Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

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myLord
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Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von myLord »

Hallo Leute,

ich versuche mich gerade durch das Krankengeld durch zu quälen und irgendwie steige ich da nicht durch. Nehmen wir mal an, dass A selbstständig ist und über die XY Krankenversichert ist, also normale GKV. Jetzt nehmen wir weiter an, dass A an Krebs erkrankt. 6 Wochen bekommt A nichts, nach 6 Wochen gibt es für 78 Wochen das Krankengeld von der GKV.

Nehmen wir nun weiter an, dass A genau die 78 Wochen krankgeschrieben war. Dann würde ab dem Ende des Zeitraumes eine Wartezeit von 3 Jahren beginnen.

Sagen wir nun mal, dass A nicht an Krebs erkrankt ist, sondern sich den Arm gebrochen hat und deshalb so lange krank war. Wenn A sich also sich 3 Jahre später den gleichen Arm noch einmal bricht, dann ist es ein neuer Unfall, eine neue Erkrankung.

Wie ist es denn bei Krebs. Wenn die gleiche Krebs-Art noch einmal wieder ausbricht, ist es dann die selbe Krankheit, wobei das Krankengeld wegfallen würde?

Und wie sieht es mit Folgeerkrankungen aus? Nehmen wir mal an, dass der Krebs nach den 78 Wochen geheilt ist. Die Nebenwirkungen der Therapie aber einen anderen Schaden (z.B. Taubheit) ausgelöst haben, der dazu führt, dass A arbeitsunfähig ist? Und wie sieht es aus, wenn Langzeitfolgen auftreten, wie andere Krebsarten durch die Therapie später noch einmal auftauchen? Würden dann wieder das Krankengeld gezahlt werden?
Zuletzt geändert von ktown am 31.12.19, 07:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Czauderna
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
das mit der Wartezeit von 3 Jahren nach Ende der 78 Wochen, das stimmt so nicht. Bei der GKV werden Blockfristen gebildet, ausgehenden vom ersten Arbeitsunfähigkeitsfall wegen der gleichen Diagnose.
Bei einererneuten Arbeitsunfähigkeit wird der usrächliche Zusammenhang geprüft.#
Wenn es keinen ursächlichen Zusammenhang gibt, dann beginnt auch ein neuer Anspruch auf Krankengeld.
Der Bruch z.B. des linken Arms innerhalb eines kurzen Zeitabstandes ist in der Regel nicht die gleiche Erkrankung, das gilt auch grundsaetzlich bei allen Unfalldiagnosen.
Gruss
Czauderna

sischi
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von sischi »

Wie ich aus meinem Umkreis gehört habe, gelten die 78 Wochen Krankengeldanspruch für alle in dieser Zeit auftretenden Krankheiten.
Wie in einem Fall im Bekanntenkreis.Hier läßt sich A eine Knie-OP machen und ist deshalb krank geschrieben und erhält Krankengeld.
Wenn der Gesundungsprozeß nach 8 oder 10 oder 15 Wochen eingetreten ist, will sich A wegen PhsycherProbleme weiter krank schreiben
lassen, also wegen einer anderen Krankheit. Physichische Erkrankung besteht schon länger, ist aber deswegen nicht krank geschrieben.
Lt. Ärzten und Therapeuten muß sie, wenn sie weiterhin für nochmals 78 Wochen Krankengeld beziehen will, müßte sie wenigstens ein paar Stunden
eine Arbeit aufnehmen. Wenn die Krankschreibung nahrlos von einer Krankheit in eine andere Krankheit über geht, werden für beide
Krankheiten nur insgesamt 78 Wochen Krankengeld gezahlt. Also nicht für die 1.Erkrankung(Knie) 10 oder 15 Wochen und dann nochmals
Beginn der 78 Wochen für die phsychische Erkrankung.
Hier ist die gestzl Krankenkasse am Zug.

