Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

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comeasuare
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Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

Beitrag von comeasuare » 11.07.19, 16:31

Hallo,

arbeitslos einer 40jährigen ab dem 1.7.19. Arbeitsbescheinigungen ab dem 15.7.17 bereits vorgelegt.

Gearbeitet zuletzt ohne Unterbrechung ab 1.12.15.

Jetzt möchte die Agentur noch die Arbeitsbescheinigungen vor dem 15.7.17 ab dem 1.12.15 haben. Aber warum? Das konnte oder wollte der Sachbearbeiter nicht mitteilen.

Ja, warum bitteschön? Gibt es dafür eine Rechtsgrundlage, dass diese Arbeitsbescheinigung für den Antrag auf AlG I relevant ist und angefordert werden darf oder gar muss?

Oder gibt es andererseits eine Rechtsgrundlage für den AlG I-Bezieher, auf die er sich berufen kann und mitteilen kann, dass diese Arbeitsbescheinigungen für den Antrag auf AlG I nicht relevant sind und gar nicht angefordert werden dürfen?

Danke Euch.

GLG

FM
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Re: Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

Beitrag von FM » 11.07.19, 16:55

Sie können relevant sein. Um das zu beurteilen weil die Agentur sie sehen. Also einfach vorlegen.

comeasuare
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Re: Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

Beitrag von comeasuare » 11.07.19, 17:43

Inzwischen das hier gefunden

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

Danach würde es doch nur Sinn machen und relevant sein, wenn der Antragssteller Ü50 ist, oder!?

FM
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Re: Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

Beitrag von FM » 11.07.19, 19:03

Es gibt noch mehr Sonderfälle in denen Daten die älter als 2 Jahre sind eine Rolle spielen, z.B. bei bestimmten Unterbrechungs- oder Änderungstatbeständen. Mag ja sein, dass das alles nicht zutrifft, was aber die Agentur nicht weiß. Du kannst abwarten bist die Arbeitsagentur den Antrag mangels Mitwirkung ablehnt und dann das Widerspruchsverfahren durchlaufen (Dauer meist 6 Monate) und anschließend beim Sozialgericht klagen (Dauer grob geschätzt 2 bis 3 Jahre). Damit wird dann geklärt, ob die Unterlagen notwendig waren. Es kann aber sein, dass das Sozialgericht das auch erst entscheiden will, wenn es die Arbeitsbescheinigungen aus dieser Zeit gesehen hat. Oder andere Unterlagen (Verträge, Zeugnisse, Gehaltsabrechnungen aus dieser Zeit). Nach den ca. 3 Jahren bekommst Du dann vermutlich das AlG nachgezahlt und vielleicht die Bestätigung, dass Du Recht hattest und es nicht nötig war.

Was genau spricht denn gegen die Vorlage? War das damals Schwarzarbeit? Also z.B. AlG II bezogen und das Einkommen nicht gemeldet? Oder nur "aus Prinzip"?

Astrid69
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Re: Recht o Pflicht betr. alte Arbeitsbescheinigungen bei AlG I?

Beitrag von Astrid69 » 12.07.19, 08:07

comeasuare hat geschrieben:
11.07.19, 17:43
Inzwischen das hier gefunden

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__147.html

Danach würde es doch nur Sinn machen und relevant sein, wenn der Antragssteller Ü50 ist, oder!?
Nö, denn um 12 Monate Anspruch auf Alg1 zu haben, müssen U50 jährige 24 Monate Versicherungspflicht nachweisen. 15.07.17 - 30.06.19 sind noch keine 24 Monate.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

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