Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

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Moderator: FDR-Team

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sabsezicke
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Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von sabsezicke »

Hallo,

mal von fiktiven Fall ausgegangen:

Person, 41, schwerbebindert, in der Verwaltung/im ÖD gelernt, immer mal im gelernten Beruf gelernt, hauptsächlich aber in der Privaten unterwegs, zzt. seit vier Monaten arbeitslos/Arbeit suchend, seit dem einige, natürlich individualisierte, Bewerbungen auf Anzeigen, aber auch viele Blindbewerbungen geschrieben, eine handvoll Vorstellungsgespräche bei Arbeitgebern im ÖD gehabt, die sich für die Person immer sehr stark nach zu führenden Vorstellungsgesprächen angefühlt haben, ist immer verzweifelter, weil nichts bei rumkommt. Selbst bei allen Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen bisher nur Absagen, dort noch nicht einmal Vorstellungsgespräche.

Die vita liest sich fast wie ein spannender Roman, da die Person doch einige Jobs hatte. Arbeitszeugnisse sind soweit alle gut. Es gab aber z. B. mehrere Stellen, die die Person von sich aus aufgelöst hat (Aufhebungsverträge), weil es sonst zu arbeitgeberseitigen Kündigungen gekommen wäre, oder weil die Person sich einfach verändern, verbessern, vielseitiger aufstellen wollte. Auch gab es einige befristete Anstellungen zwischen 3 - 6 Monaten und mal eine Beschäftigung, die zum Ende der Probezeit aufgrund der Finanzsituation des Arbeitgebers beendet werden musste.

Die Person ist nun wirklich vielseitig aufgestellt, hat (fast) immer eine Anstellung oder mind. einen Basis-Job gehabt, bewirbt sich jetzt auch auf verschiedene ausgeschriebene Jobs im ÖD und in der Privaten, würde fast alles tun, außer irgendetwas Körperliches/im gewerblichen Bereich, da die Person das nicht mehr will und auch körperlich gewisse Einschränkungen hat.

Jetzt sind vier Monate Arbeitslosigkeit natürlich vielleicht noch nicht viel, aber die Person geht die Wände rauf und runter, sucht bis jetzt auch vergebens nach einen Nebenjob im kaufm. Bereich.

Vielleicht ist auch der Gedanke an eine Umschulung jetzt noch zu früh und vielleicht bekommt sie eh keine, weil sie eben schon im Verwaltungsbereich gelernt und gearbeitet und auch in der Privaten in verschiedenen Bereichen gearbeitet hat, aber wann hätte die Person Anspruch auf eine Umschulung, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und in welche Bereiche sollte sich die Person umschulen lassen, damit sie danach super Chancen, entsprechender Abschluss natürlich vorausgesetzt, einen möglichst festen Job zu bekommen? Welche Bereich sind besonders gefragt?

Danke Euch.

GLG

SusanneBerlin
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Welche Bereich sind besonders gefragt?
Da liest man seit 4 Monaten alle Stellenanzeigen im Büro-/kaufmännischen-/Verwaltungsbereich und hat keinen Durchblick, welche Bereiche besonders gefragt sind? Vielleicht einfach mal eine Tabelle machen mit den Stellenangeboten und nach Tätigkeitbereichen auswerten, vielleicht fällt einem dann auf, welche Anforderungsprofile häufiger nachgefragt sind als andere.
aber die Person geht die Wände rauf und runter, sucht bis jetzt auch vergebens nach einen Nebenjob im kaufm. Bereich.
Nebenjob neben was eigentlich, wenn man im Hauptjob arbeitslos ist? Oder wollen Sie damit sagen, die Person sucht keine Vollzeit- sondern vielmehr eine Teilzeitbeschäftigung?
Grüße, Susanne

sabsezicke
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von sabsezicke »

Im Personalbereich wird immer wieder gesucht! ;-)

Mit "Nebenjob", war ein "Basisjob" gemeint. Sorry.

SusanneBerlin
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von SusanneBerlin »

Und mit "Basisjob" ist vermutlich ein 450-Euro-Job gemeint?

OT: Ist das eine bestimmte Region, wo man "Basisjob" sagt? (Ich kenne diesen Begriff nur aus dem Forum aber ich kenne niemanden persönlich, der "Basisjob" sagt.)
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von ktown »

Ein 450-Euro-Job kann nie und nimmer ein "Basisjob" sein. Wie soll man davon leben können.

Der Begriff kommt, soweit ich das sehe, aus der Schweiz und wird vermutlich im grenznahen Bereich dann auch genutzt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

SusanneBerlin
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von SusanneBerlin »

sabsezicke hat geschrieben:
16.09.19, 00:00
Im Personalbereich wird immer wieder gesucht! ;-)
Ja natürlich vor allem in der weiterhin wachsenden Branche "Personalvermittlung" aka Arbeitnehmerüberlassung.
sabsezicke hat geschrieben:
16.09.19, 00:00
Die vita liest sich fast wie ein spannender Roman, da die Person doch einige Jobs hatte.
Man kann und sollte nicht nur das Anschreiben, sondern auch die Vita an die jeweilige Stellenbewerbung anpassen. Natürlich muss man bei der Wahrheit bleiben, aber man kann durchaus die für die jeweilige Stelle relevanten Vorbeschäftigungen herausstellen und die weniger relevanten Vorbeschäftigungen unauffällig im Lebenslauf unterbringen.

Die Stellenbesetzer wollen keine Romane lesen, sondern warum der jeweilige Bewerber für die jeweilige Stelle geeignet ist. "Standardbewerbungen" ohne merkliche Anpassung an die jeweilige Stellenausschreibung, fliegen oftmals direkt bei der Sichtung der Bewerberschreiben raus und erhalten die "Standardabsage".
Grüße, Susanne

FM
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Re: Anspruch auf Umschulung? Voraussetzungen?

Beitrag von FM »

Die Frage wäre erst einmal, welcher Anspruch genau gemeint ist. Also z.B. gegen die Agentur für Arbeit im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung (§§ 81 ff. SGB III), im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (verschiedene Träger denkbar, u.a. DRV) oder andere Varianten. Denn die Anspruchsvoraussetzungen sind verschieden.

Im "Qualifizierungsoffensivegesetz" oder so ähnlich von Dezember 2018 gab es da auch relevante Änderungen, die zu verschiedenen Terminen inkraft treten oder traten.

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