Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

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lottchen
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von lottchen » 06.03.19, 16:21

Könnte mal ein Mod ca. die Hälfte der Beiträge, die sich allesamt nur mit persönlichen Befindlichkeiten einzelner User befasst und nicht mit der Rechtslage, löschen? Ist ja oberpeinlich so ein Rumgesülze wer was während des Studiums wie toll gewuppt hat und wer nicht.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Evariste
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Evariste » 06.03.19, 17:22

@Windalf:
Zu Ihrer Aufzählung könnte man auch noch fragen: "Diplom oder Bachelor/Master"?

Ich kann aus eigener Anschauung sagen, die heutigen Studiengänge sind deutlich enger getaktet als die Diplomstudiengänge früherer Jahre (jedenfalls im Bereich Mathematik/Informatik). Zu meiner Zeit gab es weniger Klausuren als heute und es genügte sie zu bestehen, die Note war egal. Nur das Hauptdiplom ganz am Ende zählte dann für die Abschlussnote. Bis dahin konnte man sich seine Zeit weitgehend frei einteilen. Beim heutigen Bachelorstudium zählt von Anfang an jede Klausur (die anders als früher nicht in der letzten Vorlesungsstunde, sondern oft in den Semesterferien stattfinden) für den Abschluss; und von einer guten Abschlussnote hängt es ab, ob man ins Masterstudium darf.

Das Termine für wichtige Vorlesungen, Praktika und Klausuren z. T. auf 18:00 gelegt werden, kenne ich aus meiner eigenen Studienzeit auch nicht. Das dürfte auch nicht gerade förderlich für einen Job neben dem Studium sein...

windalf
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von windalf » 07.03.19, 08:42

Zu Ihrer Aufzählung könnte man auch noch fragen: "Diplom oder Bachelor/Master"?
Ich habe beides gemacht. Ein Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen und einen Bachelor/Master in Informatik.
Meine Frau hat Jura (Staatsexamen) studiert und BWL Bachelor/Master.

Arbeiten kann man auch in den Semesterferien, wenn man es nun meint überhaupt nicht in den Studenplan integrieren zu können. Da man als Werkstudent auf das verdiente Geld auch keine Krankenversicherungsbeiträge und Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen muss und man übers das Jahr gesehen nicht so viel verdient liegen da Brutto und Netto nicht so weit auseinander...

Wer behaupten will das würde nicht gehen seinen Lebensunterhalt dabei selbst sicherzustellen kennt die Praxis überhaupt nicht. zig Studenten tun das. Nur die Faulen oder Unfähigen ruhen sich auf Kosten der unterhaltszahlenden Eltern aus. Wenn die Eltern nicht wissen wohin mit der Kohle dann ist das ja auch ok. Aber den nicht gut betuchten Eltern die einen bis zum Studium getragen/finanziert haben das sauer verdiente Geld abzuknöpfen obwohl man es auch problemlos selbst verdienen könnte ist einfach nur maximal erbärmlich...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Kuschelwuschel
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:05

Vielen Dank, für die vielen Antworten, die ich jetzt erst einmal in Ruhe lesen werde.


Und für alle mal zur Info:

Mir geht es nicht darum, nicht oder wenig zu zahlen. Ich hatte meiner Tochter schriftlich angeboten, Ihr den Unterhalt zu zahlen, der ihr zusteht.
Ohne wenn und aber!!

Das beinhaltete selbstverständlich dass Offenlegen Ihrer Unterlagen wie z.B.
Immatrikulationsunterlagen
Einkunftsnachweise ihrer Mutter
Unaufgeforderte Informationen und Nachweise über den Fortgang ihres Studiums
Eigene Einkünfte, da es sich wohl um ein duales Studium handelt.

Weiterhin hatte ich ihr angeboten ab diesem Monat, freiwillig damit zu beginnen, den Unterhalt für sie zu zahlen. Berechnet hätte ich es auf diese 735,- € abzüglich Kindergeld.
Sie wohnt noch bei ihrer Mutter. Da Ihre Mutter annähernd so viel verdient wie ich als Pension habe, hätte ich ihr die Hälfe bezahlt.
Allerdings unter Vorbehalt und mit der Option, dass ich alle geforderten Unterlagen bekomme um die Berechnung der Unterhaltshöhe zu prüfen.
Anschließend hätte ich ihr bei berechtigter Mehrforderung, den Betrag selbstverständlich ausgeglichen. Hätte ich Zuviel bezahlt, hätte ich es verrechnet.

Selbstverständlich gab es keine Unterlagen und zum Monatsanfang das Schreiben von ihrem Anwalt.
Er teilte mir nun mit, dass ich gefälligst meine Tochter nicht mit weiteren privaten Schreiben belästigen soll.

Und daraufhin, habe ich nun auf stur geschaltet und nicht überwiesen, bis alles geklärt ist.

