Beitragsberechnung freiwillige KV

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mircabmar
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Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 20.06.19, 21:19

Hallo,

die Mutter (M) war bisher pflichtversichert. Zwei Kinder sind familienversichert. Nun endet die Versicherungspflicht und M versichert sich freiwillig. Einkommen erzielt nur ihr Ehemann (P) und Vater der beiden Kinder. P ist privat krankenversichert. Die beitragspflichtigen Einnahmen berechnet die GKV so:
5.000 EUR Arbeitsentgelt P
abzgl. 2x 623 EUR für die familienversicherten Kinder
verbleiben 3.754 EUR
hiervon die Hälfte, also Beitragsberechnung aus 1.877 EUR

Wie würde die Berechnung aussehen, wenn M jetzt einen Minijob mit 400 EUR mtl. ausüben würde?

Danke für Hinweise.

SusanneBerlin
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von SusanneBerlin » 20.06.19, 22:03

Vermutlich 5000 + 400 - 2x623 = 4154, hiervon die Hälfte also Beitragsberechnung aus 2077.
Grüße, Susanne

mircabmar
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 21.06.19, 04:29

Vermutlich :) ja.

Ich habe leider die Frage unzutreffend formuliert.
Wie wird berücksichtigt, dass für die 400 EUR von den 2.077 EUR bereits KV-Beiträge durch den Arbeitgeber gezahlt wurden?
Auch wenn es nur die Pauschalbeiträge für geringfügig Beschäftigte sind, müßte doch irgendwie eine Doppelverbeitragung vermieden werden!?

SusanneBerlin
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von SusanneBerlin » 21.06.19, 07:13

Wie wird berücksichtigt, dass für die 400 EUR von den 2.077 EUR bereits KV-Beiträge durch den Arbeitgeber gezahlt wurden?
Gar nicht.
Auch wenn es nur die Pauschalbeiträge für geringfügig Beschäftigte sind, müßte doch irgendwie eine Doppelverbeitragung vermieden werden!?
Das gilt nicht als Doppelversicherung. Die Abgaben des Arbeitgebers an die minijobzentrale sind lediglich ein Solidarbeitrag an die gesetzlichen Sozialversicherungszweige. Es ist kein Mitgliedsbeitrag des minijobbers und wird nicht als Beitrag für seinen Krankenversicherungsschutz angerechnet.

Bei einem privat krankenversicherten Minijobber fällt keine GKV-Abgabe des AG an die minijibzentrale an.


Man sollte noch im Auge haben, dass bei dieser Konstellation der privatversicherte P keine größeren Gehaltserhöhungen haben "darf". Steigt sein Einkommen über 5.062,50 €, dann können die Kinder nicht mehr über die Mutter familienversichert sein.
Grüße, Susanne

RHW
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von RHW » 21.06.19, 07:54

Hallo mircabmar,

wenn M einen Minijob aufnimmt ergibt sich folgendes:

1) In der Krankenversicherung (KV) bleiben die Beiträge gleich, da der Arbeitgeber bereits Pauschalbeiträge zur KV abführt.

2) In der Pflegeversicherung (PV) steigen die Beiträge entsprechend, da es keine Pauschalbeiträge in der PV gibt. Ggf. erfolgt eine Begrenzung der beitragspflichtigen Einnahmen auf die halbe Beitragsbemessungsgrenze = BBG (2019: 4537,50 : 2 = 2268,75 Euro monatlich)

Falls P einen Minijob aufnimmt, steigen die Beiträge für M in der KV und PV, bis maximal zur halben BBG.

https://www.gkv-spitzenverband.de/krank ... essung.jsp
-> 2. Link unter:
Arbeitsentgelt aus geringfügiger Beschäftigung (Minijob)
Gruß
RHW

SusanneBerlin
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von SusanneBerlin » 21.06.19, 08:02

RHW hat geschrieben:1) In der Krankenversicherung (KV) bleiben die Beiträge gleich, da der Arbeitgeber bereits Pauschalbeiträge zur KV abführt.
Dann lag ich mit meiner Vermutung falsch und der Beitrag für M in der freiwilligen KV berechnet sich weiterhin aus 1877 €, auch wenn M einen Minijob aufnimmt.
Grüße, Susanne

mircabmar
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 21.06.19, 19:46

Vielen Dank für die Antworten.
SusanneBerlin hat geschrieben:
21.06.19, 07:13
Man sollte noch im Auge haben, dass bei dieser Konstellation der privatversicherte P keine größeren Gehaltserhöhungen haben "darf". Steigt sein Einkommen über 5.062,50 €, dann können die Kinder nicht mehr über die Mutter familienversichert sein.
Die Problematik ist bekannt. In diesem fiktiven Fall ist P Beamter und in der Besoldung sind ca. 400 EUR familienstandbezogene Bestandteile enthalten. Diese bleiben bei der Einkommensüberprüfung für die Familienversicherung unbeachtet. Somit ist noch die eine oder andere Gehaltserhöhung drin.

