Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

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dr.mabuse
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Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von dr.mabuse » 04.11.19, 16:34

guten tag und hallo.

folgender fiktiver fall:

nach durchführung des va nach scheidung wird die eu-rente der expartner-person a gekürzt.

dadurch ist aufstockene grundsicherung nötig geworden.

person b ist noch berufstätig gewesen, aber nunmehr schwer erkrankt und im hospiz.

wird nach dem tod von person b die kürzung der rente von person a wieder rückgängig gemacht ?

wie nennt die drv das - versorgungsausgleich rückwirkend aufgehoben?

vielen dank und mit freundlichen grüssen


dr.mabuse
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von dr.mabuse » 04.11.19, 17:01

damit ist alles gesagt, vielen dank.

Old Piper
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Old Piper » 05.11.19, 08:12

Das wäre schön, wenn mit einem gut recherchierten Artikel alles gesagt wäre. Der von Celestro verlinkte Artikel hat zwar eine korrekte Kernaussage ("Wenn der Begünstigte aus dem VA weniger als 36 Monate Rente bezogen hat ..."), ansonsten strotzt er jedoch leider vor journalistischem Un- und Halbwissen.
MfG
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Celestro
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Celestro » 05.11.19, 09:45

Old Piper hat geschrieben:
05.11.19, 08:12
ansonsten strotzt er jedoch leider vor journalistischem Un- und Halbwissen.
Wir sind gespannt auf Ihre Ausführungen.

blue cloud
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von blue cloud » 05.11.19, 13:51

auch wenn ich inzwischen etwas aus der Thematik heraus gewachsen bin, kann ich Old Piper nur beipflichten.

Wenn der Interessierte die erste Passage verdaut hat...( die Versicherer behalten das Geld für sich. :liegestuhl: ..) kann ich mir den Inhalt der weiteren Ausführungen schon lebhaft vorstellen.

Old Piper
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Old Piper » 06.11.19, 07:52

Celestro hat geschrieben:
05.11.19, 09:45
Old Piper hat geschrieben:
05.11.19, 08:12
ansonsten strotzt er jedoch leider vor journalistischem Un- und Halbwissen.
Wir sind gespannt auf Ihre Ausführungen.
Wo soll ich da anfangen?
Es geht schon mal bei den Begrifflichkeiten los:
...wird ein Teil der Rente für die Ex-Partnerin oder den Ex-Partner abgezogen, selbst wenn diese oder dieser schon verstorben ist...
Der Abzug findet bei der Scheidung statt, und nicht erst bei Rentenbezug. Sie können sich das so vorstellen wie ein Sparkonto. Bei der Scheidung verfügt das Gericht, dass von dem einen Sparkonto etwas auf das andere übertragen wird. Dieses "etwas" (hier: Entgeltpunkte, soweit es die gesetzl. RV betrifft) gehört jetzt - also ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft des Urteils über den VA - ohne Wenn und Aber demjenigen, dem es übertragen wurde, nennem wir ihn den Begünstigten aus dem VA.
Wenn nun der Belastete aus dem VA Jahre später Rente bezieht und immer noch der Meinung ist, der böse RV-Träger würde ihm jetzt aus purer Gemeinheit und Raffgier etwas von seiner Rente abziehen, dann ist das einfach Blödsinn!
Dem in der Thematik unbeleckten Normalrentner mag dieses Unwissen nachzusehen sein, wenn aber ein Journalist einer als seriös geltenden Plattform diesen Unsinn noch befeuert, dann nenne ich das schlecht (oder gar nicht) recherchiert. Die Verfasserin des Artikels sollte sich bei Herrn Trump als Redenschreiberin bewerben.
MfG
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Evariste » 06.11.19, 08:49

Ich weiß nicht, was die Aufregung soll... in dem Artikel steht nichts Falsches. Es werden halt nicht alle Details erklärt.

Der Vergleich mit dem Sparkonto hinkt. Welchen Wert die Rentenpunkte haben, stellt sich erst zu Zeitpunkt des Rentenbezugs heraus. Aber mehr noch - auch die Anzahl der Rentenpunkte ist variabel. Ich erinnere hier an die neu eingeführte Mütterrente, die in vielen Fällen Anlass zu einer Neuberechung des VA gibt. Wenn man das nun alles im Detail darstellt, bleibt keine Zeit mehr (wir sind beim Fernsehen) für die eigentliche Information.
Old Piper hat geschrieben:
06.11.19, 07:52
der böse RV-Träger würde ihm jetzt aus purer Gemeinheit und Raffgier etwas von seiner Rente abziehen, dann ist das einfach Blödsinn!
Von "purer Gemeinheit und Raffgier" steht da nichts. Es geht um die Gesetzeslage (übrigens auch bei Betriebsrenten, also nicht nur bei der gesetzlichen Rentenversicherung) und die kann man durchaus in Frage stellen. Die Rentenversicherung bekommt es normalerweise mit, wenn der Ausgleichsberechtigte stirbt, also warum ist ein Antrag erforderlich?

