ALG2 - WG Hauseigentümer

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CarpeDiem
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ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von CarpeDiem » 28.10.19, 18:50

Hallo,

Frau Mustermann bezieht ALG2. Sie möchte nun umziehen und ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung.
Eine alleinstehende Freundin hat ihr nun angeboten mit in ihr Haus zu ziehen, als Wohngemeinschaft, da sowieso ein Zimmer frei steht.

Frau Mustermann würde also eine Wohngemeinschaft mit einer nicht verwandten Person eingehen wollen.
Jedoch wie wird da gerechnet? Es gibt keine von einem Vermieter vorgegebene Miete samt Nebenkosten.
Und wie sieht die Berechnung des Wohnraumes aus?

Vielen Dank im Voraus.

lottchen
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von lottchen » 28.10.19, 18:56

Die Freundinnen würde einen Untermietvertrag machen, in dem alles vereinbart wird. Welche Räume sie allein oder gemeinsam nutzen darf, wieviele m² das sind und was sie dafür bezahlen muss. Und der wird dann beim Jobcenter eingereicht. Die vermietende Freundin sollte nur nicht vergessen dass Mieteinnahmen in der Steuer angegeben werden müssen.
Wenn das Jobcenter was erstatten soll dann werden die beiden eine Vertrag schließen müssen. Oder die Freundin kann kostenlos dort wohnen, dann ist auch alles gut.
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FM
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von FM » 28.10.19, 19:01

CarpeDiem hat geschrieben:
28.10.19, 18:50
Es gibt keine von einem Vermieter vorgegebene Miete samt Nebenkosten.
Und wie sieht die Berechnung des Wohnraumes aus?
Muss man gar nicht berechnen wenn dafür keine Leistung erforderlich ist. Es gibt dann eben einfach den Regelbedarf (424 Euro), evtl. individuelle Mehrbedarfe (z.B. bei Schwangerschaft) und die Kostenübernahme der Kranken- und Pflegeversicherung.

CarpeDiem
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von CarpeDiem » 29.10.19, 00:08

Danke für eure Antworten.

Die Sache ist, dass das Haus alleine für das Jobcenter zu groß für 2 Personen wäre (nach m²). Allerdings ist die heranziehung des einzelnen Zimmers auch nicht korrekt, da Wohnzimmer, Küche, Bad, etc. ja mitgenutzt wird.
FM hat geschrieben:
28.10.19, 19:01
Muss man gar nicht berechnen wenn dafür keine Leistung erforderlich ist. Es gibt dann eben einfach den Regelbedarf (424 Euro), evtl. individuelle Mehrbedarfe (z.B. bei Schwangerschaft) und die Kostenübernahme der Kranken- und Pflegeversicherung.
Natürlich ist hier eine Berechnung erforderlich. Frau Mustermanns Freundin entstehen ja Kosten durch erhöhte Betriebskosten und bei der Vermietung an einen anderen potentiellen WG-Mitbewohner würden ja auch Mieteinnahmen erwartet. Frau Mustermann kann ja nicht "umsonst" auf Kosten der Freundin wohnen.
Also ist neben dem Regelbedarf welcher zur Deckung ganz anderer Kosten gedacht ist aufjedenfall die Berechnung von Mietleistungen wichtig.

FM
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von FM » 29.10.19, 00:12

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 00:08
Frau Mustermann kann ja nicht "umsonst" auf Kosten der Freundin wohnen.
Doch kann sie, so stand es zumindest im Ausgangstext.

winterspaziergang
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von winterspaziergang » 29.10.19, 07:43

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 00:08
Die Sache ist, dass das Haus alleine für das Jobcenter zu groß für 2 Personen wäre (nach m²). Allerdings ist die heranziehung des einzelnen Zimmers auch nicht korrekt, da Wohnzimmer, Küche, Bad, etc. ja mitgenutzt wird.
Dann erstellt die Freundin einen Mietvertrag mit Zimmer und Mitbenutzung der anderen Räume. Orientiert sich an den Mietpreis der Region was den Preis je qm betrifft und ergänzt den Anteil Betriebskosten.
FM hat geschrieben:
28.10.19, 19:01
Muss man gar nicht berechnen wenn dafür keine Leistung erforderlich ist. Es gibt dann eben einfach den Regelbedarf (424 Euro), evtl. individuelle Mehrbedarfe (z.B. bei Schwangerschaft) und die Kostenübernahme der Kranken- und Pflegeversicherung.
Natürlich ist hier eine Berechnung erforderlich. Frau Mustermanns Freundin entstehen ja Kosten durch erhöhte Betriebskosten und bei der Vermietung an einen anderen potentiellen WG-Mitbewohner würden ja auch Mieteinnahmen erwartet.

