Fahrtkosten von Bg

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

MichaelX
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Fahrtkosten von Bg

Beitrag von MichaelX »

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich hätte eine Frage und würde mich sehr über Hilfe freuen.
Mein Mann hatte einen Arbeitsunfall und ist seitdem zu 100% schwerbehindert und hat einen Pflegegrad von höher als 2.
Leider benötigt er viele fahrten zu therapieen und Behandlungen.
Bisher bekommen wir uns das schon seid vielen Jahren eine Erstattung von 20 Cent pro Kilometer.
Und das obwohl die Benzin kosten immer steigen.
Meine Frage ist ob das noch normal ist oder man diese eigentlich erhöht bekommen soll zum Beispiel 30 Cent.?
Bevor ich bei der bg Anfrage wollte ich mich hier erkundigen.
Vielen lieben dank

ExDevil67
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von ExDevil67 »

Mehr dürfte es nicht geben. Wenn man den Verweisen folgt, landet man am Ende bei §5 Bundesreisekostengesetz.

Tastenspitz
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Tastenspitz »

Erstattet werden auch Parkticketkosten.
Ansonsten ist der Sprit nicht viel teurer geworden in den letzten 10 Jahren...
https://de.statista.com/statistik/daten ... jahr-1972/
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

sischi
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von sischi »

Frage: welche Merkzeichen sind vorhanden? (G, aG, H, B)
Pflegegrad höher als 2, also 3 oder 4 ?
Bei Merkzeichen "aG" und 100 % kann man bei der Einkommenssteuererklärung bis max.15.000 km im Jahr
pro km 0,30 € absetzen. Pkw muß allerdings auf den Behinderten zugelassen sein,.
Bei Merkzeichen "aG" kann man zu Arztbehandlungen und Therapien mit Taxi oder Fahrdiensten von BRK ect.
fahren und die Rechnung als Krankenfahrt deklarieren (vom Fahrdienst bzw. Taxifahrer).Die Krankenkassen
erstatten diese Fahrten, ohne daß man hier bei der Krankenkasse extra einen Antrag stellen muß. Ist jedenfalls
bei den priv. Krankenkassen so. Wie es bei Pflegegrad 3 oder mehr, ohne Merkzeichen aG ist, weiß ich jetzt nicht.
Wenn mann bei der gestzl. Krankenkasse versichert ist, sollte man dort nachfragen, ob die das ebenfalls ohne Antrag
genehmigen. Man sollte hier allerdings keine Privatfahrten durch führen, denn die Fahren kann man nach vollziehen.
Da ich alle obigen Merkzeichen habe und auch Pflegegrad 3, weiß ich über die Fahrtkosten Bescheid.

Tastenspitz
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Tastenspitz »

Nett. :)
Das es ein Arbeitsunfall war und die BG zuständig ist, haben sie gelesen, oder?
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Czauderna
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist die Berufsgenossenschaft der Träger der Behandlungskosten, ergo dann auch für die Fahrkosten zuständig.
Soweit ich weiß, sind bei Übernahme der Fahrkosten die Vorgaben für die BG`èn ähnlich der gesetzlichen Krankenversicherung, allerdings sollte hier doch besser
die BG. direkt angefragt werden, ehe durch Auskünfte über die Leistung der Krankenkasse nur unnötige Verwirrung entsteht.
Gruss
Czauderna

Astrid69
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Astrid69 »

Solange mit dem eigenen Kfz gefahren wird und deshalb Fahrkostenerstattung bei der BG beantragt wird, gibt es wie bereits geschrieben nicht mehr als 20 Cent pro gefahrenen Kilometer plus evtl. Parkkosten.
Das ist meine persönliche Meinung. Die Antwort erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit.

sischi
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von sischi »

von Tastenspitz » 09.01.20, 16:52

ich habe ja nur von meiner Situation geschrieben, wie ich das handhabe. Wenn ich schon 100 % schwerbehindert bin und auch noch Pflegestufe über 2 habe,
dann bin ich gesundheitlich doch so eingeschränkt, daß ich eine Pflegeperson benötige. Und, warum soll die Pflegeperson mit dem eingen Auto den Pflegebedürftigen
und schwerbehinderten zu Therapien und Ärzten fahren. Man sollte eben mit der KK, und wie hier mit der BG einfach direkt sprechen und eine Klärung herbei führen.
Was macht man denn, wenn man kein eigenes Auto hat ?
Es gibt auch noch der VdK, der in solchen Situationen sehr hilfreich ist.

winterspaziergang
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von winterspaziergang »