Das ist die Sachlage.





Und zum Vorschlag, ich möge mir doch selber einen Anwalt nehmen.
Das hatte ich bereits getan, als es noch um den normalen Unterhalt ging. Das war für mich sehr teuer und nicht zufriedenstellend, so dass ich die Zusammenarbeit beendet hatte und
die Angelegenheit alleine besser geöst bekommen habe.


Ich hatte auf die Vernunft meiner Tochter gehofft, leider wurde ich wieder enttäuscht. Und wenn man wenig oder kein Einkommen hat, dann wir der Anwalt wohl gestellt und Geld spielt somit keine Rolle.

Kuschelwuschel
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:10

SusanneBerlin hat geschrieben: Gegen Ihre Exfrau haben Sie keinen Anspruch auf Offenlegung ihres Einkommens. Die Unterlagen müssen Sie von Ihrer Tochter oder deren Anwalt einfordern.

Das werde ich genau so machen. Ich habe vom Anwalt einen Termin zum 15.03. bekommen. Genau dann werde ich die Gehaltsnachweise und Einkommenssteuernachweise bei ihm abfordern.



SusanneBerlin hat geschrieben:
Wenn Sie keine Informationen bekommen wieviel die Mutter verdient, können Sie nicht prüfen ob die Unterhaltsforderung Ihrer Tochter gerechtfertigt ist. Sie könnten dann die Zahlung wegen der fehlenden Gehaltsnachweise der Mutter verweigern, müssten dann aber falls die Gegenseite eine Klage erhebt, den vom Gericht festgelegten Unterhalt nachzahlen seit der Aufforderung durch Ihre Tochter bzw. deren Anwalt nachzahlen.

Genau so werde ich es machen. Allerdings werde ich den Betrag beiseite legen und ggf. dann nachzahlen.

Kuschelwuschel
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:17

matthias. hat geschrieben:
Kuschelwuschel hat geschrieben:Ich habe noch weitere Fragen.

Ich habe jetzt Post vom Anwalt meiner Tochter bekommen. Ich soll dort meine Einkünfte offen legen. Angeblich hat er auch die Einkommensnachweise meiner Exfrau vorliegen.
Anschließend will er dann den Unterhalt berechnen.
Habe ich auch kein Problem mit.

Das ist aber letztlich gar nicht seine Aufgabe.

Der Anwalt kann das gerne machen, rechtsicher legt aber nur ein Richter den Unterhalt fest.

Wie schon gesagt, nimm dir entweder selber einen Anwalt und die 2 tauschen sich dann aus, oder lass es auf eine Klage ankommen und lass den Richter entscheiden oder verhandle einfach selber mit deiner Frau und deiner Tochter, was angemessen wäre.

Ich würd sagen eine Studierende braucht 800 €, beide Eltern zahlen die Hälfte aber das wäre sicher zu einfach gedacht und bringt ja auch den Anwälten keine Kohle. :(
Genau das wäre mir auch am liebsten und in meinen Augen das vernünftigste.
Das würde aber bedeuten, ich gehe auf den Anwalt gar nicht ein. Muss ich überhaupt auf seine Termine reagieren?

Mir würden die Gehaltsunterlagen der Mutter, von meiner Tochter genügen. Ich würde ihr meine senden und dann kann man das doch ausrechnen.

Meiner Tochter ist allerdings so stur und von ihrer Mutter beeinflusst, dass ich keine Hoffnung habe, da irgendeine Lösung außerhalb des Anwalts zu finden.

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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:28

winterspaziergang hat geschrieben:letzteres ist doch eigentlich eine gute Sache. Sich dann mit dem Einfordern von Unterhalt plagen zu müssen, weil ihr kein Bafög zusteht, legt ihr nur unnötige Steine in den Weg.

Sehe ich grundsätzlich auch so.

Deshalb hatte ich ihr damals, als es um das FSJ ging, rechtzeitig angeboten mir Unterlagen zu senden, damit, wenn es denn losgeht, alles geklärt ist und sie ihren Unterhalt bekommt.
Leider stoße ich immer wieder, wie jetzt auch hier in diesem Fall, auf taube Ohren.

Keiner aus der Familie kann das noch nachvollziehen. Weder ihr Bruder, und selbst ihre Mutter, die sie jahrelang gegen mich aufgehetzt hat, versucht da jetzt schon zu schlichten. Und das soll schon was heißen... :mrgreen:

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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:35

windalf hat geschrieben:
Sich dann mit dem Einfordern von Unterhalt plagen zu müssen, weil ihr kein Bafög zusteht, legt ihr nur unnötige Steine in den Weg.
Au weia die arme Studentin. Wir wäre es denn mit einfach selbst den Unterhalt sicherstellen dann braucht man auch nicht erbärmlich bei den Eltern betteln...

