Belastungserprobung und EAP

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SweetyBLN
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Belastungserprobung und EAP

Beitrag von SweetyBLN » 16.05.19, 17:09

Hallo zusammen,
ein etwas komplexer fiktiver Fall

A hatte einen Unfall. Dieser wurde zuerst über die gesetzliche Krankenkasse bearbeitet. A ging zur Krankengymnastik usw. Auch das Hamburger Modell (Wiedereingeliederung) wurde angefangen.
Dann wurde dieser Unfall als Wegenunfall im Nachgang anerkannt. Das Hamburger Modell wurde umgeschrieben auf die Berufsgenossenschaft und heist dort Belastungserprobung.
A machte also die Belastungserprobung weiter. Beim nächsten Arztbesuch wurde diesem dann mitgeteilt, dass die BG und der Arzt beschlossen haben die Belastungserprobung sofort abzubrechen und eine EAP 5 mal die Woche zu machen. Eine EAP sind 10 Termine. Also zwei Wochen (erweiterer ambulante Physiotherapie)

Plötzlich wechselte die BG, da die vorige fälschlicher Weise nicht zustandig war.
Alles lief weiter.
A machte 4 Staffeln EAP (40 Einheiten).

Dann bekam A Post von der neuen BG und musste zur Heilverfahrenskontrolle im Auftrag der BG ein bestimmtes Krankenhaus aufsuchen. Dieser Arzt stellte dann fest, dass die angedachte Reha kein Sinn macht und nichts mehr bringt.
Dieser Arzt stellte zwei neue Verordnungen aus. Krankengymnastik/und MTT (medizinsche Trainingstherapie). Dieses ist aber eine EAP, da diese aus 3 Sachen bestehen.

Dieses teilte A dann seiner zuständigen Ärztin mit. Diese bestätigte anhand des CTs was im Krankenhaus gemacht wurde, dass bleibende Schäden vorhanden sind. Sie kann dem Arzt zwecks Rehaabsage auch nicht einfach widersprechen sagte sie.

Dann ging es Schlag auf Schlag. A soll eine Belastungserprobung machen. zwei Wochen 4 Std und zwei Wochen 6 Std täglich. (fängt nächste Woche an)

A war nun heute erneut beim Arzt, da die aktuelle Krankschreibung verlängert werden wurde.

Da wurde A nun von seiner Ärztin eine neue EAP (ist die fünfte) verordnet. Dieses soll A dann während der Belastungserprbung machen. Also entweder davor oder danach. Die EAP hat eine reine Behandlungsdauer von insgesamt ca 140 Minuten. Da aber immer Pausen zwischen den verschiedenen Therapien ist, verbringt man dort mind 3,5 - 4,5 Stunden am Tag. (siehe oben, damals sollte die EAP Vorrang haben)

Das bedeutet, A ist täglich 4 und dann 6 Std zur Belastungserprobung und dann danach 3,5-4,5 Std bei der EAP. Dazu kommen noch die ganzen Fahrwege mit den Öffis. So hat A fast täglich einen 10 Stundentag.

Ein Anruf bei der BG brachte auch nichst. Die sind der Meinung, dass die Belastungserprobung Vorrang hat und die EAP nicht so wichtig ist. Das heisst, "geh mal lieber arbeiten, statt zur EAP"

Die erste BG sah das genau anders. Belastungserprobung abbrechen und EAP im Sinne der Gesundheit machen.

Was auch fragwürdig ist, dass eine Reha abgelehnt wurde, weil sie nichts bringt, aber A weiter EAP machen muss.

Astrid69
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Re: Belastungserprobung und EAP

Beitrag von Astrid69 » 17.05.19, 18:31

Wo ist jetzt die rechtliche Frage?
Der jeweilige Kostenträger, auch wenn er wechselt, ist zuständig für die Steuerung des Heilverfahrens. Es spielt erst mal keine Rolle, ob der frühere Kostenträger das anders gemacht hätte.
Belastungserprobung und EAP parallel ist richtig anstrengend. Weiss ich aus eigener Erfahrung. Letztendlich kann das Einem frühzeitig zeigen, ob man trotz wahrscheinlich bleibender Einschränkungen ein vollen Arbeitstag wieder meistern kann. Ich selber habe die EAP bei dann 6 Stunden Belastungserprobung eigenständig verkürzt und war froh, als ich nur wieder arbeiten durfte.
Lehnt der Versicherte das geplante Modell ab, kann der Leistungsträger andere Leistungen versagen, nochmal drüber reden oder nix tun. Weiss man ohne zu fragen nicht.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

Oktavia
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Re: Belastungserprobung und EAP

Beitrag von Oktavia » 19.05.19, 11:59

Muss nicht der behandelnde Arzt sowohl der Belastungserprobung als auch der "EAP" zustimmen bzw diese befürworten? Die Belastungserprobung erfolgt ja innerhalb der KRankschreibung. Wenn das Behandlungstermine in der Erprobungszeit liegen, ist man eben nicht beim Arbeitgeber sondern in Behandlung. Also Termine möglichst in die Arbeitszeit legen um sich nicht zu überlasten... Oder liege ich da falsch?
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Astrid69
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Re: Belastungserprobung und EAP

Beitrag von Astrid69 » 20.05.19, 06:11

EAP ist eine Einheit aus mehreren Bestandteilen.
Beispielsweise 8-12 Uhr arbeiten als Belastungserprobung und 13-17 Uhr EAP.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

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