]
sischi hat geschrieben:
10.01.20, 10:28
ich habe ja nur von meiner Situation geschrieben, wie ich das handhabe. Wenn ich schon 100 % schwerbehindert bin und auch noch Pflegestufe über 2 habe,
dann bin ich gesundheitlich doch so eingeschränkt, daß ich eine Pflegeperson benötige. Und, warum soll die Pflegeperson mit dem eingen Auto den Pflegebedürftigen
und schwerbehinderten zu Therapien und Ärzten fahren.
muss die PP nicht, vor allem nicht, wenn es eine externe ist, allerdings mutet die Frage, wieso man (wie im Eingangsbeitrag genannt) seinen Ehemann mit dem "eigenen Auto" zu Therapien fahren soll, etwas merkwürdig an.
Thema war hier aber sowieso die Kostenerstattung des Kostenträgers. Und die kann begrenzt sein.
Wie im Fall der Eingangsfrage:
Bisher bekommen wir uns das schon seid vielen Jahren eine Erstattung von 20 Cent pro Kilometer.
Und das obwohl die Benzin kosten immer steigen.
Meine Frage ist ob das noch normal ist oder man diese eigentlich erhöht bekommen soll zum Beispiel 30 Cent.?
sischi hat geschrieben:
10.01.20, 10:28
Man sollte eben mit der KK, und wie hier mit der BG einfach direkt sprechen und eine Klärung herbei führen.
das wollte die TE nicht, siehe
Bevor ich bei der bg Anfrage wollte ich mich hier erkundigen.
wobei die Frage nicht ist, wie man zum Arzt kommt, sondern, ob es ok ist, dass nur 0,20 Cent erstattet werden
sischi hat geschrieben:
10.01.20, 10:28
Was macht man denn, wenn man kein eigenes Auto hat ?
kommt drauf an. Unter Umständen muss dann über die externe Pflege ein Transport beauftragt werden
sischi hat geschrieben:
10.01.20, 10:28
Es gibt auch noch der VdK, der in solchen Situationen sehr hilfreich ist.
um mehr als 0.20 Cent zu bekommen, wenn die BG nur diese zahlt?

Czauderna
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
ich denke auch, dass die BG. nicht mehr als die genannten 0,20 € pro Kilometer zahlt. Untermauert wird das auch durch die BG. selbst - hier mal ein Link dazu - https://www.bghw.de/arbeitnehmer/unsere ... eisekosten

Gruss
Czauderna

sischi
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von sischi »

Fahrtkosten durch Nutzung anderer Fahrdienste (Taxi, Krankenwagen)

Die Kosten für ein Taxi können ausnahmsweise übernommen werden, wenn Ihnen ein privates Kraftfahrzeug nicht zur Verfügung steht und die Benutzung eines regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittels nicht möglich oder nach ärztlicher Bescheinigung wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht zumutbar ist. Einen Krankenwagen dürfen Sie nur auf ärztliche Verordnung benutzen, wenn wegen Art oder Schwere des Gesundheitsschadens die Benutzung des eigenen Kraftfahrzeugs bzw. eines Mietwagens nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

winterspaziergang
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von winterspaziergang »

sischi hat geschrieben:
10.01.20, 13:33
Fahrtkosten durch Nutzung anderer Fahrdienste (Taxi, Krankenwagen)

Die Kosten für ein Taxi können ausnahmsweise übernommen werden, wenn Ihnen ein privates Kraftfahrzeug nicht zur Verfügung steht und die Benutzung eines regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittels nicht möglich oder nach ärztlicher Bescheinigung wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht zumutbar ist. Einen Krankenwagen dürfen Sie nur auf ärztliche Verordnung benutzen, wenn wegen Art oder Schwere des Gesundheitsschadens die Benutzung des eigenen Kraftfahrzeugs bzw. eines Mietwagens nicht möglich oder nicht zumutbar ist.
:roll:
:arrow:
MichaelX hat geschrieben:
09.01.20, 13:54
Bisher bekommen wir uns das schon seid vielen Jahren eine Erstattung von 20 Cent pro Kilometer.
Meine Frage ist ob das noch normal ist oder man diese eigentlich erhöht bekommen soll zum Beispiel 30 Cent.?
Das Fahrzeug steht offenbar zur Verfügung und die Ehefrau fährt ihren Mann damit zu den Therapien.

sischi
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von sischi »

