Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

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HelpGuy
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Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von HelpGuy » 14.07.19, 11:11

Hallo,

ich bin momentan etwas am Grübeln, wie die Bewilligung eines Antrages im unten genannten Falle aussieht:

Tina K. zieht mit ihrem Sohn in eine neue Stadt und die Kindergartenbeiträge sind dort 8-mal so hoch, wie bei ihrem Kindergarten im bisherigen Bundesland. Nun kommt auch noch die teuere Wohnung dazu, bei welcher sie finanziell nicht die Möglichkeit hätte, um die Runden zu kommen. Sie erwägt also einen Antrag auf Wohngeld bzw. Kinderzuschlag. Wird eines dieser Anträge bewilligt, wird sie komplett von den Kindergartenkosten befreit. Jetzt wird es allerdings kompliziert.

Laut Wohngeldrechner wird ja auch die steuerliche Belastung des Kindergartens (oder Tagesmütter usw.) mit einberechnet und man soll diese, wie man es auch in der Steuer macht, angeben. Dadurch würde sich eine Bewilligung von wenigen Euro ergeben. Allerdings fallen aber die Gebühren für den Kindergarten dann nicht mehr an, da ja die Voraussetzung für eine Befreiung der Kita-Gebühren vorliegt und somit auch die abgefragten Kita-Gebühren nicht mehr vorhanden sind.

Wird die Bewilligung dadurch aufgehoben, da nach Bewilligung ja doch wieder genug "Geld" da ist? Wird auch Kinderzuschlag bantragt, welcher Antrag hat mehr Gewichtung und ist es Voraussetzung, erst den Wohngeldantrag zu stellen, wenn man Kinderzuschlag beantragen will?

Ich danke sehr für sämtliche informative Beiträge.
Zuletzt geändert von HelpGuy am 14.07.19, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von SusanneBerlin » 14.07.19, 11:19

Sie erwägt also einen Antrag auf Kindergeld bzw. Kinderzuschlag. Wird eines dieser Anträge bewilligt, wird sie komplett von den Kindergartenkosten befreit.
Verstehe ich nicht. Kindergeld bekommt doch jeder, der mit seinem Kind im selben Haushalt lebt. Dann würde niemand Kindergartengebühren bezahlen.

Wieso hat Sie all die Jahre auf das Kindergeld verzichtet und es nicht gleich nach der Geburt beantragt?

Man kann Wohngeld und Kindergeld parallel beziehen, die Frage ob Wohngeld oder Kindergeld stellt sich also nicht.

Kinderzuschlag gibt es dann, wenn mit Kindergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld die Beantragung von Hartz4 vermieden werden kann.

Was ist eigentlich mit dem Vater? Zahlt der keinen Unterhalt und wieso nicht?

Die primäre Frage, die Tina sich stellen sollte, ist deshalb: Will sie einen Antrag auf aufstockendes Arbeitslosengeld 2 stellen, oder will sie versuchen mit Kinderzuschlag und Wohngeld über die Runden zu kommen (auch wenn das evtl. ca. 20-40€ weniger sein sollte, dafür muss sie nicht den umfangreichen Hartz4-Antrag stellen und nicht die jährliche Nebenkostenabrechnung beim jobcenter vorlegen).
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 14.07.19, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

HelpGuy
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Re: Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von HelpGuy » 14.07.19, 11:19

SusanneBerlin hat geschrieben:
14.07.19, 11:19
Sie erwägt also einen Antrag auf Kindergeld bzw. Kinderzuschlag. Wird eines dieser Anträge bewilligt, wird sie komplett von den Kindergartenkosten befreit.
Verstehe ich nicht. Kindergeld bekommt doch jeder, der mit seinem Kind im selben Haushalt lebt. Dann würde niemand Kindergartengebühren bezahlen.

Wieso hat Sie all die Jahre auf das Kindergeld verzichtet und es nicht schon nach der Geburt beantragt?
Entschuldigung. Mein Fehler. Statt Kindergeld sollte da Wohngeld stehen. Sie will Wohngeld und/oder Kinderzuschlag beantragen.
Zuletzt geändert von HelpGuy am 14.07.19, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von SusanneBerlin » 14.07.19, 11:38

Entschuldigung. Mein Fehler. Statt Kindergeld sollte da Wohngeld stehen. Sie will Wohngeld und/oder Kinderzuschlag beantragen.
Dann würde ich beim Wohngeldantrag die ermäßigten Kindergartengebühren angeben. Denn wenn sie den höheren Tarif reinschreibt und ihr wird deswegen das Wohngeld bewilligt, dann muss sie hinterher die Berichtigung abgeben dass ihr die Kindergartengebühren erlassen wurden, und das hat eventuell die Rücknahme der Wohngeldbewilligung zu Folge. Da kann sie gleich das Wohngeld mit der niedrigeren Kindergartengebühr beantragen.
Grüße, Susanne

HelpGuy
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Re: Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von HelpGuy » 14.07.19, 11:46

SusanneBerlin hat geschrieben:
14.07.19, 11:38
Entschuldigung. Mein Fehler. Statt Kindergeld sollte da Wohngeld stehen. Sie will Wohngeld und/oder Kinderzuschlag beantragen.
Dann würde ich beim Wohngeldantrag die ermäßigten Kindergartengebühren angeben. Denn wenn sie den höheren Tarif reinschreibt und ihr wird deswegen das Wohngeld bewilligt, dann muss sie hinterher die Berichtigung abgeben dass ihr die Kindergartengebühren erlassen wurden, und das hat eventuell die Rücknahme der Wohngeldbewilligung zu Folge. Da kann sie gleich das Wohngeld mit der niedrigeren Kindergartengebühr beantragen.
Es handelt sich dann nicht um eine Ermäßigung, sondern einer kompletten Befreiung der Beiträge. Diese erhält sie aber wiederrum nicht, wenn der Wohngeldantrag nicht bewilligt wird. Kurz gesagt: Wird der Wohngeldantrag bewilligt, zahlt sie keine Kitagebühren, wird der Wohngeldantrag nicht bewilligt, zahlt sie die Gebühren. Ein Teufelskreis.

SusanneBerlin
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Re: Schwierige Klärung des Anspruchs auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag

Beitrag von SusanneBerlin » 14.07.19, 11:52

Wenn die Ermäßigung eine Kiga-Gebühr von null zufolge hat, dann eben die Kiga-Gebühr von null in den Wohngeld-Antrag schreiben, also weglassen. Nicht angeben.

Sollte dann der Wohngeld-Antrag abgelegt werden, kann sie den nochmal neu stellen, und zwar dann mit der Kiga-Gebühr. Dann muss Sie zwar die hohe Kiga-Gebühr bezahlen aber sie erhält wenigstens das Wohngeld.

Alternativ: zum Wohngeldamt gehen und einen Sachbearbeiter fragen, wie man es am besten machen soll. Die haben auch eine Beratungspflicht.
Grüße, Susanne

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