem lebt, der lebt ca. 29 Jahre lang auf Hartz4 Niveau. Damit würde ich nicht tauschen wollen, Sie etwa?
Um die Frage beantworten zu können müsste man wissen wieviel mehr es denn nun gebracht hat Arbeiten zu gehen und ob dieses mehr für einen persönlich mehr Wert ist als der hohe Zeitgewinn durch nicht arbeiten gehen. Ob das besser oder schlechter ist, ist immer situationsabhängig und lässt sich pauschal nicht beantworten
Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem im System. Es gibt nun mal schlecht bezahlten Tätigkeiten und warum sollte man 40 Stunden pro Woche arbeiten, wenn man mit ALG2 auf ein ähnliches Niveau kommt.
Natürlich besteht die Möglichkeit der Aufstockung.
Ich würde sicherlich nicht oder sehr schwer mit ALG2 auskommen.
Und bei einigen Antworten hier habe ich den Eindruck als wenn ich das Sozialsystem ausnutzen möchte, weil ich lange eingezahlt habe.
Dies ist definitiv nicht der Fall, aber als Hauptverdiener einer Familie hat es mich schon interessiert was passieren kann, wenn meine Rückkehr nach Krankheit und Umschulung ins Berufsleben schief gehen könnte.

windalf
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Re: Arbeitslosigkeit nach Umschulung durch die Rentenversich

Beitrag von windalf » 14.02.19, 11:50

Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem im System. Es gibt nun mal schlecht bezahlten Tätigkeiten und warum sollte man 40 Stunden pro Woche arbeiten, wenn man mit ALG2 auf ein ähnliches Niveau kommt.
Eine Tätigkeit kann nur so gut bezahlt werden, wie Sie Ertrag erwirtschaftet. Das Problem im Sytem liegt eher darin, dass das Niveau der sozialen Leistungen so hoch ist, das es sich teilweise nicht mehr lohnt bezahltem Arbeiten nachzugehen.

Imho liegt das Problem aber auch an der Warenkorbentwicklung. Die Kosten die für das "Überleben selbst eingesetzt werden müssen" (also Lebensmittel, Wohnen usw.) steigen immer weiter. Die Kosten für Freizeit/Unterhaltsspaß sind aber dermaßen immer Keller, dass sich da auch jemand locker leisten kann der extrem wenig Geld hat (Ein Problem werden nur die Kosten zum Betreiben vieler dieser Dinge weil die alle Strom wollen. Man könnte fast sagen ein hoher Strompreis hat positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die zu zahlenden Sozialleistungen).

Jemand dem ich nun das Existenzminimum sichern will muss ich relativ viel für das "Überleben können" zahlen aber er muss fast nichts tun um sich sonst auch alle wesentlichen zusätzlichen Annehmlichkeiten leisten zu können (von Urlaub und ggf. Auto mal abgesehen). Zwar in abgespeckter Form aber der Nutzen für das Allerneuste gegenüber dem was man nahezu geschenkt in alt/gebraucht bekommt ist nur noch marginal.

Dem Gegenüber steht ich muss verdammt viel Freizeit aufwenden um die Summe an Geld zu erwirtschaften um mir "Überleben und Zusatzluxus" leisten zu können (habe dann aber wenig Zeit um den ganzen Mist überhaupt nutzen zu können).

Daher ist in vielen Fällen aus reiner "Nutzenoptimierungssicht" die bessere Wahl sich für Sozialleistungen als für Arbeiten gehen zu entscheiden. Kommen dann auch noch diverse weitere Familienmitglieder hinzu die versorgt werden sein wollen, verschärft sich das Problem nur noch stärker...
Ich würde sicherlich nicht oder sehr schwer mit ALG2 auskommen.
Der Trick liegt wohl darin, sinnlose Ausgaben und fixe Kosten zu reduzieren und die freie Zeit darauf zu verrwenden alles deutlich günstiger einzukaufen. Das schlimmste sind teure Hobbys. Die sollte man durch günstige Hobbys ersetzen...
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