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Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgespräch

Verfasst: 13.05.19, 12:30
von MarcoW75
Hallo,
folgende Situation: Person A ist gerade arbeitslos geworden. Seine Ehepartnerin lebt im Ausland, wohin auch A mittelfristig (d.h. innerhalb der nächsten 8-12 Monate) ziehen will. A versucht natürlich, diesen Umstand dem Gesprächspartner in Vorstellungsgesprächen nicht unbedingt auf die Nase zu binden, aber gerade in ungezwungener Gesprächsatmosphäre kann man sich schonmal verplappern. Die nächste Frage ist fast immer, ob man denn plane, auch dorthin zu ziehen. Da es unlogisch klingt, wenn ein Ehepaar dauerhaft getrennte Wohnsitze behalten will, behilft sich A mit einem "Nicht in den nächsten 2-3 Jahren!", obwohl er natürlich weiß, dass es so lange nicht mehr dauern wird.

Daraufhin bekommt er wenige Tage später eine Ablehnung mit dem Verweis auf die nicht "ausreichende" Langzeitverfügbarkeit. Das ist rein denklogisch natürlich Quatsch, da Arbeitsverträge natürlich in der Regel sowieso keine "Mindestdauer" des Arbeitsverhältnisses enthalten. Sprich: die Möglichkeit, dass der Arbeitnehmer früher kündigt, ist ja eh da. Meine Frage: Dürfte die Agentur für Arbeit A eine Sanktion verpassen, weil er durch die Angabe, wie lange er maximal verfügbar ist, eine Arbeitsaufnahme in gewisser Weise "verhindert" hat ?

Re: Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgesp

Verfasst: 13.05.19, 13:49
von Townspector
Nein.
Es gibt keinerlei Verpflichtung dahingehend potentielle Arbeitgeber dahingehend zu täuschen, dass man Ihnen bis zur Rente zur Verfügung stehen würde.

Re: Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgesp

Verfasst: 13.05.19, 14:13
von SusanneBerlin
Eine "unpassende" Antwort auf die Frage wie lange man zur Verfügung steht, wäre gewesen "Eigentlich will ich gar nicht erst hier anfangen...Sie haben doch sicher noch mehr Bewerber."

Re: Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgesp

Verfasst: 13.05.19, 15:57
von winterspaziergang
Daraufhin bekommt er wenige Tage später eine Ablehnung mit dem Verweis auf die nicht "ausreichende" Langzeitverfügbarkeit. Das ist rein denklogisch natürlich Quatsch, da Arbeitsverträge natürlich in der Regel sowieso keine "Mindestdauer" des Arbeitsverhältnisses enthalten. Sprich: die Möglichkeit, dass der Arbeitnehmer früher kündigt, ist ja eh da.
Vielleicht gibt es auch andere Formen der Logik als die des Denkens, aber wenn man die zugrunde legt, ist es nun mal ein Unterschied, ob jemand eine Stelle antritt und keinen Plan eines Wegzugs hat oder es eigentlich schon fest steht, dass man unter keinen Umständen länger als ca. 2 Jahre bleiben wird.

Da ein AG oft auch denken kann, in der Regel schon ein paar Jahre Erfahrungen machen konnte und nicht zuletzt selbst Mensch ist, wird er sich denken, dass „2-3 Jahre“ des gerade Arbeitslosen Arbeitssuchenden eine geschönte Angabe sein könnte.

Nebenbei: Ein AN , der an der Stelle interessiert ist, würde vermutlich eher fragen, ob der AG fragen darf, was der Partner macht und ob ihn das was angeht usw.
Meine Frage: Dürfte die Agentur für Arbeit A eine Sanktion verpassen, weil er durch die Angabe, wie lange er maximal verfügbar ist, eine Arbeitsaufnahme in gewisser Weise "verhindert" hat ?
Wenn man davon ausgehen muss, dass der AN das wissen kann, wäre das durchaus denkbar.

Re: Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgesp

Verfasst: 14.05.19, 08:00
von FM
Das komt auch darauf an, "wie" es gesagt wurde. Dazu kann ja im Zweifelsfall derjenige als Zeuge gehört werden, der auf Arbeitgeberseite dabei war.

Re: Sanktion wegen "unpassender" Antwort im Vorstellungsgesp

Verfasst: 14.05.19, 11:09
von winterspaziergang
MarcoW75 hat geschrieben:A versucht natürlich, diesen Umstand dem Gesprächspartner in Vorstellungsgesprächen nicht unbedingt auf die Nase zu binden, aber gerade in ungezwungener Gesprächsatmosphäre kann man sich schonmal verplappern. Die nächste Frage ist fast immer, ob man denn plane, auch dorthin zu ziehen. ?
Noch ergänzend: Wenn man an der Stelle selbst sehr interessiert ist, wird man kaum dermaßen "ungezwungen" in die Verlegenheit kommen, vom Aufenthalt der Ehefrau im Ausland zu berichten. Das "ich hab mich einfach vergessen, weil es so nett und heimelig war" könnte man als (eher schlechte) Schutzbehauptung verstehen, denn man weiß eben sehr wohl, dass ein AG da kritisch nachfragen wird.