Welche Auslegung ist nun richtig ? Die von Czauderna oder die mir geschilderte Version.

sischi
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von sischi »

Ich hab mich jetzt nochmals im Internet schlau gemacht.
z.B. wegen der Knie-OP muß die Krankschreibung z.B. am 10.06.2020 enden und dann mit der Phsychischen Erkrankung am 11.06.2020
beginnen (Blockfrist) ,dann beginnen wieder die 78 Wochen Krankengeld neu.

myLord
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von myLord »

sischi hat geschrieben:
04.01.20, 17:55
Ich hab mich jetzt nochmals im Internet schlau gemacht.
z.B. wegen der Knie-OP muß die Krankschreibung z.B. am 10.06.2020 enden und dann mit der Phsychischen Erkrankung am 11.06.2020
beginnen (Blockfrist) ,dann beginnen wieder die 78 Wochen Krankengeld neu.
Vielen Dank für die Antwort, aber das war nicht ganz die Frage. Bleiben wir mal bei der Knie-OP. Nehmen wir mal an, dass das Knie operiert wurde. Da der kranke aber so viel Angst vor der OP hatte und durch die Knie-Verletzung so gestresst war, ist er psychisch erkrankt. Die Psychische Erkrankung ist also eine Folge der Verletzung am Knie, bzw. der Behandlung der Verletzung.

Wie ist es jetzt der Fall? Sagen wir ruhig, dass der Kranke bis zum 10.06.2020 krankgeschrieben war und am 11.06.2020 wieder arbeiten geht und dabei merkt, dass er nicht weiter arbeiten kann. Und dann eine Woche später krankgeschrieben wird.

winterspaziergang
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von winterspaziergang »

myLord hat geschrieben:
07.01.20, 13:03
sischi hat geschrieben:
04.01.20, 17:55
Ich hab mich jetzt nochmals im Internet schlau gemacht.
z.B. wegen der Knie-OP muß die Krankschreibung z.B. am 10.06.2020 enden und dann mit der Phsychischen Erkrankung am 11.06.2020
beginnen (Blockfrist) ,dann beginnen wieder die 78 Wochen Krankengeld neu.
Vielen Dank für die Antwort, aber das war nicht ganz die Frage. Bleiben wir mal bei der Knie-OP. Nehmen wir mal an, dass das Knie operiert wurde. Da der kranke aber so viel Angst vor der OP hatte und durch die Knie-Verletzung so gestresst war, ist er psychisch erkrankt. Die Psychische Erkrankung ist also eine Folge der Verletzung am Knie, bzw. der Behandlung der Verletzung.

Wie ist es jetzt der Fall? Sagen wir ruhig, dass der Kranke bis zum 10.06.2020 krankgeschrieben war und am 11.06.2020 wieder arbeiten geht und dabei merkt, dass er nicht weiter arbeiten kann. Und dann eine Woche später krankgeschrieben wird.
Es gehört nicht zu den üblichen Komplikationen einer Knie-OP , psychisch zu erkranken. Ein psychisch stabiler Mensch wird nach einer Knie-OP keine ernsthafte psychische Erkrankung davontragen. Daher wird man diese Erkrankungen getrennt voneinander bewerten müssen.

myLord
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von myLord »

winterspaziergang hat geschrieben:
07.01.20, 13:37
Es gehört nicht zu den üblichen Komplikationen einer Knie-OP , psychisch zu erkranken. Ein psychisch stabiler Mensch wird nach einer Knie-OP keine ernsthafte psychische Erkrankung davontragen. Daher wird man diese Erkrankungen getrennt voneinander bewerten müssen.
Ja, ok. Wie sieht es aber aus bei einer Krebserkrankung bzw. der Chemotherapie als Behandlung?
Da sind ja alle möglichen Folgeerkrankungen als Nebenwirkung möglich inkl. Krebs selbst.

Czauderna
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Re: Krankengeld, Folgeerkrankung, die selbe Krankheit

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
eine solche Prüfung nimmt dann der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) vor. So, wie das Beispiel geschildert wurde ist es sehr unwahrscheinlich dass ein medizinischer,ursächlicher Zusammenhang zwischen einer abgeschlossenen Ca-Erkrankung und einer auftretenden psychischen Erkrankung vorliegt, ich kabe auch noch keinen Fall in meiner Praxis gehabt, bei denen auch eine CA-Therapie (Chemo) Grund und ursächlicher Zusammenhang mit einer anderen, nachfolgend aufgetretenen Erkrankung war aber, wie gesagt, die Entscheidung darüber obliegt in solchen Fällen dem oder der Gutachter/in des MDK, vorstellbar ist es im Einzelfall schon.
Gruss
Czauderna

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