Bei mir steht auch ein Fahrzeug in der Garage, das ich selbst noch fahre und außerdem meine Pflegeperson (Ehefrau) fahren könnte.
Aber warum ? Ich fahre stets mit dem Taxi zu den Ärzten und leg die Rechnung "Krankenfahrt" der KK vor. Wie schon gesagt, ich habe
auch 100 % Behinderung und außerdem das Merkzeichen aG. Das besagt schon , daß ich "normalerweise keine Genehmigung von der KK
für die Fahrten vorher einholen muß. Und, wie gesagt, ich bin privat versichert. Die BG kann da auch nicht so ohne weiteres dies übersehen.
Es liegt doch ein Besdcheid vom Versorgungsamt und Befundeberichte für die Pflegegrade vor, also von amtl. Seite.
Es bleibt nichts anderes überig, als mit der BG das zu besprechen und dies zu argumentieren, daß weder ein Auto noch ein öffentl.
Verkehrsmittel aufgrund des Gesundheitszustandes genommen werden kann.
Da können wir hie rnoch viel diskutieren, was zu keinem Nenner führt.
Außerdem gibts, wie ich schon geschrieben habe, den VdK, der einem in solchen Fällen juristisch hilft.Man muß halt <Mitglied sein, was
nicht die Welt kostet und billiger kommt, als wenn man Rechtsanwälte oder so in Anspruch nimmt.

Czauderna
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
ich habe selbst in meiner Tätigkeit bei einer GKV-Kasse Fahrkosten bearbeitet und entschieden. Die Regel für die Übernahme von Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung setze ich jetzt mal als bekannt voraus.
Was ich allerdings nicht kenne, ist, das bei Vorliegen der Voraussetzungen "normalerweise" keine Genehmigung erforderlich wäre. Es in der Praxis so, dass wir als Kasse immer eine Genehmigung vor Beginn der Behandlung ausgestellt haben. Natürlich waren da auch Fälle dabei, bei denen wir aufgrund der Besonderheiten (dieser Fall wäre übrigens ein solcher gewesen), eine Genehmigung "bis auf Weiteres" oder bis zum 31.12. des Jahres erteilt haben. Das war schon aus dem Grunde wichtig, dass die Versicherten genau wussten, dass die Kosten zu einem bestimmten Arzt/Zahnarzt oder Behandler übernommen wurden und auch ggf. das Taxi-Unternehmen direkt mit uns abrechnen konnte. Die Bewilligung wurde auch deshalb vorher von uns ausgestellt, weil auch damit geprüft, war, dass es sich bei dem Ziel um die nächstgelegene Behandlungsmöglichkeit handelte.
Fazit - ja, die Fahrkosten werden übernommen zu ambulanten Behandlungen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, aber ohne vorherige Bewilligung geht da nichts - so meine Erfahrung aus 48 Jahren
Krankenkassentätigkeit. Wenn sich das in den letzten zwei Jahren grundsätzlich geändert haben sollte, dann bitte ich um entsprechende Informationen, was ich allerdings nicht glaube, denn meines Wissens gilt die Genehmigungspflicht mittlerweile sogar auch für "geplante" Fahrten mit dem Krankenwagen.
Wohlgemerkt, das gilt für GKV-Versicherte - bei der PKV ist das ganz anders - Insofern hat meine Vorschreiberin natürlich von ihrem Standpunkt aus gesehen recht. Der Ratsuchende schrieb aber nichts von der GKV, auch nichts von der PKV, sondern von der Berufsgenossenschaft, und letztere kann man eher mit der GKV vergleichen als mit der PKV.
Gruss
Czauderna

sischi
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Re: Fahrtkosten von Bg

Beitrag von sischi »

Ja, das mag bei der GKV wohl etwas anders gehandhabt werden.
Drum schrieb ich ja, daß ich bei eine PKV bin. Meine Rechnungen werden teilweise von der PKV, als auch von der Beihilfe übernommen,
da ich beim Staat war. Die Beihilfe ist zwar nicht ganz so pingelig wie die PKV, aber von beiden habe ich auf Anfrage Bescheid bekommen,
wenn ich 100 % schwerbehindert bin und das Merkzeich aG habe, davon auszugehen ist, daß ich ständig auf Krankenfahrten angewiesen bin
und somit nicht vorher eine Genehmigung einholen muß. Und das ist auch nicht zeitlich begrenzt. Und diese 100 % mit aG habe ich seit ca.
10 Jahren. Seit Mitte letzem Jahre habe ich auch das Merkzeichen "H" bekommen, obwohl ich "nur" Pflegeklasse 3 habe bis jetzt. Das merkzeichen
"H" wirkt sich aber lediglich bei der Einkommensteuer als Steuermindernd wesentlich aus.
Es ist ja nicht bekannt, welche Merkzeichen der Anfragende hat und ob er ggf. Plflegegrad 4 schon hat. Bei Pflegegrad 4 könnte er ja das
Merkzeichen H beantragen und das würde noch stärker wirken bei der Genehmigung von Krankenfahrten.
Ich kann natürlich auch 100 %schwerbehindert sein ohne Merkzeichen.

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