Old Piper
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Old Piper » 07.11.19, 07:45

Evariste hat geschrieben:
06.11.19, 08:49
Die Rentenversicherung bekommt es normalerweise mit, wenn der Ausgleichsberechtigte stirbt, ...
Nein, warum sollte sie auch? Es ist nach dem (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen VA-Recht für den einzelnen Versicherungsträger ohnehin nicht mehr ohne weiteres zu erkennen, wer von den beiden Protagonisten nun der Begünstigte und wer der Belastete ist.
Ein Beispiel aus der Praxis: A (Angestellt mit Zusatzversorgung) und B (verbeamtet) lassen sich nach 20 Ehejahren scheiden. Ich überspringe mal die Einzelheiten, im Ergebnis bekommt A 1.000,- EUR von B's Beamtenversorgungsanwartschaften zugesprochen. Gleichzeitig werden von A's gesetzl. Rentenanwartschaften 500,- EUR und von der ZV 50,- EUR auf B übertragen. Irgendwann gehen beide in den Ruhestand und bekommen ihre Versorgung von jeweils 3 verschiedenen Trägern. Sollte B nun sterben, bevor 36 Monate Rentenbezug rum sind, könnte die DRV ja auf die Idee kommen, dass A der Belastete aus dem VA ist und den Abzug rückgängig machen - wenn dieser Vorgang von Amts wegen durchzuführen wäre.
Tatsächlich ist A jedoch der Begünstigte aus dem VA. Deshalb gibt's die Aussetzung des VA nur auf Antrag.
Evariste hat geschrieben:
06.11.19, 08:49
Von "purer Gemeinheit und Raffgier" steht da nichts
Nun ja, nicht wörtlich. Aber wie wollen Sie
Dass sich die gesetzliche und private Versicherung am Tod von geschiedenen Partnern bereichern dürfen, ist ein Unding.
anders interpretieren?
Der Vergleich mit dem Sparkonto hinkt. Welchen Wert die Rentenpunkte haben, stellt sich erst zu Zeitpunkt des Rentenbezugs heraus.
Natürlich hinkt der. Aber zum Einen mag ich hinkende Vergleiche und zum Anderen zeigt das Beispiel aber trotzdem recht anschaulich, was beim VA eigentlich passiert. Und wie viel auf dem Sparkonto drauf ist, wird sich bis zum Versorgungsbeginn ebenfalls noch ändern - irgendwann gibt's ja evtl. auch mal wieder Zinsen.
MfG
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Evariste » 07.11.19, 08:12

Old Piper hat geschrieben:
07.11.19, 07:45
Tatsächlich ist A jedoch der Begünstigte aus dem VA. Deshalb gibt's die Aussetzung des VA nur auf Antrag.
Naja, dann wäre es vielleicht gut, wenn man die Versicherten zumindest über die Möglichkeit eines Antrags informieren würde.
Evariste hat geschrieben:
06.11.19, 08:49
Von "purer Gemeinheit und Raffgier" steht da nichts
Nun ja, nicht wörtlich. Aber wie wollen Sie
Dass sich die gesetzliche und private Versicherung am Tod von geschiedenen Partnern bereichern dürfen, ist ein Unding.
anders interpretieren?
[/quote]
So wie ich gesagt habe, dass die Gesetzeslage unbefriedigend ist.

Old Piper
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Old Piper » 07.11.19, 08:30

Evariste hat geschrieben:
07.11.19, 08:12
Naja, dann wäre es vielleicht gut, wenn man die Versicherten zumindest über die Möglichkeit eines Antrags informieren würde.
Tut man.
Die Informationen, die der Mitteilung über die Durchführung des VA beiliegen, liest halt nur keine Sau. Ebenso die Erläuterungen zum Rentenantrag, wo das Thema auch noch mal angesprochen wird.
MfG
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Celestro » 07.11.19, 09:33

Old Piper hat geschrieben:
07.11.19, 08:30
Tut man.
Die Informationen, die der Mitteilung über die Durchführung des VA beiliegen, liest halt nur keine Sau. Ebenso die Erläuterungen zum Rentenantrag, wo das Thema auch noch mal angesprochen wird.
Bekommt man die Info über die Möglichkeit eines solchen Antrags, wenn einer der Beteiligten vom Tod eines der früheren Ehepartner erfährt? Und wenn "Nein", wieso nicht?

Old Piper
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Old Piper » 08.11.19, 07:29

Celestro hat geschrieben:
07.11.19, 09:33
Bekommt man die Info über die Möglichkeit eines solchen Antrags, ...
Ja, in den Erläuterungen zum Rentenantrag (R0101) unter Ziff. 9.5.1 wird man ausdrücklich darauf hingewiesen.
MfG
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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von windalf » 08.11.19, 08:34

Old Piper hat geschrieben:
08.11.19, 07:29
Celestro hat geschrieben:
07.11.19, 09:33
Bekommt man die Info über die Möglichkeit eines solchen Antrags, ...
Ja, in den Erläuterungen zum Rentenantrag (R0101) unter Ziff. 9.5.1 wird man ausdrücklich darauf hingewiesen.
:lachen:
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Rentenkürzung durch Versorgungsausgleich

Beitrag von Celestro » 08.11.19, 09:45

Old Piper hat geschrieben:
08.11.19, 07:29
Ja, in den Erläuterungen zum Rentenantrag (R0101) unter Ziff. 9.5.1 wird man ausdrücklich darauf hingewiesen.
Wie witzig! Dumm nur, dass Sie mit Ihrem Witz auch noch die Frage falsch beantwortet haben. :roll:

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