Seite 1 von 1

Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 22.10.19, 22:16
von turboman2
Hallo,

Können fällige Arbeiten im Garten als Pflegeleistung abgerechnet werden?
Wenn ja, nur wenn diese gewerblich geleistet werden oder auch privat?
Wenn privat, was kann als Nachweis dienen (Beleg)?

Danke im Voraus

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 22.10.19, 22:19
von SusanneBerlin
Können fällige Arbeiten im Garten als Pflegeleistung abgerechnet werden?
Nein. Jedenfalls wenn Sie auf Leistungen der Pflegekasse abzielen.

Die anderen Fragen erübrigen sich damit.

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 22.10.19, 22:37
von FM
Als "Gartenpflege", ja. Aber im Sozialrecht kommt das nirgends vor.

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 22.10.19, 22:42
von turboman2
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.10.19, 22:19
Nein. Jedenfalls wenn Sie auf Leistungen der Pflegekasse abzielen.
So wärs...

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 07:23
von ktown
Wie kommt man auf diesen kruden Gedanken, dass die Gartenarbeit als Pflegeleistung zu bezeichnen ist?

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 08:16
von Old Piper
ktown hat geschrieben:
23.10.19, 07:23
Wie kommt man auf diesen kruden Gedanken, dass die Gartenarbeit als Pflegeleistung zu bezeichnen ist?
Nun, die Idee an sich ist ja einigermaßen kreativ. Weil Onkel Otto pflegebedürftig ist, kann er sich nicht mehr um seinen Garten kümmern, deshalb soll die Pflegekasse leisten.
Mit dieser Begründung werde ich wohl demnächst eine Reise in die Toskana zur Abrechnung einreichen, weil meine Tante Klara dort ein Haus hat und sich wegen Pflegebedürftigkeit nicht mehr selbst drum kümmern kann.
:ironie:

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 11:08
von Czauderna
Hallo,
abrechnen als Pflegeleistung im Rahmen von Pflegegeld gibt es nicht. Das Pflegegeld bekommt der bzw. die zu Pflegende und was damit gemacht wird ist allein deren Sache. Man kann es für alle möglichen Sachen verwenden, natürlich auch zur Bezahlung von Menschen, die den Garten betreuen, man kann es auch verzocken oder spenden, es ist egal und es muss auch kein Nachweis darüber geführt werden. Meist wird es aber tatsaechlich für Entlohnung der wirklichen Pflegepersonen hergenommen.
Gruss
Czauderna

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 18:12
von Stefanie145
Hallo,

ich würde mich diesbezüglich mal bei der Pflegekasse beraten lassen, Stichwort Entlastungsleistungen.

So genau kenne ich mich damit nicht aus, ich hatte mich vor rund 2 Jahren mal kurz beraten lassen, als mein Großvater pflegebedürftig wurde. Angehörige der zu pflegenden Personen können ja Entlastungsleistungen im Rahmen eines Jahresbudgets in Anspruch nehmen. Vielleicht kann man dies auch für einen Gärtner für die Gartenpflege verwenden.

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 19:01
von FM
Czauderna hat geschrieben:
23.10.19, 11:08
Das Pflegegeld bekommt der bzw. die zu Pflegende und was damit gemacht wird ist allein deren Sache. Man kann es für alle möglichen Sachen verwenden, natürlich auch zur Bezahlung von Menschen, die den Garten betreuen, man kann es auch verzocken oder spenden, es ist egal ...
In dieser Hinsicht gibt es auch die gegenteilige Meinung, die z.B. der Gesetzgeber in § 37 Abs. 1 SGB XI vertritt:
Der Anspruch setzt voraus, dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld dessen Umfang entsprechend die erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen und pflegerischen Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung in geeigneter Weise selbst sicherstellt.

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 19:34
von Czauderna
Hallo,
das ist richtig, ändert aber nichts daran, dass der/die zu Pflegende trotzdem über die Verwendung des Pflegegeldes frei verfügen kann.
Pflegegeld gibt es nur dann, wenn im MDK-Gutachten genau das bestätigt wird, also die Sicherstellung der Pflege im häuslichen Bereich, d.h.
im Gutachten ist auch eine oder mehrere Pflegeperson/en angegeben und die Begutachtung hat diesen Punkt dann auch positiv geprüft. Wenn dem nicht so wäre, dann gäbe es kein Pflegegeld sondern nur Sachleistungen, also Pflegeleistungen ausschliesslich durch Profis (Pflegedienste). Ich hatte in meiner Praxis schon viele Fälle, bei denen die Pflegeperson (meistens Ehefrauen und Töchter) keinen Cent vom Pflegegeld gesehen haben, jedenfalls zu Lebzeiten, obwohl sie gemäss Gutachten die Pflege im häuslichen Umfeld sichergestellt haben.
Von einer Bezahlung der Pflegekraft ist im Gesetz keine Rede.
Gruss
Czauderna

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 19:55
von FM
Dennoch muss er "mit dem Pflegegeld" die Pflege sicherstellen, eine irgendwie andersartige Sicherstellung reicht also nicht aus. Dass es nur lückenhaft, nämlich nur ergebnisbezogen, kontrolliert wird, mag schon sein.

Re: Arbeiten im Garten = Pflegeleistung?

Verfasst: 23.10.19, 22:13
von Czauderna
FM hat geschrieben:
23.10.19, 19:55
Dennoch muss er "mit dem Pflegegeld" die Pflege sicherstellen, eine irgendwie andersartige Sicherstellung reicht also nicht aus. Dass es nur lückenhaft, nämlich nur ergebnisbezogen, kontrolliert wird, mag schon sein.
Hallo,
na, dann ist doch die Sache klar - Hauptsache das Ergebnis stimmt und ob es mit oder ohne die direkte Bezahlung der Pflegekraft erreicht wird oder wurde spielt keine Rolle. Ich habe selbst seit 1995 Pflegeanträge und Pflegeleistungen bearbeitet und entschieden - die Frage der direkten Verwendung des Pflegegeldes war nie Gegenstand irgendwelcher Probleme, ausgenommen immer die Frage bei pflegenden Angehörigen ob das Pflegeld als Einkommen für diese gewertet werden musste, z.B. für die Familienversicherung ( wird es nicht)- das aber nur nebenbei.
Also - wenn für die Gartenarbeit, welche im weitesten Sinne auch zur hauswirtschaftlichen Versorgung gerechnet werden könnte das Pflegegeld oder Teile davon genommen werden, dann ist das vollkommen okay
und interessiert die Pflegekasse nicht.
Eine "irgendwie andersartige Sicherstellung" wäre das reine Sachleistungsprinzip, also die Sicherstellung der Pflege durch einen Pflegedienst, der ggf. auch die hauswirtschaftliche Versorgung übernimmt.
Solche Fälle gibt es relativ viele, allerdings sind die Kombi-Fälle (Pflegegeld und Sachleistung) am häufigsten.
Im übrigen ist der Anspruch auf Pflegegeld nicht Einkommensbezogen, d.h. auch wenn der oder die zu Pflegende über ein hohes Einkommen verfügt, dann stehen z.B. beim Pflegegrad III 545,00 € monatlich zu.
Gruss
Czauderna