Wenn es nur die höheren Betriebseinnahmen sind, kann die Freundin Frau Mustermann diese als Kostenbeteiligung vorlegen, was Frau M. dann dem "Amt" vorlegen kann.
Wenn die Freundin Miete möchte, weil andere Mitbewohner auch was zahlen müssten, berechnet die Freundin das, was sie als Miete fordern würde und erstellt den Mietvertrag dazu.
Die Freundin muss das allerdings versteuern, wie im ersten Beitrag schon genannt.
Frau Mustermann kann ja nicht "umsonst" auf Kosten der Freundin wohnen.
Also ist neben dem Regelbedarf welcher zur Deckung ganz anderer Kosten gedacht ist aufjedenfall die Berechnung von Mietleistungen wichtig.
Wenn die Freundin von Frau Mustermann keine Miete fordert, benötigt Frau Mustermann auch keine KDU und die Berechnung ist nicht "wichtig". Das war im post des anderen users gemeint. Wenn jemand umsonst die Unterkunft stellt, reicht als Leistung für die Bedürftigkeit die Regelleistung + Krankenkasse.
Wenn es eine Miete gibt, dann diese dazu.

ExDevil67
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von ExDevil67 » 29.10.19, 08:14

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 00:08

Die Sache ist, dass das Haus alleine für das Jobcenter zu groß für 2 Personen wäre (nach m²).
Warum soll das Haus zu groß sein? Da die, ggf vermietende Freundin, kein ALG 2 bezieht, geht der Anteil den sie vom Haus nutzt das Jobcenter nix an.

CarpeDiem
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von CarpeDiem » 29.10.19, 12:58

FM hat geschrieben:
29.10.19, 00:12
CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 00:08
Frau Mustermann kann ja nicht "umsonst" auf Kosten der Freundin wohnen.
Doch kann sie, so stand es zumindest im Ausgangstext.
CarpeDiem hat geschrieben:
28.10.19, 18:50
Eine alleinstehende Freundin hat ihr nun angeboten mit in ihr Haus zu ziehen, als Wohngemeinschaft, da sowieso ein Zimmer frei steht.
Das Angebot besteht eine WG zu gründen, da steht nichts von umsonst.

winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:43
Dann erstellt die Freundin einen Mietvertrag mit Zimmer und Mitbenutzung der anderen Räume. Orientiert sich an den Mietpreis der Region was den Preis je qm betrifft und ergänzt den Anteil Betriebskosten.
Der Hinweis mit der ortsüblichen Miete pro m² ist gut. Wie wird jedoch die m² für den WG-Bewohner berechnet? Das eigene Zimmer natürlich ganz, werden Küche, Bad, Wohnzimmer auch ganz angerechnet oder durch die anzahl der WG-Mitbewohner geteilt?
ExDevil67 hat geschrieben:
29.10.19, 08:14
CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 00:08
Die Sache ist, dass das Haus alleine für das Jobcenter zu groß für 2 Personen wäre (nach m²).
Warum soll das Haus zu groß sein? Da die, ggf vermietende Freundin, kein ALG 2 bezieht, geht der Anteil den sie vom Haus nutzt das Jobcenter nix an.
Das ist ja die Frage. Generell wird ja die angemessene Wohnfläche für die Leistungs-Bezieher/in vorgegeben nach einer Tabelle (1 Person XYm², 2 Personen YZm²). Die derzeitige Wohnfläche würde diese Vorgabe jedoch überschreiten. Wie wird das also für den ALG-Empfänger berechnet?

Vielen Dank euch

Tastenspitz
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 13:03

Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

CarpeDiem
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von CarpeDiem » 29.10.19, 13:39

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 13:03
GidF
https://www.hartz4.de/wohngemeinschaft/
Vielen Dank, soweit war ich auch schon.
Es geht jedoch um den Umstand, dass der WG-Mitbewohner der Eigentümer ist und wie es dann mit den Berechnungen aussieht.
Da es sich hierbei um ein eher seltenes Szenario handelt, wird dies nicht wirklich beschrieben.

lottchen
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von lottchen » 29.10.19, 13:48

Bezieht die Hausbesitzerin HartzIV? Nein, oder?
Dann kann sie eine Villa mit 10 Zimmern bewohnen und davon 1 Zimmer á 15m² plus anteilig Flur 10m²/Küche 10m²/Bad 5m² = 25m² und davon die Hälfte = 12,5m² untervermieten. Macht 15m² Zimmer + 12,5m² Nebenfläche = 27,5m² untervermietete Fläche. Als Beispiel. Oder sie bekommt 2 Zimmer. Oder darf das Wohnzimmer anteilig mit nutzen. Oder, oder, oder....Muss man eben durchrechnen. Die anderen 9 Zimmer kann die Eigentümerin weiter allein nutzen, die haben doch mit der neuen Bewohnerin nichts zu tun. Wo ist das Problem?

