Wer ist in der Beweispflicht?

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Czauderna
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Re: Wer ist in der Beweispflicht?

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
ich habe seit Anbeginn der Pflegeversicherung im Jahre 1995 Gutachten des MDK ausgewertet und entsprechende Entscheidungen getroffen. Ich habe auch seit 1995 in mindestens 100 Fällen Widersprüche
bearbeitet. Sicher, der Demenz wurde in den ersten Jahren, um nicht zu sagen bis ca. 2010, nicht die Bedeutung zugemessen, die sie verdient hätte. Das ergab sich erst in den letzten Jahren, trodem war sie vorhanden und die Betroffenen konnten niemand täuschen. Etwas anderes ist es, wenn ein MDK-Gutachter/in den Sachverhalt falsch einschätzt, aber darum geht es nicht.
Es war an quasi an der Tagesordnung, das Betroffene (ohne Demenz) die letzten Kräfte mobilisierten, nur um bei der Begutachtung "gut" da zustehen, was dann natürlich zur Folge hatte, dass der eine oder andere Antrag aufgrund des Gutachtens abschlägig beschieden werden musste. "Ich kann noch alles", war meist der verhängnisvolle Satz. Auch wenn das jetzt vielleicht nach "Eigenlob" klingt, aber es gab keine Fälle dieser Art, wenn vorher durch die Pflegekasse eine Beratung der Betroffenen, aber vielmehr noch der Angehörigen (Pflegepersonen) stattgefunden hatte. Damals gab es dafür nur uns, das hat sich zum Glück geändert, dadurch dass Pflegedienste und Pflegestützpunkte oder auch andere ehrenamtliche Einrichtungen sich verstärkt um die Beratung kümmern.
Gruss
Czauderna

Evariste
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Re: Wer ist in der Beweispflicht?

Beitrag von Evariste »

Czauderna hat geschrieben:
21.09.19, 16:53
der Demenz wurde in den ersten Jahren, um nicht zu sagen bis ca. 2010, nicht die Bedeutung zugemessen, die sie verdient hätte.
Ja. Meine Erfahrungen stammen aus dieser Zeit.
Das ergab sich erst in den letzten Jahren, trodem war sie vorhanden und die Betroffenen konnten niemand täuschen.
Naja, in der Regel liegt zu dem Zeitpunkt schon eine ärztliche Diagnose vor, also kommt es darauf nicht an. Das Problem ist immer die Beurteilung der Auswirkungen der Demenz.

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