Czauderna
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von Czauderna » 21.06.19, 20:13

Hallo,
Respekt, für einen fiktiven Fall sehr gut durchdacht.
Gruss
Czauderna

mircabmar
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 21.06.19, 20:20

Nachdem ich mir die Ausführungen in dem Link zum GKV-Spitzenverband und dann noch die Ausführungen zur Ermittlung des Familieneinkommens für diese Fälle angesehen habe, komme ich doch zu einem anderen Ergebnis:

Das Familieneinkommen beträgt unter Berücksichtigung des Minijobs insgesamt 5.400 EUR. Das sind alle Einnahmen beider Ehepartner, die zum Lebensunterhalt verbraucht werden oder verbraucht werden könnten. Das Vorliegen von Beitragspflicht ist für die Ermittlung des Familieneinkommens nicht von Bedeutung.

Somit ergibt sich für die Pflegeversicherung:

5.400 EUR abzgl. 2x623 EUR = 4.154 EUR ; also 2.077 EUR Bemessungsgrundlage

Für die Krankenversicherung gilt selbsverständlich die gleiche Berechnung, aber mit der Besonderheit, dass von den 2.077 EUR nur 1.677 EUR verbleiben. Das Arbeitsentgelt aus der geringfügigen Beschäftigung ist ja nicht (mehr) beitragspflichtig. Oder wo liegt mein Denkfehler?

SusanneBerlin
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von SusanneBerlin » 21.06.19, 21:21

Wieso Denkfehler? Sie wiederholen genau das, was RHW zuvor ausgeführt hat.
Grüße, Susanne

mircabmar
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 22.06.19, 06:20

Für die KV ist das doch keine Wiederholung der Ausführungen von RHW.
RHW meint, die KV-Beiträge bleiben unverändert.

SusanneBerlin
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von SusanneBerlin » 22.06.19, 07:27

ohne Mjnijob: freiwillige KV Beitragsberechnung aus 1.677 EUR .
mit Minijob: freiwillige KV Beitragsberechnung aus 1.677 EUR .

Verändert sich was?
Grüße, Susanne

mircabmar
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 22.06.19, 07:41

SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 07:27
ohne Mjnijob: freiwillige KV Beitragsberechnung aus 1.677 EUR .
mit Minijob: freiwillige KV Beitragsberechnung aus 1.677 EUR .

Verändert sich was?
Ja, ohne Minijob sind es doch nicht 1.677 EUR sondern
5000-2x623=3.754
:2= 1877 EUR

RHW
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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von RHW » 22.06.19, 12:26

Hallo mircabmar,

hier die 3 Berechnungen:
1) ohne Minijob:
5.000 EUR Arbeitsentgelt P
abzgl. 2x 623 EUR für die familienversicherten Kinder
verbleiben 3.754 EUR
hiervon die Hälfte, also Beitragsberechnung aus 1.877 EUR

2) KV-Beiträge mit Minijob
5.000 EUR Arbeitsentgelt P
abzgl. 2x 623 EUR für die familienversicherten Kinder
verbleiben 3.754 EUR
hiervon die Hälfte, also Beitragsberechnung aus 1.877 EUR
Der Minijob gehört nicht zu den beitragspflichtigen Einnahmen, da vom Arbeitgeber bereits Pauschalbeiträge gezahlt wurden.

Es werden nur nur die Einnahmen berücksichtigt, für die GKV-Spitzenverband Beitragspflicht festgestellt hat (bzw. die Einnahmen, für die er Beitragsfreiheit festgestellt hat, bleiben außen vor).
Quelle: https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... nahmen.pdf
-> Arbeitsentgelt aus geringfügiger Bwschäftigung (Minijob)

3) PV-Beiträge mit Minijob
5.000 EUR Arbeitsentgelt P
abzgl. 2x 623 EUR für die familienversicherten Kinder
400 Euro aus Minijob von M
verbleiben 4.154 EUR
hiervon die Hälfte, also Beitragsberechnung aus 2.077 EUR

Gruß
RHW

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Re: Beitragsberechnung freiwillige KV

Beitrag von mircabmar » 23.06.19, 08:48

Danke, jetzt habe ich es geschnallt.

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