Wenn man natürlich blöderweise vertraglich behauptet: "Wir nutzen alle 10 Zimmer + Flur/Küche/Bad/Balkon/Keller/Terrasse und was weiß ich noch gemeinsam" dann ist die Hälfte davon natürlich für den HartzIV-Bezieher nicht angemessen. Logisch.
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CarpeDiem
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von CarpeDiem » 29.10.19, 13:54

lottchen hat geschrieben:
29.10.19, 13:48
Bezieht die Hausbesitzerin HartzIV? Nein, oder?
Dann kann sie eine Villa mit 10 Zimmern bewohnen und davon 1 Zimmer á 15m² plus anteilig Flur 10m²/Küche 10m²/Bad 5m² = 25m² und davon die Hälfte = 12,5m² untervermieten. Macht 15m² Zimmer + 12,5m² Nebenfläche = 27,5m² untervermietete Fläche. Als Beispiel. Oder sie bekommt 2 Zimmer. Oder darf das Wohnzimmer anteilig mit nutzen. Oder, oder, oder....Muss man eben durchrechnen. Die anderen 9 Zimmer kann die Eigentümerin weiter allein nutzen, die haben doch mit der neuen Bewohnerin nichts zu tun. Wo ist das Problem?

Wenn man natürlich blöderweise vertraglich behauptet: "Wir nutzen alle 10 Zimmer + Flur/Küche/Bad/Balkon/Keller/Terrasse und was weiß ich noch gemeinsam" dann ist die Hälfte davon natürlich für den HartzIV-Bezieher nicht angemessen. Logisch.
Na da ist doch genau das gesuchte.
lottchen hat geschrieben:
29.10.19, 13:48
1 Zimmer á 15m² plus anteilig Flur 10m²/Küche 10m²/Bad 5m² = 25m² und davon die Hälfte = 12,5m²
Also werden die gemeinsam genutzen Wohnräume durch die Anzahl der WG-Mitbewohner geteilt. Genau das war die Frage.

Vielen Dank

lottchen
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von lottchen » 29.10.19, 14:05

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 13:54
Also werden die gemeinsam genutzen Wohnräume durch die Anzahl der WG-Mitbewohner geteilt.


Das wäre am Einfachsten. Der VERMIETER entscheidet, WAS er dem Untermieter untervermietet. Und so gestaltet er den Vertrag. Wenn der Untervemieter einverstanden ist dann reicht man VOR dem Unterschreiben den Entwurf beim Jobcenter ein und dann wird man ja sehen, ob dieses den Vertrag abkezptiert und die m² und Kosten als angemessen betrachtet.
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matthias.
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von matthias. » 30.10.19, 13:46

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 12:58

Das ist ja die Frage. Generell wird ja die angemessene Wohnfläche für die Leistungs-Bezieher/in vorgegeben nach einer Tabelle (1 Person XYm², 2 Personen YZm²). Die derzeitige Wohnfläche würde diese Vorgabe jedoch überschreiten. Wie wird das also für den ALG-Empfänger berechnet?

Vielen Dank euch
Scheinbar denkst du, wenn das Haus z.b. 140 qm hat, dass dann dem Untermieter der ALG 2 bezieht, automatisch 70 qm zugeordnet werden, das ist aber falsch.
Wie viel qm der Vermieter für sich behält ist seine Sache.

Wie hier schon gesagt, man schließt einfach einen Mietvertag ab, das Schlafzimmer von den qm ganz und man schreibt dann noch rein Küche und Bad Mitbenutzung , dann werden die nochmal zur Hälfte gerechnet (oder das Haus hat 2 Bäder dann kann man 1 komplettes Bad als Untermiete rechnen).

Den Rest des Hauses geht den Untermieter nichts an, rein rechtlich. Das Haus kann auch 500 qm groß sein, vermietet werden 1 Zimmer, Küchen- und Badanteil sonst nix.
Das macht man dann so, dass es vielleicht ~ 40 qm sind und gut.

Wenn die 2 dann weder verwandt noch verschwägert und gleichgeschlechtlich sind, dann wird die Agentur da auch nichts sagen. :christmas

matthias.
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Re: ALG2 - WG Hauseigentümer

Beitrag von matthias. » 30.10.19, 13:48

CarpeDiem hat geschrieben:
29.10.19, 13:54
Also werden die gemeinsam genutzen Wohnräume durch die Anzahl der WG-Mitbewohner geteilt. Genau das war die Frage.

Vielen Dank
Nein!

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