Krankengeld ausgelaufen

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

Antworten
Oktavia
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6598
Registriert: 15.02.08, 02:19

Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von Oktavia » 18.04.19, 13:51

Frau X hat eine schwere Skeletterkrankung hat aber einen körperlich härteren Job. Es wird vermutet dass die Erkrankung auf den Job zurückzuführen ist (nicht beweisbar). Die Krankengeldzahlung ist ausgelaufen. Nun gibt es immer mal wieder Tage/Wochen wo sie wegen der Schmerzen nicht arbeiten kann. Letztens hat ihr Arzt bei einer schweren Erkältung zusätzlich Schulterschmerzen aufgeschrieben was dazu führte dass es weder Lohnfortzahlung noch Krankengeld gab. Angeblich darf die BEscheinigung auch nicht korrigiert werden. Zuhause gelbieben ist Frau X allerdings wegen der fieberhaften Erkältung. Auf Grund der Erkrankung war Frau X auch nicht in der Lage am ersten Tag der Erkrankung bei der Arbeitsagentur zu erscheinen und ALG 1 zu beantragen. Abgesehen davon, dass man sie an Tag 4 munter zwischen Jobcenter und Agentur hin und her schickte.
Welche Möglichkeiten Hat FrauX? Hat sie tatsächlich für die ersten 3 Tage der Erkrankung keinen Anspruch weil sie sich nicht gemeldet hat?
Muss sie immer wenn in einer Diagnose Schulter oder Rücken auftaucht sofort zur Agentur und 20 Seiten Antrag ausfüllen (lassen).
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

#WIRSINDMEHR

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16160
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von SusanneBerlin » 18.04.19, 14:06

Irgendwie aber auch selbst verursacht. Den Antrag auf Nahtlosigkeits-Arbeitslosengeld nach § 145 SGB III hätte man doch auch 4 Wochen vorher abgeben können und nicht erst nachdem das Krankengeld ausgelaufen ist.
Letztens hat ihr Arzt bei einer schweren Erkältung zusätzlich Schulterschmerzen aufgeschrieben was dazu führte dass es weder Lohnfortzahlung noch Krankengeld gab.
(...)
Muss sie immer wenn in einer Diagnose Schulter oder Rücken auftaucht sofort zur Agentur und 20 Seiten Antrag ausfüllen (lassen).
Da kann was nicht stimmen. Wenn keine Lohnfortzahlung geleistet wird, zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Außer die 78 Wochen sind ausgeschöpft. Dann hat es aber nichts mit Schulter/Rücken zu tun, die Höchstauszahldauer von Krankengeld war einfach erreicht.
Grüße, Susanne

Etienne777
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1528
Registriert: 03.03.18, 22:34

Re: Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von Etienne777 » 18.04.19, 15:03

Es besteht auch die Möglichkeit, eine Rente wegen Erwerbsminderung bei der Rentenversicherung zu beantragen, wenn eine Versicherte absehbar aus gesundheitlichen Gründen nicht in Regelmäßigkeit erwerbstätig sein kann. Zwar sind Zeiten von Arbeitsunfähigkeit rechtlich nicht gleichzusetzen mit einer Erwerbsminderung, allerdings indizieren so umfangreiche Ausfallzeiten schon, daß (auch) die Erwerbsfähigkeit gemindert oder gar aufgehoben ist. Eventuell läuft es auch darauf hinaus, die Versicherte umzuschulen, so daß sie künftig Tätigkeiten ausführen kann, die mit der Erkrankung vereinbar sind.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

Oktavia
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6598
Registriert: 15.02.08, 02:19

Re: Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von Oktavia » 18.04.19, 23:14

SusanneBerlin hat geschrieben:Irgendwie aber auch selbst verursacht. Den Antrag auf Nahtlosigkeits-Arbeitslosengeld nach § 145 SGB III hätte man doch auch 4 Wochen vorher abgeben können und nicht erst nachdem das Krankengeld ausgelaufen ist.
Der Fall ist schon ein wenig kompliziert, finde ich. Frau X hat die 78 Wochen Krankengeldbezug nicht am Stück gehabt. Es handelte sich ja auch um einen BG-Verdachtsfall. Leider kam die Rückmeldung der Krankenkasse über das Auslaufen des Krankengeldes tatsächlich erst am Tag des Auslaufens im letzten Jahr. Frau X die keine gute Bildung hat, hat das Schreiben einer Person ihres Vertrauens gezeigt. Die hat mit ihr den Behördenmarathon durchlaufen um ALG 1 zu beantragen.
Nach einer Woche ging Frau X wieder zur Arbeit. Nun hat nach einigen Monaten der Arzt zusätzlich wohl die Diagnose Grippaler Infekt um Schulterschmerzen ergänzt. Bei einer Erkältung würde aber Lohnfortzahlung geleistet. die Krankenkasse hat dem Arbeitgeber aber mitgeteilt dass es sich um eine Fortsetzung der Erkrankung handelt. Also gibt es weder Lohn noch Krankengeld.

Rente kommt wohl noch nicht in Frage, wäre auch wegen einer Psychischen Erkrankung kontraproduktiv. Eine Umschulung macht mit 58 Jahren wenig Sinn zumal der Bildungslevel sehr niedrig ist.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

#WIRSINDMEHR

Etienne777
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1528
Registriert: 03.03.18, 22:34

Re: Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von Etienne777 » 19.04.19, 22:56

Sie muß ja nicht zur Kernphysikerin qualifiziert werden, aber möglicherweise gibt es ja Tätigkeiten, die körperlich besser zu bewältigen sind und durch einfaches Anlernen ausführbar wären. Ansonsten wäre die Rente meiner Meinung nach nicht das Falscheste, ich teile auch nicht die Bedenken im Hinblick auf die psychische Verfassung. Denn mit 58 ist die Rente nur noch eine Frage der Zeit, ich wüßte nicht was dann besser laufen soll als jetzt und wer so viele Monate arbeitsunfähig zu Hause bleiben konnte, dürfte damit nicht plötzlich psychische Probleme bekommen, nur weil das Geld nicht mehr Krankengeld heißt, sondern Rente. Der psychische Druck durch die ungewisse Situation ist jedenfalls als Rentner eindeutig genommen, das sollte man auch bedenken.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5859
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Krankengeld ausgelaufen

Beitrag von Zafilutsche » 20.04.19, 09:21

Hat die betroffene Person denn das "BEM" abgelehnt?
Ist das Verfahren vom Arbeitgeber nach den Fehltagen überhaupt angeboten worden?
Die Person dürfte den Betriebsarzt hinzu ziehen. War das passiert?

Antworten