Tja, das ist wohl heute eine andere Zeit. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, meine Eltern zu belasten. Sie mussten es auch gar nicht. Mein Bafög habe ich schön selber zurückbezahlt.

Ich sehe das eh völlig anders.

Mein Standpunkt ist, eine Ausbildung zahlt der Staat, bis max. Abitur. Alles Andere wird selbst finanziert. Im Normalfall kann jeder, der sein Studium beendet hat auch das Bafög zurückzahlen.
Warum müssen damit die Eltern oder der Staat belastet werden, damit der Studierte anschließend ein finanziell eher "besseres Leben" hat?

Aber das steht alles auf einem andern Blatt.

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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:40

SusanneBerlin hat geschrieben: Sicherlich muss man einer Forderung nicht ungeprüft nachkommen, nur weil sie von einem Anwalt kommt.

Man hat die Wahl, ob man der Forderung nachkommt, ob man selber entscheidet welchen Betrag man für berechtigt hält oder ob man nun selbst einen Anwalt mandatiert, der die Gegenrechnung macht .

Wenn man weniger zahlt als die Gegenseite fordert, hat man eben das Risiko, dass die Gegenseite klagt. Die Verfahrenskosten zahlt dann die Partei, die falsch lag. Lagen beide falsch und der ausgeurteilte Betrag liegt irgendwo in der Mitte, werden die Kosten des Verfahrens geteilt.

Ich denke mal, genau so wird es kommen.

Ich werde auf die Unterlagen beharren, meine eigene Berechnung durchführen und dementsprechend zahlen.

Dann werden wir mal sehen, ob da geklagt wird.

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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:41

lottchen hat geschrieben:
Kuschelwuschel hat geschrieben: Ich habe so gut wie keinen Kontakt zu meiner Tochter, weiß aber, dass meine Tochter seit ca. einem halben Jahr studiert.
Jetzt hat sie mir aktuell geschrieben, dass ein Antrag auf Bafög abgelehnt wurde und sie einen Anwalt einschaltet.
Wenn Du zu ihr keinen Kontakt hast - wie konnte der (Nicht)Baföganspruch denn überhaupt festgestellt werden? Oder war das einer der wenigen Momente, in denen Du Kontakt hattest, als sie Dir die Formulare für die Bafögbeantragung zusendete, in der Dein Einkommen abgefragt wird?

Das Bafögamt hat mich angeschrieben und Unterlagen abgefordert.

Ansonsten habe ich es weiter oben schon erklärt.

Kuschelwuschel
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 07.03.19, 18:43

SusanneBerlin hat geschrieben:
Jetzt hat sie mir aktuell geschrieben, dass ein Antrag auf Bafög abgelehnt wurde und sie einen Anwalt einschaltet.

1. Habe ich ein Anrecht darauf, den Ablehnungsbescheid des Bafög Amtes von meiner Tochter zu verlangen?
Die Frage ist ja auch, warum die Gewährung von Bafög abgelehnt wurde. Wir kennen ja den Werdegang und die finanziellen Verhältnisse der Tochter nicht. Hat sie z.B. Ersparnisse über dem Vermögensfreibetrag, oder einen lukrativen Nebenjob den sie während des Studiums beibehalten will und das Bafög wurde deshalb abgelehnt, dann dürfen sich auch die Eltern darauf berufen, dass sie nicht bedürftig ist.

Das Einkommen beider Elternteile ist zu hoch.

Ob es sich um ein duales Studium mit eigenem Einkommen handelt, muss ich noch abklären.

SusanneBerlin
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 08.03.19, 11:53

Kuschelwuschel hat geschrieben:Das Einkommen beider Elternteile ist zu hoch.

Ob es sich um ein duales Studium mit eigenem Einkommen handelt, muss ich noch abklären.
Das Studentenwerk berücksichtigt natürlich auch die Einkünfte des Antragstellers. Wird eine Ausbildungsvergütung bezahlt, ist das fast derselbe Fall wie ein Nebenjob des Studierenden (fast deshalb, weil es bei der Ausbildungsvergütung ein kleiner Teil anrechnungsfrei bleibt, beim Nebenjob nicht).

Aus dem Bafög-Ablehnungsbescheid könnte man herauslesen, wenn der Ablehnungsgrund in der "zu hohen" Ausbildungsvergütung des Antragstellers zu finden wäre. Dann wird das Elterneinkomnen erst gar nicht mehr geprüft.
Grüße, Susanne

Kuschelwuschel
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von Kuschelwuschel » 23.03.19, 13:18

Es geht in die nächste Runde.

Nachdem ich dem Anwalt geschrieben hatte, dass auch ich von ihm alle Unterlagen erwarte, die er von mir haben will, kam selbstverständlich prompt die Antwort.

