Selbständing und KV

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

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B&M
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Selbständing und KV

Beitrag von B&M » 10.03.19, 19:36

Hallo liebe Freunde

Person A hat eine Firma( HWK Meisterbetrieb) und soll bei Firma eingestellt werden um dort die Ausbildung der Lehrlinge zu leiten , er bekommt nur 1500 Brutto und macht 1-2 Tage in der Woche dort die Ausbildung .
Dort hat er Lohnsteuerklasse 5 und möchte auch Krankenversichert werden , in seinem Betrieb hat der die Beitragsbemessungsgrenze geknackt. Jedoch würde es sich ja mehr lohnen wenn der Andere Betrieb diese Kosten hat .
Jetzt noch eine Frage die RV ist klar , was ist mit der Arbeitslosen Versicherung , muss das gezahlt werden und wie sind die Ansprüche , ein rein fiktiver Fall aber interessant hoffe ich .
LG
B&M

SusanneBerlin
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von SusanneBerlin » 10.03.19, 19:48

Wenn A eine Stelle als Ausbilder im Angestelltenverhältnis annimmt mit 1500€ brutto, dann führt der Arbeitgeber vom Bruttolohn die Beiträge an die Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung ab, außerdem die Lohnsteuer an das Finanzamt und zahlt den Nettolohn an A aus. A ist dann ganz normal arbeitslosenversichert.

Wenn die Firma, in der A sich als Ausbilder betätigt, seine eigene Firma ist, dann müssten noch ein paar Angaben kommen zur Gesellschaftsform bevor man darauf antworten kann. Und A sollte dann besser noch ein Seminar für Existenzgründer bei seiner HWK besuchen, wenn es an solch grundlegendem Wissen mangelt.

Edit: im 2. Halbsatz "Nettolohn" in "Bruttolohn" korrigiert, danke FM für den Hinweis!
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 10.03.19, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von winterspaziergang » 10.03.19, 20:21

B&M hat geschrieben:Hallo liebe Freunde

Person A hat eine Firma( HWK Meisterbetrieb) und soll bei Firma eingestellt werden um dort die Ausbildung der Lehrlinge zu leiten , er bekommt nur 1500 Brutto und macht 1-2 Tage in der Woche dort die Ausbildung .
Dort hat er Lohnsteuerklasse 5 und möchte auch Krankenversichert werden , in seinem Betrieb hat der die Beitragsbemessungsgrenze geknackt. Jedoch würde es sich ja mehr lohnen wenn der Andere Betrieb diese Kosten hat .
Rein zum Verständnis: A hat einen Betrieb, in dem er mit seinem Gewinn? Gehalt als Geschäftsführer? o.ä. die Beitragsbemessungsgrenze erreicht hat, also den Höchstsatz zahlt.
Nun wird er in einem zweiten Betrieb angestellt, für 1500 Euro und 1-2 Tage, also ca. 8-16 Stunden zusätzlich.

Der andere Betrieb soll auf Basis der 1500 Brutto die KV zahlen und A hat weiter seinen Betrieb und das entsprechende Einkommen?

FM
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von FM » 10.03.19, 21:37

SusanneBerlin hat geschrieben:Wenn A eine Stelle als Ausbilder im Angestelltenverhältnis annimmt mit 1500€ brutto, dann führt der Arbeitgeber vom Nettolohn die Beiträge an die Krankenversicherung ....
Nein. § 5 Abs. 5 SGB V. Selbiges gilt für die Pflegeversicherung. Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung muss der Arbeitgeber schon abführen, aber nicht vom Netto- sondern vom Bruttolohn.

SusanneBerlin
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von SusanneBerlin » 11.03.19, 08:14

Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft zahlt der Arbeitgeber alleine. Ausschlaggebend für die Höhe des Beitrags ist nicht der Bruttolohn des jeweiligen Arbeitnehmers, sondern die Einstufung in einen von der BG bestimmten Gefahrtarif.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von FM » 11.03.19, 21:46

Doch, natürlich ist auch in der UV die Höhe der Bruttolöhne relevant, wenn auch nicht für jeden Beschäftigten individuell errechnet.

SusanneBerlin
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von SusanneBerlin » 11.03.19, 22:13

FM hat geschrieben:Doch, natürlich ist auch in der UV die Höhe der Bruttolöhne relevant, wenn auch nicht für jeden Beschäftigten individuell errechnet.
Wir haben beide recht :kopfstreichel:
SGB VII - Gesetzliche Unfallversicherung hat geschrieben:§ 155 Beiträge nach der Zahl der Versicherten
Die Satzung kann bestimmen, daß die Beiträge nicht nach Arbeitsentgelten, sondern nach der Zahl der Versicherten unter Berücksichtigung der Gefährdungsrisiken berechnet werden. Grundlage für die Ermittlung der Gefährdungsrisiken sind die Leistungsaufwendungen. § 157 Abs. 5 und § 158 Abs. 2 gelten entsprechend.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von FM » 12.03.19, 00:41

Ich weiß nicht ob irgendeine Berufsgenossenschaft das so macht. In bezug auf die Kosten der Sachleistungen (wie medizinische Behandlung) ginge es ja, aber ein sehr wesentlicher Teil der Leistungen dürften Geldleistungen sein, also z.B. Verletztenrenten. Und die sind natürlich in der Chemischen Industrie höher als in der Gastronomie.

Sinnvoll könte es da sein, wo tatsächlich keine Arbeitsentgelte gezahlt werden, also z.B. in der UV für Schüler, Studenten, freiwillige Feuerwehrleute usw.

hambre
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von hambre » 12.03.19, 07:41

Ist Person A denn bislang überhaupt freiwillig gesetzlich krankenversichert? Wenn Person A privat krankenversichert ist, dann bleibt es dabei.

Hanomag
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Re: Selbständing und KV

Beitrag von Hanomag » 16.03.19, 11:07

winterspaziergang hat geschrieben:Rein zum Verständnis: A hat einen Betrieb, in dem er mit seinem Gewinn? Gehalt als Geschäftsführer? o.ä. die Beitragsbemessungsgrenze erreicht hat, also den Höchstsatz zahlt.
Nun wird er in einem zweiten Betrieb angestellt, für 1500 Euro und 1-2 Tage, also ca. 8-16 Stunden zusätzlich.

Der andere Betrieb soll auf Basis der 1500 Brutto die KV zahlen und A hat weiter seinen Betrieb und das entsprechende Einkommen?
Hier spricht dagegen, dass er im zweiten Beschäftigungsverhältnis die Steuerklasse 5 hat.

Aber es wäre interessant zu wissen, ob es möglich ist, dass eine GmbH ihren Geschäftsführer z. B. mit einem Gehalt von 1.500 € beschäftigt, damit dieser mit seiner abhängigen Beschäftigung sehr preiswerten GKV-versichert werden kann. Die zusätzlich auszuschüttenden Gewinne der GmbH wären, da er als Geschäftsführer mit dem Gehalt von 1.500 € pflichtversichert ist, sicherlich sozialversicherungsfrei. Ich kann nicht glauben, dass die GKV so einfach ausgetrickst werden kann.

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