Leistungserschleichung von Krankenkasse (Einwanderer)?

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Leistungserschleichung von Krankenkasse (Einwanderer)?

Beitrag von OS-User » 24.04.19, 19:55

Hallo zusammen,

ich möchte fragen, wie die Rechtslage in den folgenden Situationen ist:

Bekannter lebt im Ausland (EU-Bürger) und erfuhr, dass er Krebs hat. Er ist in seinem Land gesetzlich krankenversichert, aber die Wartezeit, um eine Therapie / OP zu beginnen ist sehr lang. Der ganze Heilungsprozess kann er privat nicht bezahlen. Das Ganze wäre in Deutschland schneller und vollumfänglicher (in seinem Heimatland werden nicht alle Heilungsmethoden durch die Krankenversicherung finanziert).

1) Wenn der Bekannte nach Deutschland zieht, sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig krankenversichert (und selbst die Beiträge zahlt), könnte er von der deutschen Krankenkasse die Übernahme der Therapiekosten erwarten (er würde aus der ausländischen Krankenversicherung austreten)? Wenn er nach der Beendigung der Therapie wieder ins Ausland zieht, ist es trotzdem legal oder handelt es sich um eine Leistungserschleichung (dass er krank ist, wird er nicht verschweigen, falls jemand fragt).

2) Die gleiche Situation wie oben, aber der Bekannte sucht einen Arbeitsplatz (auch Teilzeit), um krankenversichert zu werden.

Die Finanzierung des Aufenthaltes in Deutschland + Wohnung wäre in allen Fällen gesichert.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Hilfe!
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winterspaziergang
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Re: Leistungserschleichung von Krankenkasse (Einwanderer)?

Beitrag von winterspaziergang » 24.04.19, 21:32

OS-User hat geschrieben: 1) Wenn der Bekannte nach Deutschland zieht, sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig krankenversichert (und selbst die Beiträge zahlt), könnte er von der deutschen Krankenkasse die Übernahme der Therapiekosten erwarten (er würde aus der ausländischen Krankenversicherung austreten)?

ja, das ist der Vorteil der Solidargemeinschaft.
Wenn er nach der Beendigung der Therapie wieder ins Ausland zieht, ist es trotzdem legal oder handelt es sich um eine Leistungserschleichung (dass er krank ist, wird er nicht verschweigen, falls jemand fragt).
nein, ist es nicht. Er muss sich gar Krankenversichern, kann dies als freiwilliges Mitglied der GKV tun und ab Versicherung erhält er sofort alle Leistungen.
2) Die gleiche Situation wie oben, aber der Bekannte sucht einen Arbeitsplatz (auch Teilzeit), um krankenversichert zu werden.
wenn er jemand findet, der ihn einstellt und er arbeitsfähig ist, also nicht gleich AU und gekündigt wird, dann hat er einen AG, der die Hälfte der Beiträge zahlt.
An den Leistungen ändert es nichts.
Die Finanzierung des Aufenthaltes in Deutschland + Wohnung wäre in allen Fällen gesichert.
Legaler Aufenthalt+krankenversichert= alle Leistungen der GKV. Ob er schon todkrank herkommt, spielt keine Rolle.

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