Weil ich nun meinerseits keine Vermögens- und Einkommensnachweise rausrücke, solange ich nicht selber welche bekommen habe, wir nun Klage von der Gegenseite eingereicht.

Das sehe ich jetzt mit absoluter Gelassenheit, zumal ich immer wieder darauf hingewiesen habe, allen meinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, sobald auch ich geklärt habe, wie hoch der Unterhalt ist.
Ebenso habe ich dargelegt, dass ich den Unterhalt, nach Klärung, ab 1. März nachzahle.

Ich habe dem Anwalt auch wieder erläutert, dass ich ihn auch weiterhin nicht für voll nehme, da die Angelegenheit längst geklärt sein könnte, wenn die Gegenseite alles offen legen würde.
Liegt es nur an der Geldgier dieses Anwalts, dass er immer wieder alle Verfahren, die ich mit ihm bisher hatte, unnötig in die Länge zieht?

Wie dem auch sei. Ich hätte da noch eine Frage. Auch wenn sie mir doch sehr schwer fällt.

Ich hege seit längeren den Verdacht, dass es sich gar nicht um meine leibliche Tochter handelt.
Sie ist ja nicht auf normalen Wege gezeugt worden. Somit vermute ich schon länger, dass da im Krankenhaus etwas vertauscht wurde.
Das war mir allerdings bis jetzt völlig egal. Tochter ist Tochter und man hat ja auch eine Verantwortung dem Kind gegenüber.

Aber nachdem meine Tochter jetzt so dermaßen bösartig mit mir umgeht und ich nun auch von verschiedenen anderen Personen darauf aufmerksam gemacht werde und wurde, dass niemand in der Familie so einen bösen Charakter hat und auch überhaupt keine Ähnlichkeit im Aussehen und Charakter vorhanden ist, gedenke ich jetzt einen Vaterschaftstest zu beantragen.

Wenn dieser Anwalt mich eh vor Gericht zerrt, kann ich dann diesen Test dort beantragen?

ratlose mama
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von ratlose mama » 23.03.19, 13:38

Nö, du kannst nicht einfach im Gerichtssaal beantragen "ach ja, wenn wir schon so schön beisammensitzen, ich möchte noch einen Vaterschaftstest".

Was soll er dir denn, außer Gewissheit bringen? Bei Zeugungen im Reagenzglas dürfte eine Klage gegen die Vaterschaft eher ausgeschlossen sein. Vielleicht gäbe es aber ja Schadensersatz von der Klinik

SusanneBerlin
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Re: Bafög abgelehnt, Aufteilung Unterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 23.03.19, 13:53

Hallo,

Sie können nicht im Rahmen der gegen Sie gerichteten Unterhaltsklage einwenden, dass Sie eventuell nicht der Vater sind. Denn rechtlich sind Sie der Vater (unabhängig davon, ob Sie es auch biologisch sind), deshalb ist eine Unterhaltsklage gegen Sie rechtmäßig.

Die Vaterschaftsanfechtung ist ein eigenes Verfahren, das von Ihnen einzuleiten wäre.
Sie ist ja nicht auf normalen Wege gezeugt worden. Somit vermute ich schon länger, dass da im Krankenhaus etwas vertauscht wurde.
Ihre Argumentation ist unlogisch. Ob das Baby nach der Geburt vertauscht wurde, ist doch keine Folge davon, wie das Kind gezeugt wurde.

Und wenn Sie behaupten, das Kind ist nicht von Ihnen, dann können Sie doch gar nicht wissen, ob es auf "normalen Weg" oder nicht normalen Weg gezeugt wurde.

So oder so, müssten Sie sich im Fall einer Vaterschaftsanfechtung eine bessere Begründung einfallen lassen. "Kind wurde im Krankenhaus vertauscht" kann ja jeder Vater behaupten. Und vor allem müssen es Anhaltspunkte sein, die erst in den letzten 2 Jahren aufgetaucht sind, denn nach 2 Jahren der Kenntnis ist der Anfechtungsgrund verjährt. Dass das Kind Unterhalt fordert, ist kein Grund für eine Vaterschaftsanfechtung. (BGB § 1600d )
Nachdem ich dem Anwalt geschrieben hatte, dass auch ich von ihm alle Unterlagen erwarte, die er von mir haben will, kam selbstverständlich prompt die Antwort.
Niemand hat im thread geschrieben, dass Sie die Vorlage der Einkommensnachweise verweigern dürfen, solange Sie keine Nachweise der Mutter haben und der Grund dafür liegt auf der Hand:
Wenn die Kindsmutter ebenfalls so verfahren würde, entsteht eine Pattsituation und das Kind könnte niemals Unterhalt verlangen.

Es wurde nur geschrieben, dass Sie die Zahlung verweigern dürfen, solange Sie nicht prüfen können, wie hoch der auf Sie entfallende Unterhalt ist.
Grüße, Susanne

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